Montag, 11. Dezember 2017

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Weinheim als Modellstadt für Altersfreundlichkeit

„Nicht ohne uns über uns“

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Barriere Liegnitzer Straße - Kopie

Die Stadt Weinheim will barrierefrei sein. Foto: Stadt Weinheim

 

Weinheim, 24. Oktober 2013. (red/pm) Die Stadt Weinheim ist als „Alter(n)sfreundliche Kommune“ eine Modellstadt für Land und Kreis.

Information der Stadt Weinheim:

Was die „Alter(n)sfreundliche Kommune“ angeht, schaut das Land im Moment nach Weinheim. Die Stadt und insbesondere der große Stadtteil Weststadt sind seit Anfang des Jahres Ort eines Pilotprojektes. Dabei geht es darum, dass ein Stadtteil auf die Bedürfnisse der älteren und älter werdenden Bevölkerung in einem Maße eingeht, dass die Menschen so lange wie möglich im Viertel selbstständig wohnen bleiben können.

Die Aktionen werden vor Ort vom Amt für Soziales, Jugend, Familie und Senioren betreut, überregional von der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Rhein-Neckar-Kreises und der Universität Stuttgart.

Das Projekt ist nun in eine neue Phase eingetreten, als im Alten Rathaus, moderiert von Dr. Gisela Wachinger und Sarah-Kristin Wist vom Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und  Innovationsforschung der Uni Stuttgart, eine mehrstündige Akteurswerkstatt stattfand. Dabei hatte Rainer Steen vom Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises nochmals betont, dass man sich von den Weinheimer Erfahrungen Erkenntnisse für das ganze Land erhoffe. Weinheim sei deshalb als Modellstadt ausgewählt worden, „weil es hier schon sehr gute Stukturen gibt“.

Vier von sechs Stadtteilbegehungen

Von Juli bis September hatten – in einer ersten Phase des Projektes – vier von insgesamt sechs Stadtteilbegehungen stattgefunden, jeweils unter Federführung des Fachamtes und eines „Kümmerers“, der in seiner engeren und weiteren Nachbarschaft möglichst viele ältere Menschen persönlich kennt. Bettina Brandeis betreute die Termine seitens der Gesundheitskonferenz.

„Als Fazit kann man ziehen“, fasst Ute Schleh zusammen, die im Fachamt für Themen des Demografischen Wandels zuständig ist, „dass es in der Weinheimer Weststadt grundsätzlich eine gute Infrastruktur für älter werdende Menschen gibt“.

Verbesserungsbedarf gebe es bei öffentlichen Toiletten und Ruhebänken, die Einkaufsmöglichkeiten vor allem im Bereich der Kurt-Schumacher-Straße, der Ahornstraße und der Freiburger Straße seien zufriedenstellend, die Senioren würden allerdings eine Aufwertung des Multzentrums begrüßen und brauchen ein zentrales Weststadtbegegnungszentrum wie das Rolf-Engelbrecht-Haus. Auch bei Straßen und Wegen haben die Teilnehmer der Begehungen Schwachpunkte entdeckt, die aber baulich relativ leicht zu lösen sind, damit sie barrierefrei werden. Auch zugeparkte Gehwege seien ein Ärgernis.

Menschen motivieren, sich einzubringen

Speziell in der Akteurswerkstatt wurde darüber gesprochen, wie man eine direkte Ansprache von älter werdenden Menschen schafft – inbesondere bei jenen, die eher zurückgezogen leben. Und wie man diese Personen dazu motivieren kann, sich selbst einzubringen, wenn es um die Verbesserung des eigenen Umfeldes geht.

„Es geht uns darum, mit den Menschen selbst ins Gespräch zu kommen“, erklärte Rainer Steen vom Gesundheitsamt. Verbesserungen müssten in Abstimmung vorgenommen werden und es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass „ohne uns über uns“ geredet und entschieden wird.

In einem nächsten Schritt sollen nun ältere Menschen direkt befragt werden. Dazu wollen sich die Akteure bestehende Netzwerke nutzen und an Orten tätig werden, die von den Personengruppen sowieso häufig besucht werden wie Arztpraxen und Apotheken, aber auch passende Organisationen einbinden wie Sozialstationen oder die Nachbarschaftshilfe.

Am Mittwoch, 23. Oktober, 18 Uhr, ist die Kommunale Gesundheitskonferenz und das Projekt „Alter(n)sfreundliche Kommune – Stadtteilanalyse Weinheim West“ auch Thema der öffentlichen Sitzung des Gemeinderatsausschuss für Soziale Angelegenheiten.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.