Montag, 16. Juli 2018

Jeder kann Leben retten

Wiederbelebung ist einfach

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In Deutschland leisten nur 15 Prozent der Laien vor dem Eintreffen der RettungskrÀfte Erste Hilfe. Foto: Ralph Mittelbach

 

Weinheim, 13. September 2013. (red/fw) In der Woche der Wiederbelebung (16. bis 22. September) informiert Feuerwehr Weinheim, wie man in der Situation eines Herzstillstand erste Hilfe leisten kann. Denn: Jeder kann eine Wiederbelebung durchfĂŒhren, jeder kann Leben retten.

Information der Feuerwehr Weinheim:

„Der plötzliche Herztod ist eine der hĂ€ufigsten Todesursachen in Deutschland. Ein Grund warum die Feuerwehr Weinheim diesem den Kampf angesagt hat. Seit 2011 engagieren sich die Weinheimer BrandschĂŒtzer federfĂŒhrend mit der UnterstĂŒtzung, des GRN Krankenhaus, des DRK Weinheim und der Johanniter Unfallhilfe sowie den Ärzten Dr. Frank Höltermann und Dr. Arndt Bublitz im Kampf um den plötzlichen Herztod.

Bei einem Herzstillstand sind es immer nur wenige Minuten, die ĂŒber Leben und Tod entscheiden. Bis zum Eintreffen der RettungskrĂ€fte vergeht wertvolle Zeit. Daher ist es wichtig, dass jeder Mensch, in so einer Situation erste Hilfe leisten kann. Damit steigen die Überlebenschancen des Betroffenen um ein Vielfaches. Jeder kann und sollte eine Wiederbelebung durchfĂŒhren. Das ist die Botschaft der Kampagne „100 Pro Reanimation“, die 2012 startet. Ziel der Initiative des Berufsverbandes Deutscher AnĂ€sthesisten e. V. (BDA) und der Deutschen Gesellschaft fĂŒr AnĂ€sthesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) ist es, das Bewusstsein fĂŒr die lebensrettenden FĂ€higkeiten jedes Einzelnen zu schĂ€rfen und ĂŒber die lebensentscheidenden Sofortmaßnahmen zu informieren.

Der plötzliche Herztod ist mit schĂ€tzungsweise 80.000 bis 100.000 FĂ€llen pro Jahr eine der hĂ€ufigsten Todesursachen in Deutschland. Jeden kann es treffen. Die Betroffenen sind auf schnelle Hilfe angewiesen. Doch die Bereitschaft von Laien, Wiederbelebungsmaßnahmen nach einem plötzlichen Herzstillstand durchzufĂŒhren, ist in Deutschland mit 15 % im internationalen Vergleich alarmierend niedrig. GrĂŒnde dafĂŒr sind oftmals die Angst, etwas falsch zu machen und eine unzureichende Ausbildung in Erster Hilfe.

Dabei sind die Maßnahmen zur Wiederbelebung eines Menschen einfach. Man kann dabei nichts falsch machen. Der einzige Fehler ist, nichts zu tun. „PrĂŒfen, Rufen, DrĂŒcken“ lautet die Devise: PrĂŒfen, ob die bewusstlos zusammengebrochene Person noch reagiert und atmet. Unter 112 den Rettungsdienst rufen. Fest, mindestens 100-mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drĂŒcken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. Trainierte Ersthelfer sollten zusĂ€tzlich die Mund-zu-Mund-Beatmung im VerhĂ€ltnis von 30 Herzdruckmassagen zu zwei Beatmungen durchfĂŒhren. Diese Maßnahmen verdoppeln bis verdreifachen die Chance, dass der Betroffene ĂŒberlebt.

Woche der Wiederbelebung

In der Woche vom 16. Bis 22. September findet bundesweit die Woche der Wiederbelebung statt. Die FeuerwehrsanitĂ€ter der Weinheimer Feuerwehr haben dies zum Anlass genommen auf das Thema aufmerksam zu machen. Mit einem Infostand der von der Kampagne zur VerfĂŒgung gestellt wurde, werden Sie ĂŒber die Wiederbelebung informieren und beraten. Auch auf automatisch externe Defibrillatoren werden die BrandschĂŒtzer hinweisen. Diese GerĂ€te können ergĂ€nzend zu einer Wiederbelebungsmaßnahme eingesetzt werden.

Die Weinheimer Feuerwehr hat in den letzten zwei Jahren ein dichtes Netz im Stadtgebiet aufgebaut und wirbt fĂŒr deren Einsatz. Daher wurde jetzt auch ein Infoflyer erstellt, auf dem alle GerĂ€te in Weinheim erfasst sind und die Wiederbelebung erklĂ€rt wird.

Als Auftaktveranstaltung nutzt die Feuerwehr Weinheim den Weinheimer Herbst. In der Weinheim Galerie werden die FeuerwehrsanitĂ€ter von 13:00 bis 18:00 Uhr am Sonntag ihren Informationsstand aufbauen. In der kommenden Woche, werden sie dann im Weinheimer Stadtgebiet immer wieder an öffentlichen Orten fĂŒr die Wiederbelebung werben.

Ziel der Aktion ist es die Angst vor der Ersten Hilfe zu nehmen. Viele schrecken davor zurĂŒck, bei einem plötzlichen Herzstillstand einer Person Erste Hilfe zu leisten, wie eine aktuelle Studie zeigt. In nur 15 % der FĂ€lle beginnen Laien vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit den Reanimationsmaßnahmen. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland hiermit weit zurĂŒck. LĂ€nder wie Schweden oder die Niederlande erreichen zum Beispiel eine Rate von 60 %. „Hier sehen wir großen Handlungsbedarf“, sagt Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht.

„Weil wir nicht tatenlos zusehen möchten, beteiligen wir uns an der Kampagne „100 Pro Reanimation“. “Ziel der Initiative ist es, das Bewusstsein fĂŒr die lebensrettenden FĂ€higkeiten jedes Einzelnen zu schĂ€rfen und ĂŒber die lebensentscheidenden Sofortmaßnahmen zu informieren. „Oft ist es die Angst, etwas falsch zu machen, die Menschen davon abhĂ€lt, Wiederbelebungsmaßnahmen umzusetzen“, meint FeuerwehrsanitĂ€ter Sven Hufnagel der zum Lenkungskreis der FeuerwehrsanitĂ€ter gehört.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist fĂŒr "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.