Dienstag, 22. August 2017

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Inklusive Schule als Chance begreifen

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Guten Tag!

Rhein-Neckar/Weinheim, 26. Oktober 2011. (red/pm) PĂ€dagogen aus der Region lernten am Bildungsstandort Weinheim – StaatssekretĂ€r Mentrup kĂŒndigt gesetzliche Verankerung an.

Information der Stadt Weinheim:

Fachtagung Inklusive Schule in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule.

„Der Satz aus Kindermund klang so logisch und selbstverstĂ€ndlich. „Wir sind Kinder der Singschule an der Peterskirche und glauben daran, dass Gott uns alle lieb hat, ob groß ob klein, ob dick und dĂŒnn oder sonst irgendwie anders“. Dieser Satz, am Samstag auf der BĂŒhne des Musiktheaters der Dietrich-Bonhoeffer-Schule gesprochen, könnte so etwas wie das Credo der Inkulsiven Schule sein. Mehr als 200 Lehrerinnen und Lehrer aus der Region, PĂ€dagogen aus Hochschulen, Bildungspolitiker und Vertreter verantwortlicher Schulen hörten ihn zum Auftakt der Fachtagung Inklusive Schule, der organisiert war von der PĂ€dagogischen Hochschule in Heidelberg und der Interessengemeinschaft Inklusive Schule im Raum Weinheim (IGIS).

Bildungsregion Weinheim ist Vorreiter im Land Baden-WĂŒrttemberg

Hintergrund: In drei Schulen im Raum Weinheim, der LĂŒtzelsachsener Grundschule, der Friedrich-Grundschule und der Hebel-Schule in Hemsbach, wurden im September Kinder mit Behinderung eingeschult. Sie nehmen dort jetzt ganz regulĂ€r am Unterricht teil. Damit ist die Bildungsregion Weinheim inmitten des Bereichs des Staatlichen Schulamtes Mannheim ein Erprobungsstandort und Vorreiter im Land Baden-WĂŒrttemberg.

Diese Entwicklung, gemeinsam mit einer verĂ€nderten Bildungspolitik im Land Baden-WĂŒrttemberg, so Prof. Dr. Alfred Klaus von der PH Heidelberg, biete fĂŒr die Festigung der Inklusiven Schule eine große Chance, und deshalb finde der „Fachtag“ statt. Klaus: „Die Kinder stehen vor der TĂŒr, wir mĂŒssen sie jetzt öffnen, denn sie haben nur ein Leben. Aber die TĂŒren alleine reichen nicht, es mĂŒssen auch die Herzen und Köpfen sein, die geöffnet werden.“

Genau das bekrĂ€ftigte auch Dr. Frank Mentrup, aus Mannheim stammender StaatssekretĂ€r am Stuttgarter Bildungsministerium. Der SPD-Politiker zeigte sich â€žĂŒberwĂ€ltigt vom großen Interesse“ und erklĂ€rte es sich selbst: „Wieder einmal hat es sich gezeigt, dass der Raum Mannheim, Heidelberg, Weinheim eine enorm innovative Bildungslandschaft in Baden-WĂŒrttemberg ist.“ Dort sei das Thema Inklusion bereits als gesamtgesellschaftliche Aufgabe in den Köpfen der Menschen angekommen. „Vielen Dank“, rief er den Akteuren zu, „dass Sie uns vormachen, wie es geht“. Vor Ort in der Bildungsregion Weinheim fasziniere ihn „dieses Miteinander der Menschen fĂŒr das gemeinsame Ziel“.

Der gelernte Mediziner und Experte fĂŒr Kinder- und Jugendpsychatrie kĂŒndigte an, dass die Inklusive Schule ebenso wie die Ganztagesschule schon bald im Schulgesetz verankert werde. Dies sei ein nĂ€chster Schritt der grĂŒn-roten Bildungsreform im Land. Denn kĂŒnftig mĂŒsse die Inklusion ein Thema fĂŒr jede Schule und jede Schulart sein. Mentrup: „Wer es anders will, hat das Thema Inklusion noch nicht begriffen.“

Gleichzeitig kĂŒndigte er auch einen „Ausbau der Ressourcen“ an. Und er stimmte Weinheims OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard zu, der voraussagte: „Eine Re-Inklusion wird es nicht geben.“

„Unterschiedlichkeit als gesellschaftliche Chance begreifen“

Ob Bernhard appellierte, die Inklusive Schule nicht nur als soziale Aufgabe oder völkerrechtliche Verpflichtung zu sehen, sondern als gute Gelegenheit, „Unterschiedlichkeit als gesellschaftliche Chance zu begreifen“. Behindert sei nur, wer behindert werde. Und es gelte die „SchĂ€tze“ eines jungen Menschen zu fördern, seine Talente zu betonen, „die jeder hat“. Weinheim könne dabei mit seiner „Bildungskette“ schon auf gute Erfahrungen zurĂŒckgreifen und nun in den Prozess der Inklusion einbringen.

„Wir sollten die Herzen öffnen und gegenseitig voneinander lernen“, wĂŒnschte sich der Weinheimer Rathauschef und bedankte sich bei Annette Trube, der Sprecherin von IGIS, fĂŒr ihr großes Engagement. „Ohne IGIS hĂ€tten wir die Inklusive Schule im Raum Weinheim sicher nicht, zumindest nicht in dieser Form“, bescheinigte er, bevor sich die Teilnehmer der Fachtagung in Workshops fortbildeten.
Annette Trube hatte eingangs der Veranstaltung eindrĂŒckliche Geschichten aus dem Leben betroffener Familien erzĂ€hlt und davon, wie Eltern Jahre lang vergeblich um die Aufnahme von Kindern mit Behinderung in jene Schule gebeten hatte, in die auch das nicht-behinderte Geschwisterkind ging. Es sei ein „mĂŒhsamer und stressiger Weg“ bis zum ersten Erprobungsversuch gewesen. Ihr Apell an alle Teilnehmer und GĂ€ste der Tagung: „Helfen Sie mit, sorgen Sie mit dafĂŒr, dass diese Familien um die Gleichberechtigung ihrer Kinder nicht mehr kĂ€mpfen mĂŒssen.“

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Das weinheimblog