Donnerstag, 23. November 2017

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Hessische Polizei warnt vor falschen GebĂŒhrenbescheiden

Neue Betrugsmasche im Namen der GEZ

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Rhein-Neckar/Gießen, 28. März 2013. (red/aw) Die hessische Polizei warnt vor gefälschten Schreiben im Namen der ehemaligen Gebühreneinzugszentrale (GEZ). In der Hauswurfsendung werden die Empfänger aufgefordert, den quartalsmäßig fälligen Beitrag zu überweisen. Sollten Sie dieser Tage Post vom neuen ARD, ZDF und Deutschlandradio-Beitragsservice erhalten, schauen Sie besser genauer hin! Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise zu den Verteilern.

Die Polizei Mittelhessen warnt vor diesen gefälschten Schreiben: „Überweisen Sie nicht.“ (Quelle: Polizeipräsidium Mittelhessen)

 

Von Alexandra Weichbrodt

Besonders in Mittelhessen, im Raum Gießen, seien in der vergangenen Woche viele gefälschte GEZ-Schreiben aufgetaucht, so die Polizei. Die Wurfsendungen seien äußerst „professionell erstellt und täuschend echt aussehend“ warnt das Polizeipräsidium Mittelhessen. Mehrere Strafanzeigen liegen bereits vor, unter anderem auch von dem vermeintlichen Absender, der Gebühreneinzugszentrale in Köln.

In dem Schreiben wird um die quartalsmäßig fällige Beitragsüberweisung auf ein Berliner Konto gebeten. Der Brief, mit dem Adressat an „An alle privaten Haushalte im Beitragsgebiet Deutschland“, beinhaltet sogar bereits den Überweisungsträger samt Beleg für den Einzahler. Der angebliche „Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio“ will im Text glauben machen

durch Umstellung der Rundfunkgebühr auf den Rundfunkbeitrag haben wir, zum 1. Januar 2013, das Zahlungs-System und die Konto-Daten geändert. Sie haben eine neue Betragsnummer zugewiesen bekommen. Bitte zahlen Sie die kommenden Beträge unter Angabe der Beitragskonto-Nr. ….., auf das Konto ….., bei der Landesbank Berlin …. Wir bitten sie daher, die Rundfunkbeiträge für den Zeitraum April 2013 bis Juni 2013 von 53,94 Euro zu überweisen. Einen Vordruck für Ihre Zahlung haben wir beigefügt.

Die vermeintliche Echtheit des Schreibens wird durch einen Hinweis auf eine mögliche Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht sogar noch verstärkt. Der beigefügte vorgefertigte Überweisungsschein ist bereits mit den Empfängerdaten und dem Überweisungsbetrag von 53,94 Euro ausgefüllt.

Ein Anruf beim Absender gibt Gewissheit

Den Empfänger dieser Zahlung versucht die Kripo nun zu ermitteln. Doch für viele ist es zu spät, sie haben bereits überwiesen. „Hiesige Geldinstitute haben schon mehrere Überweisungsvorgänge angehalten“, erklärt die Polizei Mittelhessen. Sie bittet nun die Bevölkerung um Hinweise auf die Verteiler der Postwurfsendung. Vermutlich wurde und wird sie nicht über die offizielle Post-Zustellung verteilt, so die Polizei. In einem Fall in Gießen am vergangenen Samstag wurden zwei Männer gesehen, die die Wurfsendung in die Briefkästen verteilten.

Wer hat das Zustellen solcher Briefe beobachtet und kann eventuell Angaben machen zu den Verteilern? Haben diese vielleicht auch Fahrzeuge benutzt? Hinweise erbittet die Kriminalpolizei in Gießen, Tel.: 0641/7006-2555.

Derzeit begrenzen sich die Betrugsfälle auf die Region Mittelhessen. Aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen zur Ermittlung der Täter kann es aber sein, dass die Betrüger ihr Gebiet ausweiten oder verlegen. Die Polizei warnt davor, eine Überweisung nach Erhalt des Schreibens zu tätigen. Im Zweifel hilft ein Anruf beim Absender – die Telefonnummer ist nämlich richtig. Der ARD, ZDF und Deutschlandradio-Beitragsservice wird Ihnen bei einer ordnungsgemäßen Rechnung die Zustellung bestätigen können. In der Regel erfolgt diese aber ohnehin personalisiert und nicht pauschal an „Alle Haushalte“.