Donnerstag, 25. Mai 2017

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PĂ€dagogischer Fachtag

Bildung ist ein Weg aus der Armut

Weinheim, 29. Oktober 2014. (red/pm)  Ein „PĂ€dagogischer Fachtag“, organisiert vom kommunalen Bildungsamt, gab den Erzieherinnen der Stadt die Möglichkeit zur Fortbildung. Die Erzieherinnen in KindertagesstĂ€tten (KiTas) tragen große Verantwortung. Keine andere Einrichtung jenseits der Familie prĂ€gt die frĂŒhen Lebensjahre so sehr wie die Kitas – sagt die Wissenschaft.

Information der Stadt Weinheim:

„Das heißt, Erzieherinnen und Erzieher haben auch die Verantwortung, frĂŒh zu erkennen, wenn sich eine Familie in einer ökonomischen Notlage befindet – und zu reagieren. Dementsprechend widmete sich jetzt der PĂ€dagogische Fachtag, der wie jedes Jahres vom kommunalen Bildungsamt organisiert wurde, dem Thema „Kinderarmut“.

Thema Armut ist alltÀglich

„Kinderarmut ist nah’, auch in Weinheim“, erklĂ€rte Carmen Harmand, die Leiterin des Weinheimer Amtes fĂŒr Bildung und Sport, als sie die pĂ€dagogischen FachkrĂ€fte der kommunalen KindertagesstĂ€tten, KindergĂ€rten, Horte und der Schulsozialarbeit zum Fachtag begrĂŒĂŸte. An diesen Tagen können sich die kommunalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer weiterbilden und neueste Informationen aus erster Hand zu einem wichtigen aktuellen Thema erfahren. „Armut (sfolgen) und ArmutsprĂ€vention bei Kindern“, so hieß es diesmal exakt. Carmen Harmand: „Sie begegnen diesem Thema tĂ€glich und sind eine wichtige Ressource im Kampf gegen Armut.“

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Die Referentinnen und Referenten auf dem PĂ€dagogischen Fachtag in Weinheim. Foto: Stadt Weinheim

Armut ist Vater peinlich

Der Tag wechselte zwischen VortrĂ€gen, Austausch, GesprĂ€chen und auch lehrreicher Unterhaltung mit einem Improvisationstheater. Da gab es zur Veranschaulichung zum Beispiel diese Szene: Ein Kind kommt morgens zu spĂ€t zur KiTa. Im ElterngesprĂ€ch stellt sich heraus, dass der Familie schlicht und ergreifend das Geld fĂŒr ein Auto oder auch fĂŒr eine Busfahrt fehlt. Dem Vater ist das peinlich – er weiß aber auch nicht, dass es Menschen gibt, die ihm helfen können. Vor allem die Erzieherinnen und Schulsozialarbeiter sowie die Fachleute aus dem kommunalen Bildungsamt. unmittelbar, aber sie können Hilfe und Kontakte vermitteln, RatschlĂ€ge geben und in jedem Fall VerstĂ€ndnis entwickeln fĂŒr die Familien, die ihnen in einer Weinheimer Erziehungs- und Bildungseinrichtung anvertraut sind.

Die Szene mit dem Vater war gestellt, im Improvisationstheater der beiden Schauspieler Jeanette Rosen und Boris Ben Siegel – aber sie kann auch wahr sein. Erzieherinnen und Erzieher haben hĂ€ufig mit solchen Anforderungen zu tun. Chancengleichheit sei das Ziel beim Zugang zu Bildung, betonte die Carmen Harmand. Sie motivierte: „Lassen Sie uns Armut begegnen und neue Bildungschancen eröffnen.“ Oder, wie es Andreas Salewski, Stellvertretender Amtsleiter und verantwortlich fĂŒr die kommunalen KiTas, formulierte: „Sie leisten tĂ€glich wertvolle Arbeit, damit Kinder Bildung erfahren, und Bildung ist ein Weg aus der Armut.“

Bildungsförderung und ArmutsprÀvention

Der Vormittag stand im Zeichen der Information. Robert Römer, Erziehungswissenschaftler an der Fachhochschule Erfurt, referierte darĂŒber, wie Bildungsförderung und ArmutsprĂ€vention greifen kann. Aus der Praxis einer KiTa in Singen, die Familienberatung anbietet, berichteten Marika Boll und Edelgard Anderson. Einen Bezug zur aktuellen Situation in Weinheim stellte Sarah Kinkel, Fachberaterin im Weinheimer Fachamt her. Nachmittags prĂ€sentierten sich dann eine ganze Reihe lokaler Akteure – sie bewiesen, wie stark das Weinheimer Netzwerk insbesondere fĂŒr Familien geknĂŒpft ist.

Die pĂ€dagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt konnten sich dabei mit Markus Kroschweski von der Psychologischen Familien- und Erziehungsberatung austauschen, mit Anne Hansch und Ulrike Hermann vom Kinderförderfonds Bergstraße/Neckar, mit Harriet Rappmund vom Diakonischen Werk, mit Vertreterinnen des Jugendamtes im Rhein-Neckar-Kreis und mit Volker Schuld vom Kinderschutzzentrum Heidelberg. Dr. Cristina Ricca, die Leiterin der Volkshochschule Badische Bergstraße, fĂŒhrte als Moderatorin durch das Programm.