Sonntag, 22. April 2018

Weinheimer BrandschĂŒtzer mit neuem Wagen

Neues Rettungstunnelfahrzeug im Dienst

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Weinheim, 06. MĂ€rz 2014. (red/fw) Die Feuerwehr Weinheim hat ein Kleineinsatzfahrzeug auch Rettungstunnelfahrzeug in den Einsatzdienst gestellt. Dieses Fahrzeug ist das erste Rettungstunnelfahrzeug in der Geschichte der Weinheimer Feuerwehr zum Schutz der BĂŒrgerschaft.

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Das neue Fahrzeug ist perfekt fĂŒr Tunnel geeignet. Foto: Feuerwehr Weinheim

Information der Feuerwehr Weinheim:

„Vorwiegend ist das Fahrzeug fĂŒr den Fluchtstollen des Saukopftunnel, der ĂŒber die Bundesstraße 38, die Stadt Weinheim (Baden-WĂŒrttemberg) mit der Gemeinde Birkenau (Hessen) verbindet, gedacht. Der Saukopftunnel wurde 1999 fĂŒr den Straßenverkehr freigegeben. Er ist 2715 m lang und damit der lĂ€ngste einröhrige, im Gegenverkehr betriebene Straßentunnel in Mitteleuropa außerhalb der Alpen.

An Werktagen fahren im Durchschnitt rund 20.400 Fahrzeuge durch den Saukopftunnel. Im Februar des vergangen Jahres wurde nach mehrjÀhriger Bauzeit der Fluchtstollen eröffnet. Dieser hat eine Breite von 2,25 Meter und eine Höhe von 2,35 Meter und eine LÀnge von 2666 Meter.

Zehn QuerschlĂ€ge verbinden den Rettungstollen, ĂŒber Schleusen den Haupttunnel. Im Stollen herrscht konstanter Überdruck. Im Zuge der Erweiterung wurde die Sicherheitstechnik im Tunnel auf den neusten Stand gebracht. Damit ist das geforderte höhere Sicherheitsniveau gewĂ€hrleistet.

Zwei BrÀnde im Saukopftunnel

In der Vergangenheit kam es im Saukopftunnel bereits zu EinsĂ€tzen, UnfĂ€lle und auch zwei BrĂ€nde. Der letzte große Brand ereignete sich am 15. November 2010. Am Ostportal des Tunnels brannte es in der Technikzentrale. Ein Kurzschluss in der Schaltanlage hatte den Brand im Technikraum ausgelöst. Der Schaden lag bei knapp 50.000 Euro und der Tunnel musste durch Stromausfall bedingt fĂŒr eine Woche gesperrt werden.

Im Juni 2013 wurde bei einer Begehung der Einsatzabteilung der Feuerwehr Weinheim Abteilung Stadt, mit verschiedenen Kleinfahrzeugen die Befahrung des Stollens getestet. Die Wahl fiel dann auf einen PIAGGIO Porter Top deck. Dieser ist mit seiner Kompaktheit das ideale Fahrzeug fĂŒr die Befahrung des Stollens. Das Fahrzeug wurde notwendig, da es mit den normalen Einsatzfahrzeugen die Feuerwehr und Rettungsdienst zur VerfĂŒgung stehen, keine Möglichkeit gab in den neu gebauten Fluchtstollen einzufahren.

Dies kann aber durchaus erforderlich werden, um Fußkranke zu retten oder den Fluchtstollen bei einem Brandereignis zu Erkunden. Auch einsatztaktisch kann das Fahrzeug bei einer Verrauchung des Tunnels genutzt werden, um zwischen den FluchttĂŒren (QuerschlĂ€gen) des Tunnels (jeweils vor der Rauchgrenze) zum Fluchtstollen Mensch und Material zu transportieren.

AusrĂŒstung des Fahrzeuges

Das Rettungstunnelfahrzeug hat einen Benzinmotor mit 70 PS und hat ein zulĂ€ssiges Gesamtgewicht von 1700 Kilogramm. Den Aufbau des Fahrzeuges erfolgte durch die hauptamtlichen GerĂ€tewarte der Feuerwehr Weinheim. Neben dem Ausbau der LadeflĂ€che mit einer Siebdruckplatte mit vier Festpunkten, wurde auf der RĂŒckseite der Fahrerkabine ein ÜberrollbĂŒgel mit einem LED-Arbeitsscheinwerfer angebracht. Hier findet man auch ein Brecheisen und ein Warndreieck montiert.

Auf dem Fahrzeugdach wurde ein Blaulichtbalken mit Signalhorn von HĂ€nsch DBS 2000 LED montiert. Im Innenraum des Porters findet man ein Gurtmesser, eine Handlampe Streamlight Survivor LED mit LadegerĂ€t, sowie zwei Motorola HandfunkgerĂ€te mit LadegerĂ€t installiert. Das Fahrzeug hat momentan kein 4m Funk – dies soll bei der Umstellung auf Digitalfunk zukĂŒnftig berĂŒcksichtigt werden. Trotzdem verfĂŒgt das Kleineinsatzfahrzeug einen Funkrufnamen – dieser lautet 1/72-2.

Zur optionalen Beladung gehört eine Zarges Aluminiumkiste zum Festzurren. Ohne die Aluminiumkiste ist es möglich zwei Krankentragen fĂŒr verletzte Personen auf der LadeflĂ€che zu transportieren. Die Fahrzeugbeschriftung und Markierungen wurden ebenfalls in Eigenleistung gestaltet.

Erste Erfahrungen sollen bei einer Übung der Abteilung Stadt am 8. MĂ€rz gesammelt werden. Dann wird die Wehr das Fahrzeug erstmals im Fluchtstollen in den Einsatz bringen.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist fĂŒr "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.