Mittwoch, 13. Dezember 2017

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Kriminalstatistik 2010/11 wurde im Gemeimderat vorgestellt.

Nicht wie in der Großstadt, aber auch kein ländliches Niveau

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Weinheim, 29. Juni 2012. (red/sap) Polizeioberrat Jürgen Helfrich, Leiter des Polizeireviers Weinheim, stellte im Gemeinderat die Kriminalstatistik für 2010/2011 vor: „Die Zahlen liegen im Trend“. Eine Zunahme der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz ist auffällig.

Von Sabine Prothmann

Insgesamt konnte die Weinheimer Polizei eine leichte Zunahme von Straftaten feststellen. Die Zahl stieg von 2046 auf 2095, das sind 49 Taten mehr bzw. ein Anstieg um 2,4 Prozent., erklärte Helfrich. Die Aufklärungsquote dagegen ist leicht, nämlich um 2,7 Prozent zurückgegangen, und liegt bei 55,7 Prozent.

Die Häufigkeitszahl, das ist die Zahl bekannt gewordener Straftaten auf 100.000 Bürger bezogen, liegt bei 4.796 und damit über dem Durchschnittswert des Rhein-Neckar-Kreises (4326). Damit, so Oberbürgermeister Heiner Bernhard, habe man in Weinheim natürlich kein Niveau wie in der Großstadt, aber natürlich auch keine ländliche Situation.

Die Zahl der Diebstähle habe dagegen im Vergleich zu 2010 wieder leicht zugenommen. Leichte Diebstähle, wie Ladendiebstähle seien hingegen zurück gegangen. Helfrich macht dafür die Personaleinsparung in den Geschäften verantwortlich, die es gar nicht ermögliche den einzelnen Delikten nachzugehen. Taschendiebstähle liegen – typisch für eine Einkaufsstadt – auf hohem Niveau.

Aber auch die schweren Diebstähle haben zugenommen. Das sind Delikte, so Helfrich, bei denen die Täter Hindernisse überwinden, wie eine Mauer übersteigen, Fenster einschlagen, Schlösser öffnen oder auch PKWs aufbrechen.

Massive polizeiliche Präsenz stört Einbrecher

Insgesamt gab es 52 Wohnungseinbrüche, vermehrt in Lützelsachen und Hohensachsen. Davon handelte es sich bei 14 um Tageseinbrüche. Und „viele Wohnungsbesitzer waren leichtsinnig“, sagte der Chef der Weinheimer Polizei. Durch massive polizeiliche Präsenz in den betroffenen Gebieten, konnte man dem entgegen wirken.

Erfreulich ist der deutliche Rückgang bei Rohheitsdelikten, insbesondere bei Körperverletzung.  Zu den Roheitsdelikten zählen neben Körperverletzung, Stalking, Bedrohung und Nötigung im Straßenverkehr. Bei den Delikten mit schwerer Körperverletzung konnte ein Rückgang von 60 auf 45 Taten festgestellt werden. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 60 Prozent.

Insgesamt 158 Delikte fielen in den Bereich der strafrechtlichen Nebengesetze.  Dazu zählen: Jugendschutzgesetz (0), Kunsturheberrechtsgesetz (1), Arzneimittelgesetz (1), Aufenthaltsgesetz/Asylverfahrengesetz (6), Waffengesetz (9) und das Betäubungsmittelgesetz (122). Die Rauschgiftkriminalität ist in den vier vergangenen Jahren angestiegen,  und von 97 auf 122 Verstöße, auch wenn 2010 mit 133 Verstößen die Zahl sogar noch höher war, lag sie ein Jahr zuvor nur bei 61. Auch die Handelsdelikte mit Rauschmittel sind auf 17 angestiegen.

„Wenn man hinguckt, wird man auch etwas finden“, sagte Helfrich. Die Weinheimer Polizei sei 2011 „subjektiv“ mit einer steigenden Zahl von Händlern und mit  Rauschgiftpartys konfrontiert gewesen.

Stadtrat Hans-Eckhardt Pfisterer (SPD) wollte wissen, ob man davon spreche könne, dass Weinheim durch Viernheimer Drogen infiltriert würde.

Für diese Annahme sah Jürgen Helfrich keinen Grund und verwies darauf: „Auch in Weinheim haben wir Indooranlagen (Anm. d. Red. für „Cannabisanbau)“ und Mannheim sei schließlich auch nicht weit.

Tatverdächtigenstruktur

Von den 862 Tatverdächtigen – bei 2095 insgesamt Taten wird daraus auch ersichtlich, dass es sich teilweise um Mehrfach- bzw. Wiedertäter handelt – waren 30 Kinder – ein Drittel davon Mädchen -, 108 Jugendliche, 85 Heranwachsende und 639 Erwachsene. Die größte Gruppe ist mit 486, die der 25 bis 50Jährigen.

743 Täter waren schon davor in Erscheinung getreten, 89 Taten geschahen unter Alkohleinfluss und bei 7 wurde eine Waffe mitgeführt.

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