Freitag, 21. September 2018

Mit den Fliegern leben lernen

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Guten Tag!

Weinheim, 27. Oktober 2011. (red/pm) Weinheimer Nachwuchs-Architekt Simon Gehrmann gewinnt den Deutschen Bau-Forschungspreis.

Information der Stadt Weinheim:

Simon Gehrmann zusammen mit Weinheims BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner.

„Die Idee ist verblĂŒffend. Und schon die Hobbits in „Herr der Ringe“ wussten sich in ErdhĂ€usern gegen unliebsame BelĂ€stigungen von außen zu schĂŒtzen. Allerdings, die erdbedeckten HĂ€user, die der Weinheimer Nachwuchsarchitekt Simon Gehrmann geplant hat, sehen den rundlichen HexenhĂ€uschen aus Mittelerde gar nicht Ă€hnlich. Sie sind modern konzipiert, fast avantgardistisch, innen hell und energetisch ohnehin die vielleicht beste Lösung, die es gibt. Und doch sind sie vor allem gegen LĂ€rm gebaut. Gegen FluglĂ€rm.

Mit seiner (noch) fiktiven Siedlung „Einwohnschneise“, konzipiert fĂŒr ein Stadtviertel in Unna-Massen nahe des Flughafens Dortmund, hat der frischgebackene Diplom-Ingenieur jetzt vom Bundesbauministerium im Wettbewerb um den Deutschen Bauforschungspreis den ersten Platz zugesprochen bekommen. Die EntwĂŒrfe und die Idee stammen aus Gehrmanns Diplom-Arbeit an der Technischen Hochschule in Darmstadt – es war eine glatte Eins.

Gestern (Mittwoch) stellte der junge Architekt, der mittlerweile in Weinheim am ArchitekturbĂŒro von Gerd Fuchs angestellt ist, seine preisgekrönten Ideen auch BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner vor. Die beiden Bauexperten fanden erwartungsgemĂ€ĂŸ gleich einen Draht. Auch Fetzner, promovierter Stadtplaner, verbrachte eine Zeit an der TH in Darmstadt und ist neuen Ideen gegenĂŒber sowieso immer aufgeschlossen.

Gehrmanns Planentwurf sieht eine Siedlung vor, die sich quasi aus sich selbst heraus gegen FluglĂ€rm schĂŒtzen kann und deshalb ideal geeignet ist fĂŒr das Bauen in der NĂ€he von FlughĂ€fen. Aber auch den Immissionen von Autobahnen und Bahnstrecken könnte so begegnet werden. Der Einser-Diplomand hat sich zunĂ€chst mit den physikalischen Besonderheiten von Schall befasst und daraus ein Konzept entwickelt, wie HĂ€user einerseits der LĂ€rmquelle eine meterdicke Erdschicht entgegenstrecken und andererseits selbst LĂ€rmschatten fĂŒr gegenĂŒberliegende HĂ€user abgegen. Eine solche LĂ€rmschutz-Siedlung hĂ€lt Gehrmann fĂŒr jederzeit realisierbar – und es gebe auch schon konkrete Interessenten, die sich den Preisentwurf sichern wollen. Möglicherweise sehe wegen der hohen Energieeffizienz solcher HĂ€user ĂŒberhaupt das Bauen der Zukunft so aus, kann er sich vorstellen.

Auch wenn die „Einwohnschneise“ im Moment noch eine Vision ist und leicht futuristisch wirkt, so kann Simon Gehrmann seine gewonnenen Erkenntnisse aus den letzten Monaten schon jetzt praktisch in seine Arbeit einfließen lassen. Im Moment ist er am BĂŒro Fuchs fĂŒr den Bau eines neuen BĂŒrogebĂ€udes an der Weinheimer „Postkreuzung“ zustĂ€ndig. „Da werden wir bald ein paar energetische Lösungen vorstellen, die ziemlich spektakulĂ€r sind“, verspricht er.“

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