Dienstag, 24. Oktober 2017

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Info-Broschüre zum Thema Flüchtlingsunterbringung

„Wie wir helfen können“

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Weinheim, 05. September 2014. (red/pm) „Menschen fliehen um ihr Leben, wie wir in Weinheim helfen können“, lautet der Titel einer Informationsbroschüre, die jetzt von der Stadt Weinheim herausgebracht worden ist. Das zwölfseitige Heft widmet sich dem Thema Flüchtlingsunterbringung und geht auf die bevorstehende Gemeinderatsentscheidung über den weiteren Standort einer Gemeinschaftsunterkunft ein.

Die Flüchtlingsunterkunft in Sinsheim. Wie werden die Unterkünfte in Weinheim aussehen?

Die Flüchtlingsunterkunft in Sinsheim. Wie werden die Unterkünfte in Weinheim aussehen?

Information der Stadtverwaltung Weinheim:

„Die Broschüre wird in den nächsten Tagen rund um den geplanten Standort an der Heppenheimer Straße die Anwohner verteilt, ebenso bei den Anliegern der weiter ins Auge gefassten Standorte an der Theodor-Heuss-Straße, in Sulzbach und am Sandlochsportplatz in Lützelsachsen. Des weiteren wird die Info-Broschüre an den öffentlichen Dienststellen ausliegen und über Kirchen und Organisationen in Umlauf gebracht, außerdem steht sie auf www.weinheim.de auch zum Download bereit.

Die Broschüre ist in enger Zusammenarbeit mit der „BI Fremde als Gäste willkommen heißen!“ und dem Rhein-Neckar-Kreis entstanden, an der Konzeption und Umsetzung waren auch Ulrike Hermann vom Caritasverband und Elfi Rentrop vom Arbeitskreis Asyl beteiligt. Die beiden Frauen, die in Weinheim seit vielen Jahren in der Flüchtlingsbetreuung tätig sind, sind auch die Autorinnen eines Textes, der die Broschüre eröffnet. Unter dem Titel „Aus Fällen werden Menschen“ schildern sie ihre Arbeit und das bewegende Einzelschicksal einer jungen Frau, die 2007 aus Afrika fliehen musste und seit zwei Jahren in Weinheim lebt.

„Es geht um tragische Einzelschicksale“

„Dieser Aufbau war uns wichtig“, erklärt Weinheims Pressesprecher Roland Kern, „weil man in den Diskussionen um Standorte und eher technische Fragen der Unterbringung nur allzu leicht vergisst, dass es immer um tragische Einzelschicksale geht, um Menschen in Not“. In der Broschüre wird dann erläutert, warum die Lage in der Welt aktuell so viel Flüchtlingsmigration aufkommen lässt. Eine Seite widmet sich der Lage im Rhein-Neckar-Kreis und den Unterkünften im Kreisgebiet, das Landratsamt beschreibt dann sein Betreuungskonzept, das für die Weinheimer Unterkünfte geplant ist. „Fremde als Gäste willkommen heißen!“, also wie die gleichnamige Bürgerinitiative, heißt dann ein Kapitel, das den Vorgang der Planung an der Heppenheimer Straße von den ersten Gedanken bis hin zum aktuellen Bebauungskonzept schildert, das nun Wohngebäude mit Gemeinschaftsräumen und einem Innenhof vorsieht und eher an ein Wohnquartier erinnert. Dieses in Kooperation mit den Anwohnern und einem Netzwerk engagierter Bürger entwickelte Konzept soll bekanntlich einen Modellcharakter für einen weiteren Standort haben. Dirk Ahlheim und Ute Niepenberg beschreiben die Gründungsgeschichte und die Intention der Bürgerinitiative.

Auf zwei Seiten widmet sich das Amt für Stadtentwicklung der Frage, wo in Weinheim ein weiterer Standort möglich ist, zeigt Vor- und Nachteile der potentiellen Bauplätze auf. „Wie kann ich helfen“, so heißt das Kapitel, in dem die wichtigsten Adressen und Ansprechpartner genannt werden. „Seit Mitte der 80er Jahre nimmt Weinheim Flüchtlinge auf, und seit dieser Zeit gibt es auch ein Netzwerk, das diese Menschen betreut“, heißt es im Text. Die Broschüre endet mit einem gemeinsamen Appell von Oberbürgermeister Heiner Bernhard und Landrat Stefan Dallinger. Darin heißt es unter anderem: „Flüchtlinge aus Krisen- und Kriegsgebieten dieser Welt fliehen um ihr Leben. Die demokratischen und vergleichsweise reichen Staaten Europas haben nicht nur eine völkerrechtliche Pflicht, diesen Menschen zu helfen – sondern auch eine ethische. Es ist ein humanitärer Akt.“

Einen Hinweis liefert das Heft auch noch zu den nächsten Veranstaltungen zum Thema, unter anderem lädt die Stadt zu einer Bürger-Info-Veranstaltung am 19. September ins Rolf-Engelbrecht-Haus ein, Beginn 20 Uhr. Motto: „Weinheim hört hin.““

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.