Dienstag, 21. August 2018

DBS-Schulprojekt mündet in spannender Ausstellung

Schüler entdecken ihre Lebenswelten

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Weinheim. 23. Juli 2014. (red/pm) Das Dietrich-Bonhoeffer-Werkrealschule-Schulprojekt mündet in einer spannenden Ausstellung in der Ulnerschen Kapelle. Seit Samstag kann man die großformatigen Bilder der Schüler bewundern.

Dietrich-Bonhoeffer-Werkrealschule, Ausstellung

Auf den großformatigen Bildern stellen die Schüler ihre Träume dar. Foto: Stadt Weinheim

Information der Stadt Weinheim:

„Die Jugendlichen betraten das frühere Gotteshaus, die Ulnersche Kapelle am Weinheimer Marktplatz, und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Da hingen großformatige Bilder an der Wand, die zeigten – sie selbst. Jugendliche, Schülerinnen und Schüler der Weinheimer Dietrich-Bonhoeffer-Werkrealschule in mitunter abenteuerlichen Posen: Als cooler Musiker, als Fußballspielerin in schwarzem Minikleid, als Roulette-Spieler, als Bodyguard, als verliebtes Hochzeitspaar oder auch auf einem Panzer, der durch die Wüste rollt.
Bilder, die Diskussionen anstoßen werden. Fotos, die den Betrachter fesseln.

Es sind Träume und Visionen der Schüler. Gedanken, die man sich als junger Mensch erst einmal trauen muss. Es sind entdeckte „Lebenswelten“ – so lautet auch der Titel der Ausstellung, die jetzt ein mehrmonatiges sozialpädagogisches Schulprojekt an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule abschließt. „Es war ein anspruchsvolles Vorhaben und viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt“, sagt Ben Schmidt, Erziehungswissenschaftler, Präsident des Vereins „CreAktiv“ für soziokulturelle Schulprojekte und „Urgestein“ der Schulsozialarbeit in Weinheim.

Projekt „Lebenswelten entdecken“

Er steht hinter dem Projekt „Lebenswelten entdecken“ wie seine Kollegin und Diplom-Pädagogin Marie Antoinette Mayer, weitere Kolleginnen der Weinheimer Schulsozialarbeit, aber vor allem auch das Führungsteam der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, deren Geschäftsführende Schulleiterin Gudrun Aisenbrey sowie Schulleiter Frank Bausch und sein Stellvertreter Thomas Lammer von der DBS-Werkrealschule.

Die Bild-Tableaus, die der Weinheimer Kommunikationsdesigner Thomas Rauch gemeinsam mit den Schülern entwickelt und künstlerisch-grafisch umgesetzt hat, sind ein Teil des Projektes, das nun in diese Ausstellung mündet. Für diese Fotomontagen wurden zunächst Themen entwickelt, die in der Zukunftsvorstellung der Jugendlichen wichtig sind – manchmal verlockend, mitunter furchteinflößend, aber immer sehr emotional.

Kriegerische Bedrohungsszenarien, Liebe, Familie und Rollenverständnis

Es geht um kriegerische Bedrohungsszenarien ebenso wie um die Bedeutung von Liebe und Familie, um drohende Verschuldung und ein neues Rollenverständnis der Geschlechter. Entstanden sind spannende Visualisierungen jugendlicher Visionen. Dazu kommen Fotos des Fotografen und Ethnologen Thomas Schenker, der den Projektverlauf mit seiner Kamera begleitet hat.

Schirmherr von „Lebenswelten“ ist Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard, der in der Ulnerschen Kapelle auf die Rolle der Stadt als kommunaler Schulträger und „Verbündeter“ der Schulen verwies.

Lernen im sozialen Kontext

„Das Projekt `Lebenswelten entdecken` begreift und vermittelt das Lernen in einem sozialen Kontext, es stellt den Mensch in den Mittelpunkt. Dieser Ansatz wiederum findet sich in der gesamten Bildungslandschaft und im Verständnis von Bildung in dieser Stadt immer wieder – und deshalb habe ich sehr gerne die Schirmherrschaft übernommen“, beschrieb er.

Schule könne sich, wie bei diesem Projekt, mit der Arbeit des kommunalen Schulträgers im Sinne einer ganzheitlich pädagogischen Betrachtung des Jugendlichen ergänzen. Bernhard: „Ich denke, wir sind uns einig, dass dies in Weinheim in vorbildlicher Weise geschieht.“ Deshalb seien die „Lebenswelten“ für die Jugendlichen selbst, aber auch für die größte Schule am Ort und nicht zuletzt für die Stadt Weinheim ein tolles Projekt.

„So etwas habe ich noch nie erlebt“

Auch Gudrun Aisenbrey und Frank Bausch verwiesen auf die konstruktive Zusammenarbeit der Schulen mit der Stadt. „Ich bin viel herumgekommen, aber so etwas habe ich noch nie erlebt“, beschrieb der Werkrealschulleiter.

Und Heiner Bernhard entgegnete: „Das bestätigt uns auf diesem eingeschlagenen Weg, uns weiter im Sinne der Jugendlichen und ihres weiteren Lebensweges zu verbünden. Wir werden diesen Weg weiter gehen, und es gibt aus den politischen Gremien auch schon deutliche Signale, die Schulsozialarbeit – mit Hilfe von Land und Landkreis – weiter auszubauen.“

Er selbst werde sich sehr dafür einsetzen, „gerade vor dem Hintergrund weiterer Herausforderungen, die im nächsten Jahr auf uns zukommen werden“.
Info: Die Ausstellung zum sozialpädagogischen Schulprojekt „Lebenswelten entdecken“ in der Ulnerschen Kapelle ist am Samstag, 19. Juli, von 12 Uhr bis 16 Uhr für die interessierte Öffentlichkeit geöffnet, der Eintritt ist frei.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.