Sonntag, 22. April 2018

Polizei befragt Zeugen

Zweite „Biker-Falle“ entdeckt

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Rhein-Neckar, 07. Januar 2014. (red) Die Polizei hatte vergangenen Freitag ĂŒber eine gespannte Schnur im Wald berichtet, die als „Falle“ fĂŒr Moutainbiker ĂŒber einen Pfad zwischen zwei BĂ€umen gespannt worden war. Am Wochenende entdeckten Mountainbiker erneut eine Falle – diesmal mit einem Metalldraht. In beiden FĂ€llen hatten die Biker GlĂŒck und sind nicht zu Schaden gekommen. Die Polizei ermittelt wegen „gefĂ€hrlichen Eingriffs in den Straßenverkehr“. Bei absichtlicher HerbeifĂŒhrung eines Unfalls handelt es sich um eine Straftat, die mit einem bis zehn Jahre GefĂ€ngnis bestraft wird.

Von Hardy Prothmann

Aktuell muss man allen Mountainbikern dringend zu Vorsicht raten. Niemand weiß, wo der oder die TĂ€ter weitere Drahtfallen angebracht haben. Die Vorstellung ist der Horror. Man fĂ€hrt einen so genannten „Trail“ bergab, möglicherweise mit hoher Geschwindigkeit und dann tut es einen „Schlag“, weil man mit dem Oberkörper oder möglicherweise dem Hals an der Falle hĂ€ngenbleibt. Massive StĂŒrze mit erheblichem Verletzungspotenzial können die Folge sein.

Moutainbiker

HinterhĂ€ltig und gemeingefĂ€hrlich: Ein oder mehrere bislang unbekannte TĂ€ter haben „Bikerfallen“ zwischen BĂ€ume gespannt. Hier zeigt ein Biker von BunnyHop Tours eine Drahtfalle auf dem „Weißen Stein“. Foto: privat

 

Die Polizei hat mehrere Hinweise erhalten – gesichert ist der Fall der Schnur im Heidelberger Wald und der Metalldraht auf dem „Weißen Stein“ zwischen Schriesheim und Dossenheim. Den hatten Biker von BunnyHop Tours entdeckt, die professionelles Mountainbiken anbieten. TatsĂ€chlich ist der Weg nicht fĂŒr Biker freigegeben – die Falle könnte aber auch einen Jogger „erwischen“. Insbesondere bei schwierigen LichtverhĂ€ltnissen.

Auf dem Foto ist der Draht zu sehen, der kaum sichtbar zwischen BĂ€umen in der NĂ€he des Steinbruchs gespannt worden ist. Ob es sich um denselben TĂ€ter handelt oder ob es ein „Nachahmer“ war – die Polizei weiß es noch nicht und steht am Anfang der Ermittlungen. Klar ist: Das ist kein Spaß, sondern eine gemeingefĂ€hrliche Handlung, die billigend erhebliche Verletzungen bis zum Tod von Radfahrern in Kauf nimmt.

Der oder die TĂ€ter „verunsichern“ nicht nur die Mountainbiker – sie begehen eine Straftat und handeln somit kriminell. Keine noch so schlechte „Erfahrung“ im manchmal angespannten VerhĂ€ltnis zwischen Mountainbikern und Wanderern rechtfertigt eine solche Handlung.

Bislang ist noch niemand zu Schaden gekommen. Sollte ein Biker, möglicherweise ein Kind oder Jugendlicher, dabei verletzt werden – es wĂŒrde nichts daran Ă€ndern, dass der Wald fĂŒr alle da ist. Es wĂŒrde nur zeigen, dass manche Menschen vor feigen AnschlĂ€gen nicht zurĂŒckschrecken, statt den normalen Weg der kritischen Auseinandersetzung zu wĂ€hlen.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.