Dienstag, 22. August 2017

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Gemeinderat beschließt „Förderung“ der Geothermie

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Weinheim/Rhein-Neckar, 18. Mai 2011. Das Projekt „Geothermie“ ist einen Schritt weiter: Der Gemeinderat hat heute die Verlängerung der „Aufsuchungsrechte“ genehmigt, ebenso eine mögliche Erweiterung nach Westen sowie die Gründung einer Planungsgesellschaft. Die Stadt sucht nun dringend Partner, ohne die das Projekt finanziell nicht umzusetzen ist.

Von Hardy Prothmann

„Die Energie ist klimaschonend, nach menschlichem Ermessen unerschöpflich, krisensicher, dezentral, effizient und landschaftsschonend. Eigentlich hat die tiefe Erdwärme, die Geothermie, nur Vorteile. Und sie ist ein echter Standortvorteil“, informiert die Stadt Weinheim „überzeugt“ über ihre Position. Der Ausschuss für Technik und Umwelt ist den Anträgen der Verwaltung gefolgt und will die Pläne für ein Geothermie-Kraftwerk weiter vorantreiben.

Als nächster Schritt wird die Stadt beim Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg die Verlängerung der so genannten „Aufsuchungserlaubnis“ im „Claim Weinheim“ beantragen, diesen möglichst nach Westen ausweiten und Partner für nun entstehende Kosten suchen, informiert die Pressestelle der Stadt.

Doch dafür braucht es Partner – die klamme Stadt kann sich die rund eine Million Euro Kosten für eine so genannte „3-D-Seismik“ nicht leisten. In der Sitzung informierte Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner, dass ein möglicher Partner das in Heidelberg ansässige Unternehmen „Deutsche Rohstoff AG“ sein könnte, „die im Raum Weinheim nach Erdöl sucht und dazu ebenfalls im Vorfeld eine „3-D-Seismik“ braucht.“

„Wir haben hier einen Schatz, den wir nicht sausen lassen sollten. Es ist wichtig, nach der Stromerzeugung auch das warme Wasser für Fernwärme zu verwenden“, sagten die Freien Wähler und verwiesen auf ein ähnliches Projekt im pfälzischen Landau. Und in Sachen „Fernwärme“ auf das Baugebiet Lützelsachen Ebene: „Das hätte die richtige Größe“.

Die SPD forderte einen schnellen Kontakt zu Investoren. Stadtrat Hans-Eckhardt Pfisterer sagte in Bezug auf eine gemeinsame Gesellschaft: „Die Stadt muss eine Sperrminorität halten, um gestalten zu können. Es gibt keine Gründe mehr für professionelle Bedenkenträger. Man braucht für 50 Jahre keinen Brennstoff, kein CO2, kaum Personal und hat eine kleine Anlage. Das sind die Vorteile.“

Auch die Grün-Alternative-Liste ist dafür, sagte Stadträtin Elisabeth Kramer. Sie forderte aber möglichst eine eigene Lösung vor einer Kooperation. Weiter schlug sie einen Fond oder eine Genossenschaft vor, an dem sich auch Bürgerinnen und Bürger beteiligen könnten.

Nach Angaben der Firma 360plus Consult GmbH hätten „bisherige Studien haben ergeben, dass in einer Tiefe von knapp 4000 Meter im Erdinnern große Mengen an 160 Grad heißem Wasser vorkommen.“

Bei einem Geothermie-Kraftwerk wird dieses „Wasser“ gefördert, in einem ersten Schritt in elektrische Energie umgewandelt und in einem zweiten ist die Nutzung für die Wärmeerzeugung möglich. Hier verwies die FDP auf „Probleme in Landau, die dort zu wenige Abnehmer finden“. Denn dafür muss auch ein Netz gebaut werden, was die Kosten in die Höhe treibt.

Insgesamt sind für das Projekt rund 30 Millionen Euro projektiert, davon allein 14-15 Millionen Euro für die Bohrung des Förder- und Rückführungsschachts.

Die Leistung liegt bei 2,8 Megawatt. Übersetzt heißt das: Rund 5000 Haushalte könnten mit Strom versorgt werden sowie ganze Stadtviertel und zahlreiche Gewerbebetriebe mit Nahwärme, sagte Bürgermeister Dr. Fetzner. Klimaschonender Nebeneffekt: Ein Geothermie-Kraftwerk spare im Vergleich zu einem konventionellen Kraftwerk 20.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr.

Seismische Probleme, wie an anderen Geothermie-Standorten in Deutschland und der Schweiz, seien in Weinheim nicht zu erwarten, wie der Geothermie-Experte Dr. Jochen Bauer als Berater der Stadt bereits bei einem Pressegespräch am gestrigen Nachmittag betont hatte.

Für Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner bezeichnete ein Geothermie-Kraftwerk als „echten Standortfaktor“. Außerdem halte man damit an der „Vision einer ernergie-autarken Stadt fest“.

Am 30. Mai, 19.30 Uhr, will die Stadt die Bevölkerung in einer Bürger-Info-Veranstaltung im Alten Rathaus am Marktplatz über den Stand der Dinge informieren.

Anmerkung der Redaktion:
Mit Material der Stadt Weinheim

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