Montag, 22. Januar 2018

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Das Rhein-Neckar-Fernsehen zeigt ungeschnittene Opferbilder und diskreditiert sich damit zum Trash-TV

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Fast zwei Minuten lang zeigt das Rhein-Neckar-Fernsehen, wie Bestatter einen Sarg bereitstellen, die Leiche des Opfers hineinwuchten, den Sarg schließen und Rausstehendes reinstopfen. Muss das sein? Quelle: RNF

Mannheim/Heppenheim/Rhein-Neckar, 09. September 2011. (red) Ein schwerer Unfall auf der A5 bei Heppenheim fordert ein Todesopfer. Medien berichten. Die Öffentlichkeit will wissen, was passiert. Das Rhein-Neckar-Fernsehen (RNF) zeigt fast zwölf Minuten lang ungeschnittenes Videomaterial – darunter fast zwei Minuten die Leiche, die von Bestattern in einen Sarg gewuchtet wird. Ist das noch „Journalismus“ oder nur noch voyeuristischer Trash? Die Frage muss man nicht stellen – wer so verantwortungslos handelt, hat mit verantwortlichem Journalismus lĂ€ngst nichts mehr zu tun. Noch nicht einmal der Anschein wird noch gewahrt. Man hĂ€lt ohne Sinn und Verstand drauf und hofft auf „Quote“.

ErgÀnzung:

Der RNF-Mitarbeiter Ralph KĂŒhnl hat gegenĂŒber unserer Redaktion den Vorgang folgendermaßen erklĂ€rt: „Mit dem Einstellen des Rohschnitts ins Netz ist einem nicht-redaktionellen Mitarbeiter der Gaul durchgegangen. DarĂŒber gab es hier im Sender bereits gestern Diskussionen, die sicherlich dazu fĂŒhren, dass ein solcher Fall nicht mehr eintritt.“ Weiter hat Herr KĂŒhnl erklĂ€rt, man habe nach Kenntnis des Fehlers das „Rohmaterial“ um einen ausfĂŒhrlichen Text ergĂ€nzt und damit bestĂ€tigt, dass die Redaktion auch nach Kenntnis der Veröffentlichung das Rohmaterial nicht sofort gelöscht hat. Es bleibt jedem selbst ĂŒberlassen, welche Meinung man sich aus diesen Informationen bilden mag.
Der Sender hat mittlerweile (wie von uns vorgeschlagen, siehe Kommentar 10. September 2011 um 16:56 Uhr) eine Entschuldigung unter dem Sendebeitrag veröffentlicht.
In den Kommentaren finden Sie weitere Informationen.

Von Hardy Prothmann

Als ich die Bilder vom Unfall auf der A5 vom Donnerstag auf dem Internet-Portal von RNF sehe, bin ich fassungslos. Nicht darĂŒber, dass ich eine Leiche sehe. Mein Beruf bringt es mit sich, dass ich viel Leid sehe, Zerstörung und auch den Tod sehen muss. Hinschauen muss. Auch Polizisten, Ärzte, SanitĂ€ter, Feuerwehrleute, Gutachter sind damit leider immer wieder konfrontiert.

Aber wir arbeiten professionell, jeder tut, was er tun muss. Und als Journalist berichtet man fĂŒr die Öffentlichkeit darĂŒber, was passiert ist. Aber als verantwortlicher Journalist achtet man darauf, zwischen dem öffentlichen und dem privaten Interesse zu unterscheiden.

Es ist absolut zulĂ€ssig, in Bild, Ton oder Schrift ĂŒber Opfer zu berichten. Es ist aber geboten, dies im Zweifel mit dem gebĂŒhrenden Abstand zu tun. Auch wir haben ĂŒber den Unfall auf der A5 berichtet, bei dem ein Mann ums Leben gekommen ist. Auch auf unseren Bildern sieht man, dass eine Leiche am Boden liegt und von einem Tuch abgedeckt wird. Unser Bilder sind aus der Distanz aufgenommen und dokumentieren den tragischen Unfall, das „Ereignis“.

Die Bewegtbilder, die beim RNF zu sehen sind, zeigen, wie Bestatter einen Sarg herbeitragen und das Opfer versuchen, ihn dahin zu hieven. Das klappt nicht beim ersten Mal. Der Leichnam stĂ¶ĂŸt an den Sarg, die Anstrengung der Bestatter ist deutlich zu sehen. Als es endlich gelingt, die Leiche in den Sarg zu hieven, lĂ€sst sich der Deckel nicht schließen. Der Leichensack wird reingestopft. Die MĂ€nner transportieren Sarg und Leiche ab.

Man könnte nun aus Sicht des RNF argumentieren: „Wir zeigen, wie es ist.“ Aber ist das ein Argument? Was ist mit der WĂŒrde des Toten? Was mit den GefĂŒhlen der Familie?

„Vollkommen egal“, könnte man als Hardcore-Dokumentarfilmer sagen: „Wir zeigen, wie es ist.“

Zeigen, was man vor die Linse bekommt. Was sagt dieses Bild aus? Quelle: RNF

Aber auch die hĂ€rtesten Hardcore-Dokumentarfilmer stellen sich immer die Frage, ob das, was sie zeigen, gezeigt werden „muss“. Was ist der Erkenntnisgewinn? Was tragen die Bilder zur AufklĂ€rung der Öffentlichkeit bei? Warum sind sie wichtig? Tragen sie zur Förderung der Meinungsfreiheit bei?

Die Bilder des RNF sind erschĂŒtternd. Sie zeigen, dass der Sender ĂŒberhaupt keinen Wert auf journalistische Selbstkontrolle legt. Hier wird nur Voyeurismus bedient, irgendwelche redaktionell-journalistische Gedanken oder auch nur ein Rest von Anstand sind auch im Ansatz nicht zu erkennen.

Das ist Trash-TV in Reinkultur – mit der Kamera auf alles draufhalten, was die HĂ€archen auf den Armen aufstellen lĂ€sst. Klar – RNF ist ein dröger Provinzsender, der eher nicht durch guten, kritischen Journalismus auffĂ€llt. Aber mit diesem Film zeigt der Sender eine Verantwortungslosigkeit, die die zustĂ€ndige Lizenzbehörde auf den Plan rufen muss.

Selbst die Spritze muss groß im Bild erscheinen - warum? Quelle: RNF

Auch Privatsender haben Standards der Berichterstattung zu erfĂŒllen und mĂŒssen die Lizenz verlieren, wenn sie diese nicht einhalten. Ein Privatsender, der ungeschnittenes Videomaterial ĂŒber eine menschliche Tragödie ĂŒber zwölf Minuten LĂ€nge einfach so ins Internet stellt, ist dafĂŒr ein Kandidat.

Ob Herr Bert Siegelmann die GrĂ¶ĂŸe hat, sich im regulĂ€ren Programm fĂŒr diese Verfehlung zu entschuldigen und dafĂŒr zu sorgen, dass der Sender journalistische Standards einzuhalten, darf getrost bezweifelt werden.

Muss man die Arbeit der Bestatter in voller LĂ€nge zeigen? Quelle: RNF

Einen spĂ€ter zusammen geschnittenen „Beitrag“ spricht der lispelnde Senderchef selbst ein – wieder sind Bilder zu sehen, die man nicht zeigen muss, außer, wenn man es „nötig“ hat.

Was das RNF hier zeigt, macht mich fassungslos. Als Mensch. Als Journalist macht es mich wĂŒtend, weil diese miese Form von „Journalismus (No comment)“ auch mich und andere Kollegen beschĂ€digt, die ihren Beruf mit der gebotenen Verantwortung ausĂŒben.

Mir geht es wie jedem anstĂ€ndigen Menschen. FĂŒr eine solche „Arbeit“ empfinde ich nur Verachtung – die einzig richtige Reaktion, weil man keine Spur von Achtung bei diesem „Bericht“ des RNF feststellen kann.

Es ist beschĂ€mend, wie das RNF im Wunsch nach Aufmerksamkeit jegliche Selbstkontrolle verliert. TatsĂ€chlich habe ich kein Mitleid mit diesen „Kollegen“ – die mĂŒssen selbst in den Spiegel schauen und man darf nur hoffen, dass sie bei dem, was sie sehen, eventuell noch eine Spur von Scham empfinden.

  • Unglaublich und doch irgendwie bezeichnend !!!!

  • Frank

    In der Sache stimme ich dem Artikel voll und ganz zu. Aber die Formulierung „der lispelnde Senderchef“ hat mich in diesem Zusammenhang schockiert. Was hat sein Lispeln denn mit seinem Verhalten zu tun? Ist Lispeln jetzt auch schon ein Anzeichen fĂŒr CharakterschwĂ€che geworden?

  • heddesheimblog

    Guten Tag!

    Ganz gewiss ist Lispeln kein Zeichen von CharakterschwĂ€che. Aber höchst erstaunlich fĂŒr einen Moderator, der schon seit gut fĂŒnfzehn Jahren im GeschĂ€ft ist und es immer noch nicht geschafft hat, im Sinne der Zuschauer eine ordentliche Sprache hinzubekommen. Das zeigt die schnoddrige, provinzielle „ProfessionalitĂ€t“ des Senders – garniert mit diesem Video, dass zeigt, dass es keinen Funken journalistischen Anstand im Haus RNF gibt. Ganz im Gegensatz dazu das Auftreten und das Empfinden der eigenen Bedeutung beim Regionalsender.

    Einen schönen Tag wĂŒnscht
    Das heddesheimblog

  • Christoph S.

    Inhaltlich stimme ich dem Artikel zwar zu (bis auf das Lispeln des Moderators), aber dass einzelne Standbilder von dem kritisierten Filmmaterial hier abgebildet werden finde ich auch schlimm. WĂ€re das wirklich nötig gewesen? Bringt bestimmt mehr Klicks – ist also gewissermaßen auch reißerisch.

  • heddesheimblog

    Guten Tag!

    Die Screenshots sind sicher nicht der Grund fĂŒr mehr „Klicks“. Der Vorwurf, mehr „Klicks“ erreichen zu wollen, ist zudem wenig durchdacht. Sollen wir anstreben, möglichst wenig Menschen zu erreichen? Denken Sie mal bitte darĂŒber nach. Mehr Klicks bedeuten zudem fĂŒr uns kein direktes GeschĂ€ft – ob ein Artikel 1.000 oder 6.000 Klicks erhĂ€lt, ist relativ egal – unsere „WĂ€hrung“ ist die Aufmerksamkeit und die Relevanz fĂŒr den Leser und damit fĂŒr Firmen, die dieses Umfeld suchen, um bei uns zu werben.

    Wir finden vor allem den ersten Screenshot ziemlich schlimm und so etwas wĂŒrde niemals in dieser Form durch uns ausgewĂ€hlt werden. Im Zusammenhang mit dem kritischen Bericht dokumentieren wir damit das, was wir kritisieren. Darum kommt man kaum herum, wenn man zeigen will, was wir fĂŒr anstĂ¶ĂŸig halten. Wir geben Ihnen recht, dass das nicht schön ist, dieses Paradoxon muss man aber aushalten und wir vertreten die vorliegende Form. Wir hĂ€tten natĂŒrlich noch mehr Screenshots machen können – darauf haben wir aber selbstverstĂ€ndlich verzichtet.

    GrundsĂ€tzlich sind wir der Auffassung, dass es fĂŒr Journalismus kein Tabu geben darf, weder fĂŒr Informationen, noch fĂŒr Bilder. Insofern könnte man eigentlich alles zeigen. Das, was man auf Fotos und Filmen sieht, hat ja in der Wirklichkeit stattgefunden und wurde von Menschen vor Ort auch gesehen. Die Frage ist, was man davon verwendet, um die Öffentlichkeit zu informieren. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen – der gute Journalismus, vom sensationshaschenden, skrupellosen Drecksjournalismus.

    Die Frage ist, ob man alles zeigen muss. Auch in unserem Bericht auf dem Rheinneckarblog.de gibt es ein Foto von der toten Person, um das UnglĂŒck zu dokumentieren. Allerdings aus der Distanz, also einem gebĂŒhrenden Abstand.

    Was das Rhein-Neckar-Fernsehen veröffentlicht hat, zeigt, dass der Sender keinerlei Skrupel hat, ausschließlich die Sensationsgeilheit und den Voyeurismus zu bedienen. Eine Notwendigkeit, die Szenen in dieser LĂ€nge zu zeigen, können wir nicht im Ansatz erkennen.

    Was das Lispeln angeht: Diese trainiert ein LogopĂ€de innerhalb von wenigen Wochen weg. Bekanntestes Bespiel ist Dieter Thomas Heck – ein Stotterer, der sich ĂŒber Sprachtechniken zum Dampfplauderer der Nation gemacht hat. Redaktionen mit professionellem Anspruch stellen Produkte her, ob Foto, Film, Papier oder Internet. Ein Mensch mit SchreibschwĂ€che kann auch ein sehr guter Journalist sein – trotzdem wĂŒrden Sie wohl kaum gut heißen, wenn Sie stĂ€ndig Texte voller Fehler lesen mĂŒssten, oder?

    Einen schönen Tag wĂŒnscht
    Das heddesheimblog

  • Wir geben es unumwunden zu: Wir haben einen Fehler gemacht. Das Material, das im obigen Artikel beschrieben ist, stand am Mittwoch Morgen fĂŒr ca. zweieinhalb Stunden auf der Startseite von rnf.de. Das hĂ€tte nicht passieren dĂŒrfen. Wir möchten uns in aller Form bei all jenen entschuldigen, die dieses Filmmaterial gesehen haben und es fĂŒr nicht angemessen hielten. Das dĂŒrften etwa 400 User gewesen sein. Das Klickergebnis des Tages in Summe lag nicht signifikant ĂŒber jenem an anderen nachrichtenstarken Tagen – insofern lĂ€uft die Mutmaßung, ein solches Video könne einer Seite einen Klickrausch = „Quote“ bescheren, ins Leere.

    Zur ErklĂ€rung der HintergrĂŒnde: Was da online zu sehen war, war der Rohschnitt, der fĂŒr den Programmaustausch zwischen TV-Sendern bestimmt war. Es war kein redaktionell aufbereitetes Material. Es war nicht fĂŒr die Veröffentlichung bestimmt, sondern als Arbeitsmaterial fĂŒr andere Nachrichtensendungen, die ihrerseits ihre eigene Bildauswahl treffen. Wie in frĂŒheren Ă€hnlich gelagerten FĂ€llen war die Absicht fĂŒr RNF.de, einen deutlich entschĂ€rften, sehr viel kĂŒrzeren Schnitt als Illustration zur Nachrichtenmeldung online zu stellen. Auch diese Videos sind in der Regel zunĂ€chst unkommentiert und werden spĂ€ter durch den Sendebeitrag ersetzt, den wir fertigstellen, wenn sich die Faktenlage verdichtet und Änderungen unwahrscheinlich werden. In diesem Fall passierte es nun, dass die falsche Version online ging. Das war – wie gesagt – ein Fehler, den wir bedauern. Nachdem wir den Fehler bemerkten, haben wir zunĂ€chst den Text der Nachrichtenmeldung entsprechend ergĂ€nzt, die Bilder als Rohschnitt kenntlich gemacht und wenig spĂ€ter den Sendebeitrag an die entsprechende Stelle gesetzt. Oder noch ganz anders erklĂ€rt: Es wĂŒrde keinen Sinn machen, einen zwölfminĂŒtigen Rohschnitt mit voller Absicht ins Netz zu stellen, wenn man weiß, dass die Verweildauer bei Videos in der Regel bei maximal zwei bis drei Minuten liegt; zumal dieser mehr oder minder unzusammenhĂ€ngende Bilderteppich einen Zuschauer nicht wirklich begeistern dĂŒrfte.

    Was uns wichtig ist festzuhalten: Die Geschichte des regionalen TV-Senders, der mit sensationsheischenden Bildern um Aufmerksamkeit schreit, der die Selbstkontrolle verloren hat, der jeder Verantwortung bar auf Quote aus ist – es gibt sie nicht. Unsere Kameraleute sehen solche Bilder, wie sie am Mittwoch fĂŒr eine kurze Zeit auf RNF.de zu sehen waren, nahezu jeden Tag. Sie drehen sie auch nahezu jeden Tag. Wir zeigen sie aber nicht. Falls Sie dazu bereit sind, nehmen Sie dies bitte auch einfach als Argument gegen die Behauptung, RNF habe es „nötig“ Bilder wie diese zu zeigen.

    Nun befinden wir uns hier auf heddesheimblog.de. Eine Seite, die sich unter anderem fĂŒr qualitĂ€tsorientierten Journalismus stark macht. Das ist gut. Nicht so gut ist, dass der Autor des Artikels im konkreten Fall der Berichterstattung ĂŒber RNF einen wichtigen Punkt des qualitĂ€tsorientierten Journalismus nicht, oder zumindest nicht vollstĂ€ndig, beachtet hat: die Recherche. Denn bei uns ging kein Kontaktversuch, keine Mail, kein Anruf, keine Nachfrage seitens Herrn Prothmann ein, in der er versucht hĂ€tte herauszufinden, was wir uns dabei gedacht haben, dieses Material online zu stellen. Das ist der Punkt, der oft den Journalisten vom einfachen Betrachter unterscheidet: Das Nachfragen. Dem Schein nicht zu trauen. Eine scheinbar offensichtliche Geschichte nicht als solche hinzunehmen – und sei sie noch so hĂŒbsch.

    Werden in einem Beitrag Ross und Reiter genannt, so gilt es zumindest bei RNF zu den Grundprinzipien der Berichterstattung, dass der oder die Betroffenen um eine Stellungnahme gebeten werden. Nicht selten stellt sich schon beim „Anrecherchieren“ heraus, dass eine scheinbar skandalgetrĂ€nkte Geschichte in Wirklichkeit keine ist. Oder dass sie zumindest eine nachvollziehbare ErklĂ€rung mit sich bringt. Herr Prothmann ist zumindest in diesem einen Fall, den wir direkt mitverfolgen können, der Versuchung erlegen, eine Geschichte nicht wirklich auszurecherchieren. Er hĂ€tte seinen Artikel trotz einer Nachfrage bei uns bringen können. Mit unserer ErklĂ€rung. Er hĂ€tte diese ErklĂ€rung darstellen und – auch kritisch – kommentieren können. Das wĂ€re journalistisch sauber gewesen. Statt dessen lesen wir Mutmaßungen, wie RNF wohl argumentieren könnte, wenn man sich in seine Rolle versetzen wĂŒrde. Wie kompliziert. Es wĂ€re sehr viel einfacher gewesen nachzufragen. Telefonnummer und Email-Adresse sind bekannt – und die Auskunft wĂ€re keine andere gewesen als jetzt hier: Wir haben einen Fehler gemacht.

    Fehler passieren. Sie sind in der Vergangenheit passiert, und es werden an anderer Stelle wieder Fehler passieren. Bei RNF pflegen wir die Kultur, uns nach jeder Sendung zur „Kritik“ zu versammeln, in der wir uns gegenseitig sagen, was an der Sendung gut und was nicht so gut war. GĂ€ste, die an dieser Sitzung teilnehmen, sind nicht selten ĂŒberrascht, wie hart wir dabei miteinander ins Gericht gehen. Und natĂŒrlich diskutieren wir immer wieder, welche Bilder gezeigt werden sollten und welche nicht. Dies ist unsere „Selbstkontrolle“, von der Hardy Prothmann mutmaßt, es gebe sie nicht. Wir laden die Leser von heddesheimblog.de zu einem Abstecher in unser Video-Portal auf rnf.de ein. Klicken Sie durch die BeitrĂ€ge und melden Sie es uns, wenn Sie voyeuristische, anstĂ¶ĂŸige oder verletzende Bilder finden. Wir sind darauf bedacht, die Persönlichkeit der Menschen zu achten. Das tun wir, nur als Beispiel, indem wir Angeklagte bei Gericht verpixeln, Namen kĂŒrzen oder schwĂ€rzen. Wir versuchen, die Sache darzustellen – nicht Menschen bloßzustellen.
    – Ralph KĂŒhnl (Redaktion „RNF Life“)

  • Heddesheimer

    Hallo,

    in ihren Kommentar beziehen sie sich das das Material am Mittwoch zwei Stunden auf der Startseite zu sehen war, anzumerken von meiner Seite ist, das am Freitag ca 12.00 auf dem Onlineportal von RNF das Material von mir zu sehen war, um nicht nur auf der Startseite zu bleiben.

    Schönen Tag Heddesheimer

  • …wozu ich nur sagen kann, dass es da sicherlich nicht hingehörte. Kann es sein, dass die Seite noch irgendwo gecachet war? Ich kann nicht nachvollziehen, dass das Video noch online war. Ich will es aber auch nicht ausschließen. Aber – in diesem Fall hĂ€tte das ja einen Sinn haben mĂŒssen. Und den hatte es sicher nicht.

    Denken Sie bitte mit mir einen Schritt weiter: HĂ€tten wir, wie uns in dem Hauptartikel vorgeworfen wird, mit dem langen Video einen Effekt erzielen wollen, dann hĂ€tten wir es entsprechend promoted und es nicht im Video-Portal versteckt. Dann hĂ€tten wir vielleicht in Hauptsendung „RNF Life“ in der Moderation gesagt: „Wenn Sie mehr spektakulĂ€re Bilder von dem Unfall bei Heppenheim sehen wollen, dann klicken Sie jetzt ins Video-Portal auf rnf.de. Dort haben wir den gesamten Rohschnitt fĂŒr Sie hinterlegt.“ Das haben wir aber nicht. Wenn Sie die Sendung im Fernsehen verfolgt haben, dann haben Sie gesehen, dass ich in der Moderation das Thema nicht angeheizt, sondern im Gegenteil Fahrt herausgenommen habe. Zumal wir in dieser Sendung auch noch den Flugzeugabsturz von Jaroslawl mit Robert Dietrich als Opfer zu thematisieren hatten. Zwei BeitrĂ€ge, in denen Tote zu beklagen sind, in einer einzigen Sendung sind ohnehin schon sensibel und grenzwertig – was dazu fĂŒhrt, dass man sich als Moderator die Worte mehrmals ĂŒberlegt. Ob man damit immer den Ton trifft, den alle Zuschauer als adĂ€quat empfinden, sei dahin gestellt. Jedenfalls aber können wir sagen, dass wir uns in der Redaktion sehr wohl Gedanken um die PrĂ€sentation und die Wirkung unserer BeitrĂ€ge machen und dass wir nicht gedankenlos oder gar unkontrolliert mit sensiblen Themen umgehen, wie es uns in dem Beitrag vorgeworfen wird.

  • Heddesheimer

    Es obliegt mir nicht ĂŒber ihre Moderation zu urteilen, ich möchte nur darstellen was am Freitag fĂŒr mich noch zu sehen war, es war im Videoportal und darunter noch ein ausfĂŒhrlicherer Text als der der jetzt zum Beitrag vorhanden ist. 400 Klicks dĂŒrften auch fĂŒr einen kurzen Zeitraum von gerade mal 2 Âœ stunden doch recht hoch sein wen man das auf Klicks in der Minute runter rechnet fĂŒr ein Filmbeitrag der nur kurz online ging.

    Ob ein Cache dafĂŒr verantwortlich ist, glaube ich nicht ich war erstmalig am Freitag auf ihrer Seite, wen doch. Willkommen im Internet.

    Das es ein versehen war stehe ich ihnen zu, nichts fĂŒr ungut.

    Zu ihrer frage ob ich die Sendung gesehen habe. Ich mag dieses stetige Metropolregion Gequatsche nicht und lehne die Metropolregion ab. Viele NutzungsplĂ€ne in der Region werden ĂŒber den Haufen fĂŒr Investoren geworfen, plĂ€ne die ĂŒber Jahre erstellt wurden und sicher einiges an Steuergelder verschlungen haben. Als BĂŒrger können sie sich nach diesen PlĂ€ne nicht orientieren.
    Und hier Zweifel ich der UnabhÀngigkeit von RNF zu diesen Thema und sehe RNF als Botschafter, was aber nicht ihr journalistischer Auftrag sein kann.

    Das war jetzt etwas weit ausgeholt.

    Ich wĂŒnsche einen schönen Samstag







.

  • Wenn man die emotionale Komponente in diesem Kommentar außen vor lĂ€ĂŸt und sich ausschließlich auf der Sachebene bewegt, so muss man sagen, dass die Journalisten des Heddesheimblog hier eine falsche Information verbreiten. Allein Stottern und Lispeln in einen Topf zu werfen ist wie Äpfeln mit Birnen zu vergleichen. Aber wenn der Stotterer DTH als Beispiel fĂŒr „Abtrainieren in wenigen Wochen“ herhalten soll, bleibt als Fazit: falsch. Das sage ich als persönlich Betroffener mit einer klassischen Stotterer-Karriere: Als Kind acht Jahre mit hunderten LogopĂ€die-Sitzungen mitgemacht, bis zum Abi keine mĂŒndlichen Noten bekommen, weil ich mich nicht artikulieren konnte, HĂ€nseleien, das volle Programm. Der Therapie-Erfolg: mehr als ĂŒberschaubar. WĂ€hrend das Interesse am Medium Fernsehen stieg habe ich dreieinhalb Sprecherziehung bei einer Schauspiellehrerin genossen – auch das hat das Alltags-Stottern nur mĂ€ĂŸig beeinflusst. Ich wĂŒrde heute sagen. Es hat sich mehr oder minder „verwachsen“. Es hört indes nie auf. Blockaden kommen immer wieder, auch Live-Sendugen, aber man lernt damit umzugehen. Therapien können das Stottern lindern, aber es nicht beheben. Wir sprechen auch nicht von „Sprachfehler“, sondern von „Sprechbehinderung“. Sie in den Griss zu bekommen ist harte Arbeit, in jedem Fall mehr als „ein paar Monate“. Mehr Information dazu gibt es beispielsweise beim Bundesverband der Stotterer-Selbsthilfe – http://www.bvss.de. Insofern ist Dieter Thomas Heck vielleicht ein bekanntes Beispiel, aber kein sehr aussagekrĂ€ftiges, weil kein typisches. Was Lispeltherapien angeht, kann ich keine gesicherten Aussagen machen. Wie dem auch sei, zur Frage: „Können Menschen mit Sprechbehinderung einen Kommunikationsberuf ergreifen“, meine ich: Ja. Denn tatsĂ€chlich scheint die Aussprache wenig mit dem Inhalt zu tun haben. Und wenn ich mal mit dem Finger auf andere zeigen darf, wovon ich eigentlich nichts halte: Selbst der quotenorientierte Sender RTL hat mit Katja Burkard eine lispelnde Kollegin in der Moderatorengarde – und definiert ihre QualitĂ€t durchaus nicht ĂŒber die Aussprache.

  • Klarer Fall fĂŒr programmbeschwerde.de.

  • Peter H.

    Der Ansatz der Diskussion mag gerechtfertigt sein, AusfĂŒhrung und Wortwahl entspricht jedoch Ă€ußerst niedrigem Niveau. Dies war mein letzter Besuch in diesem Blog. Hetzkampagnen hĂ€tte ich hier nicht erwartet, haben auf heddesheimblog jedoch scheinbar Tradition.

    Journalismus ist anders..

    Peter H.

  • Frank

    Hi,
    wird mittags auf RTL nicht auch gelispelt.
    Und das noch viel schlimmer. Oder ist Ihrer
    Meinung nach „scheiß RTL“-laut Fernsehkritik
    TV- mit seinen ganzen Trashsendungen, schon
    aussen vor?
    I gebe zu, das lispeln törnt mich beim zuhören
    ab und ich persönlich wĂŒrde so nie vor die
    Kamera gehen. Lieber wĂŒrde ich dann Texte
    schreiben oder anderes im Hintergrund tÀtigen.
    Aber das ist halt alles G`schmacksach`, sagte
    der Aff` und biß in die Seife 😉
    Schönes Wochenende.

  • @Heddesheimer Benutzt Ihr Provider oder Ihr Arbeitgeber im Netzwerk eventuell einen Proxy-Server? Willkommen im Internet! 😉

    Mal ohne Quatsch: Ja, wir stehen zur Metropolregion. Aber das haben wir schon getan, bevor es die MRN in der jetzigen Form ĂŒberhaupt gab. Und zwar einfach deshalb, weil die MRN unserem ursprĂŒnglichen Sendegebiet entspricht. Aber Sie haben Recht – die Diskussion fĂŒhrt an dieser Stelle zu weit. Wir bieten gerne an, sie an anderer Stelle weiter zu fĂŒhren – persönlich, per Mail, öffentlich im Netz. Nur noch soviel: Wenn es MissstĂ€nde gibt, sei es ĂŒber NutzungsplĂ€ne oder anderes in der Region, schauen wir uns das an – und wenn sich eine Geschichte daraus ergibt, berichten wir. Wir erheben nicht den Anspruch, immer alles zu wissen. Themen mĂŒssen auch zu uns kommen – zum Beispiel auch ĂŒber Zuschauer.

  • Entschuldigen Sie bitte die Tippfehler, ausgelassenen Worte und das Interpunktionswirrwarr im obigen Kommentar. Er wurde ĂŒber ein iPhone verfasst. Leider verfĂŒgt das Blog ĂŒber keine Korrekturfunktion.

  • heddesheimblog

    Hallo Ralph,

    danke fĂŒr die Kommentierungen. Sicherlich begrĂŒĂŸen es die Leserinnen und Leser so wie ich auch, dass Du als Sprecher fĂŒr den Sender den Fehler einrĂ€umst.

    Es trifft leider nicht zu, dass das Video fĂŒr zweieinhalb Stunden auf der Website des Rhein-Neckar-Fernsehens veröffentlicht worden ist. Zur ErklĂ€rung, das könnte irgendwo gecachet worden sein, hier die Dokumentation der URL:
    http://www.rnf.de/video-portal/sendung/videos/show/schwerer-busunfall-auf-a5.html?no_cache=1

    Wir haben am Donnerstagabend davon erfahren und mein Kommentar wurde in der Nacht zum Freitag um 00:21 Uhr veröffentlicht. Am Freitag war der “Film” immer noch ĂŒber die Website vom RNF abrufbar.

    Ob nun 400 oder 4.000 Menschen den Film gesehen haben, spielt keine Rolle.

    Es gibt auch keine unterlassene Recherche von unserer Seite. Man muss nicht recherchieren, was man bereits festgestellt hat. Aufgabe von Journalismus ist auch die Dokumentation von Fakten. Ebenso die Einordnung. Und natĂŒrlich auch die Kontrolle des Produkts. Wenn ĂŒber Stunden niemand bemerkt haben sollte, dass dieses Material veröffentlicht worden ist, funktioniert Eure QualitĂ€tskontrolle nicht. TatsĂ€chlich stellt sich das aus unserer Sicht anders dar, was Du, vermutlich ungewollt, sogar bestĂ€tigst.

    Du schreibst:
    “Nachdem wir den Fehler bemerkten, haben wir zunĂ€chst den Text der Nachrichtenmeldung entsprechend ergĂ€nzt, die Bilder als Rohschnitt kenntlich gemacht und wenig spĂ€ter den Sendebeitrag an die entsprechende Stelle gesetzt. ”

    Lies das bitte nochmal selbst: Mit einem Text ergĂ€nzt? Also habt Ihr den Film bei vollstĂ€ndig klarem Bewusstsein, dass er veröffentlicht worden ist, weiter im Netz gelassen!!! Und die Information der ErgĂ€nzung ist auch nicht richtig. Ich habe spĂ€ter den “Sendebeitrag” gesehen – das “Rohmaterial” mit seinen “rohen Inhalten”, war weiterhin verfĂŒgbar. So muss ich leider vermuten, beweisen kann ich es nicht, dass erst durch unsere Kritik ein “anderes” Bewusstsein bei den Verantwortlichen des RNF entstanden ist.

    Deine ErklĂ€rung ĂŒberzeugt leider ĂŒberhaupt nicht. Die ErklĂ€rung, das im Netz veröffentlichte Material sei “Arbeitsmaterial” fĂŒr andere Sender, ist, mit Verlaub, wenig glaubwĂŒrdig, denn das Material ist komprimiert und mehr oder weniger untauglich fĂŒr die Austrahlung im Fernsehen. Wie solte Bilder aussehen, die youtube oder anderen Seite entnommen werden, kennen Fernsehzuschauer aus anderen Nachrichtensendungen. Man sieht auf einen Blick die schlechte QualitĂ€t. Und RNF verkauft sicher keine schlechte QualitĂ€t an andere Sender, wenn man bessere, nĂ€mlich die Originalfilmaufnahmen zur VerfĂŒgung hat. Soviel zum technischen Hintergrund.

    Inhaltlich ĂŒberzeugt Deine ErklĂ€rung leider auch nicht. Denn wenn man der Logik des “Arbeitsmaterials” folgt, habt Ihr anderen Sendern, die Szene, in der die Leiche “verfrachtet” wird, zur Abeit und Übernahme angeboten. Seriöse Sender verzichten auf so etwas, aber es gibt auch andere Trash-TVs, die nehmen so was “gerne”. Und Ihr seid die Lieferanten.

    Journalistisch ĂŒberzeugt Deine Argumentation noch weniger. Vor Ort entscheidet der Kameramann, was er filmt und was nicht. Klar ist, das immer mehr gefilmt wird, als ausgestrahlt werden kann. Klar ist auch, dass beim Filmen Szenen aufgenommen werden können, die niemals zu veröffentlichen sind. Bei der Aufnahme der Leichenverfrachtung hat der Kameramann bewusst draufgehalten. Er arbeitet ihn diesem Moment und erzeugt mögliches Sendeamterial. Wer den Ablauf bei Sendern kennt, weiß, dass erfahrene Kollegen darauf achten, nur möglichst sendefĂ€higes Material aufzunhemen, da man spĂ€ter bei der Sichtung sonst viel Zeit verliert. Und zeitlich stehen Fernsehproduktionen fĂŒrs aktuelle Programm immer unter Druck.

    Damit komme ich gerne zu “Roß und Reiter” – Medien konkurrieren um Aufmerksamkeit. Untereinander erzeugt das einen gewissen Druck durch die Konkurrenzsituation. Unser Partner RenĂ© Priebe ist seit fast zwei Jahren hier im Raum als Kamerareporter aktiv und wir schĂ€tzen seine Arbeit, weil sie aktuell ist, er technisch einwandfreie Bilder macht und journalistisch sauber arbeitet. Wir erhalten zum Beispiel manchmal zu dem Material, was er uns zur Veröffentlichung zusendet auch Material, dass nur fĂŒr den internen Gebrauch bestimmt ist, beispielsweise, um eine Situation nachvollziehen zu können. Wir prĂŒfen alle zugesandten Materialien sorgfĂ€ltig vor Veröffentlichung. Und ganz klar – jedem kann ein Fehler passieren.

    Es hĂ€tte aber gereicht, sich einfach dafĂŒr zu entschuldigen, anstatt irgendwelche Geschichten zu erzĂ€hlen.

    RenĂ© Priebe setzt durch seine Arbeit auch RNF unter Druck, weil er sehr zĂŒgig arbeitet und das Material ĂŒber seine Agentur vorwiegend an ARD, hier hĂ€ufig den SWR und das ZDF verkauft. Auch zum betreffenden Thema war er wieder schneller als RNF.

    Diese Konkurrenz wird beim RNF wahrgenommen – mit Auswirkungen, zu denen ich an dieser Stelle nichts schreibe. Aber sicher auch mit der Auswirkung, so schnell wie möglich mit “Material” an die Öffentlichkeit zu gehen.

    Ich mag Dir gerne Glauben schenken, dass das RNF höchste journalistische MaßstĂ€be ansetzt – meine Erfahrungen sind anders.

    Vor zwei Jahren habe ich das RNF schon einmal einer genauen Betrachtung unterzogen, weil Ihr in Sachen Ansiedlung des Logistikunternehmens “Pfenning”, was fĂŒr erheblichen kommunalpolitischen Streit gesorgt hat, “berichtet” habt.

    Auch damals konnte ich nicht anders als negativ ĂŒber die “journalistische Leistung” von RNF zu urteilen.

    Das kann man gerne hier nachlesen:
    http://heddesheimblog.de/wordpress/2009/08/15/provinzposse-oder-kommunikationspanne/
    http://heddesheimblog.de/wordpress/2009/08/15/quantitative-sendungsanalyse-i/
    http://heddesheimblog.de/wordpress/2009/08/15/quantitative-sendungsanalyse-ii/

    Wenn die Kritik dazu fĂŒhrt, dass der von Dir geschilderte “Anspruch” wieder lebendiger in der RNF-Redaktion geworden ist, wĂ€re das sicherlich von Vorteil.

    In diesem Sinne beobachte aber weiter kritisch alle Medien im Raum. Dabei begrĂŒĂŸe ich ausdrĂŒcklich ordentliche Leistungen von “Kollegen” und bin jederzeit bereit, vorbildliche Leistungen auch als solche zu benennen. Auf einen Besuch des Senders verzichte ich, erstens, weil ich weiß, wie Fernsehstudios aussehen und zweitens, weil ich den Sender schon einmal besuchen wollte, zu der oben genannten “Pfenning”-Geschichte. Ich hatte damals darum gebeten, die Sendung als externer Journalist begleiten zu dĂŒrfen, um spĂ€ter eine Schilderung des Ablaufs aus meiner Sicht zu veröffentlichen und fĂŒr die Leserinen und Leser Fotos zu veröffentlichen, die zeigen, was man nicht auf dem Fernsehbildschirm sieht, beispielsweise die Kameras, die Ausleuchtung usw.. Meiner Bitte wurde nicht entsprochen – ich bekam noch nicht einmal eine Absage von Herrn Siegelmann, der sich vermutlich zu fein dafĂŒr war.

    Wenn Du mich auf einen Sendebeitrag hinweist, den Du fĂŒr eine wichtige und gelungene journalistische Leistung hĂ€lst, werde ich das gerne auf meinen Blogs besprechen – natĂŒrlich positiv wie negativ, also insgesamt kritisch. So wie die Leserinnen und Leser unser Angebot kennen und schĂ€tzen.

    Gruß
    Hardy

    P.S. FĂŒr die Leserinnen und Leser zur ErklĂ€rung: Ralph KĂŒhnl und ich duzen uns, weil wir uns aus der Zeit als freie Mitarbeiter des Mannheimer Morgen kennen. Persönlich haben wir uns aber (geschĂ€tzt) seit 1994 nicht mehr gesehen, aber vor einigen Monaten mal telefoniert. Auch damals ging es um eine, wenn auch kleine Kritik von mir am Sender. Ralph KĂŒhnl halte ich zugute, dass er auch damals schnell reagiert hat. Persönlich glaube ich ihm, dass einen ordentlichen journalistischen Anspruch hat. Bei anderen sehe ich das nicht.

  • heddesheimblog

    ErgÀnzung:

    AuffĂ€llig ist auch, dass der Beitrag einfach gelöscht worden ist und eine Entschuldigung – zumindest an die „400 Besucher“, die den Film gesehen haben fehlt.

    Textvorschlag:

    „Liebe Besucherinnen und Besucher,

    bedauerlicherweise ist uns ein Fehler unterlaufen. Versehentlich wurde „Rohmaterial“ zum schweren Unfall mit einem Todesopfer am 08. September auf der A5 hier im Videoportal veröffentlicht.

    Im Film war ungeschnitten zu sehen, wie das Opfer in den Sarg gelegt und abtransportiert wird. Diese Bilder hĂ€tten nicht gezeigt werden dĂŒrfen.

    Leider ist uns der Fehler passiert. DafĂŒr bitten wir um Entschuldigung.

    RNF“

    Hinweis: Der Text kann honorarfrei ĂŒbernommen werden.

  • Hallo Hardy,

    hm, ich denke es ist nicht ganz unwesentlich fĂŒr Deine Leser zu erfahren, dass Du auf eine Stellungnahme derjenigen, ĂŒber die Du zu berichten planst, verzichtest. Du wirst zugeben, dass die Geschichte, die Du Dir konstruiert hast, in sich zusammengefallen wĂ€re, hĂ€ttest Du unser Statement in den Originaltext eingearbeitet. Ich halte es fĂŒr wichtig im seriösen Journalismus, alle Seiten gefragt zu haben, bevor ich mir eine abschließende Meinung bilde und sie darstelle. Was es bedeutet, wenn ein Medium dies nachweislich nicht tut und es auch noch zugibt – darĂŒber mag jeder fĂŒr sich selbst urteilen.

    Deine Beobachtung ist richtig. Wir haben das Material zunĂ€chst online gehalten, bis der Sendebeitrag fertig war. Da es sich bis dahin nur um wenige Minuten handelte, bis der neue Beitrag kam, hielten wir das fĂŒr vertretbar. Der Fehler wurde zu spĂ€t erkannt, d’accord.

    Die Argumentation, dass es sich um Material fĂŒr andere Sender handelte, ist keineswegs abwegig. NatĂŒrlich liegt das Material in hoher Auflösung vor. Der weitere Workflow lĂ€uft so: Das Material wird mit einer Produktionsnummer versehen, ĂŒber einen zentralen Server encodiert und automatisch auf den Webserver hochgeladen. Auf der Webseite werden die veröffentlichte Seite und das hochgeladene Video miteinander verknĂŒpft. Nun wurde schlichtweg die falsche Nummer vom Schnitt ans Webteam kommuniziert und damit das falsche Material online gestellt. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um TV-Sender-Material oder Sendematerial handelt – vor einem Content Management System sind zunĂ€chst einmal alle Nummern gleich. Und wie gesagt: Normalerweise sollte so etwas nicht vorkommen – deshalb war es ja auch ein Fehler.

    Ich kann Dir heute wirklich nicht sagen, wann welches Material noch verfĂŒgbar war und wann es gelöscht wurde. Möglicherweise hat Dein Link tatsĂ€chlich noch funktioniert, weil es sich dabei um einen Permalink ins System handelt. Wichtig fĂŒr uns war zunĂ€chst, dass die *VerknĂŒpfung* auf unserer Webseite nicht mehr existent war und damit von der Seite offensichtlich verschwunden war. Damit lag das File inklusive der veröffentlichten Seite zwar noch auf dem Server, wĂ€re aber fĂŒr User, die den Permalink nicht hatten, auf keinen Fall zugĂ€nglich gewesen. Das mag man dilettantisch nennen unter technischen Aspekten – allerdings entkrĂ€ftet dieses Vorgehen deutlich Deinen Hauptvorwurf, nĂ€mlich dass wir versucht hĂ€tten sensationslĂŒstern ĂŒber das UnglĂŒck zu berichten. Lass uns diese Motivation Deines Artikels mal eben nicht aus den Augen verlieren: Du unterstellst uns, wir hĂ€tten absichtlich sensationsheischend berichten wollen, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Das ist schlichtweg nicht der Fall. Und dabei spielt es ĂŒberhaupt keine Rolle, ob der Permalink noch drei, vier, fĂŒnf oder zehn Stunden aktiv war. Den Link hast zu dieser Zeit nur noch DU online gehabt und damit den Lesern Deines Blogs suggeriert, wir wĂŒrden ĂŒber Stunden und Stunden weiterhin das lange Video promoten. In Wirklichkeit war fĂŒr den „normalen“ Internet-Nutzer, der sich ĂŒber rnf.de informieren wollte, das Video nicht mehr zugĂ€nglich. Fair wĂ€re gewesen darauf hinzuweisen, dass das Video ĂŒber den ĂŒblichen Klickweg auf den Seiten von RNF nicht mehr verfĂŒgbar ist.

    Wenn wir TV-Material an andere Sender geben, dann wissen wir, wer damit arbeitet. Und auch wir geben Informationen weiter, welche Bilder verwendet werden sollten und welche nicht. Alle Redaktionen, denen wir Bilder arbeiten, handeln in diesen FĂ€llen als Profis. In Zeiten der digitalen Videoproduktion spielt der von Dir angesprochene Zeitfaktor nicht mehr die große Rolle – weder in der Akquise, noch im Schnitt, noch in der Überspielung an den anderen Sender. Es werden einfach DatenpĂ€ckchen hin- und hergeschoben, mal grĂ¶ĂŸer, mal kleiner.

    Dass ein anderer Kameramann mal schneller am Ort des Geschehens ist – gut. Das hatte in diesem speziellen Fall aber keine Relevanz und spielt daher fĂŒr die aktuelle Diskussion, in der es – Achtung! – ausschließlich um Deinen Vorwurf geht, wir hĂ€tten uns absichtlich sensationsheischend verhalten, keine Rolle.

    Und: Ich habe keine Geschichten erzĂ€hlt, sondern den Lesern die Informationen gegeben, die sie durch Deine Aufbereitung des Themas nicht erhalten haben. Es spricht nicht eben fĂŒr ein journalistisches Produkt, wenn hinterher Fakten auftauchen, die man vorher hĂ€tte haben können, aber vergessen hat zu erfragen. Um es mit Deinen Worten zu sagen: Ich frage mich, ob Du die GrĂ¶ĂŸe hast, das einzurĂ€umen.

    Was die Entschuldigung angeht: Da sich die Diskussion hier auf Deinen Plattformen abgespielt hat und sich bei RNF sonst niemand gemeldet hat, der sich ĂŒber die Berichterstattung irritiert gezeigt hat, halte ich unser Statement hier – im Kontext der Gesamtdiskussion – fĂŒr gut aufgehoben. Ich werde gerne auf heddesheimblog.de verweisen, sollte es weitere Verwirrung geben.

    NatĂŒrlich ist das Video mittlerweile gelöscht und nicht mehr verfĂŒgbar. Das ist nicht auffĂ€llig, sondern normal. Manchmal habe ich in diesem Internet den Eindruck, dass man sich bestĂ€ndig dafĂŒr rechtfertigen muss, wenn man Dinge verĂ€ndert, löscht, modifiziert, verbessert. Dinge, Themen, Geschichten entwickeln sich. Fehler werden erkannt und eliminiert. Wer braucht die gesamte Versionsgeschichte davon? Der Film liegt nicht mehr auf dem Server. Was genau ist daran verwerflich? Es gab ja auf rnf.de nicht mal mehr den Link dorthin, und letztlich ist das relevant. Dass wir nun exklusiv fĂŒr Deine Leser eine Entschuldigungsseite unter dem bei Dir geposteten Link einrichten – das ist nicht wirklich ernst gemeint, gell?

    Gruß
    Ralph

    Auf Pfenning gehe ich nicht ein. Disclaimer: In dem Thema bin ich nicht drin.

  • Hallo Hardy,

    Es ist nun mehr als 24 Stunden her, seit Dir Informationen zugegangen sind, die die Inhalte Deines Artikels zum Thema „RNF und Unfall-Video“ massiv ergĂ€nzen, alles sauber hier in den Kommentaren dokumentiert. Der Hauptartikel ist seither aber unverĂ€ndert. Du belĂ€sst die Leser Deines Artikels nach wie vor in dem Glauben, der dort dargestellte Status sei Stand der Dinge, wider besseren Wissens. Um es noch einmal klar zu sagen: Die Geschichte vom Regionalsender, der um Aufmerksamkeit schreit und deswegen „Trash-TV-Bilder“ veröffentlicht, gibt es nicht. Das ist die Geschichte, die Du versuchst Deinen Lesern zu verkaufen. Ich habe sie widerlegt. Es gab einen Fehler, wir hatten ihn bereits vor Erscheinen dieses Artikels korrigiert, hier rundweg zugegeben, dass es einen Fehler gab, am Ort der Diskussion transparent erklĂ€rt was vorgefallen war – Ende der Geschichte. Trotzdem behauptest Du in Deinem Artikel nach wie vor: „Es ist beschĂ€mend, wie das RNF im Wunsch nach Aufmerksamkeit jegliche Selbstkontrolle verliert“ – und noch so einige Dinge mehr.

    Jedes seriöse Online-Medium hÀtte seine FehleinschÀtzung inzwischen selbsttÀtig und ohne Aufforderung korrigiert.

    Falls Du nach allem, was Du jetzt weißt, nachdem ich (ungefragt) Dinge erklĂ€rt und erlĂ€utert habe, zu dem Schluss kommen solltest, dass RNF nicht zu einem sensationslĂŒsternen Trash-TV-Sender verkommen ist, der die Selbstkontrolle verloren hat, dann wĂ€re es spĂ€testens jetzt an der Zeit, den Ursprungsartikel zu editieren, Dich bei denen zu entschuldigen, denen Du falsche Informationen als wahre verkauft hast und außerdem bei denen, die Du zu Unrecht der Verantwortungslosigkeit beschuldigt hast und einzurĂ€umen, was bei der Entstehung des Artikels schief gegangen ist. Das ist doch das, was Du von anderen, denen eine Fehlleistung unterlĂ€uft, erwarten wĂŒrdest, oder? Ich nehme an, dass Du die Standards, die von anderen einforderst, auch fĂŒr Dich selbst ansetzt.

    Den Vordruck fĂŒr eine entsprechende Entschuldigung hast Du in den Kommentaren zu diesem Artikel bereits mitgeliefert. Mit einigen kleinen Umformulierungen wĂŒrde sie Deinem Blog gut zu Gesichte stehen.

    WorĂŒber wir hier inzwischen auch reden, das wurde im Lauf der Diskussion in den Kommentaren deutlich, ist noch etwas anderes, aufgehĂ€ngt am konkreten Beispiel der Berichterstattung ĂŒber RNF: Ein Blog, das journalistisch aufgemacht ist, qualitativen Journalismus einfordert, aber nicht im imstande zu sein scheint zum Hörer zu greifen, um journalistisch zu recherchieren. Ein Blog mit einer Art der Berichterstattung, die aufhorchen lassen muss. Nach dem Motto: Ich vermute eine Geschichte, ich stelle ein Unternehmen, in diesem Fall einen Fernsehsender in einem speziellen Fall an den Pranger, ohne mich aber ĂŒber die HintergrĂŒnde des Vorkommnisses auch nur im Ansatz erkundigt zu haben. Mit der Argumentation: Ich habe beobachtet und das Gesehene dargestellt. Ist doch alles ok.

    Ist das der neue, große Wurf des Journalismus? Beobachten? Nicht mehr recherchieren? Halt mal zugucken und dann direkt eine klare, eine drastische Meinung haben? Wohl eher nicht. Journalistische Sorgfaltspflicht gilt fĂŒr alle journalistischen Darstellungsformen, auch fĂŒr Kommentare.

    Wo ist Dein Anspruch geblieben, wirklich ausgefallene Geschichten zu finden? Das Ungewöhnliche herauszuarbeiten? Der Bratwurst Paroli zu bieten? Das tust Du nicht. Statt dessen sitzt Du da, findest ein zugegebenermaßen auffĂ€lliges Video und ballerst los. Gegen den Sender. Seinen GeschĂ€ftsfĂŒhrer. Stellst haltlose Mutmaßungen an. Verkaufst Vermutungen als Fakten. Das ist billig. Und kostengĂŒnstig. Spart sogar die TelefongebĂŒhr. DAS ist Trash. Lies Deine eigenen Posts ĂŒber guten Journalismus und wende sie an – dann kommen wir zusammen. Du erinnerst Dich sicher an Deinen Artikel mit dem Titel: „Journalismus heißt, Fragen zu stellen“. Ich wĂŒrde sogar sagen: Journalismus heißt, IMMER Fragen zu stellen – und nicht nur, wenn es einem gerade in den Kram passt. Im Fall der Berichterstattung ĂŒber RNF hast Du keine einzige Frage gestellt.

    Wie Du aus Deiner momentanen Position heraus ĂŒber Kollegen im Journalismus kritisch urteilen willst, wĂ€hrend Du selbst ein Grundprinzip des Journalismus mit FĂŒĂŸen trittst, ihnen sagen willst wie sie es besser machen sollen, ist mir schleierhaft.

    Sollte diese Art des Journalismus im Moment en vogue sein, hĂ€tte ich möglicherweise eine wichtige Entwicklung im Journalismus verpasst. Wenn man sich nun einfach nur hinsetzen, beobachten, irgendwas zusammenreimen kann, schreiben und am Ende veröffentlichen kann, was man will – dann ist ja plötzlich alles ganz einfach.

  • heddesheimblog

    Hallo Ralph,

    es gibt an dem Kommentar zu der Leichenschau beim RNF nichts hinzuzufĂŒgen oder zu verĂ€ndern – außer, das RNF kommt auf die Idee, mich abzumahnen und das gerichtlich klĂ€ren zu lassen.

    Ich freue mich schon auf die Überschrift: „Provinzsender zeigt ausfĂŒhrlich Leichenbergung und mahnt kritischen Blogger ab.“ Viel Spaß dabei.

    Dein erneuter Kommentar ist erbĂ€rmlich. Dem Versuch, meiner Redaktion „nicht-seriösen“ Journalismus vorzuwerfen, halte ich die einfache Frage entgegen: Wer hat das „rohe“ Material ins Netz gestellt? Wer die WĂŒrde des Opfers und der Familie verletzt? Du scheinst Dich als Bock zum GĂ€rtner machen zu wollen.

    Zu Deinen Widerlegungen: Du hast hier selbst kommentiert, dass der „Fehler“ aufgefallen sei und der Sender daraufhin das „Rohmaterial“ mit einem lĂ€ngeren Text „ergĂ€nzt“ hatte. Und in einem zweiten Kommentar bestĂ€tigst Du das nochmal. Wen willst Du eigentlich auf den Arm nehmen? NatĂŒrlich hĂ€tte der Beitrag sofort gelöscht werden mĂŒssen. Es gibt genau keine Rechtfertigung, nach Erkennen des „Fehlers“ diesen Beitrag auch nur eine Sekunde lĂ€nger online zu halten.

    Wenn Eure internen AblĂ€ufe nicht funktionieren, dann seid Ihr als Unternehmen dafĂŒr verantwortlich, dass zu Ă€ndern. Basta – dem gibt es nichts hinzuzufĂŒgen.

    Was die Grundprinzipien des Journalismus angeht, so scheinst Du auf dem Stand eines Volkshochschulkurses zu sein: „Ed audiatur altera pars“, also die Gegenseite zu hören, hat sich der Journalismus aus der Juristerei entlehnt und ist nur eins von vielen Prinzipien. FĂŒr keines der Prinzipien gibt es ein „Muss“ – außer, dass die Fakten stimmen mĂŒssen. Und die sind in dem Beitrag benannt – eine Einordnung, Fragen zu den HintergrĂŒnden, all das ist erlaubt und notwendig.

    Was wĂ€re die Antwort auf eine Nachfrage gewesen? „Oh, Fehler, war natĂŒrlich nicht beabsichtigt?“ – verbunden mit dem Wunsch, doch bitte nichts darĂŒber zu veröffentlichen? Aus der Politik kennt man das Prinzip: Erstmal was provozierendes behauptet und wenn es funktioniert, ist es gut. Wenn nicht, wars so nicht gemeint.

    TatsÀchlich stellt sich die Situation noch drastischer dar, als in meinem Beitrag geschrieben.

    Da Du auf die Informationen abstellst, die ich erhalten habe und auf Basis derer ich meinen BeitrĂ€g hĂ€tte ergĂ€nzen sollen, bitte schön, dass tue ich hiermit: „Mit dem Einstellen des Rohschnitts ins Netz ist einem nicht-redaktionellen Mitarbeiter der Gaul durchgegangen“, hast Du mir geschrieben.

    Diese „Information“ allerdings wolltest Du nur „intern“ an mich weiterreichen und nicht veröffentlicht sehen. Warum? Weils so peinlich ist? Weil es den Dilettantismus bei Euch im Haus beschreibt? Weil jedem, der mit dem RNF zu tun hat, Angst und Bange sein muss, weil nicht-redaktionelle Mitarbeiter Zugang zu redaktionellem Material haben?

    Und das entlarvt Deine Haltung zu Journalismus und der Haltung zur Öffentlichkeit: Hintenrum „nicht-öffentliche“ ErklĂ€rungen abgeben und öffentlich zum Gegenschlag ausholen. Mir ist schon viel untergekommen, eine solche Verschlagenheit ist aber selten.

    Wir sollten zu einem förmlichen Sie zurĂŒckkehren, weil mir das angebrachter scheint.

    Herr KĂŒhnl: Trash-TV ist ein Sender, der nicht-redaktionellen Mitarbeitern den Zugang zum Redaktionssystem gestattet, denen der Gaul durchgeht und die sensibles Material online stellen, was der Sender damit entschuldigt, dass die Redaktion keine Verantwortung hat, weils ja ein nicht-redaktioneller Mitarbeiter war.

    Im Vorfeld des Kommentars wurden von mir viele Fragen gestellt – das mach ich seit 1994, seit ich ĂŒber Medien berichte. Deswegen kenne ich auch die HintergrĂŒnde, warum es in vielen Redaktionen journalistisch bergab geht. Die Information, dass nicht-redaktionelle Mitarbeiter Zugang zum Redaktionssystem haben, Herr KĂŒhnl, ist mir aber tatsĂ€chlich neu. Das habe ich noch nie erfahren.

    Diese Information habe ich nicht „ergĂ€nzt“, weil Sie darum gebeten haben. Ich mache dies nun öffentlich, weil Sie mich durch Ihr Verhalten dazu nötigen. Und ich hoffe, Sie ersparen sich jetzt eine Replik ĂĄ la: „Der Prothmann verrĂ€t „Quellen“. Der Quellenschutz dient dazu, Informanten zu schĂŒtzen, die aufgrund von Informationsweitergaben an die Öffentlichkeit mit Nachteilen rechnen mĂŒssen. Bei Ihnen verhĂ€lt es sich umgekehrt, Sie wollten Informationen eben nicht an die Öffentlichkeit geben, um sich vor „Nachteilen“ zu schĂŒtzen.

    Damit ist zum Thema von meiner Seite alles gesagt. Über die QualitĂ€t unserer Arbeit urteilen die Leserinnen und Leser selbst.

    Wir werden andere Medien und deren Berichterstattung weiterhin begleiten und „NachlĂ€ssigkeiten“, TĂ€uschungen und Fehler weiterhin dokumentieren, weil die Öffentlichkeit ein Recht auf diese Informationen hat.

    Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
    Hardy Prothmann

  • Es stimmt, Herr Prothmann hatte von mir eine Mail erhalten, in der ich mit ihm in einen Dialog ĂŒber die Ausrichtung seines Blogs treten wollte. Die BegrĂŒndung zum vorliegenden Sachverhalt nahm etwa drei SĂ€tze ein. Die Formulierung „Gaul durchgehen“ nutzte ich synonym zur Formulierung „einen Bock schießen“, was nicht im Widerspruch zu meiner öffentlichen Darstellung in den Kommentaren weiter unten steht. Im Gegenteil: die öffentliche Darstellung zum Sachverhalt ist weitaus detaillierter als in der zitierten Mail. Weiter heißt es darin unter anderem: „Es ist ok, dass Du in Deinem Artikel eine journalistische Verfehlung anprangerst. Nichts dagegen. Dieser Rohschnitt im Netz war sch… (editiert). Punktum. Deswegen war er um die Mittagszeit auch wieder weg. Was mich ein bisschen stört, ist die Pauschalisierung, die Du dem Ganzen beifĂŒgst.“ (etc.)

    Ich habe in der Tat gebeten, nicht aus der Mail zu zitieren, weil ich denke, dass es einen Unterschied zwischen persönlichem Kontakt und öffentlicher Auseinandersetzung gibt, der wir uns im ĂŒbrigen gestellt haben. Daher ist die Unterstellung, irgendetwas sei zu peinlich gewesen als dass es veröffentlicht werden könnte, nicht haltbar. Wir haben die Diskussion angenommen und sie inhaltlich erheblich weiter getrieben. Ich hatte beobachtet, dass Herr Prothmann in frĂŒheren Posts aus offensichtlich privaten Mails zitierte, was ich schlicht fĂŒr schlechten Stil halte. Wenn man es doch tut – Herr Prothmann selbst hat alles dazu gesagt. Es obliegt dem Leser selbst, seine SchlĂŒsse daraus zu ziehen.

    Dass nicht-redaktionelle Mitarbeiter Zugang zum Redaktionssystem haben, Herr Prothmann, ist im ĂŒbrigen ein völlig normaler Zustand, den Sie kennen sollten, wenn Sie sich intensiv in der Medienwelt bewegen und auf diesem Gebiet ein Experte sind. Video-Server, Sendeserver, Schnittsystem, das CMS fĂŒrs Web – dies alles, zusĂ€tzlich zur Ablaufplanung und den Textfunktionen, ist letztlich das Redaktionssystem. Alles ist vernetzt, Redaktion und Technik, damit haben sowohl Redakteure als auch Techniker Zugang dazu. Letztlich, wenn es Sie beruhigt, nutzt RNF eine kleinere, aber in ihren Komponenten vergleichbare Soft- und Hardware-Lösung wie das ZDF, einfach eine kleinere Skalierung dieses Systems. Workflow-Anleihen haben wir beim ZDF und beim MDR genommen. FĂŒr die Rechtevergabe innerhalb des Systems haben wir wĂ€hrend der Installation Expertenrat eingeholt. Insofern bewegen wir uns durchaus auf dem aktuellen Stand der Dinge. Aus meiner Darstellung geht sehr klar hervor, wie es zu dem Fehler kam, um den es hier geht. Ich habe mehrfach betont, dass es ein Fehler war, der uns unterlaufen ist und den wir eingestanden haben – was gleichzeitig bedeutet, dass seine Ursachen analysiert und abgestellt wurden.

    Mir geht es lediglich um die Feststellung, dass die Darstellung Ihres Artikels, der bis jetzt online steht, nicht der Faktenlage entspricht, die nun einmal RealitĂ€t ist. Sie können jedweder journalistischen Ethik anhĂ€ngen, die Ihnen beliebt, sei es auf VHS-Niveau oder irgendeiner anderen – sie sollten als Journalist nur sicherstellen, dass die Inhalte, die Sie verbreiten, der RealitĂ€t standhalten.

  • heddesheimblog

    Guten Tag!

    Sie haben in Ihrem Kommentar vom 10: September 2011, um 18:21 Uhr geschrieben:

    „Wir haben das Material zunĂ€chst online gehalten, bis der Sendebeitrag fertig war. Da es sich bis dahin nur um wenige Minuten handelte, bis der neue Beitrag kam, hielten wir das fĂŒr vertretbar. “

    Glauben Sie sich eigentlich selbst noch etwas, Herr KĂŒhnl? Was denn nun? Erst wars ein technischer Fehler, dann ein nicht-redaktioneller Mitarbeiter, dem „der Gaul durchgegangen“ ist, was Sie dann nicht mehr so gemeint haben wollen, sondern auf „Bockmist bauen“ umschwenken.

    Was ist die Motivation fĂŒr einen angeblichen nicht-redaktionellen Mitarbeiter, Rohmaterial online zu stellen?
    Was hat ein solcher Mitarbeiter im Kopf?
    Denkt er ĂŒber die Folgen nach?
    Gibt es eine klare redaktionelle Linie? Wie wird deren Umsetzung kontrolliert? Was sind die Folgen, wenn dagegen verstoßen wird?
    Die Redaktion hat den „Fehler“ bemerkt und das Material online gelassen, bis der Sendebeitrag fertig war?
    Welchen anderen Grund als den, wenn schon keinen Beitrag, so doch wenigstens Leichenbilder zeigen zu können, hat es gegeben?
    Wie kann es sein, dass Sie das fĂŒr „vertretbar“ gehalten haben?
    Ist der „Fehler“ eines „nicht-redaktionellen Mitarbeiters“ damit nicht zu einem Fehler der Redaktion geworden?

    Die angebliche „Pauschalisierung“ ist eine kommentierende EinschĂ€tzung, die sich aus anderen Informationen und Erfahrungen ableitet, ĂŒber die hier nicht berichtet worden ist. Unsere Leserinnen und Leser werden zu entsprechender Zeit wiederum darĂŒber informiert, wenn wir aus der „Pauschalisierung“ konkrete Beispielse machen und veröffentlichen.

    Ihre Argumentation, es gebe einen Unterschied zwischen persönlichem Kontakt und öffentlicher Auseinandersetzung, ist nachvollziehbar. In einem ebenfalls persönlichen Schreiben habe ich Sie davon in Kenntnis gesetzt, dass eine unaufgefordert zugeschickte Information nicht den Anspruch auf Vertraulichkeit einfordern kann, wenn diese im konkreten Zusammenhang mit dem Ereignis steht.

    Diese Praxis der „Vertraulichkeit“ wird gerne von Pressesprechern, Politikern oder anderen angewendet. Das Prinzip ist einfach: Man gibt sich offen, versucht aber, ĂŒber die Vertraulichkeit, Informationen zu steuern oder weitere Informationen zu verhindern. Journalisten, die sich darauf einlassen, machen sich zu Komplizen. Leider lassen sich nicht nur Provinzjournalisten ĂŒber diese „Vertraulichkeitsmauschelei“ verhaften, das gilt in bedeutendem Maße auch fĂŒr die „Hauptstadtjournalisten“, die abends am Tresen mit den zusammenhocken, ĂŒber die sie berichten und dabei „Vertrauliches“ besprechen.

    Ihre Aussage, Sie hĂ€tten beobachtet, dass von uns aus offensichtlich privaten Mails (Mehrzahl) zitiert wĂŒrde, sollten Sie in Zukunft unterlassen. Das ist ein freundlich gemeinter Hinweis.

    Ich habe Ihnen angeboten, diesen „internen“ emails hier zu veröffentlichen – komplett also Ihre emails und meine. Dazu sind Sie nicht bereit, warum auch immer. Ein Argument Ihrerseits ist, Sie hĂ€tten dort ĂŒber „Kollegen“ geschrieben. Wer gibt Ihnen das recht dazu? Und warum geht das nur „vertraulich“? Warum lassen Sie es nicht weg? Auch darĂŒber können sich die Leserinnen und Leser eine Meinung bilden.

    Der Beitrag wurde, wie von Ihnen gewĂŒnscht, mit der BegrĂŒndung zum „Fehler“ ergĂ€nzt. Punkt.

    Nochmals. Sie haben hier öffentlich geschrieben:
    „“Wir haben das Material zunĂ€chst online gehalten, bis der Sendebeitrag fertig war. Da es sich bis dahin nur um wenige Minuten handelte, bis der neue Beitrag kam, hielten wir das fĂŒr vertretbar. “

    Unsere EinschÀtzung ist also vollstÀndig zutreffend.

    Die RNF-Redaktion hat entschieden, das „rohe“ Material online zu lassen, bis ein Sendebeitrag fertig ist. Das heißt ĂŒbersetzt – bis dahin wollte man zum Thema welche Information auch immer bereitstellen. Das hielt die RNF-Redaktion fĂŒr „vertretbar“.

    Und genau das ist der Grund, weshalb ich zu der Meinung gelangt bin, dass es sich um Trash-TV handelt. Den Beleg haben Sie, Herr KĂŒhnl, eindrĂŒcklich geliefert.

    Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
    Hardy Prothmann

  • Donna E.

    Der ganze Thread ist einfach nur peinlich!
    NatĂŒrlich hat sich RNF nicht gerade mit Ruhm bekleckert als man den Bericht in dieser Fassung gesendet und online gestellt hat.
    Andererseits war erst vor kurzem auf heddesheimblog.de ein Bericht ĂŒber einen Verkehrsunfall. Statt einem Bild wurden viele Bilder, teilweise in Nahaufnahme abgebildet. Gut, es waren keine Opfer zu sehen, aber auch da hĂ€tten ein oder zwei Bilder gereicht.

    Davon abgesehen scheint Herr Prothmann auch ein Mensch des Typus „stur“ und „selbstverliebt“ zu sein. Er macht keine Fehler, nur die anderen.
    Vielleicht sollten sich Leser des Blogs wirklich mal fragen ob sie diese Art von „Journalismus“ supporten wollen.
    Ich habe es inzwischen getan und werde zukĂŒnftig wohl eher den Gegnern von herrn Prothmann Glauben schenken.

    In diesem Sinne
    Viel Spass noch.

  • heddesheimblog

    Guten Tag!

    Den von Ihnen angesprochenen Bericht finden Sie hier:
    http://heddesheimblog.de/wordpress/2011/07/05/rentner-ueberfahren-feuerwehr-mussten-den-mann-unter-einem-fahrzeug-heraus-retten/

    Aufgrund der besonderen Rettungssituation haben wir den Unfall umfangreich bebildert. Unsere Fotos sind aus unserer Sicht jorunalistisch einwandfrei – sie dokumentieren das Ereignis aus unterschiedlichen Perspektiven. Zudem ist die Ringstraße immer wieder Thema, weil hier schon mehrere Fahrradfahrer in Verbindung mit Autos schwerst verletzt oder sogar getötet worden sind.

    NatĂŒrlich machen auch wir hin und wieder Fehler. Wenn Sie etwas aufmerksamer wĂ€ren, wĂŒssten Sie beispielsweise, dass wir eine Kategorie „Korrektur“ haben:
    http://heddesheimblog.de/wordpress/category/artikel/korrektur/
    Hier stellen wir freiwillig Texte ein, die von uns korrigiert wurden. Der letzte ist vom September 2010.

    Ansonsten schauen Sie sich den Kommentarverlauf an und vergleichen Sie das mit anderen redaktionellen Angeboten – Sie werden kaum irgendwo eine vergleichbar offene Diskussionskultur finden.

    Wes Geistes Kind Sie sind, zeigt Ihre Formulierung „den Gegnern von Herrn Prothmann Glauben schenken“.
    Wir haben aus unserer Sicht keine „Gegner“ – wir berichten unabhĂ€ngig und unvoreingenommen, was man von den meisten Medien hier im Raum nicht behaupten kann.
    Sie scheinen Kritik auf die Ebene einer Stammeszugehörigkeit zu verstehen – man gehört dazu oder ist dagegen. Das zeigt ein sehr einfaches Weltbild und verkennt, dass die Welt ein klein wenig komplexer ist.

    Jeder wĂ€hlt seinen Zugang zur Welt selbst – mag er noch so einfach strukturiert sein.

    Das gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr die Meinungsfreiheit. Der Gesetzgeber hat die inhaltliche Tief bewusst offen gelassen. Man darf also auch ganz frei dumme Meinungen haben, solange diese nicht andere RechtsgĂŒter verletzen.

    Einen schönen Tag wĂŒnscht
    Das heddesheimblog.de

  • Herr Prothmann, geschrieben habe ich auch:

    „Zur ErklĂ€rung der HintergrĂŒnde: Was da online zu sehen war, war der Rohschnitt, der fĂŒr den Programmaustausch zwischen TV-Sendern bestimmt war. Es war kein redaktionell aufbereitetes Material. Es war nicht fĂŒr die Veröffentlichung bestimmt, sondern als Arbeitsmaterial fĂŒr andere Nachrichtensendungen, die ihrerseits ihre eigene Bildauswahl treffen. Wie in frĂŒheren Ă€hnlich gelagerten FĂ€llen war die Absicht fĂŒr RNF.de, einen deutlich entschĂ€rften, sehr viel kĂŒrzeren Schnitt als Illustration zur Nachrichtenmeldung online zu stellen. Auch diese Videos sind in der Regel zunĂ€chst unkommentiert und werden spĂ€ter durch den Sendebeitrag ersetzt, den wir fertigstellen, wenn sich die Faktenlage verdichtet und Änderungen unwahrscheinlich werden. In diesem Fall passierte es nun, dass die falsche Version online ging. Das war – wie gesagt – ein Fehler, den wir bedauern. Nachdem wir den Fehler bemerkten, haben wir zunĂ€chst den Text der Nachrichtenmeldung entsprechend ergĂ€nzt, die Bilder als Rohschnitt kenntlich gemacht und wenig spĂ€ter den Sendebeitrag an die entsprechende Stelle gesetzt. “

    Des weiteren:

    „HĂ€tten wir, wie uns in dem Hauptartikel vorgeworfen wird, mit dem langen Video einen Effekt erzielen wollen, dann hĂ€tten wir es entsprechend promoted und es nicht im Video-Portal versteckt. Dann hĂ€tten wir vielleicht in der Hauptsendung “RNF Life” in der Moderation gesagt: “Wenn Sie mehr spektakulĂ€re Bilder von dem Unfall bei Heppenheim sehen wollen, dann klicken Sie jetzt ins Video-Portal auf rnf.de. Dort haben wir den gesamten Rohschnitt fĂŒr Sie hinterlegt.” Das haben wir aber nicht. Wenn Sie die Sendung im Fernsehen verfolgt haben, dann haben Sie gesehen, dass ich in der Moderation das Thema nicht angeheizt, sondern im Gegenteil Fahrt herausgenommen habe. “

    Und:

    „Deine Beobachtung ist richtig. Wir haben das Material zunĂ€chst online gehalten, bis der Sendebeitrag fertig war. Da es sich bis dahin nur um wenige Minuten handelte, bis der neue Beitrag kam, hielten wir das fĂŒr vertretbar. Der Fehler wurde zu spĂ€t erkannt, d’accord.

    Die Argumentation, dass es sich um Material fĂŒr andere Sender handelte, ist keineswegs abwegig. NatĂŒrlich liegt das Material in hoher Auflösung vor. Der weitere Workflow lĂ€uft so: Das Material wird mit einer Produktionsnummer versehen, ĂŒber einen zentralen Server encodiert und automatisch auf den Webserver hochgeladen. Auf der Webseite werden die veröffentlichte Seite und das hochgeladene Video miteinander verknĂŒpft. Nun wurde schlichtweg die falsche Nummer vom Schnitt ans Webteam kommuniziert und damit das falsche Material online gestellt. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um TV-Sender-Material oder Sendematerial handelt – vor einem Content Management System sind zunĂ€chst einmal alle Nummern gleich. Und wie gesagt: Normalerweise sollte so etwas nicht vorkommen – deshalb war es ja auch ein Fehler.“

    Sowie schließlich noch:

    „Wichtig fĂŒr uns war zunĂ€chst, dass die *VerknĂŒpfung* auf unserer Webseite nicht mehr existent war und damit von der Seite offensichtlich verschwunden war. Damit lag das File inklusive der veröffentlichten Seite zwar noch auf dem Server, wĂ€re aber fĂŒr User, die den Permalink nicht hatten, auf keinen Fall zugĂ€nglich gewesen. Das mag man dilettantisch nennen unter technischen Aspekten – allerdings entkrĂ€ftet dieses Vorgehen deutlich Deinen Hauptvorwurf, nĂ€mlich dass wir versucht hĂ€tten sensationslĂŒstern ĂŒber das UnglĂŒck zu berichten. Lass uns diese Motivation Deines Artikels mal eben nicht aus den Augen verlieren: Du unterstellst uns, wir hĂ€tten absichtlich sensationsheischend berichten wollen, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Das ist schlichtweg nicht der Fall.“

    Ich denke, aus dieser Zitatauswahl wird deutlich, welche Motivation bzw. Nicht-Motivation dazu fĂŒhrte, dass ein in der Tat nicht adĂ€quates Video fĂŒr zweieinhalb Stunden zu sehen war und dann ĂŒber die Webseite nicht mehr erreichbar war.

    Damit sind die meisten Ihrer Fragen (und noch mehr) in Bezug auf RNF beantwortet. Und sie waren es bereits, damit hĂ€tten Sie sie jetzt nicht mehr zu stellen brauchen. FrĂŒher hĂ€tten Sie das tun können, gerne. Sollen sogar! Bevor Sie den Artikel geschrieben haben. Dass Sie es unterlassen haben ist ja mein Hauptvorwurf an Sie.

    Zu den Fragen, die Sie darĂŒber hinaus in Ihrem letzten Kommentar noch stellen:

    NatĂŒrlich gibt es eine redaktionelle Linie, die lautet: Wenn es motiviert ist, einen Sarg zu zeigen, etwa um zu illustrieren, dass ein Mensch gestorben ist, zeigen wir ihn unter der Wahrung von PietĂ€t. Wir zeigen nicht die Leiche und keine offenen Leichenteile.

    Wird gegen diese Regelung verstoßen, gibt es eine Teambesprechung, in der die Redaktionsmitglieder noch einmal auf denselben Stand gebracht werden. Passiert der Verstoß in einer Sendung, die spĂ€ter noch einmal zur Wiederholung ansteht, wird die entsprechende Passage umgehend entschĂ€rft, damit die entsprechende Szene nicht noch einmal zur Ausstrahlung kommt.

    Der nicht-redaktionelle Mitarbeiter ĂŒbernimmt die technische Abwicklung des Online-Stellens eines Beitrags im Auftrag der Redaktion. In diesem Fall hat dieser Mitarbeiter, wie bereits dargestellt, eine Nummer falsch kommuniziert.

    Wenn Sie so wollen, ist der Fehler des Mitarbeiters zu einem Fehler der Redaktion und damit von RNF geworden. Deswegen habe ich mich auf Ihrem Blog in meinem ersten Kommentar im Namen von RNF fĂŒr diesen Fehler rundweg entschuldigt.

    Wie ich bereits sagte, halte ich nichts von der Veröffentlichung von persönlichen Emails. Im konkreten Fall, den Herr Prothmann anspricht, in Bezug auf meine Äußerungen zu „Kollegen“ habe ich ihn auf die Ausrichtung seines Blogs angesprochen, und in diesem Zusammenhang auch darauf hingewiesen, dass er Kollegen des Mannheimer Morgen regelmĂ€ĂŸig in der Kritik hĂ€lt, anstelle auf einem Blog, das als heddesheimblog lokale Nachrichten verspricht dann auch tatsĂ€chlich ausschließlich auf diesen Ort gemĂŒnzte Nachrichten zu veröffentlichen. Wir sind da unterschiedlicher Ansicht – Herr Prothmann sagt, auch Verfehlungen der lokalen Zeitung seien Orts-Themen. Ich meine, vor allem Sachthemen sind Themen. Ich halte die Artikel, die sich mit anderen Medien beschĂ€ftigen, auf Herrn Prothmanns Blogs fĂŒr zahlenmĂ€ĂŸig ĂŒberreprĂ€sentiert. Auch der Artikel ĂŒber RNF hat z.B. mit Heddesheim genau genommen nichts zu tun, außer dass RNF in Heddesheim empfangen werden kann. Dieser Aspekt wĂ€re mir in der konkreten Diskussion allerdings zu sehr off-topic.

    Wahrscheinlich aber spielt Herr Prothmann aber auf eine Äußerung meinerseits in Bezug auf meinen Kollegen und Chef Herrn Siegelmann an, der den spĂ€teren Beitrag vertont hat. Ich hatte den Eindruck, in dem Artikeltext sollte das Lispeln des Kollegen dazu missbraucht werden ihn herabzuwĂŒrdigen. Dazu haben andere in den Kommentaren ihre Meinung bereits kundgetan, ich habe meinen Eindruck zur QualitĂ€t der von heddesheimblog gegebenen Informationen zur Therapie von Sprachfehlern hinzugefĂŒgt.

    Informationen steuern in Bezug auf die konkrete Diskussion wollte ich nicht. Ich denke, durch meine klaren Stellungnahmen in den Kommentaren wird deutlich, dass ich keine Diskussion „off-records“ gesucht habe oder gar eine Änderung des Artikels zu unseren Gunsten durch die HintertĂŒr herbeifĂŒhren wollte.

    Ich denke auch, damit ist unsere Diskussion am Ende.
    Lassen wir die Leser doch ihre eigene EinschÀtzung treffen.

  • Ich finde ja den Fall nun umfassend aufgearbeitet und auch die schnellen ErklĂ€rungen und Entschuldigung von Herrn KĂŒhnl professionell und ok. Danke dafĂŒr.

    RNF hat aus meiner Sicht ein anderes Problem: Die stĂ€ndige Jubelberichterstattung ĂŒber die sog. „Metropolregion“ ĂŒbersteigt jedes ertrĂ€gliche Maß. Womit rechtfertigen Sie die zahllosen Hurra-BeitrĂ€ge fĂŒr ein Steuern verschlingendes Marketingmonster?? Journalismus wĂ€re, kritisch zu hinterfragen, ob wir sowas brauchen und wer am Ende die Rechnung fĂŒr all die Marketing-AktivitĂ€ten zahlt.

  • heddesheimblog

    Guten Tag!

    Zur Zusammenfassung Ihrer Argumente wird es eine weitere Berichterstattung geben, die Dichtung und Wahrheit verdeutlichen wird.

    Die Entschuldigung haben wir und unsere Leserinnen und Leser zur Kenntnis genommen, ebenso den kurzen Hinweis zur „missglĂŒckten“ Veröffentlichung unter dem Sendebeitrag von rnf.de

    Wir veröffentlichen ĂŒblicherweise auch keine privaten emails. Wir haben dieses „Angebot“ gemacht, um zu dokumentieren, dass Sie auf der einen Seite „vertrauliche Behandlung“ wĂŒnschten und auf der anderen Seite VorwĂŒrfe gegen uns gerichtet haben, die nur dann funktionieren, wenn man etwas „vertraulich weglĂ€sst“.

    Da Sie keine inhaltliche Kompetenzen haben, mĂŒssen Sie uns schon ĂŒberlassen, welche Nachrichten wir fĂŒr relevant halten – Fehlinformationen von Medien, gesteuerte Informationen durch Medien, unterdrĂŒckte Informationen durch Medien halten wir fĂŒr sehr relevant und unterrichten die Öffentlichkeit deshalb auch weiterhin darĂŒber. Das große Interesse bestĂ€tigt diese redaktionelle Entscheidung. Auch bei einem geringeren Interesse wĂŒrden wir so fortfahren, weil wir davon ĂŒberzeugt sind, dass schlechter Journalismus negative Folgen auf die Gesellschaft hat.

    Sie können es ĂŒbrigens in Zahlen fassen: Von knapp 2.000 Artikeln auf dem heddesheimblog enthalten 241 irgendwo das Wort „Mannheimer Morgen“. In den ĂŒberwiegenden FĂ€llen beziehen wir uns auf den MM, in sicherlich vieleln FĂ€llen kritisieren wir die Zeitung. Das dĂŒrfte fĂŒr „gefĂŒhlt“ 50-100 Texte zutreffen – wir haben sie nicht gezĂ€hlt. Damit haben wir die Berichterstattung im MM in 2,5-5 Prozent unserer Texte thematisiert – „ĂŒberreprĂ€sentiert“ geht anders.

    Der kritisierte Film im Internetportal des RNF kann weltweit gesehen werden – relevant ist er fĂŒr das „Sendegebiet“, also die regionale Umgebung. Dies betrifft alle Orte, fĂŒr die wir unsere Blogs oder Internetzeitungen machen. Deshalb wurde unser Artikel auch in allen Angeboten veröffentlicht.

    Die sehr große Zugriffszahl mit ĂŒber 3.600 Zugriffen auf den Text im heddesheimblog.de erklĂ€rt sich auch ĂŒber eine Verlinkung bei bildblog.de. Das ist ein sogenanntes „Watchblog“, also ein Angebot, dass sich auf die Beobachtung von bestimmten Themen spezialisert hat. bildblog.de hatte ehemals die Bild und deren Berichterstattung tĂ€glich kritisiert, spĂ€ter hat die Redaktion die Beobachtung von journalistisch-redaktionellen Verfehlungen ausgeweitet und gilt in Deutschland als eines der medienkritischsten Portale. DafĂŒr wurde bildblog.de mit dem Grimmepreis ausgezeichnet. Die Redaktion arbeitet unabhĂ€ngig und was verlinkt wird, hĂ€lt die Redaktion fĂŒr relevant.
    Insofern kann man die enorme MĂŒhe, die sich Herr KĂŒhnl gegeben hat, auch unter diesem Aspekt verstehen: Da der Artikel bundesweit fĂŒr Aufmerksamkeit gesorgt hat, ist man beim RNF anscheinend sehr um „Schadensbegrenzung“ bemĂŒht.
    http://www.bildblog.de/ressort/6-vor-9/

    Es trifft nicht zu, dass Herr KĂŒhnl keine „off-records“-Diskussion gesucht hat. Er hat sich an uns gewandt und dabei diese Informationen, die aber nicht öffentlich sein sollten, verwendet. Wie man das zu bewerten hat, haben wir bereits geschrieben.

    Unser Hinweis auf die schnoddrige Moderation des Senderchefs Siegelmann betrachten wir nicht als Fehler – wir haben das argumentiert. Das Sprachproblem ist vermutlich lösbar und im Sinne eines QualitĂ€tsmanagements versucht man das beste Produkt, dazu gehört auch die Sprache, zu liefern. Außer, man findet das egal oder glaubt sogar, dass sei ein Markenzeichen. Das entscheidet der Produktanbieter selbst.

    TatsĂ€chlich war dieser Hinweis von unserer Seite in diesem Zusammenhang unnötig und auch Ă€rgerlich, weil es einige BemĂŒhungen gab, vom eigentlichen Thema abzulenken, nĂ€mlich der journalstischen Verfehlung des RNF.

    Einen schönen Tag wĂŒnscht
    Das heddesheimblog.de

  • gordongecko

    Man sollte diese unselige Metropolregion besser heute als morgen abschaffen. Und RNF gibt sich auch noch als Verlautbarungsorgan fĂŒr dieses PR Blabla her. DAS wĂ€re mal ein Thema fĂŒr das heddesheimblog. Spannender als ein Ă€rgerlicher und mittlerweile aufgeklĂ€rter Fehler durch einen freien Mitarbeiter…

  • heddesheimblog

    Guten Tag!

    Als hĂ€tten wir nicht schon genug Arbeit…

    Aber in der Tat beobachten wir auch einige Dinge, die man hinterfragen muss. Wir bemĂŒhen uns und berichten zu gegebener Zeit.

    Einen schönen Tag wĂŒnscht
    Das heddesheimblog

  • Ich bin sprachlos!