Sonntag, 15. September 2019

Erster B├╝rgermeister Dr. Torsten Fetzner ├╝ber seine Facebook-Aktivit├Ąt

„Ich mag es, wenn es schnell geht.“

Print Friendly, PDF & Email

Dr. Torsten Fetzner, Erster B├╝rgermeister, hat Spa├č am Umgang mit Facebook: „Die Geschwindigkeit fasziniert mich.“

 

Weinheim, 05. Dezember 2012. (red/aw) Der Erste B├╝rgermeister Dr. Torsten Fetzner steht im st├Ąndigen Austausch mit den B├╝rgerinnen und B├╝rgern von Weinheim. Seit sechs Wochen bewegt er sich auf einer weiteren kommunikativen Plattform: Facebook. ├ťber seine Beweggr├╝nde, die┬áVorteile einer solchen┬áOnline-Pr├Ąsenz und der Faszination des Ph├Ąnomens Facebook sprach er im weinheimblog.de-Interview.

Interview: Alexandra Weichbrodt

Herr Dr. Fetzner, Sie nutzen seit kurzer Zeit intensiv die Social-Media Plattform Facebook. Warum?

Dr. Fetzner: Ich habe in der Vergangenheit einfach gemerkt, dass ich bestimmte Bev├Âlkerungsgruppen in unserer Stadt nicht mehr erreiche. Besonders j├╝ngere Menschen unter 30 Jahren lesen nicht mehr viel Zeitung. Das habe ich auch bei meiner 19-j├Ąhrigen Tochter festgestellt, die sich fast ausschlie├člich ├╝ber das Internet informiert. Ich habe mir ein Facebook-Profil angelegt, um an diese Altersgruppe heranzutreten mit dem Ziel, ├╝ber Weinheimer Themen zu informieren.

Wie viele Facebook-ÔÇťFreundeÔÇŁ haben Sie?

Fetzner: Momentan 323. Da sind Leute dabei, die ich nur vom Sehen kenne, einige private Freunde, und alte Schulkameraden. Aber auch ganz ÔÇťUnbekannteÔÇŁ aus unserer Stadt und der Umgebung.

Nutzen Sie auch noch andere Social-Media-Dienste?

Fetzner: Nein, Facebook ist momentan die einzige Plattform. Darauf habe ich mich f├╝r den Anfang beschr├Ąnkt. Irgendwie muss ich das Ganze ja auch t├Ąglich bew├Ąltigen.

„Nichts Privates bei Facebook“

Sind Sie denn eher als Erster B├╝rgermeister oder als Privatperson online?

Fetzner: In erster Linie bin ich als Erster B├╝rgermeister bei Facebook. Das ist mir auch wichtig, da ich ohnehin wenig Privatleben habe. Wenn ich in der Stadt unterwegs bin, werde ich oft als Erster B├╝rgermeister erkannt und angesprochen. Viele nutzen dann die Gelegenheit, um auch mal direkt mit mir zu sprechen. Das ist auch in Ordnung. Aber die wenige Privatsph├Ąre, die ich habe, m├Âchte ich mir bewahren. Daher nichts Privates von mir ├╝ber Facebook.

Sie halten aber keine R├╝cksprache mit dem Pressesprecher der Stadt Weinheim, bevor Sie Beitr├Ąge bei Facebook posten?

Fetzner: Nein, ich mach das alles aus dem Bauch heraus. Bisher gab es da auch keine Probleme. Ich informiere eh regelm├Ą├čig, beispielsweise den Gemeinderat ├╝ber aktuelle Geschehnisse. Ich handle autonom und muss mich nach niemandem richten, was sehr sch├Ân ist.

Auch ├╝ber Facebook ansprechbar sein

Welche Erfahrungen haben Sie bereits gemacht? Wie sind die Reaktionen ihrer ÔÇťFreunde?

Fetzner: Die Reaktionen auf von mir gepostete Informationen sind interessant. Ich finde es h├Âchst spannend, wie die B├╝rgerinnen und B├╝rger reagieren und ihre Meinung ├Ąu├čern.

Pers├Ânliche Anfragen oder direkte Nachrichten an mich sind bisher eher selten. Gerne d├╝rfen die Menschen aber auch ├╝ber Facebook mit ihrem Anliegen an mich herantreten.

Sehr auff├Ąllig ist, dass ich durch Facebook noch schneller an Informationen herankomme. Ob das jetzt Bilder von aktuellen Ereignissen sind, wie am vergangenen Wochenende beim Weihnachtsmarkt in der Weststadt oder Reaktionen zu Beschl├╝ssen, die im Gemeinderat erfolgen. Dank Facebook kann ich noch am selben Abend die ersten Meinungen dazu sehen bzw. lesen.

Wo sehen Sie Vor- und Nachteile von sozialen Netzwerken?

Fetzner: F├╝r mich ist der gr├Â├čte Vorteil, dass ich schnell mit Leuten in Kontakt kommen kann, die ich normalerweise ├╝ber traditionelle Medien nicht mehr erreicht h├Ątte. Mit der Betonung auf ÔÇťschnellÔÇŁ, denn die Geschwindigkeit fasziniert mich. Ich mag es, wenn es schnell geht. Ich habe Spa├č an der schnellen Kl├Ąrung von Sachverhalten, beispielsweise durch e-Mails. Bei Facebook geht das ja noch eine Nummer schneller.

Diese Schnelligkeit kann allerdings auch ein Nachteil sein. Man ist versucht, immer auch schnell zu reagieren. Dabei ├╝berdenkt man vielleicht nicht alles, was man antwortet oder postet. Ich versuche da ganz diszipliniert zu sein und nicht unbedingt aus der Emotion heraus, flapsig oder zweideutig zu antworten. Darin liegt auch eine Gefahr.

Dr. Torsten Fetzner ist ge├╝bt im Umgang mit Laptop und Co.: „Ich arbeite fast schon Papier-frei.“

 

Sie f├╝hlen sich mit dem allgemeinen Fortschritt der Technik wohl, oder? Ihr Arbeitsplatz l├Ąsst es zumindest vermuten. Er ist sehr mobil eingerichtet, mit Laptop und iPad.

Fetzner: Ja, ich f├╝hle mich im Umgang mit diesen Ger├Ąten sehr wohl. Ich schreibe nur noch wenig per Hand. Bei Besprechungen habe ich immer mein iPad dabei und mache mir darauf Notizen. Diese maile ich anschlie├čend gleich ins B├╝ro und lege sie dort dann in meinem System ab. Ich arbeite also schon fast Papier-frei. Auch wenn dies in der Verwaltung eher un├╝blich ist.

Das Internet ist f├╝r mich ohnehin unentbehrlich. Da hole ich mir eine Vielzahl an Informationen und nutzte jetzt ja auch die M├Âglichkeiten der interaktiven Kommunikation. Da ist es schon wichtig, mit der Zeit zu gehen.

„Das Internet ist unentbehrlich“

Auch die Stadtverwaltung Weinheim ist sehr aktiv bei Facebook. F├╝r wie wichtig halten Sie diese Pr├Ąsenz im Austausch mit den B├╝rgerinnen und B├╝rgern?

Fetzner: Ich finde das ist mit eine der wichtigsten Aufgaben, die unser Pressesprecher Roland Kern ausf├╝llt. Er macht die ganze Pressearbeit der Stadtverwaltung immer sehr zeitnah und aktuell. Wann die Informationen aber ├╝ber die ├Ârtliche Presse ver├Âffentlicht werden, k├Ânnen wir nicht beeinflussen. Daher ist Facebook eine gute M├Âglichkeit f├╝r uns, einen Teil der B├╝rgerinnen und B├╝rger selbstst├Ąndig und vorallem schnell zu informieren.

Auf der Weinheim-Seite findet zudem bereits ein guter, regelm├Ą├čger Austausch statt. Einfach, weil gepostete Informationen von den B├╝rgerinnen und B├╝rgern direkt kommentiert wird. Da werden wichtige Diskussionen angesto├čen.

Sie bef├╝rworten diese Art von Kommunikation im gesellschaftspolitischen Diskurs?

Fetzner: Ja, denn ich sehe das absolut positiv. Kommunikation ist immer wertvoll und wichtig. Egal, in welcher Form sie stattfindet. Da ist es besser wir kommunizieren ├╝ber Facebook, als gar nicht.

 

Zur Person:
Dr. Torsten Fetzner ist promovierter Bauingenieur und lebt seit 1985 in Weinheim. Der geb├╝rtige Karlsruher ist seit Dezeber 2005 Erster B├╝rgermeister von Weinheim. Er ist verheiratet und hat eine 19-j├Ąhrige Tochter.