Sonntag, 19. November 2017

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Ab kommenden Jahr sind Rauchmelder Pflicht

Mach mich an – die Decke!

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Weinheim, 16. Juni 2014. (red/fw) Am Freitag, den 13. Juni, fand deutschlandweit der 9. Rauchmeldertag statt. Deshalb informierte die Weinheimer Feuerwehr ĂŒber die Rauchmelderpflicht zum 01. Januar 2015.

Mach mich an, Rauchmelder

Information der Feuerwehr Weinheim:

„Brandtote sind Rauchtote, das weiß die Weinheimer Feuerwehr, denn bei einem Feuer sterben die meisten Menschen nicht durch Brandverletzungen sondern durch den giftigen Brandrauch. Durchschnittlich verunglĂŒcken monatlich rund 40 Menschen im Bundesgebiet durch BrĂ€nde. Die meisten davon in den eigenen vier WĂ€nden. Auch in Weinheim kam es dieses Jahr schon zu mehreren grĂ¶ĂŸeren Zimmer und WohnungsbrĂ€nden, bei dem zahlreiche Menschen verletzt wurden.

Da in den meisten Wohnungen keine Rauchmelder vorhanden waren, begrĂŒĂŸt die Feuerwehr Weinheim die EinfĂŒhrung der Rauchmelderpflicht in Baden-WĂŒrttemberg, die im Juli letzten Jahres in Kraft getreten ist. Das Gesetz sieht vor, dass die WarngerĂ€te ab sofort in Neubauten installiert werden mĂŒssen und in bestehenden GebĂ€uden bis Ende 2014. Am vergangen Freitag beteiligte sich die Feuerwehr Weinheim gemeinsam mit der Firma Loher – Alarm und Sicherheitstechnik – sowie der Firma Compact Feuerschutz am bundesweiten Rauchmeldertag mit einem Infostand in der Weinheim Galerie.

Mit provokanten Plakaten, wie „Mach mich an – die Decke“ machten die Brandschutzexperten auf sich aufmerksam. Seit mehreren Jahren findet diese Infoveranstaltung statt um fĂŒr die kleinen Lebensretter an der Decke zu werben. Denn vor allem nachts werden BrĂ€nde in Privathaushalten zur tödlichen Gefahr, wenn alle schlafen, denn im Schlaf riecht der Mensch nichts. Bereits drei AtemzĂŒge hochgiftigen Brandrauchs können tödlich sein, die Opfer werden im Schlaf bewusstlos und ersticken dann.

Tipps zum richtigen Umgang mit Rauchmeldern

Die BrandschutzaufklĂ€rer informierten und gaben Tipps zum richtigen Umgang mit den Rauchmeldern. Viele Fragen kamen natĂŒrlich zur gesetzlichen Regelung auf, die die Fachberater beantworten konnten. Aber auch auf spezielle Fragen, wie beispielsweise Gehörlose gewarnt werden können, gab es eine Antwort. Informationen gab es aber nicht nur ĂŒber Rauchwarnmelder, sondern auch generell ĂŒber den vorbeugenden Brandschutz.

In 13 BundeslĂ€ndern gibt es inzwischen eine gesetzlich vorgeschriebene Rauchmelderpflicht. Viele Vermieter sind ihren Pflichten zur Installation von Rauchmeldern bereits nachgekommen. Wohnungs- und HauseigentĂŒmer, die ihr Eigentum selbst bewohnen, sind jedoch oft unzureichend informiert. Daher bietet die Weinheimer Feuerwehr regelmĂ€ĂŸig solche Infoveranstaltungen an.

Dabei informieren die BrandschĂŒtzer worauf beim Kauf eines Rauchmelders geachtet werden sollte. Rauchmelder mĂŒssen mit dem CE-Zeichen inklusive PrĂŒfnummer und der Angabe „EN 14604“ versehen sein. Aufgrund der Tatsache, dass das CE-Zeichen an einem Rauchmelder aber keine Aussage ĂŒber dessen QualitĂ€t trifft, sondern nur besagt, dass das Produkt in Europa verkauft werden darf, gibt es seit 2012 das unabhĂ€ngige QualitĂ€tszeichen „Q“. Rauchmelder mit dem „Q“ werden einer erweiterten QualitĂ€tsprĂŒfung unterzogen. Sie werden auf ihre Langlebigkeit geprĂŒft, weisen eine deutliche Reduktion von Falschalarmen auf, haben eine erhöhte StabilitĂ€t, zum Beispiel gegen Ă€ußere EinflĂŒsse, und eine fest eingebaute Batterie, die ĂŒber eine Lebensdauer von mindestens 10 Jahren verfĂŒgt.

BrÀnde in Entstehungsphase erkennen

Außerdem gibt es von der Feuerwehr Tipps, wie und wo Rauchmelder installiert werden mĂŒssen. Laut den Bauordnungen der BundeslĂ€nder mit Rauchmelderpflicht mĂŒssen Rauchmelder in Kinder- und Schlafzimmern sowie in Fluren angebracht werden. Damit die Melder vom Brandrauch ungehindert erreicht werden und so schon BrĂ€nde in der Entstehungsphase erkennen können, ist es wichtig, dass sie an der Decke möglichst in der Raummitte angebracht werden. Wer ĂŒber eine Wohnung oder ein Haus mit mehreren Etagen verfĂŒgt, sollte auch den Keller beziehungsweise den Dachboden nicht vergessen.

Wichtig ist der Feuerwehr auch die regelmĂ€ĂŸige Wartung. Der beste Rauchmelder kann im Ernstfall nicht funktionieren, wenn zum Beispiel die Batterie leer oder der Rauchmelder stark verschmutzt ist. Daher ist eine regelmĂ€ĂŸige Wartung unbedingt notwendig. „EigentĂŒmer, die ihre Wohnung oder ihr Haus selbst bewohnen, sind fĂŒr die FunktionsfĂ€higkeit ihrer Rauchmelder persönlich verantwortlich.

Die Wartung beinhaltet unter anderem das DrĂŒcken der PrĂŒftaste nach Herstellerangaben, um zu schauen, ob die Batterie und der Alarmgeber noch funktionieren. Des Weiteren sollte auch genau kontrolliert werden, ob die Öffnungen am Rauchmelder frei von Staub und Flusen sind. UnabhĂ€ngig vom DrĂŒcken der PrĂŒftaste ist ein Batteriewechsel erforderlich, wenn der Rauchmelder einen Warnton aussendet“, erklĂ€rt die Feuerwehr.

Wer mit der Installation und der Wartung ganz auf Nummer sicher gehen will, beauftragt am besten einen Dienstleister, der den bundesweiten Standard des Forums BrandrauchprĂ€vention „Q-GeprĂŒfte Fachkraft fĂŒr Rauchwarnmelder“ erfĂŒllt und damit ĂŒber die geeigneten Qualifikationen verfĂŒgt.

Alle Informationen zur Rauchmelderpflicht in den BundeslĂ€ndern und zu Rauchmeldern allgemein finden Sie auch auf der Internetseite www.rauchmelder-lebensretter.de.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist fĂŒr "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.