Sonntag, 22. Oktober 2017

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Herzinfarkt-Studie: In Las Vegas liegt die Überlebensrate bei über 50 Prozent

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Weinheim, 01. Dezember 2011. (red/mh) Im Weinheimer Feuerwehrzentrum fand am Dienstag eine Kooperationsveranstaltung der freiwilligen Feuerwehr Weinheim, der GRK-Klinik Weinheim und der Johanniter Unfallhilfe rund im das Thema Herzinfarkte und zum Einsatz von mobilen Defibrillatoren statt.

Zahlreiche Weinheimer Bürgerinnen und Bürger waren gekommen und verfolgten gespannt den Vorträgen der Experten.

Von Martin Heilmann

„Große körperliche Anstrengung, Stress und Aufregung sind die häufigsten Auslöser für einen plötzlichen Herztod“, weiß Kardiologe Dr. Frank Höltermann von der GRK-Klinik Weinheim. Auch erblich bedingte Krankheiten können die Ursache sein.

Was vor rund einem Jahr der Auslöser für den Herzinfarkt des „Pony-Manns“ in der Nähe der Weinheimer Fußgängerzone war, bleibt ungeklärt.

Eines steht allerdings fest: Hätten die herbeieilenden Ersthelfer einen mobilen externen und automatisierten Defibrillator gehabt, wären die Chancen für den „Pony-Mann“, dem Tod zu entrinnen, höher gewesen.

„Zeit ist der entscheidende Faktor.“

Dr. med. Frank P. Höltermann ist leitender Arzt für den Bereich Kardiologie/Angiologie in der Weinheimer GRK-Kinik.

Dr. med. Frank P. Höltermann ist leitender Arzt für den Bereich Kardiologie/Angiologie in der Weinheimer GRK-Kinik.

Je schneller ein Defibrillator bei einem Herzinfarkt zum Einsatz kommt desto besser. Jede Sekunde kann dabei entscheidend sein, ob ein Betroffener überlebt, zum Pflegefall wird oder an den Folgen eines Herzinfarkts verstirbt.

Nach zwölf Minuten sinkt die Überlebenschance auf beinahe null Prozent, wenn zudem von Ersthelfern keine Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Die Rettungseinsatzkräfte können oft nicht schnell genug vor Ort sein. Im schlechtesten Fall kann es nach dem Eingang eines Notrufs bis zu 15 Minuten dauern.

„Diese zeitliche Lücke gilt es zu überbrücken“, sagen die beiden Feuerwehrsanitäter Ralf Michael und Ralf Mittelbach und setzen deswegen verstärkt auf den Einsatz von dezentral in Weinheim angebrachten AED-Geräte (Automatisierte Externe Defibrillatoren), die jeder Laie bedienen und so Leben retten kann.

Knapp 35 solcher „Laien“-AED-Geräte sind in Weinheim bereits im Einsatz. 22 davon hat dieses Jahr die freiwillige Feuerwehr Weinheim angeschafft. Sieben davon spendete die Sparkasse und hat diese in den Bankautomatenbereichen in Weinheimer Zentrumsnähe angebracht.

Las Vegas-Studie:

In Las Vegas (Nevada/USA) wurde im Jahr 2000 analysiert, dass in der Stadt, die niemals schläft, innerhalb eines Jahres 1438 Menschen an Herzinfarkten starben. 64 Prozent davon in Hotels und Casinos.

Aufgrund der erschreckenden Ergebnisse der Studie wurden dort mobile Defibrillatoren angebracht und das Hotel- und Casinopersonal für solche Notfälle geschult.

Eine sogenanntes "Laien-AED-Gerät" das für Schulungszwecke genutzt genutzt wird.

Die Zeit bis ein AED-Gerät vor Ort ist und eingesetzt werden kann, konnte so auf unter vier Minuten reduziert werden. Die Überlebensrate bei Herzinfarkten liegt in Las Vegas heute bei über 50 Prozent.

„Das sind Einsatzzeitfenster, die nicht nur Leben retten können, sondern auch Folgeschäden für die Betroffenen minimieren“, sagt Dr. Höltermann und ergänzt:

„Spätestens nach fünf Minuten kann es zu schwerwiegenden Gehirnschäden kommen. Herzkammerflimmern bedeutet, dass über den Kreislauf keinen Sauerstoff mehr transportiert wird.“

„Womöglich kann nach über zehn Minuten ein Herzinfarktopfer noch reanimiert werden. Dann besteht aber das akute Risiko, dass die gerettete Person zu einem Pflegefall wird“, ergänzt Dr. Höltermann. „Das ist dann auch eine ethische Frage, ob eine Reanimation zu einem solchen Zeitpunkt noch vertretbar ist.“

Im Anschluss an den Fachvortrage, hatten die zahlreich erschienen Weinheimer Bürgerinnen und Bürger noch die Möglichkeit an einer Puppe die AED-Geräte zu testen und zu bedienen.

Auch das richtige Durchführen eine Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahme konnte unter Anleitung des Rettungsassistenten Christian Linder aufgefrischt werden.

Reges Interesse: Zahlreiche Weinheimern waren gekommen, um Informationen rund um des Thema Herzinfarkte von Experten aus erster Hand zu bekommen.

Reges Interesse: Zahlreiche Weinheimern waren gekommen, um Informationen rund um des Thema Herzinfarkte von Experten auserster Hand zu erfahren.

  • Frederic S.

    Absolut falsch!
    wie wollt ihr mit einem Defibrillator bitte ein Herzinfarktopfer reanimieren?!?!?
    Wenn dann Kammerflimmern… sonst NIX^^