Donnerstag, 29. Juni 2017

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Zum Schutz vor Müll und Beschädigungen

Stadt entfernt Sitzplätze am Schlossbergplatz

Weinheim, 17. April 2014. (red/pm) Der Platz direkt unterm Schlossberg-Steg war zuletzt keine Augenweide mehr. Die Sitzblöcke unter der Brücke wurden häufig von Personen benutzt, die sich nicht viel aus Sauberkeit machten. Anwohnern und Passanten beschwerten sich. Der Aufwand für Reinigung und Pflege des Platzes stieg. Die Stadt hat reagiert und am Mittwoch die Sitzgelegenheiten entfernt.

Unter dem Schlossbergsteg soll man erstmal nicht mehr sitzen können. Wegen zu vieler Verschmutzungen und Beschädigungen sind die Sitzblöcke am Mittwoch entfernt worden. Foto: Stadt Weinheim

Unter dem Schlossbergsteg soll man erstmal nicht mehr sitzen können. Wegen zu vieler Verschmutzungen und Beschädigungen sind die Sitzblöcke am Mittwoch entfernt worden. Foto: Stadt Weinheim

Information der Stadt Weinheim:

„Gestern (Mittwoch) wurden die Sitzblöcke unterm Steg entfernt, die Sandsteinmauer, die das Blumenbeet einfasste, ebenso. Das Beet wird nun angeböscht, so dass man sich dort nicht mehr bequem niederlassen kann. Die Stadt erhofft sich dadurch, dass der Platz von Verschmutzung verschont wird.

Der Charakter des Platzes ansich bleibe erhalten, argumentierte Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner, vor den Märkten direkt gebe es auch weiterhin Sitzblöcke. Dort seien der Platz und alle, die dort sitzen, aber besser sichtbar, die soziale Kontrolle besser.

Fetzner betonte aber auch, dass es bei dieser baulichen Veränderung alleine nicht bleiben werde. Die Stadt werde sich generell ab sofort noch mehr als bislang diesem zentralen Innenstadtplatz widmen, um dessen Aufenthaltsqualität zu erhalten und soziale Konflikte erst gar nicht entstehen zu lassen. Generell finde er aber auch, so Fetzner, dass Jugendliche sehr wohl die Berechtigung hätten, sich im öffentlichen Raum einen geeigneten Aufenthaltsplatz zu suchen – allerdings im verträglichen Umgang mit dem Umfeld.

Der Bürgermeister nahm am Dienstag an einem Vor-Ort-Termin mit Anwohnern, Vertretern der Familienheim Rhein-Neckar eG und der Mobilen Jugendarbeit des Stadtjugendrings teil. Dabei ging es darum, wie man den Schlossberg-Platz so gestalten und organisieren kann, dass sich alle dort wohl fühlen.

„Nachtwanderer“ als Aufsicht für Jugendliche

Volker Kugel und Elke Weitenkopf von der Mobilen Jugendarbeit im Stadtjugendring, kündigten an, dass sie den Kontakt zwischen den Anwohnern und den Jugendlichen, die den Platz aufsuchen, verbessern wollen. Dazu haben sie zunächst eine „Come together“-Veranstaltung am 13. Mai geplant.

Der Stadtjugendring plant, dort auch so genannte „Nachtwanderer“ zu etablieren. Das sind ehrenamtliche Erwachsene, die von den Jugendsozialarbeitern geschult werden, um abends in kleinen Gruppen Aufenthaltsorte von Jugendlichen aufzusuchen – dort Präsenz zu zeigen, Ansprechpartner und Aufsichtspersonen zu sein. Wie Stadtjugendring-Geschäftsführer Jürgen Holzwarth mitteilte, ist auch dafür im Mai eine Veranstaltung geplant, bei der sich interessierte Personen informieren und melden können.“

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.

  • Gerald Höffl

    Ich halte das Entfernen der Steine für eine Unverschämtheit und ein Eingeständnis der Stadt, sich nicht einmal ansatzweise mit den tatsächlichen Problemen auseinanderzusetzen. Wo kommen wir auch hin, wenn Bürger der Stadt ein Angebot zum Aufenthalt tatsächich wahrnehmen? Ein Offenbarungseid für alle Beteiligten.
    Zitat aus obigem Bericht:
    „Das Beet wird nun angeböscht, so dass man sich dort nicht mehr bequem niederlassen kann. Die Stadt erhofft sich dadurch, dass der Platz von Verschmutzung verschont wird.“
    Wenn es um Verschmutzung geht, warum hat man nicht einfach für viel weniger Geld einen schlichten Papierkorb aufgestellt und geschaut, was passiert? Weil es nicht um die Verschmutzung geht! Weil es schlicht darum geht, dass gut gelaunte Jugendliche ein Störfaktor sind.
    Ein weiteres Zitat:
    „…vor den Märkten direkt gebe es auch weiterhin Sitzblöcke. Dort seien der Platz und alle, die dort sitzen, aber besser sichtbar, die soziale Kontrolle besser.“
    Ja, besser sichtbar und vor allem nicht mehr witterungsgeschützt. Man hat damit wahrscheinlich das tatsächliche Ziel, nämlich die Jugendlichen zu vertreiben, erreicht. Sie werden sich einen anderen Platz suchen, wo sie binnen kürzester Zeit andere Anwohner „stören“. Was zur Folge hat, dass dann dort auch irgendwas demontiert wird.
    Sollten sich die Jugendlichen von der Maßnahme nicht beeindrucken lassen, und sich alternativ etwa auf die Treppenstufen direkt daneben setzen, hat man sich damit einen wunderbaren Vorwand geschaffen, sie dann des Platzes zu verweisen, denn das wäre ja kein „bestimmungsgemäßer Gebrauch“ der Treppen.

    Ein kleiner Hinweis an alle, die an dieser Entscheidung, die mich irgendwie an Schilda erinnert, beteiligt waren: Ihr könnt soziale Probleme nicht mit Technik erschlagen! Egal, wie viel Technik ihr darauf werft!
    Denkt mal drüber nach.

    Wütend,
    Gerald Höffl