Freitag, 21. September 2018

Linke will langfristige WeiterfĂŒhrung der Altstadtgalerie am Marktplatz

„Die Institution des Kunsthandwerks erhalten“

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Weinheim, 15. September 2014. (red/pm) „GĂ€be es die Altstadtstadtgalerie am Marktplatz nicht, wĂŒrde sich die Stadt wahrscheinlich sehr bemĂŒhen, etwas vergleichbares in ihr Zentrum zu bekommen“, sagt Matthias Hördt, Stadtrat der Weinheimer Linken. Am vergangenen Mittwochen besuchten Herr Hörft und Stadtrat Carsten Labudda (Linke) Helga Tritschler und ihre potentielle Nachfolgerin Helena Berghoff in der Altstadtgalerie.

 

Foto: Matthias Hördt

Stadtrat Matthias Hördt, Inhaberin Helga Tritschler, Stadtrat Carsten Labudda und Frau Tritschlers potenzielle Nachfolgerin Helena Berghoff. Foto: Matthias Hördt

 

Information von Stadtrat Matthias Hördt:

„Schon nach wenigen Minuten war sich die GesprĂ€chsrunde sehr vertraut. Denn schließlich trafen sich mit Matthias Hördt und Helga Tritschler sozusagen alte Bekannte. „Ich kenne die Altstadtgalerie seit ihren ersten Tagen“, so Matthias Hördt. Schließlich ist er gerade um die Ecke am Hutplatz aufgewachsen, war zum damaligen Zeitpunkt als Schornsteinfeger fĂŒr den Marktplatz zustĂ€ndig und zudem Mitglied im Sanierungsbeirat „SĂŒdliche Altstadt“.

Genau in dem zuletzt genannten Gremium habe der damals fĂŒr die Altstadtsanierung zustĂ€ndige Rathausmitarbeiter Manfred MĂŒller-Jehle fĂŒr die Einrichtung der Altstadtgalerie – neben der Vorstellung zahlreicher anderer guter Ideen – geworben. So hat es Matthias Hördt zumindest in Erinnerung.

„Und die Argumente die damals richtig waren, treffen heute in verschĂ€rfter Form immer noch zu“, so Hördt weiter. Die Altstadtgalerie habe sich zu einer ĂŒberregional bekannten Institution des Kunsthandwerks entwickelt. Die Werke namhafter KĂŒnstler seien quasi in einer Dauerausstellung prĂ€sent und dem talentierten Nachwuchs werde ebenfalls eine Chance gegeben.

Die Altstadtgalerie trage so zum guten Ruf der Stadt Weinheim bei; und das kostenlos. Schließlich habe Helga Tritschler renovierungsbedĂŒrftige RĂ€ume von der Stadt angemietet, diese mit weit ĂŒber 100.000 Euro in ein SchmuckstĂŒck verwandelt und zahle schon fast 25 Jahre pĂŒnktlich ihre Miete.

Die Altstadtgalerie dĂŒrfe deshalb nicht mit einem gewöhnlichen Laden gleichgesetzt werden. Weinheim mĂŒsse sich glĂŒcklich schĂ€tzen, dass Helga Tritschler ĂŒber die vielen Jahre Zeit, Ideen und viel Geld investiert und mit Helena Berghoff eine engagierte und ĂŒberdurchschnittlich talentierte NachwuchskĂŒnstlerin gefunden habe, welche die Galerie in der bewĂ€hrten Form weiterfĂŒhren wolle.

FĂŒr die linken StadtrĂ€te spielen bei dieser Frage natĂŒrlich auch soziale Belange eine wichtige Rolle. Eine KĂŒndigung des Mietvertrages durch die Stadt wĂŒrde das Ende der Galerie bedeuten. Denn gleichwertigen Ersatz gibt es nicht und Helga Tritschlers Alter und Gesundheitszustand stehen einem Umzug und Neuanfang entgegen. „FĂŒnf hochwertige ArbeitsplĂ€tze wĂŒrden wegfallen“, so Tritschler. Wegen der ungeklĂ€rten Zukunftsfrage wurde obendrein in diesem Jahr kein Ausbildungsplatz angeboten.

Stadtrat Carsten Labudda stört bei dem Thema noch mehr. Beim Gemeinderatsbeschluss zum Umzug des TourismusbĂŒros ins Alte Rathaus war lediglich davon die Rede, dass ein Lagerraum fĂŒr die Galerie wegfallen wĂŒrde. „DafĂŒr wĂŒrde man sicher eine Lösung finden!“, so Labudda. Tourismusmarketing und der Verkauf regionaler Produkte seien ebenfalls sehr wichtig, doch dĂŒrfe dafĂŒr die Altstadtgalerie nicht geopfert werden.“

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.