Donnerstag, 19. Oktober 2017

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Gegenseitiges Verständnis wecken

Stadtjugendring im Gespräch mit Anwohnern der Schlossbergterrasse

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Weinheim, 17. Mai 2014. (red/pm) Ganz vollständig war das „Come together“ noch nicht. Als der Weinheimer Stadtjugendring am Dienstag gegen Abend auf dem Platz der Schlossbergterrasse ein Zusammentreffen organisierte, kamen nur die Anwohner des Wohnquartiers, die sich am Benehmen einiger Jugendlicher dort stören. Jugendliche kamen aber nicht zum „Come together“.

Foto: Stadt Weinheim

Beim „Come Together“ des Stadtjugendrings kamen nur Anwohner. Keine Jugendlichen, die sonst dort „herumhängen.“ Foto: Stadt Weinheim

Information der Stadtverwaltung Weinheim:

„Das bedauerten alle Anwesenden einerseits. Andererseits wuchs die Hoffnung, dass dies schon beim nächsten Treffen anders sein wird. Denn das durchaus gemütliche Zusammenkommen der älteren und auch jüngeren Bewohner der Schlossbergterrasse verlief viel weniger aggressiv als befürchtet; fast schon einladend.
„Das sind angenehm differenzierte und konstruktive Ansätze“, freute sich Weinheims Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner.

Ganz im Gegenteil: Einige Anwohner drückten sogar ihr Verständnis aus und ermunterten die Vertreter der Mobilen Jugendarbeit im Stadtjugendring – das sind Elke Weitenkopf und Volker Kugel – auch im öffentlichen Raum Plätze für Jugendliche zu suchen und zu nutzen.

Es gab auch nicht nur negative Erfahrungen der Anwohner im Umgang mit den Jugendlichen. „So wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch hinaus“, beschrieb ein Senior, der sich „mit den Jugendlichen oft gut unterhalte“. Klar gebe es auch unangenehme Begegnungen mit betrunkenen Jugendlichen und älteren Personen, da müssten Polizei und Stadt noch konsequenter vorgehen, aber das sei nicht die Regel, eher die Ausnahme. Außerdem, so der Bewohner, „waren wir auch mal jung“.

Rund 30 bis 40 Personen aus den Wohnanlagen der Schlossbergterrasse waren dem Aufruf des Stadtjugendrings gefolgt. „Wir kümmern uns um die Jugendlichen in dieser Stadt, und wir wollen, dass sie akzeptiert werden“, so Geschäftsführer Jürgen Holzwarth, „und deshalb wollen wir auch von Ihnen wissen, was Sie uns vorschlagen, wie das Miteinander von Jung und Alt hier bei den Schlossbergterrassen besser funktionieren kann“. Bei dem Treffen waren auch Vertreter der Mannheimer Baugesellschaft Familienheim Rhein-Neckar eG anwesend. Auch das Unternehmen ist an einem Gespräch interessiert und will Lösungen anbieten. „Einen Konflikt kann man nur lösen, wenn man miteinander spricht“, fasste Wolfgang Metzeltin als Vorsitzender des Stadtjugendrings zusammen. Die Weinheimer Jugendorganisation verstehe sich auch als Vermittler zwischen den Generationen. Der Stadtjugendring ermittle derzeit auch andere Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche in der Innenstadt. Metzeltin: „Wenn wir uns nicht um die Jugend kümmern, gefährden wir unsere Zukunft.“

Elke Weitenkopf und Volker Kugel stellten ein Bauwagenprojekt in der Hohensachsener Dorfmitte als Beispiel vor. Auch dort habe es Konflikte mit Jugendlichen gegeben, die nun gelöst seien, berichteten sie. So ein Angebot sei an einem geeigneten Platz in der Innenstadt auch denkbar. Der weite Platz zwischen den Wohnungen und dem Pflegeheim „St. Barbara“ eigne sich durchaus als Ort der Begegnung.

Am Ende des Treffens einigten sich die Bewohner darauf, dass der Handlungsdruck derzeit nicht dringend sei, zumal durch bauliche Veränderungen unterhalb des Steges bereits eine Verbesserung mit sich gebracht habe. Allerdings soll im Herbst das nächste Treffen stattfinden, bei dem die weitere Entwicklung bilanziert werden kann – dann nach Möglichkeit als richtiges „Come together.“

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.