Freitag, 14. Dezember 2018

Erneuter Stromausfall – wird die Ausnahme bald zur „Regel“?

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Guten Tag!

Weinheim, 07. November 2011. (red) Schon wieder war am Freitag, den 04. November 2011, in den nördlichen Stadtteilen der Strom weg. Mindestens fĂŒnf kapitale StromausfĂ€lle gab es bei den Stadtwerken Weinheim schon in diesem Jahr. Betriebsleiter Andreas Ernst bedauert den Ausfall und rechnet in Zukunft mit einer höheren StabilitĂ€t.

Der vorerst neueste Stomausfall betrag das Stadtgebiet nördlich der B38 Innenstadt und Sulzbach. Ab 11:34 Uhr ging nichts mehr. Computer, Telefone, KĂŒchen – alle elektrischen Verbraucher waren „tot“.

Als Grund nennen die Stadtwerke Umbauarbeiten in der 110kV Haupteinspeisung in der Tullastrasse. Die Schutzeinrichtungen des Haupttransformators sprachen an und schalteten den Transformator ab. Nach Umschaltungen im Netz konnte die Stromversorgung nach 15 Minuten wieder hergestellt werden – bis das Stromnetz allerdings wieder „stand“, soll es bis zu einer Stunde gedauert haben. Die genauen Ursachen sind nach Angaben der Stadtwerke noch nicht geklĂ€rt und werden derzeit analysiert.

Schon fast keine "alltÀgliche Meldung" mehr.

Die Pannenserie 2011 beginnt am 09. Februar 2011. Morgens ab 07:20 Uhr war Hemsbach fĂŒr eine halbe Stunde ohne Strom. Am 02. Juli waren Weinheim-West und LĂŒtzelsachsen nachts gegen 04:00 Uhr fast bis zu einer Stunde ohne Strom. Am 14. August fehlte der Saft ab 18:00 Uhr in Weinheimer Weststadt und in Sulzbach bis zu 1,4 Stunden. Am 06. Oktober war der Strom ab 03:45 Uhr in der Sachsenstrasse, Wintergasse und Sommergasse fĂŒr rund 20 Minuten weg.

Betriebsleiter Andreas Ernst sagte uns auf Anfrage: „Diese Fehler sind sehr bedauerlich. Durch eine Überlastung hat es einzelne SchĂ€den gegeben, die wir leider nicht immer feststellen können.“ Hintergrund: Vor allem die „Muffen“, also die Verbindungsstellen können schadhaft werden, wenn die LeistungskapazitĂ€ten ĂŒberschritten werden. Den Fehler stellt man erst dann fest, wenn diese ausfallen: „Wir bemĂŒhen uns sehr engagiert, diese Stellen zu finden und auszutauschen. Der aktuelle Ausfall wĂ€hrend Umbauarbeiten in der Tullastraße hatte allerdings nichts mit schadhaften Muffen zu tun – hier analysieren wir noch, wie es dazu kommen konnte.“

Muss man nun Sorge haben, dass es zu weiteren AusfĂ€llen kommt? „Ich kann das nicht ausschließen. Aber ich rechne eigentlich nicht damit“, sagt Betriebsleiter Ernst.

Die StromausfĂ€lle hatten auch Schadensersatzforderungen zur Folge: „Die gibt es und die werden geprĂŒft – wir sind hier versichert. Viele SchĂ€den bei StörungsfĂ€llen sind nicht regressfĂ€hig, das hat der Gesetzgeber so festgelegt, wenn doch, gibt es selbstverstĂ€ndlich eine Erstattung.“

Nur nicht fĂŒr Normalverbraucher und GeschĂ€ftsleute. Die haben auch keine Notstromversorgung wie KrankenhĂ€user oder die Feuerwehr. Was rĂ€t der Fachmann? „GerĂ€te fĂŒr eine unterbrechnungsfreie Stromversorgung gibt es bereits ab 200 Euro. Gerade HĂ€ndler oder auch kleine Betriebe sind gut beraten, wenn sie sich diese Anschaffung leisten, denn dann funktionieren die Kassen und Computer noch einige Zeit ohne Datenverlust. Auch wenn wir versuchen, zum Null-Fehler-Status zu kommen, gibt es weitere Störquellen, die unabhĂ€ngig vom Netz fĂŒr AusfĂ€lle sorgen können, ein defekter elektrischer Verbraucher kann zum Kurzschluss fĂŒhren. Über eine Absicherung muss jeder selbst entscheiden.“

Wer sich aus Ärger entschließt, zu einem anderen Stromanbieter zu wechseln, wird kein GlĂŒck haben: Auch die mĂŒssen den Strom ja ĂŒber die vorhandenen Netze leiten – sind diese gestört, können auch andere nicht liefern.

Die Stadtwerke Weinheim unterhalten als Netzbetreiber rund 600 Kilometer Stromleitungen in Weinheim und Umgebung. In der Montage arbeiten zwölf Mitarbeiter, in der Steuerung vier im Schichtbetrieb.