Montag, 25. September 2017

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TarifkrÀfte und Azubis aus Mannhein, Weinheim, Schwetzingen und Heidelberg im Streik

Streik bei der Post: Kein Komplett-Ausfall

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Mannheim/Rhein-Neckar, 17. April 2013. (red/aw) Der tĂ€gliche Gang zum Briefkasten kann in den nĂ€chsten Tagen ernĂŒchternd werden. In einigen StĂ€dten gerĂ€t der Service rund um Briefe und Pakte ins Stocken, weil die zustĂ€ndigen Zustell-StĂŒtzpunkte heute, am Mittwoch den 17. April, streiken. TarifksrĂ€fte und Auszubildende aus Weinheim, Schwertzingen, dem Bereich Heidelberg sowie Mannheim (Rheinau und Neckarau) haben sich heute auf den Weg nach Karlsruhe gemacht, um vor dem ver.di-GebĂ€ude einer Streikversammlung beizuwohnen. ver.di fordert fĂŒr die 132.000 TarifbeschĂ€ftigten der Post sechs Prozent mehr Einkommen. 

Bereits Anfang April diesen Jahres haben Post-Mitarbeiter in der Metropolregion Rhein-Neckar gestreikt. (Foto: Helmut Roos)

 

Nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt der Deutschen Post AG ohne Ergebnis geblieben ist, hatte ver.die zu den Warnstreiks aufgerufen. Andrea Kocsic, VerhandlungsfĂŒhrerin von ver.die forderte daraufhin:

Jetzt muss der Druck erhöht werden.

Der Arbeitgeber habe erneut kein Angebot vorgelegt. Das Ziel sei klar: „Wir wollen in der nĂ€chsten Verhandlungsrunde am 25. April ein Ergebnis durchsetzen“, so die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Kocsic.

ver.di fordert fĂŒr die etwa 132.000 TarifbeschĂ€ftigten der Post linear sechs Prozent mehr Einkommen. Mindestens aber soll jeder Arbeitnehmer 140 Euro mehr verdienen. Die Auszubildenden und Studierenden an Berufsakademien sollen 65 Euro mehr bekommen. GekĂŒndigt ist der Tarifvertrag bereits zum 1. April 2013. Der neue soll zwölf Monate gelten. FĂŒr die rund 43.000 Beamtinnen und Beamten will ver.di auch die Postzulage neu fassen. Darin ist eine Sonderzahlung fĂŒr die Bundesbeamten bei der Post geregelt.

Nur TeilausfÀlle

In ganz Baden-WĂŒrttemberg kommt es zu Verzögerungen bei der Postzustellung, weil die Gewerkschaft ver.di zum Warnstreik aufgefordert hat.

Die Mitarbeiter im Beamstenstatus nehmen nicht am Streik teil. Wie GewerkschaftssektretĂ€r fĂŒr Postdienste, Spedition und Logistik, Andreas Hens, auf unsere Nachfrage sagte, wolle man „die Beamtinnen und Beamten nicht in Schwierigkeiten bringen“, da das abschließende Streikrecht fĂŒr Angestellte im Beamtenstatus noch nicht geklĂ€rt sei. Er versichert aber, dass sich der Streik zunĂ€chst auf den heutigen Tag begrenzt. Die verzögerte Zustellung von Postsendungen wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach daher in Grenzen halten:

Es kommt zu keinem hundertprozentigen Ausfall,

so der ver.di GewerkschaftssekretÀr. Auch in anderen BundeslÀndern hat Verdi zum Warnstreik aufgerufen. Die Aktionen sollen bis zum nÀchsten Treffen von Post und Gewerkschaft am 25. April weitergehen.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.