Dienstag, 12. Dezember 2017

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Höhere EEG-Umlage wirkt sich weniger aus

Stadtwerke senken Netto-Arbeitspreis für Strom

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Weinheim, 29. Oktober 2013. (red/pm) Die Stadtwerke senken ihren Netto-Arbeitspreis für den Strom. Der Weinheimer Versorger gibt niedrigere Einkaufspreise an seine Haushaltskunden weiter – somit wirkt sich die höhere EEG-Umlage geringer aus.

Information der Stadtwerke Weinheim:

„Bei den Stadtwerken Weinheim steigt der Strompreis im neuen Jahr weniger stark als bei vielen anderen Anbietern, nämlich um 0,39 Cent inklusive Steuern: Denn sie senken die Netto-Verbrauchspreise für Haushaltsstrom im Hochtarif zum 01. Januar 2014 um 0,40 Cent pro Kilowattstunde ohne Steuern. Das dämpft die Auswirkungen der Mehrkosten, die den Verbrauchern durch höhere staatliche Umlagen entstehen.

Zum Jahreswechsel erhöht sich nämlich die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG-Umlage) um 0,963 Cent netto auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde; gleichzeitig verringert sich die sogenannte Sonderkundenumlage um 0,237 Cent netto auf 0,092 Cent pro Kilowattstunde. „Wir können den Netto-Arbeitspreis senken, weil wir Strom günstiger einkaufen. Die Börsenpreise für Strom sind gefallen.

Diesen Vorteil geben wir an unsere Kunden weiter“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Krämer die Unternehmensphilosophie. Schade findet er, dass die Erhöhung der staatlichen Umlagen seine Strompreissenkung mehr als auffrisst. Im Niedertarif erhöht sich der Strompreis bei den Stadtwerken Weinheim um die Summe der Veränderungsbeträge von EEG- und Sonderkundenumlage.

Förderpolitik muss reformiert werden

Peter Krämer hält den Klimaschutz für eine der größten Herausforderungen der Gesellschaft und engagiert sich schon von daher für die Energiewende. Jedoch muss seiner Meinung nach die aktuelle Förderpolitik grundlegend reformiert werden.

„Sie ist konzeptionslos und hat im Verhältnis zu den Kosten einen geringen Effekt“, meint er, „die Energiewende könnte günstiger und effizienter realisiert werden.“ Gut die Hälfte des Strompreises, den Privatverbraucher zahlen, sind heute Steuern sowie staatliche Umlagen und Abgaben. „Der größte Brocken an dem staatlich verursachten Kostenblock, den wir als Energieversorger nicht beeinflussen können, ist die EEG-Umlage“, informiert er.

Darüber hinaus zahlt der Kunde Umlagen zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung, zur Absicherung von Investitionen in Offshore-Windanlagen, zum Ausgleich von Industrieprivilegien (§19 NEV-Umlage oder auch Sonderkundenumlage genannt) und neu ab 2014 noch für abschaltbare Lasten.

Doch damit nicht genug: Hinzu kommen Stromsteuer, Konzessionsabgaben und höhere Netzentgelte durch den für die Energiewende notwendigen Netzausbau. Und auf alles erhebt der Staat noch die Mehrwertsteuer. Er fordert die neue Regierung auf, die gesetzlichen Rahmenbedingun­gen für die Energiewende fair zu gestalten und den Marktbedingungen anzupassen.

Versorger sind Inkassounternehmen

„Wir Energieversorger fungieren quasi als Inkassounternehmen, das die Gelder mit der Stromrechnung eintreiben muss“, sagt Peter Krämer.

Dass Stromverbraucher die Energiewende mitfinanzieren, findet er grundsätzlich richtig. Daran sollten aber alle Verbraucher beteiligt werden – ohne Ausnahme. Deshalb hält er es beispielsweise für falsch, stromintensive Betriebe ganz von den Netzentgelten zu befreien. „Die Energiewende ist wichtig für den Klimaschutz und damit für die Lebensqualität unserer und nachfolgender Generationen“, sagt er, „Bei der derzeitigen Förderpolitik der Bundesregierung zahlen die Zeche aber vor allem Privatverbraucher und der gewerbliche Mittelstand.“

Regierung entscheidet über Akzeptanz

Die Energiewende könne nur gelingen mit einer breiten Akzeptanz der Bevölkerung und diese basiere auf einer effizienten Gestaltung sowie einer gerechten Verteilung der Kosten, meint Peter Krämer. „Das ist derzeit nicht der Fall. Die Förderung konzentriert sich einseitig auf die Erzeugungssparte, sie sollte aber alle Bausteine der Wende erfassen.“ Die Stadtwerke Weinheim engagieren sich in ihrem Netzgebiet seit Jahren für den Klimaschutz.

„Wir bauen Wärmenetze aus, bieten Ökoprodukte an, beraten unsere Kunden und fördern umweltschonende Mobilität“, informiert der Stadtwerke-Chef. Er sieht in der Energiewende eine große Chance für die Region. Bürger können die Energieversorgung der Zukunft mitgestalten und sich an Erzeugungsanlagen in der Region beteiligen. „Damit bleibt die Wertschöpfung hier und es profitieren alle vom Umbau – die Wirtschaftskraft und Lebensqualität“, betont er.

Billigerer Strom erhöht EEG-Umlage

Wie fatal sich die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen für Privatverbraucher auswirken, wird an den Auswirkungen der Marktpreisentwicklung auf die EEG-Umlage klar: Der Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien wächst. Das erhöht das Stromangebot insgesamt und besonders zu bestimmten Zeiten. Beide Entwicklungen drücken auf den Börsenpreis. Das Paradoxe daran: Je niedriger der Börsenstrompreis ist, desto höher ist die EEG-Umlage für die Endverbraucher.

Der Grund: Betreiber von EEG-Anlagen erhalten nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine fixe Vergütung für ihren Ökostrom. Diese liegt über dem Preis an der Strombörse. Die Differenz aus Verkaufserlös und Einspeisevergütung zahlen die Verbraucher in Form der EEG-Umlage.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.