Sonntag, 23. Juli 2017

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Langsam wird es auf den Schlossbergterrassen ĂŒbergriffig

Abteilungskommandant stinkesauer

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Weinheim, 22. MĂ€rz 2014. (red) Saufende Jugendliche. Ruhestörung. VermĂŒllung. Die Schlossbergterrassen waren erst ein politischer Zankapfel und sind seit langem ein Ärgernis – oder vielmehr Jugendliche, die sich hier treffen, sorgen zunehmend fĂŒr Ärger bei den Anwohner und bei Kunden der GeschĂ€fte. Aktuell ist der Abteilungskommandant Stadt, Ralf Mittelbach, stinksauer – stellvertretend fĂŒr seine Kamerad/innen. Denn heute gab es einen böswilligen Alarm – ausgelöst durch Jugendliche.

Kommentar: Hardy Prothmann

Hardy Prothmann ist Chefredakteur von Weinheimblog.de. Er macht sich echte Sorgen um Sulzbach, denn die Ereignisse verdichten sich. Foto: sap

Hardy Prothmann ist Chefredakteur von Weinheimblog.de. Er meint, dass der böswillige Alarm nun das Zeichen ist, dass die Stadt sich um die Situation an den Schlossbergterrassen endlich kĂŒmmern muss. Foto: sap

Die Freiwillige Feuerwehr ist wie immer bereit. Der Brandmeldealarm geht um 21:30 Uhr ein: „Tiefgarage Schlossbergterrasse“. Dann lĂ€uft ab, was immer ablĂ€uft, wenn ein Alarm kommt. MĂ€nner und Frauen verlassen ihre Familien, die Freundesrunde, den Sport – egal was und wo sie gerade sind. Der Piepser schlĂ€gt an und wer kann, macht sich auf den Weg, um zu helfen.

Ein RĂ€dchen greift ins andere. Fahrzeuge werden besetzt. Motoren angeworfen. Tore geöffnet. Sirenen heulen. Die Feuerwehr rĂŒckt aus. Die Rettungsmaschinerie lĂ€uft.

Es herrscht Alarm. Brandmeldealarm. Es herrscht höchste Konzentration. Adrenalin pulsiert in den Adern. Trotzdem heißt es kĂŒhlen Kopf bewahren. Niemand weiß, was ihn erwartet.

Vor Ort stellt sicher heraus, dass irgendwelche „Scherzkekse“ einen Handdruckmelder im Parkhaus eingeschlagen haben. Einfach so. Weil ihnen langweilig war. Weil sie nichts besseres mit sich anzufangen wussten, als Blödsinn zu machen.

Ralf Mittelbach schreibt in einer Pressemitteilung:

Das Motto der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim lautet „unsere Freizeit fĂŒr ihre Sicherheit“ und nicht „unsere Freizeit fĂŒr eure Mutproben“.

Ein Wachdienst hat eine Gruppe Jugendlicher weglaufen sehen. Sie haben einen „böswilligen Alarm“ ausgelöst. Und das klingt anders als „Mutprobe“.

Respektlose DappschÀdel

Das ist kein „Dumme-Jungen-Streich“, dass ist eine vorsĂ€tzliche Straftat, die nach Paragraf 145 Strafgesetzbuch mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe geahndet wird. Dazu kommen die Kosten fĂŒr den Feuerwehr- und Rettungsdienste-Einsatz. VollumfĂ€nglich.

Es ist aber vor allem unsĂ€glich dumm und respektlos. GegenĂŒber den Rettern und gegenĂŒber den Opfern. Denn die Retter mĂŒssen ihre Moral hoch halten und jeden Einsatz mit voller Leistung bringen – egal, wie viele Fehlalarme es gibt. Es darf niemals das „Peter und der Wolf“-Prinzip greifen, sonst kostet das Menschenleben. Fehlalarme gibt es sowieso genug. „GlĂŒckliche“ EinsĂ€tze, weil Alarme frĂŒhzeitig eingegangen sind, auch. Umso besser, wenn SchĂ€den gering gehalten und Gefahren frĂŒhzeitig gebannt werden können. Umso schlechter, wenn jemand diese Einsatzbereitschaft mutwillig „auf die Probe stellt“.

Am Samstag ĂŒbt die Feuerwehr ĂŒbrigens im 3-Glocken-Center. FĂŒr den Ernstfall. Nicht fĂŒr böswillige Alarmierungen.

Wer die „böswilligen“ Alarmauslöser kennt und anzeigt, der macht nichts „Böses“, sondern der macht etwas besonders gut: So jemand ĂŒbernimmt Verantwortung und lĂ€sst nicht zu, dass ein paar DappschĂ€del aus Jux und Dollerei „Alarm“ machen. So jemand erkennt die wichtige und selbstlose Aufgabe der RettungskrĂ€fte an und hat genug Fantasie sich vorzustellen, wie dankbar er sein wird, wenn er oder sie oder jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis schnelle und professionelle Hilfe benötigt.

Und so jemand sorgt dafĂŒr, dass die, die verantwortungslos sind, sich der Verantwortung stellen mĂŒssen.

Ihrer Verantwortung muss sich auch die Stadt endlich stellen. Seit langem gibt es ein Problem mit Jugendlichen an den Schlossbergterrassen. Der Erste BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner wollte sich schon im Januar ein Bild vor Ort machen – soweit wir wissen, ist das noch nicht geschehen.

SpĂ€testens jetzt sollten auch er und die Jugendsozialarbeit „alarmiert“ sein, dass es dort ĂŒbergriffig wird. Nicht durch „die Jugend“, aber sehr wohl durch eine gewisse Zahl von Jugendlichen.

  • Klaus

    Liebe Redaktion,

    ich bin seit ein paar Monaten Leser vom Weinheimblog und schaue auch gerne auf die anderen Seiten. Der Kommentar trifft meine Meinung vollstĂ€ndig. Ihr macht hier eine wirklich sehr gute Arbeit. Interessante Artikel. Absolut mutig und ehrlich. Ich wĂ€re froh, wenn sich die Politiker hier mal öfter tummeln wĂŒrden und nachlesen, was ihr so recherchiert und wie ihr argumentiert. Mit 62 hab ich mich erst ein wenig schwer mit dem Internet getan, aber das hier ist alles einfach ganz hervorragend und oft auf einem Niveau, dass ich nur von ĂŒberregionalen Tageszeitungen kenne, die ich frĂŒher alle gelesen habe.

    Meine Hochachtung gilt den Mitgliedern der Feuerwehr. Ich war beruflich viel unterwegs und wĂ€re dort gerne selbst aktiv geworden. Das ließ sich aber nicht vereinbaren. Wir haben in meiner Jugend auch Blödsinn gemacht – da gab es noch keine „Handdruckmelder“. Aber ich glaube, wir wĂ€ren nie auf die Idee gekommen, so etwas zu machen, weil wir viel zu viel Angst gehabt hĂ€tten, was uns droht. „MĂ€useklingeln“ war uns aufregend genug.

    Sie schreiben das ganz richtig. Die Feuerwehr macht ihren Dienst und den macht sie hervorragend. Jetzt sind die Politik und die Verwaltung gefragt, ihren Dienst auch hervorragend zu machen.

    Die Jugend heute hat zu viel Beton um sich herum und ist irgendwie nicht ausgelastet. Das ist der Lauf der Welt, aber an dem kann man engagiert etwas Àndern.

    In diesem Sinne freue ich mich auf die weitere Berichterstattung.

    Mit vielen, herzlichen GrĂŒĂŸen
    Klaus

  • Ralph Urbach

    Und mit dieser blödsinnigen Aktion werden neben den KrĂ€ften der Feuerwehr Weinheim bestimmt noch mindestens ein Rettungswagen und ein FuStW der Polizei blockiert, die alle fĂŒr wichtige EinsĂ€tze NICHT zur VerfĂŒgung stehen.

    Dann kommt eben der Rettungswagen aus Mannheim oder Heidelberg und weil das lÀnger dauert, wird dann vielleicht aus einer erfolgreichen Reanimation eine erfolglose Reanimation!

    Oder die Feuerwehr schafft es nicht mehr rechtzeitig zu der eingeschlossenen Person bei einem Wohnungsbrand, deren Rettung nur noch ĂŒber die Drehleiter möglich war.

    Und dem der TĂ€ter einer Gewalttat reicht die Zeit, die die weiter entfernt anfahrende Polizei braucht, um abzuhauen

    Ihr habt Langeweile und wollt Euren Mut und Tatkraft unter Beweis stellen?
    Oder mögt ihr einfach diese tollen roten Autos?

    Ich denke, Ralf Mittelbach und alle Anderen der Feuerwehr Weinheim können Euch da einen viel besseren Weg aufzeigen.

    Böswillige Alarmierungen sind einfach nur assozial!

  • Gerald Höffl

    Ich wohne nah an den Schlossbergterrassen und kaufe regelmĂ€ĂŸig in den dortigen GeschĂ€ften ein, wenn auch die Einkaufmöglichkeiten derzeit schon wieder schwinden. Auch mir fallen schon lange die hohe Anzahl jugendliche auf, die sich in der Gegend gerne aufhalten. Jedoch ist mir noch NIE ein Jugendlicher dort negativ aufgefallen. Im Gegenteil: Einfach sich dort nur gemĂ€ĂŸigt unterhaltende Jugendliche wurden von Anwohnern aus den Fenstern aggressiv angeblafft. Mich wurdert also nicht, dass Jugendliche sich dannn auch irgendwann auffĂ€llig verhalten und sich dann ein (sehr unpassendes) Ventil suchen.
    Das soll natĂŒrlich nicht die Benutzung von Notrufeinrichtungen relativieren.
    Ich möchte eher mal dazu auffordern, due Ursachen fĂŒr das Verhalten der Kids zu suchen.
    Auch habe ich schon mehrfach beobachtet, dass sich dort befindliche Jugendliche m.E. unnötig oft und ohne Anlass von der Polizei kontrolliert wurden, was denen wie auch mir wie Schikane vorkommen muss.
    WĂ€hrenddessen oft Ă€ltere Herrschaften, die auf den Sitzsteinen direkt vor den GeschĂ€ften ihren Wein und ihr Bier konsumieren, gerne mal Passanten mit Zurufen und bettelei belĂ€stigen. Das stört mich viel mehr, als meist gut gelaunte Jugendliche. Dass sich im Durchgang zwischen Tiefgarage und Supermarkt Bettler fast schon dauerhaft eingenistet haben, scheint auch niemanden zu stören. Klar, die sind ja auch gerĂ€uschlos und nur lĂ€stig.fĂŒr sĂ€mtliche Passanten.

  • Nico Ögen Buschmann

    Sicherlich ist es sehr unreif und dumm den Feuermelder „just for fun“ zu drĂŒcken! Menschen werden gestört, Feuerwehrleute in Aufruhr versetzt, und unnötig Gelder verschwendet! Doch mal ehrlich, wo liegt das Problem? Bei den Jugendlichen? Wo haben die denn das her? Liegt es nicht auch an der Erziehung, ob ein Kind so etwas macht oder nicht? Und: Sehen denn die Kinder nicht Tag fĂŒr Tag in den Medien irgend einen Unsinn? und von Straftat zu sprechen finde ich lĂ€cherlich, da bestimmt kein Jugendlicher jemandem damit etwas Böses will, oder weitere Folgen abschĂ€tzen kann! Und dann mit PrĂ€vention ala : wenn Du so etwas machst, dann kommst Du ins GefĂ€ngnis oder den Jugendlichen mit Strafen zu drohen, sollte man lieber darauf setzen, den Spitzbuben klar zu machen, was passiert, wenn Ihre eltern einen Krankenwagen, Feuerwehrwagen oder etc. brauchen. Nur so kann man nĂ€mlich in den Köpfen etwas erreichen! Wir Weinheimer sind doch nicht Dumm, können jeden Mist veranstalten, warum bekommen wir unsere Jugendlichen dann nicht mal auf die BĂ€nke, um denen was zu sagen! Einfach mal die Werbung Ă€ndern, um dem Zeitgeist zu entsprechen und die Jugend wieder anzusprechen! Es gibt keine gescheite Jugendkneipe in Weinheim, klar gehen die vor den Rewe ! Das ist doch vollkommen klar, warum die auf dumme Gedanken kommen! Allen voran die Eltern, und die Eltern der Kinder, welche die anderen Kinder dann auf dumme Gedanken bringen! Aber ja, es kann nicht sein, aber es mĂŒssen neue Lösungswegen gefunden und beschritten werden!