Sonntag, 22. Oktober 2017

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Gabis Kolumne

Was haben Zumba und Istanbul gemeinsam?

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Guten Tag!

Rhein-Neckar, 24. Oktober 2011.- Was haben Zumba und Istanbul gemeinsam? Richtig, beides ist im Moment unglaublich angesagt. Und irgendwie kommt man zur Zeit um beides nicht herum, musste Gabi feststellen.

Wie nennt man das, wenn uns pl√∂tzlich und √ľberall immer wieder dieselben Begriffe begegnen? Und je mehr man darauf achtet, umso auff√§lliger wird es? Richtig, subjektive Selektion.

Istanbul - Stadt auf zwei Kontinenten.

Doch jetzt erst Mal zu Istanbul, davor Konstantinopel und davor Byzanz: Istanbul ist nicht (!) die Hauptstadt der T√ľrkei – das ist Ankara – aber die gr√∂√üte Stadt der T√ľrkei und mit ihren rund 13 Millionen (oder auch 20) unter den Top Five weltweit. Und es ist die einzige Stadt dieser Welt, die auf zwei Kontinenten – Asien und Europa – liegt.

Also, hier knallt Morgenland auf Abendland und das schon seit Tausenden von Jahren. Hier treffen sich Mini-berockte T√ľrkinnen mit verschleierten T√ľrkinnen, hier stehen Moscheen neben gro√üen Christenh√§usern – alles im allem – hier geht-‚ā¨‚ĄĘs ab. Laut, bunt – D√∂ner gegen Big Mac. Und all-‚ā¨‚ĄĘ das auch nicht erst seit gestern.

Wer redet noch vom Big Apple oder gar von Paris – alle reisen nach Istanbul

Und dann kommt pl√∂tzlich eine Welle und bringt die Stadt zur Brandung. Wer redet noch vom Big Apple oder gar von Paris – alle reisen nach Istanbul. Es f√§ngt langsam an, steigert sich und pl√∂tzlich man hat das Gef√ľhl, sofort dorthin reisen zu m√ľssen.

Aber der Reihe nach. Ich unterhielt mich mit Bekannten, die mir erz√§hlten, dass sie f√ľr ein verl√§ngertes Wochenende nach Istanbul fliegen. Sch√∂n, dachte ich, w√ľrde ich auch gerne, und nichts weiter. Ein paar Tage sp√§ter erz√§hlte mir eine Freundin, dass ihr Bruder seine Flitterwochen in Istanbul verbringt und als ich k√ľrzlich mit einer anderen Freundin im Caf√ɬ© sa√ü und sie sagte, sie fliegen in den Herbstferien nach Istanbul, wunderte mich das nicht mehr wirklich.

Verst√§rkt wurde dieses Gef√ľhl von meinem Radiosender-¬†– und da bin ich wirklich ganz einfach strukturiert, ich h√∂re n√§mlich jeden Morgen auf der Fahrt zur Arbeit immer den gleichen —¬† der, und das wird jetzt niemanden wundern, Reisen nach, Sie wissen schon, Istanbul, verloste und jeden Morgen, neue Details zu dieser Metropole verk√ľndete.

Und sp√§testens als mein Mann sagte: ‚ÄěSchatz, wir sollten mal nach Istanbul fliegen, das muss eine ganz tolle Stadt sein‚Äú – und er h√∂rt weder den Sender noch war er bei den Gespr√§chen dabei – wusste ich, diese Stadt ist gerade richtig angesagt.

Aerobic war gestern – Zumba ist heute

Zumba - auch √ľberall im Internet zu finden

Und nun zu ‚ÄěZumba‚Äú. Und, ganz ehrlich, vor einem halben Jahr kannte ich den Begriff noch nicht einmal, und inzwischen ist man total out, wenn man nicht wei√ü, was sich dahinter verbirgt.

Aerobic, Bauch-Beine-Po, Spinning oder Pilates waren gestern, Zumba ist heute. Der neueste Trend aus den Fitnessstudios.

Wer sich in um seine Idealfigur sorgt, schwört nun auf das Tanz-Work-out Zumba. Die Fitness-Neuheit aus Kolumbien enthält Schritte aus lateinamerikanischen Tänzen wie Salsa, Merengue, Samba oder Cumbia. Und als Erfinder von Zumba gilt der kolumbianischstämmige Choreograf Alberto Perez aus Miami, genannt Beto.

Gibt man ‚ÄěZumba‚Äú bei Google ein, erh√§lt man 34.000.000 Treffer. Und jetzt erz√§hlen Sie mir bitte nicht, Sie haben davon noch nichts geh√∂rt.

In den USA gibt es dieses Wunderwaffe f√ľr die Traumfigur – eine Bekannte raunte mir vor Kurzem nach einer Stunde zu: ‚ÄěMan verliert rund 1000 Kalorien pro Trainingseinheit‚Äú (was ich im √ľbrigen nicht glaube) – schon seit gut zwei Jahren und auch in deutschen Metropolen trainiert man schon l√§nger nach lateinamerikanischen Rhythmen.

In meinem nordbadisches Kleinstadtleben ist der Begriff ‚ÄěZumba‚Äú erstmalig im Fr√ľhling dieses Jahres aufgetaucht, als eine Freundin mir von ihrem ‚ÄěZumba‚Äú-Lehrer vorschw√§rmte.
‚ÄěBitte, was‚Äú, fragte ich und outete mich sogleich, ob meines hinterw√§lderischen Unwissens.

Wenig Tage sp√§ter erz√§hlte eine Kollegin begeistert von ihrem neuen ‚ÄěZumba‚Äú-Kurs und eine weitere nickte dabei zustimmend mit dem Kopf und verk√ľndete, als Jamaikanerin liege ihr das sowieso im Blut.

Zumba Рmacht höllisch Spaß und gute Laune

Da ich Sie jetzt nicht langweilen will, erspare ich Ihnen weitere Begebenheiten, die mich davon √ľberzeugten, dass sich hier wohl ein Trend durchgesetzt hatte und einen ‚ÄěZumba‚Äú-Gutschein weiter – den ich von der Freundin mit dem tollen ‚ÄěZumba‚Äú-Lehrer geschenkt bekommen hatte – befand ich mich unter 30 schwitzenden, lachenden und tanzenden Frauen (die beiden M√§nner, die teilnahmen, k√∂nnen wir hier getrost vernachl√§ssigen), jeglichen Alters und unterschiedlichster Ma√üe, die zu s√ľdamerikanischen Kl√§ngen, H√ľfte, Bauch und Arme schwingen lie√üen.

Ehrlich, bei den wenigsten sieht es wirklich s√ľdamerikanisch aus, dass man dabei 1000 Kalorien verliert, bezweifle ich auch, aber es macht h√∂llisch Spa√ü und gute Laune und ist dazu noch gesund.

Und als ich in der Umkleidekabine zwei ‚ÄěZumba‚Äú-Mitstreiterinnen √ľber ihren Wochendtrip nach Istanbul unterhielten, war mir klar, ein Trend kommt selten allein und zuweilen geht er auch Allianzen ein.

gabi