Montag, 23. April 2018

Seit 125 Jahren unten nicht ohne

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Weinheim, 26. Oktober 2011. (red/pm) Das Museum der Stadt Weinheim zeigt bis zum 18. Dezember die Geschichte des UnterwÀscheproduzenten Felina.

Information der Stadt Weinheim:

"125 Jahre Felina" - Ausstellung im Museum Weinheim.

Das DamenunterwĂ€sche fĂŒr manche ein Buch mit sieben Siegeln sein kann, ist bekannt. Ein Besuch im Museum der Stadt Weinheim kann jetzt Abhilfe schaffen.

Noch bis zum 18. Dezember ist dort die Ausstellung „125 Jahre Felina“ zu sehen. „Wir bemĂŒhen uns Ausstellungen zu zeigen, die etwas mit Weinheim zu tun haben. In diesem Fall waren viele Weinheimer ehemalige Mitarbeiter im Felina-Werk in Mannheim“, erklĂ€rt Claudia Buggle, die Museumsleiterin, die Parallelen.

Die Ausstellung wurde bereits letztes Jahr in Mannheim gezeigt und ist eine Leihgabe vom Verein Rhein-Neckar-Industriekultur e. V..

Die Firma wurde ursprĂŒnglich 1885, als „Korsettfabrik Herbst“ in Mannheim gegrĂŒndet. Sie beschĂ€ftigte zu Spitzenzeiten 2500 Mitarbeiter, denn ein BĂŒstenhalter (BH) oder Mieder konnte aus bis zu 140 Einzelteilen bestehen. BeschĂ€ftigt wurden ĂŒberwiegend Frauen, wie in der Ausstellung zu sehen ist. 1915 benannte sich die Firma in Felina um, da sie zur selben Zeit auch einen BH mit dem gleichen Namen auf den Markt brachte.

Das Unternehmen wurde in zweiter Generation weitergefĂŒhrt, bis sich die jĂŒdischen EigentĂŒmer 1936 gezwungen sahen die Firma zu verkaufen und nach Holland auszuwandern.

„Besonders erstaunt waren die Besucher bei der Eröffnung ĂŒber die medizinischen Mieder, da man heute kaum noch weiß wie man diese
getragen hat“, so Buggle. TatsĂ€chlich sehen sie nicht sonderlich bequem aus und auch die Farbe, ein sogenanntes hummerrot, ist heute lĂ€ngst passé.

Die Schönheitsideale hĂ€tten sich gewandelt und heute stĂŒnde bei WĂ€sche oft Bequemlichkeit im Vordergrund. Der Wandel ist auch an den
handgefertigten Werbezeichnungen der Grafikerin Edith Lindenmeier zu erkennen. Die Werke, aus den 60er und 70er Jahren, stammen aus einer Zeit ohne Grafikprogramm und sind das Ergebnis eines zufÀlligen Dachbodenfundes.

Doch obwohl Felina Uschi Glas als Werbe-Ikone verpflichten konnte, erlebte man in den 70er Jahren finanzielle RĂŒckschlĂ€ge. Die aufkommende Frauenbewegung verbrannte öffentlich BHs und rief zur „oben-ohne“-Mode auf.

Das UnterwĂ€sche eng mit dem jeweiligen Schönheitsideal verbunden ist und es weniger wichtig ist was man trĂ€gt, als fĂŒr wen, wird am 8. November, die Schauspielerin, Eva Martin-Schneider, in ihrer Lesung „Aus dem Körbchen geplaudert“, verraten.

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