Dienstag, 23. Mai 2017

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Gemeinderat berät am 25. Juni

Verlängerte Betreuungszeit trotz Platzmangel an Gelbergschule?

Weinheim, 24. Juni 2014. (red/ld) Immer mehr Kinder sollen an der Joachim-Gelberg-Grundschule für immer längere Zeit betreut werden. Die Frage ist: Wo? Platz gibt es an der Schule nicht. Die Nachmittagsbetreuung wird in angemieteten Wohnungen angeboten. Die Einrichtung einer Ganztagsschule könnte das Problem lösen. Doch das wollten die Schulkonferenz bislang nicht. Und im kommenden Schuljahr soll die Betreuungszeit noch verlängert werden.

Der Gemeinderat entscheidet am Mittwoch über die Verlängerung der Betreuungszeiten an der Joachim-Gelberg-Grundschule.

Der Gemeinderat entscheidet am Mittwoch über die Verlängerung der Betreuungszeiten an der Joachim-Gelberg-Grundschule.

Von Lydia Dartsch

Eltern, die für ihre Kinder an der Hans-Joachim-Gelberg-Grundschule in Lützelsachsen eine Betreuung über die Unterrichtszeit hinaus beantragt haben, können möglicherweise ihren Nachwuchs ab dem kommenden Schuljahr eine Stunde länger betreuen lassen. Darüber wird morgen der Gemeinderat beraten. Zudem teilte die Stadtverwaltung Anfang des Monats mit, dass es nun auch für die 20 Schüler einen Platz in der Nachmittagsbetreuung gebe, deren Eltern zuvor wegen Platzmangels eine Absage erhalten hatten. Und die Nachfrage steige weiter, sagt Tim Scheil, Leiter der Abteilung Schulen im Amt für Bildung und Sport: „Wir wollen den Eltern ungern eine Absage erteilen.“

Eine Ganztagsschule, wie sie die Stadtverwaltung begrüßt, würde dieses Platzproblem lösen. Vor knapp zwei Jahren wurde dieses Projekt schon einmal angestoßen. Bereits damals herrschte Platzmangel an der damaligen „Grundschule Lützelsachsen“. Um Platz zu schaffen seien in benachbarten Wohnhäusern zwei Wohnungen für die Grundschulbetreuung angemietet worden. Wohnungen, die wegen der steigenden Nachfrage bereits aus damaliger Sicht auf Dauer nicht genügen würden.

Betreuungsproblem der Eltern gelöst – Platzproblem der Schule bleibt

Die einzige Lösung ist, die Gelberg-Grundschule baulich zu erweitern. Wäre eine Ganztagsschule eingerichtet worden, hätte die Stadtverwaltung dafür Landeszuschüsse erhalten können. Allerdings seien die Gesamtlehrerkonferenz und die Schulkonferenz diesem Vorhaben nicht gefolgt. Die Ergebnisse der damaligen Elternumfrage und eines Informationsabends seien gegen die Einrichtung einer Ganztagsschule gelaufen, sagt Herr Scheil.

Das Platzproblem bestand weiter und die Eltern von rund 20 Schulkindern hätten für das kommende Schuljahr 2014/15 zunächst eine Absage für die Grundschulbetreuung erhalten. Auf Vorschlag der Verwaltung habe man sich aber nun mit der Schulleitung geeinigt, dass diese Kinder übergangsweise auch in den Klassenräumen betreut werden können – bis etwa 14:00 Uhr. „Ideal wäre es, wenn die Kinder in dieser Zeit in ihrer Klasse bleiben können“, sagt Herr Scheil. Damit wurden 26 weitere Plätze zu den bestehenden 80 geschaffen. Damit werden im kommenden Schuljahr insgesamt 106 Kinder an der Gelberg-Grundschule zwischen 07:30 und 16:00 Uhr betreut.

Aula bietet 20 essenden Kindern Platz

Limitiert wird der Platz vor allem für das Mittagessen. Wer zumindest bis 14:00 Uhr in der Betreuung angemeldet ist, bekommt eines. Das wird von einem Caterer angeliefert. Weil gerade mal 20 Kinder in der Aula der Gelberg-Grundschule zusammen essen können, essen sie in drei Schichten. Die anderen werden in dieser Zeit in den Wohnungen oder im Klassenzimmer betreut. „Wegen der räumlichen Beschränkungen können nur 80 Kinder essen“, sagt Herr Scheil.

Ob die Betreuungszeit um eine Stunde verlängert wird, darüber wird der Gemeinderat morgen Abend entscheiden. Die Stadt begrüße die Einrichtung einer Ganztagsschule auch weiterhin, sagt Herr Scheil: „Es wäre aber gut, wenn dieser Wunsch von der Schule geäußert wird.“ Zwar merken die Eltern, dass die Grundschulbetreuung an ihre räumlichen Grenzen stoße. Ob und wann die Schulkonferenz den Wunsch äußert eine Ganztagsschule zu werden – ob offen oder verpflichtend – ist ungewiss. Würde ein entsprechender Antrag bis zum 01. Oktober 2014 an das staatliche Schulamt gestellt, könnte man erst zwei Jahre später, zum Schuljahresbeginn 2016/17, den Ganztagsbetrieb aufnehmen, heißt es in einer Erklärung der Stadtverwaltung auf Nachfrage. So lange werde die Erweiterung der Schule dauern.

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.