Freitag, 21. September 2018

Preiserhöhung von 3,9 %

Trinkwasser kostet ab 1. Juli mehr

Print Friendly, PDF & Email

Weinheim, 15. Mai 2013. (red/pm) Die Stadtwerke Weinheim erhöhen nach zehn Jahren erstmals ihre Preise. Insgesamt 12 Euro mehr pro Jahr soll der Durchschnittshaushalt zahlen. Trotz allem zĂ€hlen die Weinheimer Stadtwerke weiterhin zu den gĂŒnstigen Versorgern im Land.

Information der Stadt Weinheim:

„Nach zehn Jahren PreisstabilitĂ€t erhöhen die Stadtwerke Weinheim zum 1. Juli 2013 erstmals ihre Arbeitspreise fĂŒr Trinkwasser: Der Kubikmeter Trinkwasser steigt dann um 8 Cent – oder 3,9 Prozent – auf 1,83 Euro netto; inklusive Steuern sind es 1,96 Euro. Der Grund­preis bleibt unverĂ€ndert. Das bedeutet fĂŒr einen Durchschnittshaushalt mit 150 Kubikmeter Wasserverbrauch 12 Euro mehr pro Jahr.

Doch auch nach dieser Erhöhung zĂ€hlen die Stadtwerke Weinheim weiterhin zu den gĂŒnstigen Wasserversorgern im Land. Der aktuelle Mittelwert der Wasserpreise betrĂ€gt nach einer Aufstellung der Landeskartellbehörde derzeit 2,33 Euro pro Kubikmeter inklusive Steuern.

„Wir ermitteln den ZĂ€hlerstand zum Stichtag rechnerisch, um es unseren Kunden bequem zu machen“, informiert Peter KrĂ€mer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Stadtwerke Weinheim. „Sie können ihren ZĂ€hlerstand aber auch am 30. Juni genau ablesen und uns durchgeben – per E-Mail oder ĂŒbers Internet unter „www.sww.de/de/Service/Online-Service“, fĂŒhrt er weiter aus.

Den BĂŒrgern verpflichtet

„Unsere letzte Preisanpassung war 2003, also vor zehn Jahren. Seither sind nicht nur die Personalkosten krĂ€ftig gestiegen, sondern auch die Kosten fĂŒr Energie, die wir beispielsweise fĂŒr den Betrieb von Pumpen und Wasserwerken brauchen“, erklĂ€rt der Stadtwerke-Chef. „Zudem haben wir in den vergangenen zehn Jahren auch krĂ€ftig in den Ausbau und die Modernisierung des Netzes sowie der Überwachungs- und Steuerungstechnik investiert“, teilt er mit.

Eine langfristig sichere und qualitativ hohe Versorgung erfordert vorausschauendes Handeln und kontinuierliche Investitionen. Die Stadtwerke Weinheim haben in den vergangenen zehn Jahren bei unverĂ€nderten Verbraucherpreisen insgesamt 2,5 Millionen Euro in ihre Trinkwassersparte gesteckt. Im vergangenen Jahr haben sie beispielsweise im Wasserwerk Hemsbach einen neuen Brunnen fĂŒr 300.000 Euro gebaut und die Trinkwasserleitung einschließlich HausanschlĂŒsse in der Nördlichen Hauptstraße fĂŒr 90.000 Euro komplett erneuert.

„Es ist uns wichtig, qualitativ hervorragendes Trinkwasser zu möglichst gĂŒnstigen Preisen zu bieten“, sagt Peter KrĂ€mer. „Wir sind ein Unternehmen, das zum Großteil der Stadt – also den BĂŒrgern – gehört und Trinkwasser ist ein unverzichtbares Gut.“ Die Stadtwerke orientieren sich bei der Preisbildung am Leitfaden des Verbands kommunaler Unternehmer (VKU) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

„Unsere Preise werden von den Behörden auch streng ĂŒberwacht, was ich fĂŒr richtig halte“, betont Peter KrĂ€mer und ergĂ€nzt: „Wasser ist ein Menschenrecht. Deshalb ist es auch wichtig, dass gesundes Trinkwasser fĂŒr jedermann erschwinglich bleibt.“

Die Stadtwerke Weinheim sind verantwortlich fĂŒr die Trinkwasserversorgung von rund 45.000 Menschen in der Stadt Weinheim und der Gemeinde Gorxheimertal. Zudem unterstĂŒtzen sie neben der Stadt Lindenfels die Gemeinde Absteinach sowie den Zweckverband Gruppenwasserversorgung „Obere Bergstraße“ bei der BetriebsfĂŒhrung.

Trinkwasser muss in kommunaler Hand bleiben

„Die Trinkwasserversorgung erfordert eine hohe Sorgfalt und großes Verantwortungsbewusstsein; Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebens­mittel“, meint Peter KrĂ€mer. „Es ist eine Aufgabe, die immer komplexer wird und viel Wissen erfordert.“

Von daher findet er es wichtig und richtig, dass die Trinkwasserversorgung in Baden-WĂŒrttemberg eine Aufgabe der öffentlichen DaseinsfĂŒrsorge ist. Die PlĂ€ne der EuropĂ€i­schen Union, die Trinkwasserversorgung zu privatisieren, hĂ€lt er fĂŒr gefĂ€hrlich. „Nur wenn die Trinkwasserversorgung weiterhin in kommunaler Hand liegt und am Gemeinwohl ausgerichtet ist, können wir in Deutschland die erstklassige QualitĂ€t unseres Trinkwassers halten“, davon ist er ĂŒberzeugt.

Dazu mĂŒsse sich auch kĂŒnftig der Wasserpreis an den Kosten orientieren und nicht an der Profitgier europĂ€ischer Großkonzerne. „Wir sehen doch an den Beispielen England und Spanien, wohin die Privatisierung fĂŒhrt: zu maroden Netzen und ĂŒberhöhten Preisen“, informiert der GeschĂ€ftsfĂŒhrer.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist fĂŒr "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.