Freitag, 26. Mai 2017

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Diskriminierung nicht-heterosexueller Menschen in Baden-Württemberg

Zählt sexuelle Identität mehr als der Mensch?

Rhein-Neckar, 26. Juni 2014. (red/pm) Mehr als die Hälfte von schwulen, lesbischen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen (LSBTTIQ) in Baden-Württemberg ist in den vergangenen fünf Jahren mindestens einmal Opfer von Diskriminierung geworden. Das ist das erste Ergebnis einer von Sozialministerin Katrin Altpeter in Auftrag gegebenen anonymen Onlinebefragung zur Lebenssituation von LSBTTIQ-Menschen in Baden-Württemberg mit mehr als 2.000 Teilnehmenden.

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Information des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg:

„Die Ministerin sieht darin eine klare Aufforderung, den von der Landesregierung eingeschlagenen Weg zum Abbau bestehender Diskriminierungen aufgrund sexueller Identität konsequent weiterzuverfolgen. „Viele Menschen haben den Eindruck, dass es bereits eine völlige Gleichstellung zwischen hetero-sexuellen und nicht-heterosexuellen Menschen in unserer Gesellschaft gibt – das ist jedoch nicht der Fall.

Deshalb erarbeiten wir zurzeit unter der Federfüh-rung des Sozialministeriums einen Aktionsplan für Akzeptanz und gleiche Rech-te, mit dem wir Baden-Württemberg zu einem Vorreiter für Offenheit und Vielfalt machen werden“, sagte Altpeter am Dienstag (24. Juni) auf dem Empfang der Landesregierung anlässlich des Christopher-Street-Days im Neuen Schloss in Stuttgart.

Lebenssituation von LSBTTIQ-Menschen

Mit den Ergebnissen der Onlinebefragung liegen erstmals Daten zur Lebenssituation von LSBTTIQ-Menschen in Baden-Württemberg vor. Sie fließen in die weitere Arbeit am Aktionsplan für Akzeptanz und gleiche Rechte ein, der noch in diesem Jahr vom Kabinett beschlossen werden soll.

An der Onlinebefragung haben zwischen November 2013 und Februar 2014 2.144 Personen teilgenommen, die in Baden-Württemberg leben oder sich häufig im Land aufhalten. Neben Auskünften zu sexueller und geschlechtlicher Identität, Wohnort und Familienstand wurden u. a. Diskriminierungserfahrungen erfasst. Zudem konnten Vorschläge eingereicht werden, wie gegen Diskriminierung vorgegangen werden kann.

Diskriminierung in der Öffentlichkeit

Laut Onlinebefragung haben lesbische, schwule und bisexuelle Menschen in den vergangenen fünf Jahren weniger oft Diskriminierungen erfahren als transgender, transsexuelle und intersexuelle Menschen (LSB: 53,2 % bzw. TTI: 66,7 %). Innerhalb beider Gruppen wurden Diskriminierungen am meisten in der Öffentlichkeit (LSB: 55,7 %; TTI: 64,8 %) und in der Familie (LSB: 52,9 %; TTI: 63,6 %) erlebt.

Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle berichten zudem häufig über Herabwürdigungen im Freundeskreis (60,2 %), im Gesundheits- und Pflegebereich (56,8 %) sowie bei Behörden und Ämtern (52,3 %). Unter „Diskriminierung“ wurden in der Befragung verschiedene herabsetzende Handlungen zusammengefasst, wie bspw. Gaffen, Imitieren/Lächerlich machen, Verbale Angrif-fe, Unfreiwilliges Outing, Körperliche Gewalt oder Ausgrenzung und Kontaktabbruch.

Landesregierung richtet Empfang aus

„Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass es auch heute noch oft viel Mut erfordert, sich aktiv für Akzeptanz und Gleichstellung von LSBTTIQ-Menschen ein-zusetzen“ so die Ministerin an die engagierten Vertreterinnen und Vertreter der Community, zu deren Ehren die Landesregierung den Empfang ausrichtete. Sie dankte ihnen für ihren Einsatz hin zu einer diskriminierungsfreien Gesellschaft.

Ergänzende Informationen: Die ersten Ergebnisse der Onlinebefragung und weitere Informationen zum Akti-onsplan finden Sie unter www.aktionsplan-akzeptanz-und-gleiche-rechte.de.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.