Mittwoch, 24. April 2019

Berater soll „Personalsituation“ untersuchen. Kostenpunkt: 105.000 Euro

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Weinheim, 24. November 2011. (red) Um ihren Haushalt zu „konsolidieren“, gibt die Stadt Weinheim 105.000 Euro fĂŒr eine Beratungsfirma aus NĂŒrnberg aus. Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung am Mittwoch, die „arf Gesellschaft fĂŒr Organisationsentwicklung mbH“ zu beauftragen.

Die „arf“ soll den kommunalen Haushalt analysieren und dabei Hilfestellung zu einer Verbesserung der Organisationsstruktur und bei Einsparungsmöglichkeiten im Haushalt bieten. Vor allem bei den Personalausgaben sollen „Einsparungsmöglichkeiten“ gesucht werden. Zudem soll „die Angemessenheit der Personalausstattung verifiziert werden“.

Interessant: Im Beschluss des Gemeinderates, der von einem fraktionsĂŒbergreifenden Antrag ergĂ€nzt worden ist, wird unter anderem festgelegt, dass „die Strukturanalyse nicht auf KĂŒndigungen von Personal oder eine Verminderung der stĂ€dtischen Leistungen abziele“. Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.

Der Gemeinderat soll gemeinsam mit dem Personalamt eng mit dem BeraterbĂŒro zusammenarbeiten und regelmĂ€ĂŸig Berichte vorgelegt bekommen. Eine ĂŒberfraktionelle Arbeitsgruppe hatte fast zwei Jahre daran gearbeitet, einen Vorschlag fĂŒr eine ÜberprĂŒfung der Personalsituation zu finden.

Hinter vorgehaltener Hand heißt es, dass die Personalausstattung einerseits zu ĂŒppig und andererseits vertraglich zu teuer ausgestattet sei. Die Stadt gibt 26 Millionen Euro und damit gut ein Viertel ihres Haushalts fĂŒrs Personal aus. Als angemessen gelten 15-20 Prozent. Kritisiert wird zudem, dass durch organisatorische MĂ€ngel Arbeiten oft „redundant“ ausgefĂŒhrt werden.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.