Sonntag, 22. Oktober 2017

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Dr. Carsta Otto bietet Hilfe für Eltern von „Sternenkindern“ an

„Trauer ist wie eine zugelaufene Katze“

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Weinheim, 05. Mai 2014. (red/pm) Die Therapeutin Dr. Carsta Otto bietet Hilfe für Eltern von „Sternenkindern“ an. Am 08. Mai findet eine Gedenkfeier für alle ungeborenen Kinder statt.

Grab, Friedhof, Sternenkinder

Eine Ruhestätte für ungeborene Kinder auf dem Weinheimer Friedhof. Foto: Stadt Weinheim

Information der Stadt Weinheim:

„Es ist noch gar nicht lange her, da ließ Dr. Carsta Otto die Trauer um ihr erstes Kind erst so richtig zu – obwohl der Tod des ungeborenen kleinen Menschen schon 36 Jahre her ist. Aber die Trauer, so zitiert die Therapeutin, sei „wie eine zugelaufene Katze“.

Denn: „Sie begleitet einen die ganze Zeit, sie ist immer da. Manchmal merkt man sie gar nicht, dann kommt sie angelaufen, auf ganz leisen Sohlen und legt sich einem auf den Schoss. Dann ist es besser, sie zu streicheln, mit ihr zu leben.“ Carsta Otto, 59 Jahre alt, ist eigentlich Zahnärztin, sie beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit verschiedenen Ansätzen zur Trauerberatung und –begleitung. Sie baute ein Floß.

Ihr früherer Lebensgefährte und Vater des ungeborenen Kindes war dabei, als sie eine leuchtende Kerze in einem Glas und ein kleines Plüschtier den Neckar hinab schwimmen ließen. „Der Augenblick des Loslassens berührte uns beide sehr“, erinnert sie sich, „dieses Gefühl füllte meinen ganzen Körper aus, danach konnten wir Frieden schließen mit uns und der Welt“. Auf dem Floß klebten kleine Sternchen und die trauernden Eltern schrieben zum Abschied ein Gedicht: „Hallo, kleines Sternchen.“

Gräberfeld für Sternenkinder

„Sternchen“ oder „Sternenkinder“ – so nennt man Kinder, die gestorben sind bevor sie auf die Welt kommen konnten. Seit dem vergangenen Jahr gibt es auf dem Weinheimer Hauptfriedhof ein Gräberfeld, in dem diese zu früh geborenen, verstorbenen oder fehlgeborenen Kinder bestattet werden können.

Am Donnerstag, 08. Mai findet um 15:00 Uhr in der Trauerhalle des Weinheimer Hauptfriedhofs die erste ökumenische Gedenkfeier für die „Sternenkinder“ statt, die seit der Einweihung des dortigen Sternchenfeldes im November 2013 im Weinheimer Krankenhaus tot geboren wurden. Im Anschluss an die Feier werden sie im „Sternchenfeld“ innerhalb des Kindergrabfeldes beigesetzt.

Eingeladen sind betroffene Eltern, Geschwister, Familienmitglieder und Freunde, die unabhängig vom Todestag des Kindes und der eigenen Religionszugehörigkeit teilnehmen möchten.

Hilfe zur Trauerarbeit

Dr. Carsta Otto wird auch dabei sein, ebenso wie Weinheims Erster Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner. Beide haben sich bei der Einweihung des „Sternchenfeldes“ kennengelernt. Carsta Otto will als Betroffene, die sich inzwischen viel Fachwissen angeeignet hat, den Menschen helfen, die das gleiche Schicksal erleiden und erlitten haben.

„Das Leben geht weiter, doch in mir ist etwas gestorben und das hat Spuren hinterlassen.“ So beschreibt Carsta Otto das Gefühl der Betroffenen. Sie kennt es. Insbesondere will sie die Hilfe zur Trauerarbeit auch Frauen und Paaren anbieten, die ihr Kind durch Abtreibung ungeboren verloren haben. „Das ist immer noch ein Tabuthema“, sagt sie, „aber das Recht zur Trauer haben alle Menschen“.

Info: Donnerstag, 08. Mai, 15:00 Uhr, Gedenkfeier für „Sternchenkinder“ auf dem Weinheimer Hauptfriedhof, Hilfe bei der Trauerarbeitet leistet Dr. Carsta Otto, Telefon 0160-91138275, oder Mail: info@carsta-otto.de, Homepage: www.carsta-otto.de.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.