Freitag, 21. September 2018

Stadtr├Ątin Kirgiane-Efremidis ├╝ber ihre Kandidatur f├╝r den Bundestag

„Ich habe eine Chance“

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stella kirgiane-efremidis wahl

SPD-Stadtr├Ątin Stella Kirgian-Efremidis kandidiert f├╝r den Bundestag. Quelle: www.kirgiane-efremidis.de

 

Weinheim/Zollernalb-Sigmaringen, 22. Juni 2013. (red/pro) Die SPD-Stadtr├Ątin Stella Kirgiane-Efremidis kandidiert f├╝r die n├Ąchste Legislaturperiode des Bundestags. Die geb├╝rtige Griechin tritt in ihrer Jugendheimat Sigmaringen an.

Interview: Hardy Prothmann

Frau Kirgiane-Efremidis, Sie kandidieren erstmals f├╝r den Bundestag im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen. Wieso ausgerechnet dort?

Stella Kirgiane-Efremidis: Aus Verbundenheit mit Sigmaringen. Ich habe dort die ersten sechs Jahre meines Lebens verbracht.

Geboren in Griechenland, aufgewachsen in Sigmaringen, Deutsche in Weinheim

Sie sind dort geboren?

Kirgiane-Efremidis: Nein. Meine Eltern sind damals aus Griechenland als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen. Die Kontigente wurden Orten zugewiesen und meine Eltern kamen nach Sigmaringen. Vor der Entbindung ist meine Mutter mit dem Zug zur├╝ck nach Thessaloniki gefahren, weil sie noch kein deutsch konnte und mich in einer vertrauten Umgebung zur Welt bringen wollte. Im Alter von 20 Tagen bin ich dann nach Deutschland gekommen und lebe seitdem hier.

Was verbindet sie mit Sigmaringen noch?

Kirgiane-Efremidis: Neben meinen ersten Kindheitserinnerungen vor allem mein Vater, der leider im vergangenen Jahr gestorben ist. Als er erfahren hat, dass die Kreisverb├Ąnde mich f├╝r eine Kandidatur angefragt haben, war er sehr stolz und sagte, dass ich aus famili├Ąrer Dankbarkeit gegen├╝ber den Menschen dort eine Kandidatur annehmen sollte, denn die Menschen haben uns damals mit gro├čer Offenheit empfangen.

„Willy Brandt hat mich sehr beeindruckt.“

Wie lange sind Sie in der SPD und warum?

Kirgiane-Efremidis: Mein Initialerlebnis war eine Begegnung im Alter von sechzehn Jahren mit Willy Brandt. Der war damals bei einer Veranstaltung und kam danach zu meinem Vater ins Restaurant. Er hat sich zu mir gesetzt und mit mir ├╝ber Schule, mein Leben als Teenager und schon damals ├╝ber Integration unterhalten. Das hat mich schwer beeindruckt. Mit 20 bin ich dann Mitglied geworden.

Was sind Sie beruflich?

Kirgiane-Efremidis: Ich bin gelernte Journalistin, seit 30 Jahren aber als Gastronomin zusammen mit meinem Mann t├Ątig. Im November feiern wir ÔÇ×Beim AlexÔÇť Jubil├Ąum.

Was sind die Schwerpunkte Ihres Wahlkampfes?

Kirgiane-Efremidis: Nat├╝rlich Integration, Frauen und Jugend. Das sind die Themen, in denen ich mich seit Jahrzehnten engagiere.

„Ich habe eine Chance.“

Sie stehen auf Listenplatz 22. Wie gro├č ist Ihre Chance, gew├Ąhlt zu werden?

Kirgiane-Efremidis: Nach den Berechnungen der Wahlkampfexperten k├Ânnen wir in Baden-W├╝rttemberg 22 Sitze erlangen, wenn alles gut l├Ąuft.

Wie wirkt sich Ihre Kandidatur auf Ihr Amt als Stadtr├Ątin aus?

Kirgiane-Efremidis: Bislang ├╝berhaupt nicht. Wir stimmen alle Termine so ab, dass ich in Weinheim an den Sitzungen teilnehmen kann. In der hei├čen Wahlkampfphase k├Ânnte es sein, dass das nicht m├Âglich ist. Ansonsten gibt es keine Auswirkungen.

Nun ja, w├╝rden Sie gew├Ąhlt…

Kirgiane-Efremidis: ÔÇŽ dann m├╝sste ich pr├╝fen, welche Aufgaben ich gewissenhaft ├╝bernehmen kann und von welchen ich mich trennen muss. Aber das ist ja noch alles im Konjunktiv.

So ein Wahlkampf kostet viel Geld? Wer zahlt das?

Kirgiane-Efremidis: Ich werde durch die Kreisverb├Ąnde Zollernalb und Sigmaringen sowie den Landesverband unterst├╝tzt. Geld f├╝r eine kleine Wohnung in Sigmaringen, Benzinkosten und andere Ausgaben trage ich alleine. Die Wahlkreise mit einem MdB haben nat├╝rlich mehr Geld zur Verf├╝gung, da sie auch entsprechend ansparen konnten, was ja auch in Ordnung ist. Mein Wahlkampfbudget ist bescheiden.

Ihre Kandidatur ist also keine Listenplatz├╝bernahme?

Kirgiane-Efremidis: Absolut nicht. Ich w├╝rde nicht antreten, wenn ich nicht an die Chance glauben und f├╝r das Mandat zur Verf├╝gung stehen w├╝rde. Meine Familie unterst├╝tzt mich und hat mich best├Ąrkt. Jetzt k├Ąmpfe ich um das Bundestagsmandat und am Wahltag wissen meine W├Ąhlerinnen und W├Ąhler und ich, ob es geklappt hat.

Zur Person:
Stella Kirgiane-Efremidis (47) ist seit 28 Jahren SPD-Parteimitglied. Die geborene Griechin ist seit 2003 deutsche Staatsb├╝rgerin und Mutter dreier Kinder. Sie zeigt ein hohes politisches Engagement und bekleidet mehrere Ehren├Ąmter, vor allem im Bereich Integration, Frauen- und Jugendpolitik. Seit 1999 geh├Ârt sie dem Weinheimer Gemeinderat an, seit 2009 ist sie Kreisr├Ątin. Seit 2007 ist sie Vorsitzende des Stadtteilvereins ÔÇ×Pro Weststadt e.V.ÔÇť und seit 2008 ist sie Vorsitzende des SPD-Ortsvereins. Sie ist Mitglied im SPD-Landesverband, im Kreisvorstand und im Fachbeirat Integration und Europa auf Landes- und im AK Integration auf Bundesebene. Im Oktober 2012 hat das Ehepaar Stella und Alex Efremidis das Bundesverdienstkreuz f├╝r ihr ehrenamtliches und soziales Engagement bekommen.

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.