Donnerstag, 25. Mai 2017

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„Seniorenfonds Neckar Bergstraße“ gegrĂŒndet

Ein Sozialfonds gegen Altersarmut

Weinheim, 22. Juli 2014. (red/pm) Die Diakonie und Caritas in Weinheim grĂŒnden den ersten „Seniorenfonds“ der Region, um gegen das Thema Altersarmut vorzugehen.

Seniorenfonds

Der Zonta Club Weinheim unterstĂŒtzt den Sozialfonds mit 2.000 Euro. Foto: Stadt Weinheim

Information der Stadt Weinheim:

„Das Thema Altersarmut bei Frauen und MĂ€nnern ist nicht neu, aber drĂ€ngend. Diese Erfahrung machen Anne Hansch, Leiterin des Diakonischen Werkes Weinheim und ihre Kollegin Ulrike Hermann, Caritasverband fĂŒr den Rhein-Neckar-Kreis e.V., in ihrer tĂ€glichen Arbeit. „Wir brauchen in der Gesellschaft Ideen und AnsĂ€tze, sich dieser Situation anzunehmen, und ihr in einem so reichen Land wie Deutschland zu begegnen“, betont Hansch.

Ein neu geschaffener „Seniorenfonds Neckar Bergstraße“ – der erste dieser Art in der Region – sorgt jetzt in Weinheim und Umgebung dafĂŒr, Altersarmut zu lindern und Ă€lteren, bedĂŒrftigen Menschen das GefĂŒhl zu geben, trotz ihrer schlechten wirtschaftlichen Lage nicht von der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein, so formulieren es die Mitglieder vom Zonta Club Weinheim e.V., die Mitinitiatoren und Förderpartner des Fonds sind.

Zonta hat mit 2.000 Euro den „Grundstein“ gelegt und wird dem Fonds weiteres „Startkapital“ zukommen lassen.

„Die große Welle kommt erst noch.“

An die 400 Menschen – die meisten davon Frauen – sind alleine im nördlichen Rhein-Neckar-Kreis von Altersarmut betroffen und auf staatliche Hilfe angewiesen, bestĂ€tigte auch Horst Post vom Rhein-Neckar-Kreis bei einem GrĂŒndungstreffen des „Seniorenfonds“ in Weinheim. Der Leiter der Weinheimer Außenstelle des Landratsamtes berichtete dabei auch von einem starken Anstieg der Zahlen und erwartet: „Die große Welle kommt erst noch.“

Es gehe aber auch darum, so die Sozialexpertinnen Anne Hansch und Ulrike Hermann, alte Menschen zu unterstĂŒtzen, die gerade noch genug Rente fĂŒr den Alltag aufbringen können. Aber eine defekte Waschmaschine, eine dringend benötigte neue Brille oder ein paar Schuhe ĂŒbersteigen schon das Budget des Seniors. „Arme Menschen“, beschreibt Ulrike Hermann, „schöpfen oft aus der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ihren Lebensmut“.

Was aber, wenn kein Geld da ist fĂŒr einen Ausflug, einen Theaterbesuch oder den Nachmittagskaffee? Dann werden alte Menschen vor Armut einsam. Jede dritte Frau im SĂŒdwesten hatte 2012 ein monatliches Nettoeinkommen unter 700 Euro. 14 Prozent der Ă€lteren Frauen sind auf die UnterstĂŒtzung durch Angehörige angewiesen, bei den MĂ€nner rund ein Prozent.

Jugendliche werden unterstĂŒtzt

Jede Spende in den Fonds ist willkommen. Caritas und Diakonie haben in Weinheim schon gute Erfahrungen mit einem „Kinderförderfonds“ gemacht. Er ist inzwischen zu einer verlĂ€sslichen Einrichtung geworden, wenn es darum geht, Jugendlichen aus Weinheim und der Region eine individuelle oder projektorientierte Förderung in den Bereichen Sport, Kultur und Schule zu kommen zu lassen.

UnbĂŒrokratisch leistet der Fonds Familien mit Kindern schnelle Hilfe, seien es Harz IV-EmpfĂ€nger oder solchen mit einem knappen Einkommen etwa, wenn der Vereinsbeitrag, die neuen Sportschuhe, der Gitarrenunterricht oder der Schullandheimaufenthalt aus eigener Tasche nicht zu bezahlen sind. „Nach den positiven Erfahrungen mit unserem Kinderförderfonds freuen wir uns, kĂŒnftig nun auch die LebensqualitĂ€t von Ă€lteren Menschen steigern zu können, so dass sie in WĂŒrde alt werden können“, betont Ulrike Hermann.

Schirmherren des neuen Fonds sind: Christa Ohligmacher, KreisrĂ€tin aus Weinheim, JĂŒrgen Kirchner, BĂŒrgermeister von Hemsbach, Simone Britsch, Diakoniepfarrerin in Hirschberg und Peter van Nunen, Dekanatsrat aus Heddesheim.

Info und Kontakt: Seniorenfonds: www.diakonie-rhein-neckar-kreis.de, bezirksstelle.weinheim@caritas-rhein-neckar.de.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist fĂŒr "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.