Mittwoch, 20. September 2017

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Freiwillige Feuerwehr Weinheim nutzt Facebook für Öffentlichkeitsarbeit

Brandschutz und Aufklärung – „Gefällt mir!“

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Weinheim, 05. Dezember 2013. (red/ld) Sie wollen keine Helden sein, sondern ganz normale Menschen, die in ihrer Freizeit eben Brände löschen, statt zu bolzen oder Briefmarken zu sammeln. Die freiwillige Feuerwehr Weinheim postet seit einigen Monaten auf ihrer Facebookseite in eigener Sache. Über das soziale Medium kommen sie mit anderen Nutzern ins Gespräch und informieren über Kameradschaft, Brandbekämpfung und Vorsichtsmaßnahmen für die Bevölkerung.

Von Lydia Dartsch

Auch der Oberbürgermeister Heiner Bernhard kann nun Menschen wiederbeleben. Das zeigen die Fotos der Stadtverwaltung von der Blutspenderehrung des Deutschen Roten Kreuzes, die Feuerwehr-Stadtkommandant Ralf Mittelbach gestern auf der Facebookseite der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim gepostet hat. Dazu gibt es Bilder von der Gefahrgutübung der Jugendfeuerwehr und von den Vorbereitungen für die Weihnachtsfeier: Baum schmücken und Plätzchen backen.

Seit dem vergangenen Frühjahr nutzen Ralf Mittelbach und David Kunerth das soziale Medium verstärkt für der Öffentlichkeitsarbeit der freiwilligen Feuerwehr. Das sei keine „Kamapgne“, sagt Ralf Mittelbach, sondern der Versuch, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und sie aufmerksam zu machen:

Die Diskussionen, die dort stattfinden, sind sehr interessant.

Aufklärungsarbeit will die Freiwillige Feuerwehr darüber leisten: Aufklärung vor allem darüber, dass eine Feuerwehr keine Selbstverständlichkeit ist in einer Stadt wie Weinheim. Die 316 Mitglieder, davon 34 Frauen, engagieren sich in ihrer Freizeit, werden mehrmals in der Woche für Einsätze von ihrem Arbeitsplatz, in ihrer Freizeit oder auch mitten in der Nacht zu Einsätzen gerufen. Rund 700 gibt es davon im Jahr.

Ralf Mittelbach ist Feuerwehrkommandant der Abteilung Stadt und mit Öffentlichkeitsarbeit befasst.

Ralf Mittelbach ist Feuerwehrkommandant der Abteilung Stadt und mit Öffentlichkeitsarbeit befasst.

Und viele sind vermeidbar. Ralf Mittelbach und David Kunerth posten beispielsweise Hinweise zur Rauchmelderpflicht in Wohnungen, dass man Adventskränze und Weihnachtsbäume mit brennenden Kerzen nicht unbeaufsichtigt lassen sollte und wie man selbst im Notfall handeln sollte. Die Botschaft: Jeder kann sich selbst absichern und sollte sich für seine Mitmenschen einsetzen. Diese Idee hinter der freiwilligen Feuerwehr sei ein Stück weit verloren gegangen, sagt der Stadtkommandant:

Bevor es die Feuerwehr gab hatte jeder Bürger einen Feuerlöscheimer im Haus.

Im Brandfall rannte dann einer von ihnen zur Alarmglocke und rief die Menschen zusammen. Die reihten sich in einer Kette vom Löschteich zum Brand und löschten das Feuer. Heute fühlten sich nur noch wenige Menschen verantwortlich füreinander. Dabei genüge es im Notfall bereits, die 112 zu wählen.

Dazu muss man kein Held sein. Als solche sehen sich die Feuerwehrleute nicht, sondern als ganz normale Menschen, die sich dafür einsetzen, die Stadt ein wenig sicherer zu machen. In ihrer Freizeit. Denn im Gegensatz zur Berufsfeuerwehr, werden die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren nicht für ihre Einsätze bezahlt. Für eine Berufsfeuerwehr ist Weinheim mit rund 43.000 Einwohnern zu klein. Erst ab 100.000 Einwohnern ist eine Kommune dazu verpflichtet, hauptberufliche Feuerwehrleute anzustellen.

Brände lassen sich vermeiden – wenn man weiß wie.

Stadtbrandmeister Reihnold Albrecht setzt auf Aufklärung und Jugendarbeit für die freiwillige Feuerwehr.

Stadtbrandmeister Reihnold Albrecht setzt auf Aufklärung und Jugendarbeit für die freiwillige Feuerwehr.

Umso wichtiger ist es für die Bürger/innen selbst auf die eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer zu achten. Hinweise dazu postet die Feuerwehr auch auf der Facebookseite: Von der Rauchmelderpflicht über Brandschutz im Advent bis zum richtigen Löschen, wenn die Pfanne in der Küche doch mal Feuer fängt. Viele Schäden lassen sich vermeiden, wenn man weiß wie.

Das lernen die jüngsten Mitglieder bereits ab sechs Jahren in der Kinder– und später ab zehn Jahren in der Jugendfeuerwehr. Die meisten von ihnen engagieren sich, wenn sie 18 Jahre alt geworden sind, als echte Feuerwehrleute. 95 Prozent der Feuerwehrleute seien in ihrer Kindheit oder Jugend in der Jugendfeuerwehr gewesen, sagt Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht.

Jeder kann sich engagieren

Auch Quereinsteiger können mitmachen. Einzige Voraussetzung: Körperliche Fitness und gesunder Menschenverstand. Eine besondere Vorbildung ist nicht nötig. Menschen aus allen Berufen sind gefragt. Alles, was sie für den Dienst brauchen, lernen sie vor ihrem ersten Einsatz bei der Grundausbildung im Feuerwehrzentrum. Dazu werden weiterführende Kurse in der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal angeboten.

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David Kunert erweitert seine Einsatzbereitschaft auch auf Facebook.

Für die Feuerwehr Weinheim funktioniert der Auftritt bei Facebook: Gut 2.000 Facebook-Nutzern gefällt die Seite bereits. Seit Ralf Mittelbach und David Kunerth die Plattform regelmäßig mit Texten und Fotos befüllen wurden bereits vier neue Mitglieder darüber geworben. Davon sei einer Quereinsteiger, sagt Ralf Mittelbach. Ein Mann sei sogar Berufsfeuerwehrmann in einer Werksfeuerwehr gewesen und nun ehrenamtlich in Weinheim engagiert.

Aber auch ohne Facebook können Bürger/innen mit der freiwilligen Feuerwehr über deren Homepage in Kontakt treten. Im kommenden Jahr wird es dort auch eine eigene Möglichkeit für die soziale Vernetzung geben.

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.