Donnerstag, 25. Mai 2017

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Seit vier Jahren Pflegestützpunkt in Weinheim

Beratung und Unterstützung rund um die Pflege

Weinheim, 14. August 2014. (red/pm) Mittlerweile gibt es den Pflegestützpunkt des Rhein- Neckar- Kreises in Weinheim seit fast vier Jahren. Ratsuchende erhalten dort unabhängige, umfassende und kostenfreie Beratung rund um das Thema Pflege- und Unterstützungsbedarf.

Information des Landratsamtes Rhein-Neckar:

Wappen-Rhein-Neckar-Kreis„Fast wie ein roter Faden zieht sich durch die Beratungen ein Hauptthema, nämlich wie Pflege, Versorgung und Betreuung strukturiert und organisiert werden können, welche Angebote passen und wie diese finanziert werden können, weiß Karola Marg, Leiterin des Pflegestützpunktes des Rhein-Neckar-Kreises in Weinheim. Angehörige und Betroffene haben mehr oder weniger genaue Vorstellungen, wie ihre Verwandten oder sie selbst versorgt und unterstützt werden sollen.

Im Pflegestützpunkt können Möglichkeiten und die nächsten Schritte erörtert werden. Ein Teil der Ratsuchenden wendet sich an den Pflegestützpunkt, wenn es sich abzuzeichnen beginnt, dass ein selbständiges Leben ohne Unterstützung auf Dauer nicht mehr möglich ist. Es werden Fragen behandelt wie beispielsweise welche Hilfen sinnvoll und möglich sind, mit welchen Organisationen Kontakt aufgenommen werden kann oder welche Anträge zu stellen sind.

Besonders dringend ist der Beratungsbedarf, wenn Angehörige unter Handlungsdruck stehen, weil sich die zu pflegende Person im Krankenhaus, in der Reha, in der Kurzzeitpflege befindet und nicht sicher ist, ob ein selbständiges Leben zu Hause weiterhin möglich sein wird.

Nach Klinikaufenthalt ins Pflegeheim?

Nach Angaben des Sozialministeriums Baden- Württembergs ist für ältere Menschen die Gefahr, nach einem Klinikaufenthalt in ein Pflegeheim zu kommen besonders groß. Hier versucht die Beraterin des Pflegestützpunktes Perspektiven aufzuzeigen, Möglichkeiten zu erörtern, mit Betroffenen und Angehörigen das Für und Wider abzuwägen, auch Mut zu machen, es mit Unterstützung zu Hause zu probieren.

Die Pflegeversicherung bietet für Personen mit Pflegestufe und ihre Pflegepersonen viele Bausteine, die zu einem Mix zusammengestellt, einen längeren Verbleib zu Hause ermöglichen können. Pflegestützpunkte kennen die Angebote in der Region und helfen die passende Unterstützungsleistung zu finden.

Dabei arbeiten Pflegestützpunkte kooperativ mit allen zusammen, die in das Arrangement einbezogen werden können: mit Pflegediensten, Pflegeheimen, Sozialdiensten der Krankenhäuser und Rehakliniken, Organisationen des bürgerschaftlichen Engagements, der Selbsthilfe, Pflegeberater der Pflegekassen, Ansprechpartner bei Behörden, Fahrdienste, Betreuungsdienste und viele andere.

Immer neue Herausforderungen

Viele Betroffene und Angehörige haben mit dem Pflegestützpunkt des Rhein-Neckar-Kreises in Weinheim nun schon seit Jahren Kontakt, denn ihre Situation stellt sie vor immer neue Herausforderungen. Sie schätzen es, bei Problemen und Fragen um die Stellen zu wissen, wo sie unter Wahrung des Datenschutzes Informationen und Unterstützung bekommen können. Neben der Einzelberatung findet im Pflegestützpunkt einmal im Monat ein Gruppenangebot statt. Es ist speziell für Angehörige von demenzkranken Menschen, die sich mit anderen austauschen möchten und Informationen und Anregungen suchen.

Aber nicht nur Privatpersonen, sondern auch Sozialdienste, gesetzliche Betreuer, ambulante Pflegedienste und andere Beratungsstellen wenden sich mit Fragen an den Pflegestützpunkt. Dabei ist das Beratungsspektrum so breit, dass es kaum von einer einzelnen Person erfüllt werden kann. Deshalb ist die Arbeit in einem Netzwerk wie dem „Runden Tisch Demenz“ oder der „Sozialen Vielfalt“ so wichtig. Da gibt es Fachleute, die in komplexen Situationen gefragt oder miteinbezogen werden können.

Der Pflegestützpunkt des Rhein-Neckar-Kreises in Weinheim ist in der Weinheim-Galerie, Dürrestraße 2 zu finden; Ansprechpartnerin ist Karola Marg, Tel. 06221 522 2620, E-Mail: karola.marg@rhein-neckar-kreis.de.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.

  • Antonia Scheib-Berten

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie „überraschend“ für die Familien und Betroffene eine Pflegesituation auftritt, selbst wenn die Pflegebedürftigen weit über 80 Jahre alt sind. Niemand rechnet so wirklich damit, dass es irgendwann dann doch passiert, dass die Mutter stürzt, der Vater einen Schlaganfall erleidet oder der Großvater altersbedingt immer schwächer wird.
    Fakt ist, dass eine stabile Familiensituation, in der alle generationenübergreifend bei anstehenden Entscheidungen an einem Strang ziehen, die beste Grundlage ist, die Pflege sinnvoll und unter dem Grundsatz „soviel wie nötig und so wenig wie möglich“ zu gewährleisten. Wichtig ist auch, dass solch unpopuläre Themen wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und auch Testament innerfamiliär besprochen worden sind und die Akteure im Namen und im Interesse des zu Pflegenden aktiv werden können. Die Einrichtung einer gesetzlichen Betreuung kann in vielen Fällen vermieden werden, wenn entsprechende Vorsorge getroffen wurde!
    Der Pflegestützpunkt bietet externe, wertneutrale und somit auch emotional distanzierte (sehr wichtig!) Beratung und Unterstützung.
    Frau Marg für ihre wichtige Arbeit weiterhin viel Erfolg!