Samstag, 16. Dezember 2017

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Unwetter √ľber Weinheim

65 Menschen in Zug eingeschlossen

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Weinheim, 21. Juni 2013. (red/pm) Der starke Regen und der heftige Wind f√ľhrten in Weinheim gestern zu zahlreichen Eins√§tzen der Feuerwehren und Polizei. W√§hrend eines Einsatzes musste die Feuerwehr 65 Menschen aus einem Zug evakuieren.

Von Ralph Mittelbach:

„Ein pechschwarzer Himmel, ein kr√§ftiger Gewitterguss und starker Wind gingen um kurz vor 22:00 Uhr √ľber Weinheim nieder. Um 22:01 Uhr ging der erste Alarm bei der Feuerwehr Weinheim Abteilung Stadt ein. Ein Feueralarm bei einer Spedition in der Hertzstra√üe. Es stellte sich heraus, dass der Wind Staub aufwirbelte und in die Lagerhalle dr√ľckte und dadurch die Rauchmelder ausl√∂ste.

Wenn auch schnell Entwarnung gegeben werden konnte, so fing der Unwettereinsatz f√ľr die Feuerwehr Weinheim erst an. Fast alle Abteilungen waren im Einsatz. Der Schwerpunkt lag in der Kernstadt, weshalb die Abteilung Stadt am meisten gefordert war.

Aber auch in Oberflockenbach und L√ľtzelsachsen – Hohensachsen kam es zu umgest√ľrzten B√§umen, die von den Feuerwehrangeh√∂rigen beseitigt werden mussten. Die Wehr setzte mehrere Fahrzeuge ein um den Betroffenen schnellstm√∂glich Hilfe zu leisten. Im Feuerwehrzentrum wurde der Stabsraum besetzt und die Einsatzstellen gesammelt und priorisiert.

Um 03:00 Uhr konnte der letzte von insgesamt 48 Unwetter-Einsatz beendet werden.

Viel mehr Menschen betroffen

Dieses Unwetter hatte einen Besonderheit zu den bisher dagewesen. Normalerweise hat es die Weinheimer Feuerwehr bei Unwetterlagen mit Standarteinsätzen wie Baum auf Straße oder Wasser im Keller zu tun. Diese Einsätze gab es auch diesmal Рaber es waren viel mehr Menschen als sonst betroffen.

In der N√§he der Weinheimer Westtanggente verungl√ľckte ein Quadfahrer. Ein Feuerwehrangeh√∂riger der Abteilung Stadt kam auf dem Weg zum Einsatz zuf√§llig vorbei und alarmierte die Einsatzkr√§fte. Nach der Erstversorgung durch die Feuerwehr Weinheim Abteilung Stadt wurde der Patient an den Notarzt und Rettungswagen √ľbergeben.

Auf der Wachenburg sowie auf der Windeck waren jeweils 20 Personen eingeschlossen, da Bäume die Wege blockierten. Mit Kettensägen schaffte sich die Einsatzkräfte eine Schneise und machten den Weg frei.

Ein junges P√§rchen hatte in der Wachenberg Stra√üe gro√ües Gl√ľck. Vor und hinter ihnen fiel ein Baum auf die Stra√üe. Sie wurden gl√ľcklicherweise nicht getroffen, waren aber eingeschlossen. Mit Kettens√§gen und Seilwinden wurden die B√§ume beseitigt und das P√§rchen aus der misslichen Lage befreit.

Ein weiterer gr√∂√üerer Einsatz ereignete sich in der Karrillonstra√üe. Hier st√ľrzte ein Baum auf ein Haus. Auch hier wurden unsere Einsatzkr√§fte t√§tig.

Baum beschädigt Oberleitung

Der gr√∂√üte Einsatz war im Bereich der Moselstra√üe. Hier musste die Deutsche Bahn unterst√ľtzt werden, nachdem ein Baum die Oberleitung besch√§digt hatte. 65 Fahrg√§ste mussten aus dem Zug evakuiert werden. Der Zug war 300 Meter vor einem Notausgang in der Moselstra√üe zum Stehen gekommen. Nach R√ľcksprache mit dem Notfallmanager der Deutschen Bahn wurden die 65 Fahrg√§ste aus dem Zug evakuiert.

Die Werkfeuerwehr Freudenberg unterst√ľtzte den Einsatz und leuchtet die Einsatzstelle von ihrem Werksgel√§nde aus. Die Feuerwehr Weinheim leuchtet die Moselstra√üe aus und organisierte mit Mannschaftstransportwagen den Transport der Fahrg√§ste nach Sulzbach. In der Moselstra√üe war auch die mobile Einsatzleitung aufgebaut die diesen Einsatz koordinierte.

Um zu den Fahrzeugen zu kommen, mussten die Fahrg√§ste die 300m Gleisbett √ľberwinden. Daher wurden weitere Feuerwehrangeh√∂rige eingesetzt um beim Tragen von Gep√§ck zu helfen und √§lter Menschen zu st√ľtzen. Auch ein Rollstuhlfahrer war unter den Fahrg√§sten und wurde von der Feuerwehr sicher zu den Fahrzeugen gebracht.

In Sulzbach wurden die Personen von der örtlichen Feuerwehr und der Schnelleisatzgruppe des Deutschen Roten Kreuz betreut. Von dort wurde der Abtransport der Fahrgäste organisiert. Die Deutsche Bahn organisierte einen Linienbus nach Heidelberg. Andere Fahrgäste wurden teilweise von Feuerwehr und DRK nach Hause gefahren.

F√ľr f√ľnf Fahrg√§ste war ein Weiterkommen nicht mehr m√∂glich und so wurde gemeinsam mit der Deutschen Bahn eine √úbernachtung in einem Weinheimer Hotel organisiert.

Leider gibt es auch eine traurige Meldung zu dem Unwetter Einsatz. Ein Feuerwehrangeh√∂riger wurde bei dem Einsatz angegangen. W√§hrend die meisten f√ľr diese Ausnahmesituation Verst√§ndnis hatten, waren bei einem Fahrgast die Emotionen hoch gekocht. Der Angreifer musste von der Polizei √ľberw√§ltigt werden und wurde in Gewahrsam genommen.

Ein Feuerwehrmann musste vorsorglich im Krankenhaus untersucht werden, konnte aber noch in der Nacht das Krankenhaus verlassen.“

√úber Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist f√ľr "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.