Mittwoch, 20. Juni 2018

Keine Angst vor Apps und Tablets

Mit neuen Medien zum besseren Lesen

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Fobi Bildungsbuero

Lern- und Lesepaten. Foto: Stadt Weinheim

 

 

Weinheim, 20. Dezember 2013. (red/pm) Die Lern- und Lesepaten des Weinheimer BildungsbĂŒros lernten dazu: Dank einer Fortbildung fĂŒrchten sie nun weder Apps und Tablets.

Information der Stadt Weinheim:

„Es sind keine natĂŒrlichen Feinde, das normale Buch und die neue Medien. Sie können sich sogar gut ergĂ€nzen. Das lernten jetzt Lern- und Lesepaten des Weinheimer BildungsbĂŒros bei einer interessanten Fortbildung.

Die hoch motivierten Ehrenamtlichen hatten das lehrreiche VergnĂŒgen, in zwei Fortbildungen von einer erfahrenen Fachfrau der Stiftung Lesung viele Anregungen und Tipps zu erhalten: Christine Kranz, sie ist Referentin der Stiftung und bekannt dafĂŒr, auf ihre ganz besondere Art und Weise und mit ihrer umfassenden Erfahrung , die Themen rund um die Leseförderung anschaulich und interessant zu vermitteln.

Kinderbuch-Apps ĂŒberzeugen den grĂ¶ĂŸten Lesemuffel

Eindringlich empfahl sie den Einsatz von Bilder- und Kinderbuch-Apps, um Lesemuffel zu ĂŒberzeugen. Viele KinderbĂŒcher seien inzwischen als interaktive Apps (Anwendungs-Software) fĂŒr Tablet-PCs oder Smartphones erhĂ€ltlich. Diese Apps verbinden Elemente des klassischen Bilderbuchs mit Animationen und GerĂ€uschen, Spielen und automatischer Vorlesestimme, die aktiviert oder deaktiviert werden kann.

So werde das Interesse der Kinder – und besonders der Jungen – an den neuen Medien aktiv genutzt, um sie fĂŒrs Lesen zu begeistern. Eine gute App fĂŒr fĂŒnf- bis achtjĂ€hrige Kinder sei laut Christine Kranz „Die große Wörterfabrik“. Dabei können böse, lustige oder vergessene Wörter entdeckt werden, die man sich mit kleinen vergnĂŒglichen Spielen zuerst „einverleiben“ muss, bevor man sie aussprechen kann.

Apps motivieren VĂ€ter

Einen weiteren Aspekt fĂŒr die Nutzung digitaler Medien habe die neueste Vorlesestudie der Stiftung Lesen 2013 herausgefunden: mit Apps, so die Referentin, könne man besonders VĂ€ter, die deutlich seltener ihren Kinder vorlesen als die MĂŒtter, motivieren. Jeder fĂŒnfte Vater sei fĂŒr das Vorlesen mit neuen Medien offen. In immer mehr Familien mit Kindern im Vorlesealter spielen die modernen Anwendungen inzwischen eine Rolle. Das Buch verdrĂ€ngen sie dennoch nicht.

Zusammen mit der KiTa Kuhweid und der Albert-Schweitzer-, der Friedrich-, der Wald- und der Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule und 17 Ehrenamtlichen fördert das BildungsbĂŒro Weinheim/Integration Central schon lange die Lese- und Lernfreude von Weinheimer Kindern, die es besonders brauchen. Das Projekt trĂ€gt den Titel „KiG“, dem KĂŒrzel fĂŒr „Kita- und Grundschulpaten“. So nennen sich die Weinheimer Ehrenamtlichen, die diese wichtige Aufgabe ĂŒbernommen haben.

SchlĂŒssel zum erfolgreichen Lernen

„Die frĂŒhe Förderung von Lesefreude und -Kompetenz und des Interesses an BĂŒchern und Texten wird in der Fachwelt als ein SchlĂŒssel zu erfolgreichem Lernen und Bildung eingeschĂ€tzt“, erklĂ€rt Elke König, die im BildungsbĂŒro das „KIG“-Programm koordiniert. Gefördert wird es vom Weinheimer Lions-Club, der Freudenberg Stiftung, dem Generali-Zukunftsfond und dem Programm des Bundesfamilienministeriums „MehrgenerationenhĂ€user II“.

Die Referentin zeigte, wie man durch den spielerischen Umgang mit Versen, Gedichten und Reimen das phonologische Bewusstsein der Grundschulkinder fördert und empfahl zahlreiche BĂŒcher dazu. Auch vertrat sie die Auffassung, dass die QualitĂ€t der BĂŒcher in erster Linie davon abhĂ€ngt, ob das Kind sie liest. „Es gibt keine schlechten BĂŒcher, wenn man Kinder zum Lesen motivieren will“, sagte sie mit Überzeugung.

Die wichtige Aufgabe des Vorlesens können aber neben Eltern und Großeltern, Ă€lteren Geschwistern, Erzieherinnen und Lehrerinnen sehr gut auch ehrenamtliche Vorlesepaten ĂŒbernehmen, die laut Christine Kranz vor allem drei Sachen brauchen: „Liebe zu BĂŒchern, Liebe zu Menschen und gute Nerven!“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist fĂŒr "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.