Sonntag, 25. Juni 2017

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Polizei befragt Zeugen

Zweite „Biker-Falle“ entdeckt

Rhein-Neckar, 07. Januar 2014. (red) Die Polizei hatte vergangenen Freitag √ľber eine gespannte Schnur im Wald berichtet, die als „Falle“ f√ľr Moutainbiker √ľber einen Pfad zwischen zwei B√§umen gespannt worden war. Am Wochenende entdeckten Mountainbiker erneut eine Falle – diesmal mit einem Metalldraht. In beiden F√§llen hatten die Biker Gl√ľck und sind nicht zu Schaden gekommen. Die Polizei ermittelt wegen „gef√§hrlichen Eingriffs in den Stra√üenverkehr“. Bei absichtlicher Herbeif√ľhrung eines Unfalls handelt es sich um eine Straftat, die mit einem bis zehn Jahre Gef√§ngnis bestraft wird.

Von Hardy Prothmann

Aktuell muss man allen Mountainbikern dringend zu Vorsicht raten. Niemand wei√ü, wo der oder die T√§ter weitere Drahtfallen angebracht haben. Die Vorstellung ist der Horror. Man f√§hrt einen so genannten „Trail“ bergab, m√∂glicherweise mit hoher Geschwindigkeit und dann tut es einen „Schlag“, weil man mit dem Oberk√∂rper oder m√∂glicherweise dem Hals an der Falle h√§ngenbleibt.¬†Massive St√ľrze mit erheblichem Verletzungspotenzial k√∂nnen die Folge sein.

Moutainbiker

Hinterh√§ltig und gemeingef√§hrlich: Ein oder mehrere bislang unbekannte T√§ter haben „Bikerfallen“ zwischen B√§ume gespannt. Hier zeigt ein Biker von BunnyHop Tours eine Drahtfalle auf dem „Wei√üen Stein“. Foto: privat

 

Die Polizei hat mehrere Hinweise erhalten – gesichert ist der Fall der Schnur im Heidelberger Wald und der Metalldraht auf dem „Wei√üen Stein“ zwischen Schriesheim und Dossenheim. Den hatten Biker von BunnyHop Tours entdeckt, die professionelles Mountainbiken anbieten. Tats√§chlich ist der Weg nicht f√ľr Biker freigegeben – die Falle k√∂nnte aber auch einen Jogger „erwischen“. Insbesondere bei schwierigen Lichtverh√§ltnissen.

Auf dem Foto ist der Draht zu sehen, der kaum sichtbar zwischen B√§umen in der N√§he des Steinbruchs gespannt worden ist. Ob es sich um denselben T√§ter handelt oder ob es ein „Nachahmer“ war – die Polizei wei√ü es noch nicht und steht am Anfang der Ermittlungen. Klar ist: Das ist kein Spa√ü, sondern eine gemeingef√§hrliche Handlung, die billigend erhebliche Verletzungen bis zum Tod von Radfahrern in Kauf nimmt.

Der oder die T√§ter „verunsichern“ nicht nur die Mountainbiker – sie begehen eine Straftat und handeln somit kriminell. Keine noch so schlechte „Erfahrung“ im manchmal angespannten Verh√§ltnis zwischen Mountainbikern und Wanderern rechtfertigt eine solche Handlung.

Bislang ist noch niemand zu Schaden gekommen. Sollte ein Biker, m√∂glicherweise ein Kind oder Jugendlicher, dabei verletzt werden – es w√ľrde nichts daran √§ndern, dass der Wald f√ľr alle da ist. Es w√ľrde nur zeigen, dass manche Menschen vor feigen Anschl√§gen nicht zur√ľckschrecken, statt den normalen Weg der kritischen Auseinandersetzung zu w√§hlen.

√úber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr√ľndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr√§ts und Reportagen oder macht investigative St√ľcke.

  • Solche Leute geh√∂ren aufgesp√ľrt und hart bestraft. Sowas kann man nicht als schlechten Scherz ansehen.