Sonntag, 22. Oktober 2017

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GefÀhrliche Rutschen? Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen

Schwerer Unfall im Miramar: Frau erleidet Wirbel- und Kieferbruch

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Weinheim/Rhein-Neckar, 09. Oktober 2012. (red) Am Sonntag ist es im Weinheimer Spaßbad Miramar zu einem dramatischen Unfall gekommen. Eine Frau hat dabei einen Bruch des zweiten Lendenwirbels, einen Unterkieferbruch sowie ein SchĂ€deltrauma erlitten. Angeblich soll sie in einer Rutsche „steckengeblieben“ sein. Ein „nachrutschender“ Gast sei dann auf die Frau geprallt, wodurch die erheblichen Verletzungen entstanden sein sollen.

Nach unseren Informationen ereignete sich der Unfall gegen 14:40 Uhr in einer der Rutschen. Die Frau soll aus bislang noch ungeklĂ€rter Ursache in einer der Rutschen „steckengeblieben“ sein, ein nachrutschender Badegast soll mit hohem Tempo mit der Frau zusammengestoßen sein. Dabei soll sie einen Bruch des zweiten Lendenwirbels erlitten haben, ebenso einen Bruch des Unterkiefers und ein SchĂ€deltrauma. Der Mann soll andere GĂ€ste durch Rufe aufmerksam gemacht haben, die hĂ€tten dann die Badeaufsicht verstĂ€ndigt.

Schwerer Unfall – die Polizei ermittelt nachtrĂ€glich

Die Polizei war nicht an den Unfallort gerufen worden und ist erst durch unsere Anfrage auf den Unfall aufmerksam geworden. ZunĂ€chst war unklar, wer fĂŒr die KlĂ€rung „zustĂ€ndig“ ist, also die Stadt Weinheim als Bauaufsichtsbehörde oder die Polizei. Da die Rutschen technisch „abgenommen“ sind, erklĂ€rte sich die Stadt fĂŒr nicht zustĂ€ndig, nun ermittelt die Polizei den Grund des Unfalls und wer verantwortlich ist.

Schwerste Verletzungen

Unsere Recherchen haben ergeben, dass am Sonntagnachmittag eine verunglĂŒckte Frau mit der Diagnose Bruch des zweiten Lendenwirbels, Kieferbruch sowie SchĂ€deltrauma ins Mannheimer UniversitĂ€tsklinikum eingeliefert wurde, wo sofort eine Notoperation durchgefĂŒhrt worden ist, da infolge der Wirbelverletzung eine QuerschnittslĂ€hmung drohte. Nach unseren Informationen muss die Frau in etwa zwei Wochen nochmals operiert werden.

Auf Anfrage unserer Redaktion hat sich die Unternehmensleitung bislang nicht zum Unfall, zum Unfallhergang und den daraus resultierenden Konsequenzen geĂ€ußert, um die Sicherheit der GĂ€ste zu gewĂ€hrleisten. Man wolle am Mittwoch dazu Stellung beziehen. Das Unternehmen betonte in einer ersten Antwort, dass die Rutschen sicher seien.

Rutschen in der Kritik

Erst vor kurzem waren zu den bestehenden fĂŒnf Rutschen drei neue Rutschen in Betrieb genommen worden, darunter der Hurricane Loop, bei der man mehrere Meter in die Tiefe fĂ€llt, um dann mit hoher Geschwindigkeit 170 Meter zu rutschen. Der Weinheimer OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard „weihte“ die Rutsche ein und beurteilte sie als „saugeil“. Der OB hatte an diesem Tag offensichtlich Spaß.

Angeblich soll der Unfall in dieser Rutsche passiert sein. Diese Information ist allerdings unsicher und konnte bislang noch nicht verifiziert werden. Vor der Inbetriebnahme der neuen Rutschen gab es Berichte auf einem Internetportal ĂŒber Probleme mit den Rutschen, unter anderem ĂŒber Schnittwunden und Prellungen.

Ob ein  technisch-bauliches Problem der Rutschen der Grund fĂŒr den aktuellen Unfall ist oder eine Verletzung der Aufsichtpflicht oder der AblĂ€ufe der Anlage, werden die kriminalpolizeilichen Ermittlungen feststellen mĂŒssen, die das Revier Weinheim aufgenommen hat. Ob die Polizei die Rutschen beschlagnahmt, stand am frĂŒhen Abend noch nicht fest.

Sobald das Unternehmen sich zur Sachlage Ă€ußert, werden wir Sie informieren.

 

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.

  • Knox

    Wir gehen solange nicht mehr ins Miramar, bis diese Sache hundertprozent aufgeklÀrt ist.

    • Redaktion

      Guten Tag!

      Wir gehen davon aus, dass der Betreiber selbst an einer lĂŒckenlosen KlĂ€rung und Verbesserung der Sicherheit interessiert sein wird.

      VerstĂ€ndnis haben wir, dass Sie die Rutschen nicht benutzen – der Rest des Bades bietet ja noch viele andere attraktive Angebote.

      Einen schönen Tag wĂŒnscht
      Das Weinheimblog.de

  • Tasso Mehler

    Naja, am Samstag ist doch auch erst ein Unfall passiert in der selben Rutsche. Eine Badegast ist steckengeblieben, der Nachrutschende erlitt Prellungen, ein wunderschönes bleues Auge und wurde mit 6 Stichen im Weinheimer Krankenhaus genĂ€ht. So viel dazu “ die Rutschen seien sicher

  • Jacksonville

    weis aus verlĂ€sslicher quelle das die neuen rutschen sehr oft mit verletzungen schon geendet haben …

  • Chris

    Das ist ja furchtbar! Meine Tochter ist vor einigen Wochen auch in dieser Rutsche stecken geblieben und hatte furchtbare Angst, bis jemand kam und sie aus der Röhre befreit hat. Sie hatte genau diese Angst, dass jemand von oben nachrutscht und sie nicht ausweichen kann.
    Das das Bad aus dem Vorfall damals nicht gelernt hat ist mir ein RĂ€tsel!!
    Also meine Tochter wird dieses Bad nicht mehr betreten – das steht fest.

  • XoXo

    Absolut nicht zu vertreten! Die GeschÀftsleitung sollte man selbst in die Rutsche stecken!

  • Mhm’er

    Kam heute Morgen (11.10.12) als „brandneue“ Mitteilung auf FFH….

    • weinheimer

      RNF hatte es auch und hat weinheimblog zitiert (d. h offenbar „Kriegsbeil“ zwischen den Redaktionen ist begraben…)

      • Redaktion

        Guten Tag!

        Die Nennung der Quelle Weinheimblog.de bei RNF war korrekt und wir haben das als journalistischen Standard registriert.

        Ansonsten gab und gibt es kein „Kriegsbeil“ von unserer Seite, weder gegenĂŒber anderen Medien noch sonstigen Personen/Firmen/Institutionen. Wir berichten immer kritisch, an Fakten orientiert, decken MissstĂ€nde auf oder loben positive Entwicklungen. Eben so, wie guter Journalismus sein sollte.

        Einen schönen Tag wĂŒnscht
        Das Weinheimblog.de

  • Marion Held

    Habe erst heute davon in unserer Zeitung gelesen. Dass wieder einmal niemand (Stadt, Bauaufsichtsbehörde usw.) einen Fehler gemacht hat, war ja klar.

    Aber jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Muss es bei „Spaß“ denn immer höher, schneller, weiter gehen? Irgendwo sind offensichtlich doch menschliche Grenzen und somit UnfĂ€lle vorprogrammiert, oder?

    • Redaktion

      Guten Tag!

      Das höher, schneller, weiter war nicht das Problem, sondern ein Bedienfehler durch Angestellte. Nach Angaben des Betreibers ist diese Fehlerquelle in Zukunft ausgeschlossen, weil GĂ€ste, die den zweiten Looping nicht schaffen und zurĂŒckrutschen, erst persönlich aus der Rutsche geholt werden mĂŒssen, danach muss manuell eine Freigabe der Rutsche erfolgen und erst dann kann der nĂ€chste Gast rutschen.

      Einen schönen Tag wĂŒnscht
      Das Weinheimblog.de

  • Manu

    Leute das ist ungefaehr das gleiche wie wenn man die Verpackung von Lego net richtig liest und die Kleinteile einem Kind gibt welche diese aufisst!Da gehoert eben eine Alterbegrenzung hin und eine Erklaerung wie man zu rutschen hat.Ich war jetzt des öfteren in dieser Rutsche da ist enlich mal Abwechslung drin!Es ist nunmal nicht alles gsnz ungrfaehrlich was viel spaß macht deswegen ist das auch nichts fuer Kinder wenn man mich fragt!