Donnerstag, 16. August 2018

Mehrgenerationenhaus und Arbeitskreis Asyl vermitteln Lernbegleitung für Kinder von Flüchtlingsfamilien

Eine Brücke zum Leben in Deutschland

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Stefanie Nier mit vier Lernbegleiter/innen. Foto: Stadt Weinheim

 

Weinheim, 24. Mai 2013. (red/pm) Beim Arbeitskreis Asyl bitten immer wieder Väter und Mütter, die als Flüchtlinge in Weinheim leben, um Nachhilfe für ihre Kinder in der deutschen Schule. Seit 2008 hat sich das Mehrgenerationenhaus Weinheim gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl der Aufgabe angenommen, Unterstützung für diese Kinder zu organisieren.

Information der Stadt Weinheim:

„In regelmäßigen Abständen werden Schülerinnen und Schüler aus weiterführenden Schulen für einen Einsatz als individuelle Lernbegleiter eines Kindes aus einer Flüchtlingsfamilie gewonnen. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung, die zum Beispiel die Fahrtkosten abdeckt.

Stefanie Nier hat beim Arbeitskreis Asyl die Vermittlung, Koordination und Beratung übernommen. Sie ermittelt in Gesprächen mit den Eltern und den Schulen die individuellen Förderbedarfe der Kinder und wählt geeignete Lernbegleiter für sie aus.

Den Lernbegleitern und Lernbegleiterinnen gibt sie Anleitung und Lernmaterialien, und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Das Mehrgenerationenhaus, eine Gemeinschaftsinitiative des Bildungsbüros Weinheim/ Integration Central, der Stadt Weinheim und des Stadtjugendring Weinheim e.V., dient hierbei als Anlaufstelle und Treffpunkt. Es wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Aktionsprogramms Mehrgenerationenhaus II gefördert.

Unterstützung beim Lernen

Die jungen Lernbegleiter besuchen während eines längeren Zeitraums regelmäßig ein- bis zweimal wöchentlich ihren Schüler oder ihre Schülerin in der Familie, um sie eine Stunde lang beim Lernen zu unterstützen. Sie geben Hilfen bei den Hausaufgaben, vertiefen bereits gelerntem Schulstoff, üben das Lesen, lassen Kreuzworträtsel lösen oder machen Konzentrationsspiele.

Trotz verstärktem Nachmittagsunterricht und Verkürzung der Schulzeit auf acht Jahre in den Gymnasien haben sich seit Beginn des Programms viele Jugendliche gemeldet, um als Lernbegleiter aktiv zu werden. Aktuell begleiten 13 Individuelle Lernbegleiter aus weiterführenden Schulen 16 Schüler in sechs Flüchtlingsfamilien. Ihre Hilfen werden von den Familien sehr geschätzt und sind von enormer Bedeutung für Kinder, deren Eltern keine deutsche Schule besucht haben oder auch in ihrer Muttersprache Analphabeten sind.

Die Gastfreundschaft der Familien macht deutlich, wie wertvoll ihre Hilfe nicht nur für die Kinder ist. Die Individuellen Lernbegleiter sind oft die Einzigen, die eine Flüchtlingsfamilie besuchen. Als Gesprächspartner auch für die Eltern bauen sie Brücken zum Leben in Deutschland.

Kompetenzen entwickeln

Aber auch die Lernbegleiter profitieren von ihrem freiwilligen Engagement. Es ermöglicht ihnen, Kompetenzen zu erproben und zu entwickeln und ganz neue Erfahrungen auch in Hinblick auf ihre Berufsfindung zu machen. Nach Beendigung ihres Einsatzes erhalten sie ein Zertifikat, mit dem sie ihre künftigen Bewerbungen bereichern können.
Weitere Jugendliche für das Programm werden laufend gesucht. Kontakt: Arbeitskreis Asyl, Telefon 06201 / 1 59 67 oder Bildungsbüro Weinheim, 06201/2908988.

Das Mehrgenerationenhaus Weinheim ist eine Gemeinschaftsinitiative des Bildungsbüros Weinheim/ Integration Central, der Stadt Weinheim und des Stadtjugendring Weinheim e.V. das vom Aktionsprogramm Mehrgenerationenhaus II des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird.

Mit der Unterstützung durch eine Reihe von Institutionen, Initiativen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern im „Netzwerk Mehrgenerationenhaus Weinheim“ entstehen im Mehrgenerationenhaus Aktivitäten, Angebote und Projekte, die Generationen und Kulturen zusammen bringen, um miteinander und voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.