Samstag, 21. Juli 2018

Unwetter ĂŒber Weinheim

65 Menschen in Zug eingeschlossen

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Weinheim, 21. Juni 2013. (red/pm) Der starke Regen und der heftige Wind fĂŒhrten in Weinheim gestern zu zahlreichen EinsĂ€tzen der Feuerwehren und Polizei. WĂ€hrend eines Einsatzes musste die Feuerwehr 65 Menschen aus einem Zug evakuieren.

Von Ralph Mittelbach:

„Ein pechschwarzer Himmel, ein krĂ€ftiger Gewitterguss und starker Wind gingen um kurz vor 22:00 Uhr ĂŒber Weinheim nieder. Um 22:01 Uhr ging der erste Alarm bei der Feuerwehr Weinheim Abteilung Stadt ein. Ein Feueralarm bei einer Spedition in der Hertzstraße. Es stellte sich heraus, dass der Wind Staub aufwirbelte und in die Lagerhalle drĂŒckte und dadurch die Rauchmelder auslöste.

Wenn auch schnell Entwarnung gegeben werden konnte, so fing der Unwettereinsatz fĂŒr die Feuerwehr Weinheim erst an. Fast alle Abteilungen waren im Einsatz. Der Schwerpunkt lag in der Kernstadt, weshalb die Abteilung Stadt am meisten gefordert war.

Aber auch in Oberflockenbach und LĂŒtzelsachsen – Hohensachsen kam es zu umgestĂŒrzten BĂ€umen, die von den Feuerwehrangehörigen beseitigt werden mussten. Die Wehr setzte mehrere Fahrzeuge ein um den Betroffenen schnellstmöglich Hilfe zu leisten. Im Feuerwehrzentrum wurde der Stabsraum besetzt und die Einsatzstellen gesammelt und priorisiert.

Um 03:00 Uhr konnte der letzte von insgesamt 48 Unwetter-Einsatz beendet werden.

Viel mehr Menschen betroffen

Dieses Unwetter hatte einen Besonderheit zu den bisher dagewesen. Normalerweise hat es die Weinheimer Feuerwehr bei Unwetterlagen mit StandarteinsĂ€tzen wie Baum auf Straße oder Wasser im Keller zu tun. Diese EinsĂ€tze gab es auch diesmal – aber es waren viel mehr Menschen als sonst betroffen.

In der NĂ€he der Weinheimer Westtanggente verunglĂŒckte ein Quadfahrer. Ein Feuerwehrangehöriger der Abteilung Stadt kam auf dem Weg zum Einsatz zufĂ€llig vorbei und alarmierte die EinsatzkrĂ€fte. Nach der Erstversorgung durch die Feuerwehr Weinheim Abteilung Stadt wurde der Patient an den Notarzt und Rettungswagen ĂŒbergeben.

Auf der Wachenburg sowie auf der Windeck waren jeweils 20 Personen eingeschlossen, da BÀume die Wege blockierten. Mit KettensÀgen schaffte sich die EinsatzkrÀfte eine Schneise und machten den Weg frei.

Ein junges PĂ€rchen hatte in der Wachenberg Straße großes GlĂŒck. Vor und hinter ihnen fiel ein Baum auf die Straße. Sie wurden glĂŒcklicherweise nicht getroffen, waren aber eingeschlossen. Mit KettensĂ€gen und Seilwinden wurden die BĂ€ume beseitigt und das PĂ€rchen aus der misslichen Lage befreit.

Ein weiterer grĂ¶ĂŸerer Einsatz ereignete sich in der Karrillonstraße. Hier stĂŒrzte ein Baum auf ein Haus. Auch hier wurden unsere EinsatzkrĂ€fte tĂ€tig.

Baum beschÀdigt Oberleitung

Der grĂ¶ĂŸte Einsatz war im Bereich der Moselstraße. Hier musste die Deutsche Bahn unterstĂŒtzt werden, nachdem ein Baum die Oberleitung beschĂ€digt hatte. 65 FahrgĂ€ste mussten aus dem Zug evakuiert werden. Der Zug war 300 Meter vor einem Notausgang in der Moselstraße zum Stehen gekommen. Nach RĂŒcksprache mit dem Notfallmanager der Deutschen Bahn wurden die 65 FahrgĂ€ste aus dem Zug evakuiert.

Die Werkfeuerwehr Freudenberg unterstĂŒtzte den Einsatz und leuchtet die Einsatzstelle von ihrem WerksgelĂ€nde aus. Die Feuerwehr Weinheim leuchtet die Moselstraße aus und organisierte mit Mannschaftstransportwagen den Transport der FahrgĂ€ste nach Sulzbach. In der Moselstraße war auch die mobile Einsatzleitung aufgebaut die diesen Einsatz koordinierte.

Um zu den Fahrzeugen zu kommen, mussten die FahrgĂ€ste die 300m Gleisbett ĂŒberwinden. Daher wurden weitere Feuerwehrangehörige eingesetzt um beim Tragen von GepĂ€ck zu helfen und Ă€lter Menschen zu stĂŒtzen. Auch ein Rollstuhlfahrer war unter den FahrgĂ€sten und wurde von der Feuerwehr sicher zu den Fahrzeugen gebracht.

In Sulzbach wurden die Personen von der örtlichen Feuerwehr und der Schnelleisatzgruppe des Deutschen Roten Kreuz betreut. Von dort wurde der Abtransport der FahrgÀste organisiert. Die Deutsche Bahn organisierte einen Linienbus nach Heidelberg. Andere FahrgÀste wurden teilweise von Feuerwehr und DRK nach Hause gefahren.

FĂŒr fĂŒnf FahrgĂ€ste war ein Weiterkommen nicht mehr möglich und so wurde gemeinsam mit der Deutschen Bahn eine Übernachtung in einem Weinheimer Hotel organisiert.

Leider gibt es auch eine traurige Meldung zu dem Unwetter Einsatz. Ein Feuerwehrangehöriger wurde bei dem Einsatz angegangen. WĂ€hrend die meisten fĂŒr diese Ausnahmesituation VerstĂ€ndnis hatten, waren bei einem Fahrgast die Emotionen hoch gekocht. Der Angreifer musste von der Polizei ĂŒberwĂ€ltigt werden und wurde in Gewahrsam genommen.

Ein Feuerwehrmann musste vorsorglich im Krankenhaus untersucht werden, konnte aber noch in der Nacht das Krankenhaus verlassen.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist fĂŒr "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.