Donnerstag, 25. Mai 2017

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20-Jähriger muss sich wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und fahrlässiger Körperverletzung verantworten

Paletten-Unfall: „Böser Streich“ kommt vor Gericht

Weinheim, 06. November 2014. (red/ms) Im Mai vergangenen Jahres hat ein tragischer Unfall die Stadt erschüttert: Jemand hatte in der Nacht zum 12. Mai in der Schlossgasse eine Euro-Palette auf die Straße gelegt. Ein damals 37-jähriger Radfahrer erkannte das Hindernis zu spät, stürzte und zog sich lebensgefährdende Verletzungen zu. Der geschädigte Familienvater ist noch immer arbeitsunfähig. Wie die Staatsanwaltschaft heute mitteilte, wird es zur Gerichtsverhandlung gegen einen Tatverdächtigen kommen – dieser schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Von Minh Schredle

Ob der Täter auch nur eine Ahnung davon hatte, was für einen Schaden er anrichten würde? Wie viel Leid er verursachen würde? In der Nacht vom 12. Mai hat jemand zwischen 23:45 Uhr und 02:20 Uhr in der Schlossgasse eine Europalette auf die Fahrbahn gelegt.

 

palette

Nachgestellte Szene: In der Dunkelheit konnte der Radfahrer trotz funktionstüchtiger Lampe an seinem Rad, das Hindernis auf der Straße nicht rechtzeitig erkennen und stürzte schwer. Foto: Polizei

 

Gegen 02:20 Uhr fuhr ein Radfahrer vorbei. Der damals 37-jährige Familienvater erkannte die Palette zu spät, stürzte und zog sich so schwere Verletzungen zu, dass lange Zeit unklar war, ob er den Vorfall überleben wird. Er zog sich ein Schädel-Hirn-Trauma zu, lag mehrere Wochen im Koma und wurde künstlich beatmet. Inzwischen hat er eine Reha hinter sich. Trotzdem ist er immer noch arbeitsunfähig.

Der Mann ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nachdem die Polizei im unmittelbaren Zeitraum nach der Tat keinen Verdächtigen finden konnte, kündigte die Familie an, Hinweise die zur Ergreifung eines Täters führen, mit bis zu 5.000 Euro zu belohnen.

Ein „missglückter Streich“?

Seit August 2013 ermittelten Staatsanwaltschaft und Polizei gegen zwei Tatverdächtige Jugendliche. Jetzt wird gegen einen der beiden Anklage erhoben, wie die Oberstaatsanwalt Andreas Grossmann heute in einer Pressemitteilung ankündigte. Ein Termin für den Prozessauftakt wurde allerdings noch nicht bekannt gegeben.

Herr Grossmann sagte, man gehe zu Gunsten des Tatverdächtigen davon aus, dass er nicht die Absicht gehabt hätte, jemanden gezielt zu schädigen. Stattdessen sei es wohl „ein missglückter „Scherz“ gewesen“. Dennoch habe der Täter damit rechnen müssen, welche Konsequenzen sein handeln haben könnte.

Gegen den mittlerweile 20-jährigen Jugendliche wird deswegen Anklage wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung erhoben. Bislang schweigt er zu den Vorwürfen.

Über ein Strafmaß kann nur spekuliert werden

Wie schwer das Strafmaß im Falle einer Verurteilung ausfallen würde, ist laut Auskunft des zuständigen Staatsanwaltes „noch völlig unklar“. Der Tatverdächtige war zum Zeitpunkt des Vorfalls 18 Jahre alt – er könnte also sowohl nach Jugendstrafrecht, als auch nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden:

Wenn das höchstmögliche Strafmaß angewendet wird, droht ihm eine 3-jährige Freiheitsstrafe.

Dass es dazu komme, sei aber eher unwahrscheinlich. Überhaupt könne man „derzeit nur spekulieren“. Das tatsächtliche Strafmaß hänge maßgeblich vom Verlauf der Verhandlung ab, und davon, wie viel Reue der Angeklagte im Falle einer nachweisbaren Täterschaft zeigt. „Das Gericht muss aber erst einmal zweifelsfrei feststellen, ob der Verdächtige überhaupt der Täter ist – bis dahin ist er als unschuldig anzusehen“, betonte Herr Grossmann

Über Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.