Samstag, 24. Februar 2018

Glasfaserkabel fĂŒr schnelleres Internet

Breitbandausbau kostet knapp 5 Millionen Euro

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Weinheim, 18. Oktober 2014. (red/ms) Die QualitĂ€t der Internetversorgung in Weinheim ist sehr unterschiedlich: Im Stadtkern beispielsweise zeitgemĂ€ĂŸ, in Oberflockenbach eine Katastrophe. Schlechte AnschlĂŒsse machen Standorte fĂŒr Familien und Unternehmen unattraktiv. Daher hat der Gemeinderat beschlossen, den flĂ€chendeckenden Breitbandausbau voranzutreiben. Das kostet knapp fĂŒnf Millionen Euro. 

Von Minh Schredle

FĂŒr Gesamtkosten von etwa einer viertel Milliarde Euro plant der Rhein-Neckar-Kreis gerade ein Großprojekt: Den flĂ€chendeckenden Ausbau von Breitbandverbindungen in der Metropolregion. Die 54 Gemeinden und Kommunen des Kreises können dem Zweckverband High-Speed-Netz Rhein-Neckar beitreten, der bis 2030 allen AnschlĂŒssen im Rhein-Neckar-Kreis Zugang zu Glasfaserkabeln ermöglichen will – dem derzeit schnellsten und modernsten Medium ĂŒberhaupt.

 

Ein abgemanteltes Kabel mit vier Glasfasern. Foto: Kabel Deutschland

Ein abgemanteltes Kabel mit vier Fasern. Unter Idealbedingungen lassen sich damit Übertragungsraten von mehreren Terrabit pro Sekunde erreichen. Foto: Kabel Deutschland

 

Der Eintritt in den Zweckverband kostet pro Einwohner einen Euro. FĂŒr Weinheim sind das also knapp 44.000 Euro. Doch das ist nur ein Bruchteil der Gesamtkosten: Zwar wird das Projekt krĂ€ftig bezuschusst, trotzdem muss damit gerechnet werden, dass die Gemeinde etwa ein Drittel der Gesamtkosten als Eigenkapital aufbringen muss – und das entspricht nach den aktuellen SchĂ€tzungen gut 4,7 Million Euro.

Das ist eine Menge Geld. Doch im Vergleich zu anderen Kommunen im Umkreis kommt man damit gĂŒnstig davon: Das wesentlich kleinere Ladenburg muss fĂŒr die AufrĂŒstung voraussichtlich knapp 6 Millionen Euro zahlen. Und der Ausbau ist alternativlos. Denn sowohl privat, als auch beruflich wird schnelles und zuverlĂ€ssiges Internet zunemend bedeutender – fĂŒr viele Unternehmen ist es inzwischen genau so wichtig wie gute Straßen oder GewerbeflĂ€chen.

Handlungsbedarf

Durch die rĂ€umliche Gliederung in Kernstadt, Bergstraßenstadtteile und Odenwaldstadtteile ist die aktuelle Versorgungssituation in Weinheim sehr ungleichmĂ€ĂŸig: Vielerorts wird man AnsprĂŒchen von BĂŒrgern und Unternehmen gerecht. In Oberflockenbach und westlich der A5 ist die Versorgung dagegen katastrophal: Hier liegt die Geschwindigkeit der DatenĂŒbertragung teilweise unter 1 Mbit/sec – der durchschnittliche Bedarf fĂŒr Unternehmen wird auf 54 Mbit/sec geschĂ€tzt. Und er soll bis 2018 auf etwa 169 Mbit/sec ansteigen.

Seit der Geburststunde des Internets ist der Bedarf fĂŒr schnellen Datenverkehr kontinuierlich gestiegen. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Langfristig gedacht, muss investiert werden, um als Standort attraktiv zu bleiben. Was heute noch „gut“ ist, kann morgen nur noch Mittelmaß sein. Übermorgen ist es veraltet und nicht mehr konkurrenzfĂ€hig.

Teurer Tiefbau

Was den Ausbau so teuer macht sind nicht die Glasfaserkabel an sich, sondern die nötigen Tiefbauarbeiten, um diese zu verlegen: Die Kabel verlaufen unter der Erde, daher mĂŒssen die Straßen aufgerissen werden. Diese Arbeiten können allerdings mit ohnehin anstehenden Sanierungen verbunden werden, wodurch sich laut Verwaltung in EinzelfĂ€llen bis zu 80 Prozent der Kosten einsparen lassen können.

Laut Angaben des Rhein-Neckar-Kreises soll sich die Investition langfristig auszahlen. Konkrete Zahlen oder auch nur ungefĂ€hre GrĂ¶ĂŸenordnungen wurden hierzu allerdings noch nicht genannt. Wenn das Netz fertiggestellt ist, werde man es verpachten. So sei auf Dauer mit ErtrĂ€gen zu rechnen, die dann anteilig an die teilnehmden Gemeinden ausgezahlt werden.

Arbeiten bis 2030

In einer europaweiten Ausschreibung wird ein Netzbetreiber ermittelt. Der Rhein-Neckar-Kreis und der Landkreis Karlsruhe haben in einer Kooperationsvereinbarung festgelegt, nach einem gemeinsamen Investoren zu suchen. So versucht man das Netz auch fĂŒr grĂ¶ĂŸere Unternehmen reizvoll zu machen. Als Faustregel gilt: Je grĂ¶ĂŸer das Netz, desto gĂŒnstiger die Kosten fĂŒr den einzelnen Abnehmer.

Der Gemeinderat zeigte sich ĂŒberzeugt vom Konzept des Zwecverbands und beschloss den Beitritt einstimmig. Der Ausbau soll schrittweise erfolgen und bis 2030 abgeschlossen sein. PrioritĂ€t hat dabei der Ortsteil Oberflockenbach: Hier sollen schon im kommenden Jahr erste Maßnahmen umgesetzt werden.

Über Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.