Donnerstag, 22. Juni 2017

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Entwarnung f√ľr Hobby-G√§rtner

Auswirkungen des milden Winters

Pflanze frostsicher

Frostsicher verpackt kommen auch empfindliche Pflanzen gut √ľber den Winter.

Rhein-Neckar, 22. Januar 2014. (red/sw/dwd) Eine Frage, die zur Zeit viele Hobby-G√§rtner und Gartenbesitzer besch√§ftigt, ist, welche Auswirkungen die milden Temperaturen, die derzeit das Wetter in der Region beherrschen, auf die Pflanzen hat. Wir haben f√ľr Sie einige Experten befragt.

Von Susanne Warmuth

Vor gut sechs Wochen, am ersten Dezember, hat der meteorologische Winter begonnen. Die Durchschnittstemperatur in Deutschland liegt f√ľr diese Zeit bei 3,9¬į Celsius. Das vielj√§hrige Mittel f√ľr diesen Zeitraum ist mit nur 0,2¬į C deutlich k√§lter. Als Ursache f√ľr die milden Temperaturen in Europa nennt der Deutsche Wetterdienst die derzeitige rege Tiefdruckt√§tigkeit √ľber dem Nordatlantik. Diese f√ľhrt milde Luftmassen √ľber den europ√§ischen Kontinent.

Trotz aller Abweichungen vom Mittelwert sind die Temperaturen immer noch im Bereich bereits beobachteter Werte und keine Rekordwerte. Bliebe der Januar weiterhin so mild wie bisher, w√ľrde er als drittw√§rmster Januar in die Geschichte der Wetteraufzeichnung eingehen. Die mildesten verzeichneten Winter waren der Winter 2006 / 2007 mit 4,4¬į C, 1989 / 1990 und 1974 / 1975 mit 3,6¬į C. F√ľr die n√§chsten Tag wird allerdings deutlich k√§lteres Wetter erwartet, die Durchschnittstemperaturen werden also wieder sinken.

Keine Entwarnung f√ľr die Klimaerw√§rmung

Weltweit betrachtet ist dieser Winter in vielen Gebieten deutlich w√§rmer als das langj√§hrige Mittel. Besonders markant sind die Gebiete des arktischen Ozeans mit Temperaturen von bis zu 13¬į C √ľber den langj√§hrigen Mittelwerten! Trotz der K√§ltewelle √ľber Nord-Amerika lag f√ľr die ersten sechs Wochen des Winters 2013 / 2014 die Durchschnittstemperatur der Nordhalbkugel um 0,6¬į C h√∂her als das zum Vergleich herangezogene vielj√§hrige Mittel.

Herr Stefan M√ľnch, stellvertretender g√§rtnerischer Leiter der Mannheimer Stadtparks, kann die Gartenbesitzer der Region noch beruhigen. Zwar k√∂nnen milde Temperaturen dazu f√ľhren, dass der Saft in die Pflanzen eintritt und der dann einsetzende Frost zu Erfrierungen f√ľhrt. Die Natur befindet sich jedoch trotz allem noch im Winterschlaf. Gravierende Frostsch√§den seien zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu erwarten.

Viburnum in Bluete

Bl√ľhendes Viburnum im Januar – kein Grund zur Sorge

Herr M√ľnch kann der Situation, die viele Menschen aktuell verunsichert, noch Positives abgewinnen: Die Kaninchen, im Luisenpark schon fast eine Plage, finden in diesem Winter ausreichend Futter und verschonen wertvolle Rosen. In kalten Wintern stellen diese eine begehrte Knabberei f√ľr die Tiere dar. Au√üerdem k√∂nne die Arbeit in den Parks weitergehen, schr√§nke eine Schneedecke die Aktivit√§ten der G√§rtner doch stark ein.

Der G√§rtner r√§t jedoch im Hinblick auf die kommende K√§lte in den n√§chsten Tagen, besonders empfindliche Pflanzen im Hausgarten frostgesch√ľtzt einzupacken und auch eingepackt zu lassen. Im Handel sind Vlies- oder Juteabdeckungen in vielen Varianten erh√§ltlich. Diese sch√ľtzen nicht nur, sondern k√∂nnen dekorative Farbtupfer im Wintergrau sein.

Bienen im Winter

F√ľr Bienenv√∂lker sind trockene, m√§√üig kalte Winter ideal, um gesund ins Fr√ľhjahr zu kommen. Die Aktivit√§t im Bienenstock wird heruntergefahren. Die K√∂nigin legt keine Eier mehr, die versorgt werden m√ľssen. Die Mitglieder des Bienenvolkes w√§rmen sich gegenseitig. Sie finden sich zu einem ballf√∂rmigen Gebilde um das Futter herum zusammen. Im Inneren dieses „Balles“ ist es recht warm, nach au√üen wird es k√§lter. Die Bienen wechseln langsam ihre Position von au√üen nach innen. So k√∂nnen alle √ľberleben.

Bei w√§rmeren Temperaturen legt die K√∂nigin weiterhin Eier. Der Stock findet nicht in die Winterruhe, da diese Eier versorgt werden m√ľssen. Der Vorsitzende des Ladenburger Imkervereins, Rudolf Schult, gibt jedoch Entwarnung. Dies bedeute keinen Stress f√ľr die Bienenv√∂lker. So sei der Lauf der Natur. Wesentlich schlimmer sei ein kalter regnerischer Fr√ľhling zum Zeitpunkt, wenn die Bienen schon die Winterruhe beendet haben.

√úber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr√ľndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr√§ts und Reportagen oder macht investigative St√ľcke.