Sonntag, 22. Oktober 2017

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Ab 01. August wird ILEK-Projekt von professionellem Regional-Management begleitet

Die blühende Bergstraße bewahren

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Bergstraße, 25. Juli 2014. (red/pm) Die Kommunen sind sich einig: Ab dem 01. August wird das ILEK-Projekt von einem professionellem Regional-Management begleitet.

ILEK, Bluehende Bergstraße

Bernhard Ullrich (l.) mit Stellvertreterin Isis Mandl (r.) als Ansprechpartner des Regionalmanagements für eine weiterhin blühende Bergstraße. Foto: Robra

Information der Stadt Weinheim:

„Ab 01. August geht das ILEK-Projekt „Blühende Badische Bergstraße“ in den Bergstraßen-Kommunen von Dossenheim bis Laudenbach in die Umsetzung. Ab diesem Zeitpunkt erhalten die Gemeinden die lang erwartete Hilfe durch ein professionelles Regionalmanagement.

Mit dem Regionalmanagement wurde das Planungsbüro BHM (Bresch Henne Mühlinghaus) mit Hauptsitz in Bruchsal beauftragt. Projektleiter und Ansprechpartner vor Ort ist Landschaftsarchitekt Bernhard Ullrich (Kontaktdaten siehe Info-Kasten). Herr Ullrich ist Anlaufstelle für alle, die bei dem Projekt mitmachen möchten.

„Die grün-rote Landesregierung unterstützt eine nachhaltige Regionalentwicklung über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinweg. ILEKs sind hierbei ein hervorragendes Instrument, bei dem sich Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Verbände maßgeblich in die Gestaltung ihrer Region einbringen können. Ich freue mich, dass das ILEK-Projekt ‚Blühende Badische Bergstraße‘ nun in die Umsetzungsphase geht“, sagte Verbraucherminister Alexander Bonde.

Bessere Vernetzung, stärkere Unterstützung

Bonde betonte, dass erstmals in Baden-Württemberg für die Umsetzung eines ILEK ein Regionalmanagement eingesetzt werde. „Das Land fördert das Regionalmanagement, um alle Beteiligten vor Ort besser zu vernetzen und bei der Umsetzung ihrer Ideen stärker zu unterstützen“, so der Minister. Darüber hinaus wollte das Land mit der Umsetzungsbegleitung durch einen Regionalmanager erste Erfahrungen sammeln, von denen künftig auch weitere ILEK-Projekte profitieren könnten.

Zum Hintergrund: Das ILEK-Projekt „Blühende Badische Bergstraße“ (ILEK steht für Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept) kam auf Initiative der Städte und Gemeinden Laudenbach, Hemsbach, Weinheim, Hirschberg, Schriesheim und Dossenheim zustande.

Anlass war vor allem die Sorge, dass die landschaftliche Schönheit des Bergstraßenhangs und dessen Bedeutung für Landschaftsschutz, Naturschutz, Erholung und Tourismus allmählich verloren geht, weil die Nutzung und Pflege von Grundstücken zunehmend aufgegeben wird und Verbuschung um sich greift. Der Blütenreichtum der Badischen Bergstraße und typische Elemente der Kulturlandschaft wie Trockenmauern oder Lößböschungen drohen dem vorrückenden Wald zu weichen – ein Wertverlust für die attraktive Erholungslandschaft, den es zu verhindern gilt.

Umsetzung erarbeiteter Ziele

Das ILEK-Management hat die Aufgabe, die im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, Vereien, Verbänden sowie weiteren Akteuren erarbeiteten Ziele und Maßnahmen umzusetzen und alle am Projekt beteiligten Personen bei der Umsetzung in vielfältiger Weise zu unterstützen.

Zum Aufgabenspektrum gehört die kostenlose Beratung von Eigentümern und Pächtern von Gärten oder landwirtschaftlichen Flächen im ILEK-Gebiet, die Hilfe bei der landschaftsgerechten Gestaltung, Nutzung und Pflege der Grundstücke sowie insbesondere bei der Wiederaufnahme der Pflege von Brachflächen suchen. Eigentümer und Pächter können sich telefonisch oder per E-Mail mit dem ILEK-Management in Verbindung setzen und Ortstermine vereinbaren. Gleiches gilt für Interessenten, die gerne Obststücke oder Gärten übernehmen möchten.

Das Angebot des ILEK-Managements richtet sich auch an Ansprechpartner für andere Anliegen zu den Themen Nutzung und Gestaltung von Gärten, Landwirtschaft und Weinbau, Landschaftspflege, Naturschutz, Erzeugung und Vermarktung regionaler Produkte im ILEK-Gebiet. Entsprechende Ideen oder Initiativen von Vereinen oder Bürgern, die sich aktiv im Projekt engagieren möchten, werden gerne aufgegriffen und durch das Management unterstützt.

Förderung des Austauschs und der Zusammenarbeit

Ebenso finden interessierte Sponsoren hier einen Ansprechpartner für geeignete Teilprojekte. Wesentlicher Bestandteil der Arbeit ist die Förderung des Austauschs und der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen handelnden Personen und Institutionen im ILEK-Gebiet, um die Ziele des Projektes zu erreichen. Dies reicht beispielsweise von der Nachbarschaftshilfe über gemeinschaftliche Organisation von Landschaftspflegearbeiten und das Hand-in-Hand-Arbeiten von Gemeinden, Vereinen und Privaten bis hin zu Maßnahmen, mit denen Behörden das Projekt unterstützen können, wie z.B. Flurbereinigungsmaßnahmen zur Verbesserung der Anfahrbarkeit der Grundstücke.

Einer der ersten Schritte des ILEK-Managements wird sein, eine Internetplattform mit aktuellen Informationen über das Projekt einzurichten. Diese wird Schritt für Schritt um weitere Angebote wie z.B. eine Grundstücksbörse zur Vermittlung zwischen Eigentümern und Pächtern oder Käufern, eine Gartenfibel mit Anregungen zur Gestaltung und nützlichen Informationen rund um den Garten an der Bergstraße oder eine Übersicht über Anbieter regionaler Produkte ausgebaut.

Bis zur Einrichtung dieser Website können sie sich auch unter http://www.weinheim.de/servlet/PB/menu/1394242_l1/index.html detaillierter über die Hintergründe und Ziele des Projektes informieren. Über die weiteren Etappen des Projektes wird regelmäßig in der Presse berichtet werden.

Infos zu den Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepten (kurz ILEK)

ILEK werden von Bund und Land gefördert und bieten den regionalen Akteuren die Chance, gemeinsam Visionen, Strategien und Maßnahmen zur Entwicklung ihrer Region zu erarbeiten und umzusetzen.

Vertreter aus den Verwaltungen der ILEK-Gemeinden, den zuständigen Fachbehörden, den Vereinen und Verbänden sowie die Bürgerschaft haben im Rahmen der Moderationsphase in den Jahren 2011 bis 2012 als wichtigste Entwicklungsziele des ILEK-Projektes formuliert, die strukturreiche Kulturlandschaft an der Bergstraße offen zu halten, das Wegenetz und wegbegleitende Einrichtungen zu entwickeln, die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung zu vernetzen und die Identifikation der Bevölkerung mit der Region Bergstraße zu stärken.

Hierzu wird ein gemeindeübergreifendes Flächennutzungskonzept zur Entwicklung von Weinbau, Obstbau und Gartennutzung sowie Naturschutzbelangen erarbeitet und möglichst zeitnah in Pilotgebieten umgesetzt. Dieses soll durch einen Entwicklungsplan für ein durchgängig nutzbares Wegenetz ergänzt werden, das allen relevanten Nutzergruppen (z.B. Winzern und Wanderern) gerecht wird. Erster Ansatz hierfür ist die Neukonzeption des Blütenwegs als Entwicklungsachse für vorbildliche Gärten, Naturschutzziele und touristische Attraktion.

Weiterer Bestandteil des ILEK-Projektes ist es, die Gartennutzung an der Bergstraße als wesentlicher Teil der blütenreichen Bergstraßenlandschaft unter anderem durch Beratungsangebote und Koordination von Pflegeaktionen zu sichern und zu fördern. Hierzu ist auch ein Wettbewerb mit dem Thema „Wo blüht die Bergstraße am schönsten?“ geplant, bei dem die schönsten Gärten im Rahmen einer Wanderung vorgestellt und prämiert werden.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.