Donnerstag, 25. Mai 2017

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Glasfaserkabel f√ľr schnelleres Internet

Breitbandausbau kostet knapp 5 Millionen Euro

Weinheim, 18. Oktober 2014. (red/ms) Die Qualit√§t der Internetversorgung in Weinheim ist sehr unterschiedlich: Im Stadtkern beispielsweise zeitgem√§√ü, in Oberflockenbach eine Katastrophe. Schlechte Anschl√ľsse machen Standorte¬†f√ľr Familien und Unternehmen unattraktiv. Daher hat der Gemeinderat beschlossen, den fl√§chendeckenden Breitbandausbau voranzutreiben. Das kostet knapp f√ľnf Millionen Euro.¬†

Von Minh Schredle

F√ľr Gesamtkosten von etwa einer viertel Milliarde Euro plant der Rhein-Neckar-Kreis gerade ein Gro√üprojekt: Den fl√§chendeckenden Ausbau von Breitbandverbindungen in der Metropolregion. Die 54 Gemeinden und Kommunen des Kreises k√∂nnen dem Zweckverband High-Speed-Netz Rhein-Neckar beitreten, der bis 2030 allen Anschl√ľssen im Rhein-Neckar-Kreis Zugang zu Glasfaserkabeln erm√∂glichen will – dem derzeit schnellsten und modernsten Medium √ľberhaupt.

 

Ein abgemanteltes Kabel mit vier Glasfasern. Foto: Kabel Deutschland

Ein abgemanteltes Kabel mit vier Fasern. Unter Idealbedingungen lassen sich damit √úbertragungsraten von mehreren Terrabit pro Sekunde erreichen. Foto: Kabel Deutschland

 

Der Eintritt in den Zweckverband kostet pro Einwohner einen Euro. F√ľr Weinheim sind das also knapp 44.000 Euro. Doch das ist nur ein Bruchteil der Gesamtkosten: Zwar wird das Projekt kr√§ftig bezuschusst, trotzdem muss damit gerechnet werden, dass die Gemeinde etwa ein Drittel der Gesamtkosten als Eigenkapital aufbringen muss ‚Äď und das entspricht nach den aktuellen Sch√§tzungen gut¬†4,7 Million Euro.

Das ist eine Menge Geld. Doch¬†im Vergleich zu anderen Kommunen im Umkreis kommt man damit g√ľnstig davon: Das wesentlich kleinere Ladenburg muss f√ľr die Aufr√ľstung voraussichtlich knapp 6 Millionen Euro zahlen. Und der Ausbau ist alternativlos. Denn sowohl privat, als auch beruflich wird schnelles und zuverl√§ssiges Internet zunemend bedeutender – f√ľr viele Unternehmen ist es inzwischen genau so wichtig wie gute Stra√üen oder Gewerbefl√§chen.

Handlungsbedarf

Durch die r√§umliche Gliederung in Kernstadt, Bergstra√üenstadtteile und Odenwaldstadtteile ist die aktuelle Versorgungssituation in Weinheim sehr ungleichm√§√üig: Vielerorts wird man¬†Anspr√ľchen von B√ľrgern und Unternehmen gerecht. In Oberflockenbach und westlich der A5 ist die Versorgung dagegen katastrophal: Hier liegt die Geschwindigkeit der Daten√ľbertragung teilweise unter 1 Mbit/sec – der durchschnittliche Bedarf f√ľr Unternehmen wird auf 54 Mbit/sec gesch√§tzt. Und er soll bis 2018 auf etwa 169 Mbit/sec ansteigen.

Seit der Geburststunde des Internets ist der Bedarf f√ľr¬†schnellen Datenverkehr kontinuierlich gestiegen. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Langfristig gedacht, muss investiert werden, um als Standort attraktiv zu bleiben. Was heute noch¬†„gut“ ist, kann morgen nur noch Mittelma√ü sein. √úbermorgen ist es veraltet und nicht mehr konkurrenzf√§hig.

Teurer Tiefbau

Was den Ausbau so¬†teuer macht sind nicht die Glasfaserkabel an sich, sondern die n√∂tigen Tiefbauarbeiten, um diese zu verlegen: Die Kabel verlaufen unter der Erde, daher m√ľssen die Stra√üen aufgerissen werden. Diese Arbeiten k√∂nnen allerdings mit ohnehin anstehenden Sanierungen verbunden werden, wodurch sich laut Verwaltung in Einzelf√§llen bis zu 80 Prozent der Kosten einsparen lassen k√∂nnen.

Laut Angaben des Rhein-Neckar-Kreises soll sich die Investition langfristig auszahlen. Konkrete Zahlen oder auch nur ungefähre Größenordnungen wurden hierzu allerdings noch nicht genannt. Wenn das Netz fertiggestellt ist, werde man es verpachten. So sei auf Dauer mit Erträgen zu rechnen, die dann anteilig an die teilnehmden Gemeinden ausgezahlt werden.

Arbeiten bis 2030

In einer europaweiten Ausschreibung wird ein Netzbetreiber ermittelt. Der Rhein-Neckar-Kreis und der Landkreis Karlsruhe haben in einer Kooperationsvereinbarung festgelegt, nach einem gemeinsamen Investoren zu suchen. So versucht man das Netz auch f√ľr gr√∂√üere Unternehmen reizvoll zu machen. Als Faustregel gilt: Je gr√∂√üer das Netz, desto g√ľnstiger die Kosten f√ľr den einzelnen Abnehmer.

Der Gemeinderat zeigte sich √ľberzeugt vom Konzept des Zwecverbands und beschloss den Beitritt einstimmig. Der Ausbau soll schrittweise erfolgen und bis 2030 abgeschlossen sein. Priorit√§t hat dabei der Ortsteil Oberflockenbach: Hier sollen schon im kommenden Jahr erste Ma√ünahmen umgesetzt werden.

√úber Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.