Dienstag, 24. Oktober 2017

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"Wildwuchs von WindrÀdern" soll vermieden werden

Windenergie: Stadt will Konzentrationszone ausweisen

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Weinheim, 07. Oktober 2014. (red/pm) Die mögliche FlĂ€che, die Weinheim nach den Vorgaben der Landesregierung, fĂŒr die Ansiedlung von Windenergieanlagen bereit stellen mĂŒsste, wird immer kleiner. Das ist das Ergebnis eines Planungsprozesses, den die Stadtverwaltung und die kommunalpolitischen Gremien seit fast zwei Jahren vorantreiben.

 

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Information der Stadtverwaltung Weinheim:

„Darin geht es darum, mit Hilfe einer Steuerungsplanung eine ungesteuerte Installation von Windenergieanlagen, eine so genannte „Verspargelung“ der Landschaft, zu verhindern. Der Gemeinderat hat in diesem Monat (15. Oktober) die Möglichkeit, den hierfĂŒr erforderlichen „Sachlichen TeilflĂ€chennutzungsplan Windenergie“ ein weiteres StĂŒck voranzubringen. Der Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt wird das Thema am 8. Oktober um 18 Uhr in öffentlicher Sitzung vorberaten.

Konkret geht es jetzt um eine Änderung der Schutzgebietsverordnung, um im Waldgebiet hinter dem Geiersberg auf Höhe von LĂŒtzelsachsen planerisch eine so genannte Konzentrationszone von rund 43 Hektar auszuweisen. Diese FlĂ€che wĂŒrde dann als einzige von ursprĂŒnglich sechs in einem ersten PrĂŒfschritt ermittelten Konzentrationszonen ĂŒbrig bleiben.

Windenergieanlagen im „Freibereich 4“ möglich

Dem Vorgehen liegt das Gutachen eines externen FachbĂŒros zugrunde, das die Änderung der Schutzgebietsverordnung hinter dem Geiersberg auch nur noch in einem deutlich verkleinerten „Freibereich 4 Mitte“ als möglich ansieht. Damit hat die Stadt die Möglichkeit, das ĂŒbrige Gemeindegebiet als Standort fĂŒr Windenergieanlagen planerisch auszuschließen, auch die FlĂ€che am Eichelberg in Oberflockenbach. Auf dem jetzt verkleinerten „Freibereich 4 Mitte“ könnten dann rein planerisch Windenergieanlagen entstehen – allerdings erst nach einem immissionschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren.

Nebeneffekt: Die FlÀche des jetzt nur noch in Frage kommenden Bereichs befindet sich im Besitz der Stadt Weinheim, die Kommune selbst hÀtte bei der Vergabe der FlÀche mehr Einfluss und Gestaltungsspielraum als anderswo.

 

Von sechs FreiflĂ€chen soll nur noch eines als Konzentrationszone fĂŒr den Bau von Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Foto: Artenschutzgutachten Abb. 2

Von sechs FreiflĂ€chen soll nur noch eines als Konzentrationszone fĂŒr den Bau von Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Klicken Sie, um den Plan zu vergrĂ¶ĂŸern. Foto: Artenschutzgutachten Abb. 2

 

Im Vorfeld der Sitzungen hat jetzt BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner nochmals darauf verwiesen, dass mittlerweile rund 90 Prozent der Kommunen und kommunalen Planungsgemeinschaften in Baden-WĂŒrttemberg diesen Weg der Steuerungsplanung eingeschlagen haben, um einen unkontrollierbaren Wildwuchs auf ihrer Gemarkung zu verhindern.

Ohne Steuerungsplanung, so der Technische Dezernent, stehen grundsĂ€tzlich alle FlĂ€chen zur VerfĂŒgung, weil Windenergieanlagen nach aktueller Gesetzeslage ĂŒberall zulĂ€ssig sind. Vor allem die Installation von einzelnen Anlagen, die wie Spargel in der Landschaft stehen, seien dann nicht mehr verhinderbar, laut Rechtslage sogar in Landschaftsschutzgebieten nicht. Die Stadt wĂ€re ausgeliefert. Fetzner: „Ohne eine Steuerungsplanung wĂ€ren neuen Anlagen TĂŒr und Tor geöffnet, sogar dort, wo sie von allen als besonders störend empfunden werden.““

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.