Donnerstag, 14. Dezember 2017

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Gedenkfeier zweimal jährlich

„Sternchen“ bekommen einen Platz

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Eine Ruhestätte für ungeborene Kinder auf dem Weinheimer Friedhof. Foto: Stadt Weinheim

 

Weinheim, 18. November 2013. (red/pm) Auf dem Weinheimer Friedhof wurde ein neues Grabfeld für ungeborene Kinder angelegt. Künftig findet zweimal jährlich eine Gedenkfeier für die sogenannten „Sternenkinder“ statt.

Information der Stadt Weinheim:

„Sie wurden nie geboren, aber sie haben gelebt. Die Föten ungeborener Kinder haben bislang nur im Herzen ihrer Eltern einen Platz gefunden. Wann und ob ein solches Menschlein bestattet werden durfte oder sollte, ob und wann es in der Erde seinen Platz haben konnte, das war bislang vom Gesetzgeber eher ungeregelt.

Das hat sich jetzt geändert – und das ist gut so, findet Michael Müller, der Leiter der Weinheimer Friedhofsverwaltung. Auf dem Weinheimer Friedhof wurden die so genannten „Sternenkinder“ bislang auf Wunsch der Eltern in einem Kindergrab oder auch in einem Familiengrab bestattet, bis zu einer gewissen Körpergröße war von der Klinik aber auch gar keine Bestattung vorgesehen.

Gottseidank gibt es nicht sehr viele Fälle. „Aber wir spüren, dass die Eltern für ihre ungeborenen Kinder einen Ort brauchen, an dem Sie zum Trauern und Gedenken wiederkehren können“, erklärt Michael Müller.

Ruhestätte für die Sternchen

Jetzt gibt es für die letzte Ruhestätte der „Sternchen“ eine feste Bleibe: Im Kindergrabfeld des Weinheimer Hauptfriedhofs haben die Friedhofsgärtner der Stadt Weinheim mit Unterstützung der Gärtnerei Pressler ein „Sternchenfeld“ angelegt. Dort werden die zuvor eingeäscherten Föten zentral bestattet.

Am Freitag, 15. November, übergab Weinheims Bürgermeister und Friedhofsdezernent Dr. Torsten Fetzner gemeinsam mit Geistlichen verschiedener Konfessionen die neuen Grabstätten ihrer Bestimmung. Zweimal im Jahr soll es nun dort für betroffene Familien eine zentrale Gedenkfeier geben.

Das Motiv des Sterns ist auf der neuen Anlage mehrfach mit Pflasterungen und Pflanzungen aufgenommen, das eigentliche Gräberfeld ist als Komet mit Schweif angelegt – und dadurch sogar begehbar. Ein Bronze-Engel wacht über die Sternchen.

Mehr als tröstende Worte

Für die Hinterbliebenen entstehen keine Gebühren, auch nicht für die Grabpflege; diese wird von den Friedhofgärtnern übernommen. „Tröstende Worte allein lindern den Schmerz der Betroffenen in einer so schweren Zeit nur wenig.“, so Bürgermeister Dr. Fetzner, dem die neue Grabanlage auch persönlich ein sehr wichtiger Schritt ist.

Bei der Bestimmungsübergabe am Freitag wurde Fetzner von den katholischen Geistlichen Wolf-Dieter Wöffler und Günther Huth, der evangelischen Pfarrerin Monika Lehmann-Etzelmüller, der Krankenhaus-Seelsorgerin Monika Paschke-Koller und dem Imam der türkischen Moschee-Gemeinde unterstützt.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.