Mittwoch, 15. August 2018

„Wo alten Menschen der Schuh drĂŒckt“

Die Weststadt als Muster-Stadtteil

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Weinheim/Rhein-Neckar, 08. Mai 2013. (red/pm) Mehr RuhebĂ€nke, bessere öffentliche Toiletten, niedrigere Gehwege, bessere Buslinien oder wohnungsnahes Einkaufen – es sind meistens BedĂŒrfnisse des tĂ€glichen Lebens, die besonders Ă€ltere Menschen in ihrem Stadtteil vermissen. Und es sind meistens diese im Alltag so vermissten Erleichterungen, die Ältere dazu zwingt, ihren Stadtteil frĂŒher zu verlassen als sie eigentlich wollen. Denn niemand lĂ€sst sich gerne aus der Gegend verpflanzen, in der seine Wurzeln liegen. Alte BĂ€ume sowieso nicht – sagt ein Sprichwort.

Information der Stadt Weinheim:

„Genau bei diesem Thema setzt eine groß angelegte BĂŒrgerbefragung an, die in den nĂ€chsten Tagen beginnen wird. Diese Befragung soll die Grundlage einer Stadtteilanalyse in der Weinheimer Weststadt sein, an deren Ende eine Bestandsaufnahme steht: Wie sieht es aus in der Weinheimer Weststadt, damit Ă€ltere Menschen möglichst lange in ihrem vertrauten Quartier, also zu Hause bleiben können?

Die Weststadt ist damit ein Musterstadtteil im Rhein-Neckar-Kreis. Weinheims grĂ¶ĂŸter Stadtteil wurde neulich von der 1. Kommunalen Gesundheitskonferenz des Rhein-Neckar-Kreises und der Stadt Heidelberg fĂŒr das Projekt ausgewĂ€hlt. FederfĂŒhrend ist das Heidelberger Gesundheitsamt und das Amt fĂŒr Soziales, Jugend, Familie und Senioren. Die Arbeitsgruppe dazu heißt: „Alter(n)sfreundliche Kommune.“

Warum die Weststadt? Weinheims Westen ist wegen seiner Bevölkerungsstruktur besonders geeignet, außerdem kann die Kommunale Gesundheitskonferenz dort auf bereits funktionierende Netzwerke und eine bewĂ€hrte Kommunikationsstruktur aufbauen. Der Runde Tisch Demografie (mit Stadtseniorenrat, Weststadtverein, Rotes Kreuz, Tauschring und dem stĂ€dtischen Fachamt fĂŒr Soziales, Jugend, Familie und Senioren) ist Kooperationspartner. „Damit sind bereits eine Reihe von Akteuren vor Ort aktiv, die sich mit der Thematik des demografischen Wandels und der Lebensbedingungen Ă€lterer Menschen auseinandersetzen“, erklĂ€rt Rainer Steen vom Gesundheitsamt.

Bevölkerungsgruppen erreichen, deren BedĂŒrfnisse eher unbekannt sind

Die Stadtteilanalyse, die auch wissenschaftlich begleitet wird, ist in einem Verfahren mit mehreren Schritten vorgesehen. ErklĂ€rtes Ziel ist es, auch Bevölkerungsgruppen zu erreichen, deren BedĂŒrfnisse bislang eher unbekannt sind – also von Menschen, die eher weniger am gesellschaftlichen Leben in der Weststadt teilnehmen. Um auch diese Personengruppen zu erreichen, planen die Akteure des Projekts zunĂ€chst Kontakte und Interviews mit SchlĂŒsselpersonen (etwa aus Vereinen, VerbĂ€nden und Kirchen).

Von ihnen ausgehend, soll sich ein Netzwerk spannen zu Menschen, die wiederum schwer zugĂ€ngliche Zielgruppen erreichen können. Die vorlĂ€ufige Zeitplanung sieht vor, dass die Befragung dieser SchlĂŒsselpersonen im Sommer abgeschlossen sind, um dann die so genannten „Fokusgruppen“ zu erschließen. Weitere Aktionen wie Stadtteilbegehungen und BĂŒrgerforen werden folgen, um am Ende zu einer aufschlussreichen Bevölkerungs- und Strukturanalyse zu fĂŒhren. OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard wird sich in den nĂ€chsten Tagen auch selbst an die SchlĂŒsselpersonen wenden, um sie auf die Befragung vorzubereiten.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist fĂŒr "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.