Donnerstag, 14. Dezember 2017

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7. Wein im Park Veranstaltung von Hutter im Schloss

„Riesling bleibt der Renner“

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Jan Hutter – Gastronom und Weinkenner.

 

Weinheim/Rhein-Neckar, 10. Oktober 2013. (red/aw) Am 3. Oktober veranstaltete Jan Hutter mit seinem Team vom Restaurant Hutter im Schloss bereits zum siebten Mal „Wein im Park“. Mit Hilfe von 23 Winzern und Fachh├Ąndlern pr├Ąsentierte der passionierte Weintrinker und Koch den G├Ąsten eine interessante Palette von erlesenen Weinen. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Besonders die neue Generation der Winzer in Deutschland hat es dem Gastronom angetan. ├ťber welche Trends er sich in der Branche besonders freut und welche Dinge es auch f├╝r Gelegenheitsgenie├čer zu beachten gilt, veriet er im Gespr├Ąch mit uns.

Von Alexandra Weichbrodt

Die Auswahl der ausstellenden Winzer trifft Jan Hutter selbst. Der Gastronom ist Koch und Weinkenner zugleich. F├╝r sein Restaurant Hutter im Schloss w├Ąhlt er nur die erlesensten Tropfen aus. Dabei kommt es jedoch nicht auf Exklusivit├Ąt oder den Preis an, sondern vor allem „auf den Geschmack“. Mit vielen der ausstellenden Winzer arbeitet er bereits seit Jahren zusammen, alle stehen auf der Weinkarte seines Restaurants. Doch auch immer wieder „neue Entdeckungen“ kommen hinzu. Das Angebot wird daher st├Ąndig ├╝berabeitet und erg├Ąnzt.

Die siebte Wein im Park-Veranstaltung lief super. Es hat wiedermal viel Spa├č gemacht und auch die Resonanz der Aussteller und G├Ąste war durchweg positiv,

hutter im schloss-131010- IMG_4399res├╝miert Jan Hutter. Rund 400 G├Ąste von Bensheim bis Hockenheim, aus dem Odenwald, Mannheim und Heidelberg waren gekommen: „Es werden von Jahr zu Jahr mehr.“ Die Besonderheit von Wein im Park liege zum einem im Ambiente der Location: Mitten im Herzen des Schlossparks. Aber auch in der speziellen Auswahl der Aussteller. Durch die handerlesene Selektion komme es zu einer ganz eigenen Zusammenstellung „gro├čer und kleiner Betriebe“, des Nachwuchs und der alten Hasen der Branche.

Es pr├Ąsentierten sich Weing├╝ter, wie┬ávon Winning aus der Pfalz, die laut Hutter zu den Top Drei der deutschen Winzerbetriebe geh├Âren. Aber auch ein ganz junge Winzerb├╝ndnisse, wie WineChanges aus der Verbandsgemeinde Deidesheim in der Pfalz. Der Zusammenschluss der dreizehn „jungen, wilden“ Weing├╝tern zeige eine Entwicklung innerhalb der Branche, die Hutter begr├╝├čt:

Ganz angenehme junge Menschen arbeiten hier mit viel Spa├č zusammen. Man merkt, dass da nicht nur das gemeinsame Etikett vorhanden ist, sondern auch ein echter Zusammenhalt.

Insgesamt habe sich in den letzten zwanzig Jahren viel getan. Es vollzog sich ein gro├čer „Generationenwechsel“, der eine gewisse Professionalit├Ąt bereits bei den Berufseinsteigern mit sich brachte. „Fast alle der Jungwinzer haben heute studiert“, erkl├Ąrt Hutter. Die Erfahrung der ├Ąlteren Winzer-Generation werde heute mit wissenschaftlichem und marketingorientiertem Wissen wett gemacht. Da die Studienm├Âglichkeiten in Deutschland noch begrenzt sind, kennen sich viele der neuen Generation untereinander. Dadurch entst├╝nden solche B├╝ndnisse wie WineChange, mit viel Engagement und Einsatz auch f├╝r die vermeindliche Konkurrenz. „Der Zusammenhalt und auch der Austausch ist unter den j├╝ngeren Weingutbetreibern heute eine ganz anderer“, so Hutter.

Ein weiterer Vorteil des gut gebildetetn Nachwuchs:

Es passieren weniger Fehler. In den vergangenen Jahren sind die Weine insgesamt deutlich besser geworden. Auch im g├╝nstigen Preissegment findet man heute kaum noch wirklich schlechte Weine,

so der Experte. Schlecht sei zwar immer relativ und nicht selten eine Geschmackssache, aber richtige Fehler, „wie falsche G├Ąhrung, zu starke Oxidierung oder die Nutzung von unsauberer Hefe“, passieren heute selbst Berufseinsteigern kaum noch.

Riesling ist der Renner

Der aktuelle Trend in Sachen Wein gehe nach wie vor zum Riesling, so Hutter. Jetzt mit Beginn des Herbstes steige zwar auch der Rotwein wieder in der Gunst der G├Ąste, aber das halte sich in der kalten Jahreszeit gerade so in der Waage. Der Wei├čwein bleibt der beliebteste, besonders der trockene. Milde oder gar s├╝├če Weine werden kaum noch nachgefragt. Darunter fallen auch die fr├╝her so oft gesch├Ątzten Aperitif- und Dessertweine.

Was wir merken ist, dass immer mehr deutsche Weine nachgefragt werden. Der Wunsch nach Regionalit├Ąt gewinnt an Bedeutung, vor allem im Wei├čwein-Bereich.

Auch in seinem Restaurant setzt Jan Hutter auf eine erlesene regionale Auswahl.“Wir haben hier in der Region aber auch wirklich Gl├╝ck: Rheinhessen, Pfalz, Rheingau, Baden, W├╝rttemberg, Franken.“ Ein wichtiger Partner f├╝r Hutter im Schloss ist die Winzergenossenschaft Schriesheim. Die Zusammenarbeit sei nat├╝rlich aufgrund der N├Ąhe besonders intensiv, aber eben auch wegen der hervorragenden Qualit├Ąt der Schriesheimer Erzeugnisse, sagt Hutter.

hutter im schloss-131010- IMG_4403Spanische Weine stehen neben deutschen auf der Karte. Nicht, weil andere – franz├Âsische oder italienische – schlechter seien, sondern einfach, weil man sich fokussieren m├╝sse. „Die Weinwelt ist riesig, das Angebot der Weinheimer Gastronomen am Marktplatz ebenfalls gro├č“, sagt Hutter. Die Entscheidung dieser Selektion habe er daher bewusst getroffen. Die Vorliebe f├╝r spanischen Wein kommt von einer pers├Ânlichen Affinit├Ąt zum Land, erkl├Ąrt der Gastronom. Lange Jahre hat er in Spanien gelebt und gearbeitet und kennt sich daher auch gut mit den Produkten der dortigen Winzer aus.

Lecker und gut muss nicht teuer und Bio sein

Der Bio-Trend den die Lebensmittelbranche in den letzten Jahren durchlaufen hat, ist an der Weinbranche gr├Â├čtenteils vorbeigegangen, wei├č Hutter. Speziell nachgefragt werde Bio-Wein zumindest in seinem Lokal ganz selten. ├ťberhaupt ist die Definition von „Bio“ f├╝r Weine keine ausschlaggebendes Qualit├Ątskriterium:

Es ist ohnehin so, dass fast alle „Bio“ oder zumindest nah dran produzieren. Der Chemie-Einsatz ist in der Regel ohnehin minimal.

Aber besonders viele der kleinen Weing├╝ter k├Ânnten im schlimmsten Fall ohne den Einsatz von Spritzmitteln eine gesamte Traubenernte verlieren. Nur um anschlie├čend „Bio“ auf das Etikett zu drucken, sei vielen das Risiko zu hoch, wei├č Hutter. Hinzu k├Ąmen ja immer auch noch die Kosten f├╝r eine derartige Zerifizierung. Die w├╝rden sich dann wahrscheinlich auch auf den Endpreis des Produktes niederschlagen. Dabei ist teuer nicht immer besser und billig nicht immer schlecht, wei├č der Weinkenner.

Der Preis spielt nat├╝rlich auch bei unseren G├Ąsten eine Rolle. Aber die Bereitschaft, f├╝r gute Qulit├Ąt Geld auszugeben, ist gewachsen,

so der Restaurant-Betreiber. Generell k├Ânne man sagen, dass die Leute lieber seltener Essen gehen, daf├╝r aber besser. Die Weinpreise seien in Deutschland aber auch im europ├Ąischen Vergleich recht hoch, was oft mit den teueren Fixkosten zu tun hat. Sowohl in der Produktion als auch in der Gastronomie ist die Gewinnspanne deutlich anders zu berechnen als im Ausland, so Hutter. Hinzu komme die Transparenz der Weinpreise, die durch das Internet und den Online-Handel entstanden ist.

Die ganz exklusiven und meist sehr teuren Weine waren fr├╝her nur in der gehobenen Gastronomie zu bekommen. Heute ist das anders. Heute k├Ânnte der Gast mit dem Smartphone am Tisch die Preise aus der Karte mit dem Einkaufspreis der Flasche vergleichen,

so Hutter. Da sinke nat├╝rlich die Bereitschaft f├╝r eine Flasche mit einem Einkaufswert von 75,00 Euro, im Restaurant 200,00 Euro zu zahlen. „Die Schmerzgrenze liegt heute in der Regel bei 40,00 Euro f├╝r eine Flasche Wei├čwein und 60,00 Euro beim Rotwein“. Dabei muss es nicht immer so teuer sein. „Mit einer Flasche f├╝r etwa zehn Euro machen Sie eigentlich nichts verkehrt, besonders wenn es sich um einen Deutschen handelt“, so der Weinexperte. Die vielen Preise und Auszeichnungen, die Kunden im Supermarkt zum Kauf einer Flasche bewegen sollen, h├Ąlt er f├╝r unn├Âtig:

Ich selbst achte darauf gar nicht. Oftmal ist es, ├Ąhnlich wie bei Bio, eine Auszeichnung, die man nur gegen Geb├╝hr erh├Ąlt.

Die guten Winzer, die ihren Wein auch ohne solche Verkaufsargumente absetzen, w├╝rden darauf in der Regel verzichten. Wichtiger sei es auf das Weingut an sich zu achten: Hat der Winzer einen guten Ruf? Ist die Palette der Produkte durchweg qualitativ hochwertig? Ist der Erfolg ├╝ber mehrere Jahrg├Ąnge gegeben?

Jung und frech: Der Silvaner vom Weingut Lukas Krau├č

hutter im schloss-131010- IMG_4409Entdeckung des Jahres ist f├╝r Jan Hutter der Silvaner vom Weingut Lukas Krau├č. „Toller Wein, von einer Rebsorte, die fr├╝her in unserer Region viel verbreiteter war“, dann aber immer leichter wurde und zum Massenwein mutierte. Lukas Krau├č sei ein „frecher Typ“, der dem Silvaner wieder alle Ehre macht. Krau├č war das erste Mal bei Wein im Park dabei und ├╝berzeugte. Bald ist sein Silvaner im ausgew├Ąhlten Weinangebot bei Hutter im Schloss.

Der Silvaner sei fr├╝her ├╝brigens ein beliebter Wein zu Spargel gewesen, mittlerweile bevorzugen viele den Wei├čburgunder, erkl├Ąrt Hutter. Die Vorz├╝ge der Weintrinker ver├Ąndern sich. Auch pauschalisierte Empfehlungen, wie „Rotwein zu rotem Fleich und Wei├čwein zu hellem Fleich“ k├Ânne man heute so nicht mehr als Regel annehmen. Allenfalls als „grobe Richtung“ sei dieser Gedanke nicht verkehrt, aber nicht „dogmatisch“.

Es gibt mittlerweile so viele unterschiedliche Weine, dass es nicht mehr die eine Faustregel gibt. Besonders hier in Baden gibt es beispielsweise tolle leichte Rotweine, die auch im Sommer hervorragend zu Fisch passen.

Die Frage, ob ein Wein wirklich hundertprozentig zum Essen passt, sei immer eine schwierige Frage. Im Zweifel sei erlaubt, was schmeckt und Spa├č macht.

 

Viele Freunde mit den Fotos:

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