Dienstag, 12. Dezember 2017

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CDU GemeinderĂ€tin Susanne Tröscher: „Ich distanziere mich von dieser Jungen Union“

JU noch nicht trocken hinter den Ohren?

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Susanne Tröscher (links) hĂ€lt die Veröffentlichung der JU zum Thema BĂŒrgerentscheid mit dem Titel „Die Breitwiesen wĂ€re ideal“  fĂŒr törricht und unqualifiziert. Auf dem Foto zu sehen sind des weiteren Fritz Pfrang und Elisbeth Kramer.

 

Weinheim, 31. August 2013. (red/pm) Ist es jugendlicher Leichtsinn oder ein knallharter Affront? Der Text der Jungen Union unter Vorsitz des Stadtrats Sascha Pröhl hat „reingehauen“ – vor allem innerhalb der CDU. Es gibt auch innerhalb der Partei ein „verstĂ€ndnisloses KopfschĂŒtteln“ ĂŒber die Inhalte, wie uns hinter vorgehaltener Hand ĂŒbermittelt wird. Die CDU-StadtrĂ€tin Susanne Tröscher, Mitglieder BI zum Erhalt der Breitwiesen, glaubt, dass Sascha Pröhl und die Junge Union sich zu weit aus dem Fenster gelehnt haben.

Pressemitteilung der CDU-StadtrÀtin Susanne Tröscher:

„Das Vorrecht der Jugend ist es – so sagt man landlĂ€ufig – forsch und mutig zu sein und immer ein wenig ĂŒber die StrĂ€nge schlagen zu dĂŒrfen. Das gestehe ich als 4 fache Mutter und als fröhlicher, aktiver und positiv denkender Mensch der Jugend gerne zu.

Der Artikel zum Thema BĂŒrgerentscheid mit dem Titel „Die Breitwiesen wĂ€ren ideal“ ist jedoch törricht, unqualifizerit und zeigt , dass die Verfasser noch nicht trocken sind hinter den Ohren, geschweige denn die geistige Reife haben, um selbst einfache ZusammenhĂ€nge zu verstehen. Diese JU-VorstĂ€nde haben nicht die Qualifikation die BĂŒrger im Gemeinderat zu vertreten.

Durch den Verlust der AckerflĂ€chen werden all die landwirtschaftlichen Betriebe geschwĂ€cht, die auf dieses Land als ProduktionsstĂ€tten angewiesen sind. Herr Dubil sollte sich einmal kundig machen, wo sich ein Vorrat an landwirtschaftlichen FlĂ€chen in Weinheim finden lĂ€sst, wenn er schreibt „man sollte sich um AusgleichsflĂ€chen fĂŒr die Landwirte bemĂŒhen“. BemĂŒhen kann man sich vielleicht noch – aber Land ist bekanntlich nicht vermehrbar und in unserem Ballungsraum heiß umkĂ€mpft.

Zuerst muss investiert werden

Woher kommt der Glaube, dass neue GewerbeflĂ€chen die Stadt reicher machen? Zuerst muss die Stadt Geld bringen und Millionen in die Infrastruktur dieses neuen Gewerbegebietes investieren, das sind Zufahrten, Straßen, KanĂ€le, Lichtanlagen, Zu –und Abwasser sowie die Kosten der Ausgleichsmaßnahmen etc.. Es wird Jahre dauern, bis hier schwarze Zahlen geschrieben werden und – es muss sichergestellt werden, dass Firmen kommen, die auch hier ihren Hauptsitz ansiedeln. Sonst geht Weinheim sowieso leer aus (auch hierzu haben wir genug Beispiele).

Auch die Industrie bekommt Subventionen zur Ansiedlung und zum Existenzerhalt, ich erinnere an die AbwrackprĂ€mie fĂŒr Autos, zur Ankurbelung der Nachfrage, oder an die Abwerbung von Industriezweigen von einem Bundesland ins andere. Auch hier werden enorme Summen an Steuerzahlergelder investiert und es gibt unzĂ€hlige positive Beispiele aber auch jede Menge von MillionengrĂ€bern, finanziert aus unseren Steuergeldern!.

Was will uns die Junge Union sagen? Subventioniert die Landwirtschaft nicht mehr, dann stirbt dieses Gewerbe aus. Die Agrarwirtschaft, ein Zweig mit ĂŒber Euro 50 Mrd. Produktionswert (mehr als die Pharmaindustrie in Deutschland) und einer jĂ€hrlichen Investition in Vorleistungen von Euro 40 Mrd. will dieser JU-Vorstand aufgeben. Und dann? Werden wir zu 100% abhĂ€ngig von Importen.

Kein Traktor, kein Saatgut, kein Wein

Das bedeutet dann das Aus fĂŒr die Wohnort nahe Produktion von Lebensmitteln. Dann werden die ArbeitsplĂ€tze in der vor-und nachgelagerten Produktion entfallen; kein Traktor, kein Saatgut, kein Wein und vieles andere mehr wird produziert. Dann ĂŒberlassen wir die Lebensmittelproduktion dem Ausland, verbauen stattdessen unsere jahrhundertelang gepflegten und bestĂ€ndig verbesserten AnbauflĂ€chen.

Die Junge Union hat offensichtlich in Kindergarten und Schule die Lerneinheiten verpasst, in denen es um Basiswissen zur ErnĂ€hrung der Menschen geht. Es gibt den schönen und plakativen Spruch eines einfĂ€ltigen Menschen „jetzt hab ich meine Kuh soweit, dass sie nichts mehr frisst, jetzt ist sie mir verreckt“.

So wird es auch dem modernen Menschen gehen, der sich immer weiter von seinen Wurzeln entfernt, weil er die ZusammenhĂ€nge nicht mehr kennt. Ihm geht das Basiswissen seiner Existenz verloren, weil alles machbar, planbar und produzierbar scheint. Die Endlichkeit will der moderne Mensch nicht wahrhaben. Aus vielen aktuellen GesprĂ€chen mit Menschen, die Hunger und Entbehrung erlebt haben, wurde mir bewusst, dass wir gerade heute die Jugend zu einem maßvollen Umgang mit den natĂŒrlichen Ressourcen anhalten mĂŒssen. Es hat nichts mit Blut und Boden-Idealisierung zu tun oder mit der neuen Landlust-Nostalgie, mit der im Übrigen die Industrie gutes Geld verdient.

Nachhaltigkeit fĂŒr folgende Generationen

Nein, es gilt, die Schöpfung zu bewahren in einem Maße, dass auch unsere Kinder noch auf diesen Böden ernten können, es geht um Verantwortung fĂŒr die einmalige Schöpfung im christlichen Sinne.

Wer sich aus dem christlichen Werteschema schon verabschiedet hat, der kann‘s auch so ausdrĂŒcken: „Keine Böden mehr, gibt’s nichts mehr zu beißen“. Wenn wir den Landwirten immer mehr FlĂ€chen zur Produktion nehmen, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn ein Lebensmittelskandal den nĂ€chsten jagt, denn die gleiche Zahl Menschen gilt es dann auf immer weniger FlĂ€che zu ernĂ€hren. Wen wundert es dann, wenn die QualitĂ€t leidet aber die Preise steigen.

Liebe BĂŒrger Weinheims! SchĂŒtzen Sie daher mit der Ja-Stimme am 22. September die Breitwiesen und wĂ€hlen Sie bei der Gemeinderatswahl im FrĂŒhjahr 2014 die GemeinderĂ€te, die fĂŒr eine sinnvolle Stadtentwicklung eintreten, die auch den Hammelsbrunnen nicht verbauen werden, der schon viele Jahre Gewerbegebiet ist und von den Industriebetrieben nicht gewollt wurde. WĂ€hlen Sie die politischen Vertreter, die diese Stadt aus Überzeugung weiterbringen wollen und nicht, weil sie eigene Interessen verfolgen.

Jeder von uns sollte sich morgens im Spiegel anschauen können und sagen: ich war mir treu und ehrlich und diene in diesem Amt nur der Bevölkerung Weinheims und deren Wohl. Ich danke den Vertreterinnen der Frauenunion und besonders Christina EitenmĂŒller fĂŒr die klare Aussage und allen Fraktionskollegen im Gemeinderat, die sich fĂŒr die Realisierung des BĂŒrgerentscheides als Basisdemokraten qualifiziert haben – der JU-Vorsitzende ist nicht Teil dieser Liga.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist fĂŒr "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.