Montag, 11. Dezember 2017

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B├╝rgerinitiative wird zum Verein

Rettet die Breitwiesen wird zu „Landerlebnis Weinheim“

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Weinheim, 06. M├Ąrz 2014. (red/pm) „Landerlebnis Weinheim“ will landwirtschaftliches Wissen in der Gesellschaft vertiefen. Im Februar fand im B├╝hlerhof (Muckensturm) die Gr├╝ndungsveranstaltung statt.

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(von links) Milan Fath, Fritz Pfrang, Stefan M├╝ller, Iris Gro├čhans, Arnulf Tr├Âscher, Gernot Rauch und Matthias H├Ârdt. Foto: Verein Landerlebnis Weinheim

Information des Vereins:

„Landerlebnis Weinheim“ nennt sich der neue Verein. Vorsitzender ist Dr. Arnulf Tr├Âscher, einer der Hauptakteure der „B├╝rgerinitiative Breitwiesen“. Er ist Diplom-Agrarwissenschaftler und im Bereich Ern├Ąrung bei der BASF t├Ątig. Seine Stellvertreter sind Iris Gro├čhans, Hauswirtschaftsmeisterin und der Landwirtschaftsmeister Gernot Rauch.

Weitere Vorstandsmitglieder sind die Landwirte, Fritz Pfrang und Stefan M├╝ller, der Sch├╝ler Milan Fath (17), sowie der Systemadministrator Matthias H├Ârdt.

Der Verein will m├Âglichst schnell weitere Mitglieder gewinnen. Sowohl Landwirte und besonders Menschen ohne direkten Bezug zur Landwirtschaft. Dies ist sogar die
eigentliche Zielgruppe des Vereins. Denn „nur solange die Stadtbev├Âlkerung von der Wichtigkeit verf├╝gbarer landwirtschaftlicher Anbaufl├Ąchen ├╝berzeugt ist, kann diese langfristig f├╝r zuk├╝nftige Generationen erhalten bleiben“, meint Dr. Arnulf Tr├Âscher. „F├╝r einen fairen Kakao einen Euro mehr auf den Tisch zu legen f├Ąllt vielen leicht, aber die regional produzierte Milch, die Leberwurst, die Kartoffeln und die ├äpfel sind auch fair produziert, von Menschen, die ihre Arbeit verstehen und f├╝r die Produktion eben auch zuk├╝nftig den Boden brauchen“.

Weinheimer B├╝rger und Landwirte demonstrierten gegen die Ausweisung der Breitwiesen.

Weinheimer B├╝rger und Landwirte demonstrierten gegen die Ausweisung der Breitwiesen.

 

Deshalb sieht es der Verein als seine vorrangige Aufgabe, die Verbundenheit zwischen Stadtbev├Âlkerung und landwirtschaftlichen Betrieben zu verbessern und zu pflegen. Tr├Âscher sieht f├╝r die Arbeit des Vereins eine gute Basis. Denn noch immer h├Ątten die meisten Menschen in der Stadt eine positive Einstellung gegen├╝ber der Landwirtschaft. Dies sei auch einer der wesentlichen Gr├╝nde f├╝r den sensationellen Erfolg beim letztj├Ąhrigen B├╝rgerentscheid gewesen. Und immerhin sind die Weinheimer nicht jenen Irrl├Ąufern auf den Leim gegangen, die doch tats├Ąchlich der Landwirtschaft als blo├â┼Şe Subventionsempf├Ąnger die Existenzberechtigung abgesprochen hatten.

Nicht zuletzt beim „Ochsenfest“, welches im Vorfeld des B├╝rgerentscheids mit ├╝ber 2000 G├Ąsten auf dem Hof der Familie Gro├čhans stattgefunden hat, wurde es mehr als deutlich. Zu erkennen sei es auch Woche f├╝r Woche auf dem Bauernmarkt und den zahlreichen Festen der Region, die auf Bauernh├Âfen stattfinden.

Der Verein will sich generell f├╝r den Erhalt landwirtschaftlicher Anbaufl├Ąche einsetzen und dabei nicht zwischen bio- und konventionellem Anbau unterscheiden.
„Denn Fl├Ąchen brauchen alle Betriebe“, meint Iris Gro├čhans, die mit ihrer Familie das „Home of happy cows“ an der Waidallee bewirtschaftet.

Des Weiteren sollen ├Âffentliche Vortr├Ąge zu Themen rund um die Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung das gesellschaftliche Wissen in diesen Bereichen erh├Âhen. Angedacht ist schon, einen Experten f├╝r Bodenkunde einzuladen. Ebenso soll ├╝ber das Freihandelsabkommen, welches gerade zwischen EU und USA verhandelt wird, informiert werden. Interessant d├╝rften auch Informationen ├╝ber die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft sein.

Damit die Bev├Âlkerung etwas zum Angucken hat, sollen auf Ackerrandstreifen Wiesenblumen ausges├Ąt werden, welche dann auch gepfl├╝ckt werden d├╝rfen.

Leider gibt es da b├╝rokratische Hindernisse, welche zun├Ąchst von den Landwirten ├╝berwunden werden m├╝ssen. Ferner soll in diesem Jahr wieder ein „Gr├╝ner Pfad“ mit Info-Tafeln im Feld angelegt werden. Und auf einem Kartoffelacker von Gernot Rauch wird es wieder Gelegenheit geben Kartoffeln zu stoppeln. Eventuell mit Kartoffelfeuer.

Ein gro├čes Hoffest findet am 22. Juni bei Familie Gro├čhans statt. Diese spendet in diesem Jahr ein Rind, welches am Spie├č gegrillt wird. Das Fest mit dem gespendeten Rind
ist die Fortsetzung der bereits beim Fest der B├╝rgerinitiative im vergangenen Jahr begonnenen neuen Weinheimer Tradition, nach der die Weinheimer Bauern so lange j├Ąhrlich ein Rind f├╝r einen guten Zweck spenden, so lange die Bev├Âlkerung ihnen ausreichend Land zur Bewirtschaftung ├╝berl├Ąsst.“

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.