Freitag, 23. August 2019

Gemeinderat verabschiedet neue Buslinien

Warten auf den Bus

Print Friendly, PDF & Email

Weinheim, 29. Januar 2013. (red/ld) Ab Dezember 2013 wird Busfahren attraktiver. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 23. Januar Verbesserungen fĂŒr den öffentlichen Personennahverkehr beschlossen. In den Hanglagen der SĂŒdstadt kommt man zudem schneller zum Bus. Das Neubaugebiet LĂŒtzelsachsen-Ebene bekommt eine eigene S-Bahn-Haltestelle. Als zentraler Umsteigeplatz aller Buslinien wird ab dem Winterfahrplan der Omnibusbahnhof am Hauptbahnhof dienen, von dem FahrgĂ€ste in alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen können. Der Gemeinderat begrĂŒĂŸte das Konzept, kritisierte aber, dass es nicht weit genug greife.

Ein Schritt in eine neue Zukunft sei die neue Buskonzeption, freute sich OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard auf den dritten Tagesordnungspunkt. Doch wer dachte, das Warten an der Bushaltestelle habe ein Ende, war weit gefehlt.

Wenn wir jetzt einen hohen Standard einfĂŒhren, kommen wir nicht mehr davon weg.

ermahnte OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard die Fraktionen. Eine hitzige Debatte war entbrannt um die Verbesserung der Busse und eine bessere Anbindung der Odenwaldstadtteile. Die SchĂŒlerbeförderung und die Beförderung der SpĂ€theimkehrer an den Wochenenden habe PrioritĂ€t, sagte Doris Falter, Ortsvorsteherin von LĂŒtzelsachsen. Wenn ab 06 53 die Busse nur im Stundentakt fahren, sei das nicht gewĂ€hrleistet:

Wenn wir die Menschen bewegen wollen, auf den ÖPNV umzusteigen, mĂŒssen wir es ihnen so bequem wie möglich machen.

Fahrzeiten an Schulzeiten anpassen

Zufriedene Stadtteile gab es nicht. GĂŒnther Volkmann, Ortsvorsteher von Rippenweier,  forderte neben dem Erhalt der Buslinie 682 die EinfĂŒhrung eines Einstundentakts, in dem die Busse durch die Stadt fahren.

Eine TaktlĂŒcke von drei Stunden, wie sie im Fahrplan vorgesehen ist, ist nicht hinnehmbar.

Außerdem mĂŒsse der Schulverkehr schnellstmöglich verbessert werden. So fahre der Bus 682 in Rippenweier nicht zuverlĂ€ssig, und hĂ€ufig komme es vor, dass die Busfahrer kein Deutsch sprechen, und den SchĂŒlern so nicht den Schulweg erklĂ€ren könnten, beschwerte sich Volkmann. Das findet man auch in Hohensachsen. Ortsvorsteherin Monika Springer forderte, dass der Busfahrplan auf die Unterrichtszeiten an den Weinheimer Schulen abgestimmt wird.

Es kann doch nicht sein, dass SchĂŒler eine Stunde auf ihren Bus warten mĂŒssen.

Auch die Dietrich-Bonnhöfer-Schule soll an die Buslinien angebunden werden, forderte der Ortsvorsteher von Oberflockenbach Salbinger. Ortsvorsteher Alfred Paluszkiewicz aus Ritschweier forderte zudem am Anetplatz in Hohensachsen eine Haltestelle einzurichten. Einzig der Ortsvorsteher von Sulzbach, Josef Klemm, hielt sich aus den Stellungnahmen heraus. Sulzbach sei bereits gut angebunden.

ZusatzwĂŒnsche ohne Zusatzkosten erfĂŒllen

Die Diskussion im Gemeinderat war entbrannt:

FĂŒr eine andere Zukunft muss es schon ein durchgĂ€ngiger Einstundentakt sein.

sagte Carola Meyer (CDU). GĂŒnter BĂ€ro (Freie WĂ€hler) forderte eine Kostenaufstellung fĂŒr einen 30-Minutentakt. Die SchĂŒlerbeförderung mĂŒsse immer reibungsfrei funktionieren und lĂ€nger als 30 Minuten sollte ein Weg von und zur Schule nicht dauern. Die SPD sah sich aus KostengrĂŒnden gezwungen, dem Vorschlag zuzustimmen und forderte, die Buslinie fĂŒr Oberflockenbach neu auszuschreiben.

FĂŒr Alexander Boguslawaski von der GAL gehört ein Stadtbus zu einer bĂŒrgerfreundlichen Stadt, daher sei die Diskussion um eine bessere Taktung nur verstĂ€ndlich. Es sei zu prĂŒfen, ob man die ZusatzwĂŒnsche der Ortsvorsteher auch mit organisatorischen Mitteln erfĂŒllen könnte, also ohne Mehrkosten. Die FDP schlug vor, das vorgeschlagene Basispaket zu verabschieden und spĂ€ter nachzubessern.

Der OberbĂŒrgermeister besserte seinen Vorschlag nach: Dem Basispaket mit drei zusĂ€tzlichen Fahrten in LĂŒtzelsachsen stimmte der Gemeinderat einstimmig zu, auch der Beibehaltung des Busverkehrs durch Oberflockenbach. DarĂŒberhinaus werde man nachfragen, was nachzubessern sei und den Verlauf der Linie 682 prĂŒfen. Im kommenden FrĂŒhjahr, ein halbes Jahr nach EinfĂŒhrung der neuen Buslinien sollen die Kosten fĂŒr eine 30-minĂŒtige Taktung aufgestellt werden.

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.