Mittwoch, 20. September 2017

Deutlicher Anstieg der Kirchenaustritte in den meisten Gemeinden

„Tebartz-Effekt“ auch in der Metropolregion

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Rhein-Neckar, 08. November 2013. (red/ms) Nach aktuellen Recherchen der Deutschen Presse Agentur ist die Anzahl der Kirchenaustritte vergangenen Oktober sprunghaft angestiegen. Hauptursache sei laut der ARD die AffĂ€re um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Ist dieser bundesweite Trend auch in unserem Berichterstattungsgebiet festzustellen? Eine deutliche Tendenz nach oben ist zu beobachten. Allerdings nicht ĂŒberall: WĂ€hrend sich etwa die Anzahl der Austritte in Laudenbach im Monatsvergleich mehr als versechsfacht hat, ist beispielsweise in Heddesheim kein Anstieg festzustellen. [Weiterlesen…]

Fast ĂŒberall höhere Stimmanteile fĂŒr die rechtsradikale Partei in Gemeinden mit Asylbewerbern

NPD punktet mit Fremdenfeindlichkeit

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Rhein-Neckar, 02. Oktober 2013. (red/ld) Sie schĂŒrten Angst vor einer Asylbewerberschwemme und gingen damit auf Stimmenfang – mit Erfolg. In Sinsheim, wo die meisten Asylbewerber im Rhein-Neckar-Kreis zentral untergebracht sind, konnte die rechtsextreme Partei ihr Ergebnis im Vergleich zu 2009 deutlich steigern. Der Stimmenanteil lag hier sogar doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt. [Weiterlesen…]

GrĂŒne stĂ€rker als im Bundesvergleich

Nordbaden wÀhlt schwarz!

btw 300Heidelberg/Mannheim/Rhein-Neckar, 23. September 2013. (red/aw) Deutschland hat gewĂ€hlt: Die Union ist stĂ€rkste Partei – die FDP ist draußen. Doch wie haben die Wahlkreise in der Metropolregion Rhein-Neckar entschieden? Wir haben fĂŒr Sie die Übersicht behalten und verglichen. Das Ergebnis zeigt: Nordbaden wĂ€hlt schwarz! Alle Gewinner und Verlierer in den Wahlkreisen Mannheim, Heidelberg/Weinheim und Rhein-Neckar finden Sie hier. [Weiterlesen…]

Tipps von Experten, wie Sie Ihr zu viel gezahltes Geld zurĂŒckbekommen

Schluss mit zweifelhaften Gaspreiserhöhungen

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Ihre Gasrechnung wird immer teurer? Im Falle von rechtswidrigen Preiserhöhungen können Sie sich Ihr Geld zurückholen. (Foto: CC-BY-SA-2.0, via Wikimedia Commons)

 

Rhein-Neckar, 19. September 2013. (red/aw) Nach dem juristischen Erfolg der Verbraucherzentrale Nord­rhein-West­falen vor dem Bundes­gerichts­hof steht fest: RWE und andere Gasversorger müssen Hundert­tausenden von Kunden auf unzu­lässige Preis­erhöhungen entfallende Beträge zurück­zahlen – zum Teil über viele Jahre hinweg. Ein Test unter dreißig Anbietern zeigt, dass die Transparenz in dieser Branche aber immer noch nicht ausreichend ist. Die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest hat für bereits Geschädigte Tipps veröffentlicht, wie Sie sich Ihr Geld zurückholen können.  [Weiterlesen…]

Kartellamt startet Vergleichsportal

Alle Preise im Blick: Ab sofort immer billig Tanken?

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Ab sofort alle Preise im Blick: Per App, PC oder NavigationsgerĂ€t die gĂŒnstigste Tankstellen finden. (Foto: ADAC)

 

Rhein-Neckar, 18. September 2013. (red/aw) Vor knapp einer Woche ging die Markttransparenzstelle fĂŒr Kraftstoffe mit vier Verbraucher-Informationsdiensten online. Das Ziel: Mehr Transparenz. Verbraucher können ab sofort also die Preise zwischen den Tankstellen in ganz Deutschland vergleichen und gezielt die preisgĂŒnstigsten Anbieter auswĂ€hlen. Auch in der Metropolregion Rhein-Neckar. [Weiterlesen…]

Die heiße Phase vor dem BĂŒrgerentscheid am 22. September lĂ€uft

Von wegen „Wir-GefĂŒhl“: BĂŒrgerentscheid spaltet die Stadt

Weinheim, 03. September 2013. (red/aw) Mittlerweile mĂŒsste jeder Wahlberechtigte in Weinheim die InformationsbroschĂŒre zum BĂŒrgerentscheid erhalten haben. Die Stadt hat somit ihre Pflichtbeitrag zur öffentlichen Meinungsbildung erfĂŒllt. Bald also sind Sie dran. Am 22. September bestimmen Sie die weitere Gewerbeentwicklung in Weinheim mit. Sie sind noch unentschlossen? Kein Wunder, denn seit Monaten hauen sich BefĂŒrworter und Gegner des FlĂ€chentauschs die Argumente um die Ohren. Mit dem Ergebnis, dass die Stadt zweigeteilter ist denn je. Auch innerhalb der Fraktionen brodelt es inzwischen. [Weiterlesen…]

ATU beantragt Information des Gemeinderats

Aktueller Stand der Baustelle „Hildebrandsche MĂŒhle“

Weinheim, 11. Juli 2013. (red/ld) Im Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt wurde gestern Einblick zum Stand der Dinge auf der Baustelle „Hildbrandsche MĂŒhle“ gewĂ€hrt. Die Abbruchmaßnahmen sind fast vollstĂ€ndig abgeschlossen, die Baufreigabe fĂŒr die Sanierung der denkmalgeschĂŒtzten Villa erteilt und auch der Bauantrag fĂŒr Neubauten ist eingegangen. Zu Gast war aus diesem Grund auch das ArchitekturbĂŒro Karl Kaffenberger aus Michelstadt. [Weiterlesen…]

Der Kampf um die Informationen

3.700 vs. 1.950 = Gerechtes Verfahren?

Weinheim, 19. Juni 2013. (red) Die Verwaltungsspitze zeigt sich pikiert, Ă€ußert „UnverstĂ€ndnis“ wegen Kritik an der Informationspolitik. Diese Haltung, „UnverstĂ€ndnis“, begleitet die Causa Breitwiesen von Anfang an. Weil es eben nicht ehrlich und gerecht zugeht. Das lĂ€sst sich sogar „zahlenmĂ€ĂŸig“ belegen.

Von Hardy Prothmann

Die Verwaltung hat einen „ZahlenschlĂŒssel“ festgelegt – eine gesetzliche Regelung gibt es dazu nicht. Danach erhĂ€lt jede Fraktion 500 Zeichen (inklusive Leerzeichen) und pro Sitz kommen nochmals 50 Zeichen hinzu. In der Basis werden die Fraktionen also gleichgestellt, obwohl sie unterschiedlich groß sind. Im Ergebnis sind die Unterschiede aber bedeutend. [Weiterlesen…]

Familie des verunglĂŒckten Radfahrers veröffentlicht privates Foto

Wenn die Verzweiflung zu groß ist…

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Mit diesem Foto zeigt die Polizei die nachgestellte Situation, wegen der ein 37-jĂ€hriger Familienvater in Weinheim-LĂŒtzelsachsen mit dem Rad nachts schwer verunglĂŒckte und seitdem im Koma liegt. Quelle: Polizei

 

Weinheim/Rhein-Neckar, 22. Mai 2013. (red) Der Fall ist tragisch. Ein 37-jĂ€hriger Familienvater verunglĂŒckt in der Nacht vom 12. Mai in der Schlossgasse mit dem Fahrrad. Eine bislang unbekannte Person hatte eine Holzpalette auf die abschĂŒssige Straße gezogen, der Radfahrer kollidiert damit, stĂŒrzt und erleidet durch den Sturz lebensgefĂ€hrliche Kopfverletzungen. Seitdem liegt er im Koma. Die Familie setzt eine Belohnung von 5.000 Euro fĂŒr Hinweise auf den TĂ€ter aus. Und veröffentlicht ein Foto des Vaters, seiner Frau und der beiden Kinder. Der Nutzen dieser privaten Fahndungsaktion ist Ă€ußerst fragwĂŒrdig. [Weiterlesen…]

"Vorsichtig-optimistischer" Blick in die Zukunft

Erneute Umsatzsteigerung: Freudenberg prÀsentiert GeschÀftsbilanz 2012

Weinheim, 19. April 2013. (red/aw) Das international agierende Familienunternehmen Freudenberg steigerte seine UmsĂ€tze im GeschĂ€ftsjahr 2012 zum dritten Mal in Folge und erzielte nach eigenen Angaben einen Höchstwert in der mehr als 160-jĂ€hrigen Unternehmensgeschichte. Der Umsatz der Unternehmensgruppe lag zum Jahresende 2012 bei 6,322 Milliarden Euro. Dies entsprich einem Anstieg von 330 Millionen Euro gegenĂŒber dem Vorjahresumsatz von 5,992 Milliarden Euro. Summen die sich auch auf den Gewinn auswirken: Machte Freudenberg 2011 „nur“ 370 Millionen Euro Gewinn, sind es 2012 insgesamt 433 Millionen Euro. [Weiterlesen…]

TarifkrÀfte und Azubis aus Mannhein, Weinheim, Schwetzingen und Heidelberg im Streik

Streik bei der Post: Kein Komplett-Ausfall

Mannheim/Rhein-Neckar, 17. April 2013. (red/aw) Der tĂ€gliche Gang zum Briefkasten kann in den nĂ€chsten Tagen ernĂŒchternd werden. In einigen StĂ€dten gerĂ€t der Service rund um Briefe und Pakte ins Stocken, weil die zustĂ€ndigen Zustell-StĂŒtzpunkte heute, am Mittwoch den 17. April, streiken. TarifksrĂ€fte und Auszubildende aus Weinheim, Schwertzingen, dem Bereich Heidelberg sowie Mannheim (Rheinau und Neckarau) haben sich heute auf den Weg nach Karlsruhe gemacht, um vor dem ver.di-GebĂ€ude einer Streikversammlung beizuwohnen. ver.di fordert fĂŒr die 132.000 TarifbeschĂ€ftigten der Post sechs Prozent mehr Einkommen. 

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Leserbefragung fĂŒr die Fachhochschule Ansbach

Wir bitten um Ihre Mithilfe

Rhein-Neckar, 10. April 2013. (red/cm) Was wĂ€re Deutschland ohne Forschung, was Baden-WĂŒrttemberg? Forschung und Entwicklung, Innovation und Experimentierfreude machen das „Made in Germany“ aus. Das gilt nicht nur fĂŒr IndustriegĂŒter, sondern auch fĂŒr intellektuelle Leistungen. Unser Mitarbeiter Christian MĂŒhlbauer studiert an der Fachhochschule Ansbach „Ressortjournalismus“. FĂŒr seine Bachelorarbeit bietet er unsere Leserinnen und Leser um Mithilfe. Mit einem Fragebogen untersucht er verschiedene Aspekte der Nutzung von so genannten „hyperlokalen Angeboten“, als journalistische Angebote, die kleinteilig im Lokalen vor Ort gemacht werden. [Weiterlesen…]

Hessische Polizei warnt vor falschen GebĂŒhrenbescheiden

Neue Betrugsmasche im Namen der GEZ

Rhein-Neckar/Gießen, 28. März 2013. (red/aw) Die hessische Polizei warnt vor gefälschten Schreiben im Namen der ehemaligen Gebühreneinzugszentrale (GEZ). In der Hauswurfsendung werden die Empfänger aufgefordert, den quartalsmäßig fälligen Beitrag zu überweisen. Sollten Sie dieser Tage Post vom neuen ARD, ZDF und Deutschlandradio-Beitragsservice erhalten, schauen Sie besser genauer hin! Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise zu den Verteilern. [Weiterlesen…]

Eine Studie gibt Einblick, welche BĂŒrger protestieren und Beteiligung verlangen

Zeit, Wissen und eine gut gefĂŒllte Kriegskasse

Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Breitwiesen bei der Übergabe von mehr als 5.000 Überschriften. Der Lohn: Der Bürgerentscheid am 22. September 2013. Ganz links: OB Bernhard, Mitte: Fritz Pfrang.

 

Weinheim/Heddesheim/Ilvesheim/Ladenburg/Rhein-Neckar, 07. März 2013. (red/zef/tegernseerstimme.de) Egal, ob die aktuellen Debatte um den Neubau der Neckarbrücke an der L597 oder die Proteste gegen den Bau eines Logistiklagers der Firma Pfenning in Heddesheim oder die Auseinandersetzung um die Weinheimer Breitwiesen. Schaut man sich die Veränderungen der letzten Jahre in der Lokalpolitik an, wird eines offensichtlich: Es gibt vermehrt Protest. Die spannende Frage, die sich dahinter verbirgt: Wer sind die Bürger, die protestieren und was bezwecken sie? [Weiterlesen…]

Gemeinderat verabschiedet Haushaltsplanung fĂŒr 2013

Der Plan: Große Investitionen, ohne neue Schulden

Weinheim, 04. MĂ€rz 2013. (red/aw) Der Weinheimer Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 27. Februar die Haushaltsplanung 2013 verabschiedet. Die Planung sieht große Investitionen fĂŒr Schulen, Kultur und Vereine vor und soll trotzdem ohne neue Schulden auskommen. Insgesamt hat sich die finanzielle Lage der grĂ¶ĂŸten Stadt im Rhein-Neckar-Kreis verbessert. Mit deutlicher Mehrheit stimmte der Gemeinderat dem Beschlussantrag der Stadtverwaltung zu. [Weiterlesen…]

Erste-Hilfe-Apps im Test - auch lokal

Helfen – ja, aber mit dem Smartphone?

Unser Testsieger: Die Erste-Hilfe-App des Samariterbund Österreich

 

Rhein-Neckar, 01. MĂ€rz 2013. (red/jkr) Ob Verkehrsunfall, verschluckte Erdnuss oder Herzinfarkt – immer wieder wird man im Leben als Ersthelfer gefragt. 73 Prozent der Menschen haben jedoch Angst, etwas falsch zu machen. Nicht unberechtigt, denn nur 3,5 Prozent der Befragten konnten die richtige Reihenfolge der zu treffenden Maßnahmen an einem Unfallort nennen. Können Erste-Hilfe-Apps im Notfall helfen? Wir haben einige unter die Lupe genommen.

Von Johanna Katharina Reichel

Wer hat nicht schon einmal auf der Autobahn im Stau gestanden, weil ein Unfall passiert ist? Wer hat nicht schon einmal im Freundes- oder Bekanntenkreis von einem Herzinfarkt gehört? Wer hat nicht als Kind irgendetwas angestellt, was ihn oder sie in Gefahr brachte? [Weiterlesen…]

BĂŒrgerinitiative “Rettet den Wachenberg” froh ĂŒber das Urteil des VGH

„Ein Sieg fĂŒr die Demokratie“ vs. Trumpf der Angst

Die Kuppe des Wachenbergs sollte durch weiteren Gesteinsabbau abgetragen werden. „Nicht mit uns“, dachten sich engagierte BĂŒrgerinnen und BĂŒrger aus Birkenau und Weinheim und grĂŒndeten die BĂŒrgerinitiative „Rettet den Wachenberg“.

 

Weinheim/Hirschberg/Schriesheim, 11. Februar 2013. (red/aw) Elisabeth Kramer, Gisela Schmitt, Gunda Krichbaum und Willy Welti sind erleichtert. Ihr ehrenamtliches Engagement zur Rettung des Wachenbergs hat sich ausgezahlt. Mit dem Urteil des Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-WĂŒrttemberg vom 29. Januar 2013 haben sie einen Meilenstein zur „Rettung des Wachenbergs“ erreicht. Es war ein langer Weg bis zu diesem Punkt, doch am Ziel sind sie noch nicht.

Von Alexandra Weichbrodt

Das Urteil ist glasklar und grandios,

findet Elisabeth Kramer, Weinheimer StadtrĂ€tin und ehrenamtlich Engagierte der BĂŒrgerintitaitve „Rettet den Wachneberg“. Das VGH urteilte:

Der FlĂ€chennutzungs- und Bebauungsplan der Stadt Weinheim ĂŒber das Gebiet des Steinbruchs sind zulĂ€ssig.

Alles dokumentiert: Bereits Anfang der 90er wurden Unterschriften zum Erhalt des Wachenbergs gesammelt.

Ein PrĂ€zedenzfall, denn hier werden BauleitplĂ€ne zum Schutz vor VerĂ€nderungen aufgestellt und genehmigt. Die Stadt Weinheim darf die Landschaft ihrer Bergstraßen-Silhoutte mit einem Bebauungsplan schĂŒtzen.

Bereits seit den 80er Jahren stehen Auseinandersetzungen mit den Pophyrwerken im Raum. Elisabeth Kramer berichtet und dokumentiert seit ĂŒber drei Jahrzehnten die Arbeitsweise im Steinbruch am Wachenberg. Anfang der 90-er Jahre wurden schon einmal Unterschriften gegen einen erweiterten Abbau des bekannten Wahrzeichens Weinheims gesammelt. Nach Ansicht der BĂŒgerinitiative wurden die industriellen BedĂŒrfnisse lange Zeit mehr berĂŒcksichtigt als die Anliegen der Bevölkerung.

Anstoß der Initiative kam aus Birkenau

Willy Welti hĂ€lt das Urteil fĂŒr:

Einen Sieg fĂŒr die Demokratie.

Das Urteil zeige, dass auch BĂŒrger zu ihrem Recht kommen können. Willy Welti war es damals, vor ĂŒber acht Jahren, der das Thema auf die Agenda brachte.

Er ist Mitglied im Ortsverein des BUND (Bund fĂŒr Umewelt und Naturschutz in Deutschland) in Birkenau, und hörte damals von den Vorhaben der Porphyrwerke. Nach einem Hangrutsch im Jahr 2003 hatten die Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim einen Antrag auf „Hangsicherung“ gestellt, der eine AbbauflĂ€che von insgesamt 7,2 Hektar innerhalb von 30 Jahren vorsah. Ein Vorhaben, welches Willy Welti nicht ohne weiteres durchgehen lassen wollte. Er wand sich mit ĂŒber 20 offenen Fragen an die Birkenauer Gemeindevertretung und stieß auf offene Ohren.

Im Rahmen der Agenda21, einem Arbeitskreis fĂŒr Landwirtschaft, Kulturlandschaft und Naturschutz, fand eine erste öffentliche Anhörung statt. Das Interesse der Bevölkerung war groß. Auch Weinheimer BĂŒrgerinnen und BĂŒrger nutzen die Gelegenheit sich zu informieren. Elisabeth Kramer erinnert sich:

Birkenau hatte es damals einfacher, denn sie waren nicht an der Planung beteiligt oder in der Verantwortung. Dort sagte man einfach: Unsere Landschaft soll erhalten werden.

Weinheim hingegen war in einem gewissen Zwiespalt. Die Stadt wollte den Unternehmern zunĂ€chst natĂŒrlich auch das Recht auf Ressourcenabbau gewĂ€hren. GrundstĂŒckseigentĂŒmer war die Stadt ohnehin nicht, das ist die Gemeinde Hirschberg. Diese verpachtet das GelĂ€nde an die Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim.

Deckmantel „Hangsicherung“ – Trumpf der Angst

Nach der Großrutschung im Jahr 2003 spielten die Porphyrwerke dann den Trumpf der Angst aus. Aus Sicht der Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim sei der Ausbau nötig, um Sicherheitsmaßnahmen gegen FelseinstĂŒrze vorzunehmen. Gisela Schmitt erkennt darin KalkĂŒl: „Diese Großrutschung kam den Porphyrwerken sehr gelegen. Zu diesem Zeitpunkt wĂ€re die Abbaugenehmigung von 1983 nĂ€mlich eigentlich ausgelaufen. Durch die Rutschung aber hatten sie die nötigen Argumente fĂŒr eine weitere Sicherung und AbbautĂ€tigkeit.“

Das ist ein bekanntes Druckmittel von Pophyrwerken,

weiß auch Willy Welti. So wolle man der Bevölkerung weiß machen, dass der ganze Berg runterkommen könne und kein Weg an der Hangsicherung vorbei fĂŒhre. Die ersten Zweifel daran kamen aber schnell als man sah, dass die Mitarbeiter nach wie vor – in dem ja eigentlich so Einsturz gefĂ€hrdetem – Steinbruch arbeiteten.

Die haben sogar noch gesprengt. So gefÀhrlich konnte es also nicht sein,

erinnert sich Gunda Krichbaum, die in unmittelbarer NĂ€he zum Steinbruch in Höhe der Fuchs’che MĂŒhle wohnt. Aussagen und Handlungsweise der Steinbruch-Betreiber waren also Ă€ußerst widersprĂŒchlich.

„Landratsamt ist seiner Aufsichtspflicht nicht ausreichend nachgekommen.“

WidersprĂŒche gab es auch zwischen den in der Abbaugenehmigung von 1983 erteilten Auflagen und den tatsĂ€chlich durchgefĂŒhrten Maßnahmen. Lange Zeit war der genaue Inhalt der Abbaugehnehmigung der BĂŒrgerinitiative nicht bekannt. Erst nach dem Fund der Original-Genehmigung aus dem Jahr 1983, hatte die Initiative etwas in der Hand, mit der sie die Handlungen der Porphyrwerke beim Landratsamt abmahnen konnte. Dort zeigten sich die ZustĂ€ndigen allerdings nur wenig kooperativ.

Die Aufsichtsbehörde, das Landratsamt, hat es unseres Erachtens nach versĂ€umt genĂŒgend Aufsicht zu betreiben. Da gab es starke Auseinandersetzungen zwischen uns und dem Landratsamt,

kritisiert Elisabeth Kramer. „Dort arbeiten ja auch keine Spezialisten fĂŒr Gesteinsabbau“, ergĂ€nzt Willy Welti. Bereitgestellte Informationen von Seiten der BĂŒrgerinitiative wurden allerdings auch nicht wirklich in die Thematik einbezogen. Viele Auflagen seien nachweisbar nicht eingehalten worden. Der Hinweis darauf wurde von Seiten des Landratsamt aber nur wenig beachtet oder bagatellisiert:

Die Reaktionen vom Landratsamt waren schon arrogant. Immer, wenn wir auf die Differenzen zwischen der Genehmigung und den wirklichen TĂ€tigkeiten hingewiesen haben, wurden wir abgewatscht. Das sei doch alles nicht so schlimm.

Das ganze ging dann soweit, bis man eine offizielle Beschwerde ĂŒber das Landratsamt eingereicht habe, so Kramer.

Wendepunkt im Mai 2007

Von Anfang an mit dabei: Elisabeth Kramer und Willy Welti.

Nach dem Großrutsch 2003, dem Antrag zur Hangsicherung 2005 und der anschließend gegrĂŒndeten BĂŒrgerintitiative dauerte es noch einmal gute zwei Jahre, bevor ein beschlussfĂ€higer Antrag vor dem Gemeinderat der Stadt Weinheim vorgebracht werden sollte. Die erste Fassung des Antrags mit einer AbbauflĂ€che von 7,2 Hektar, war bereits vom Landratsamt abgelehnt worden, nachdem die BĂŒrgerinitiative rund 2.400 Einwendungen bei der Stadtverwaltung vorbrachte und diese sich daraufhin gegen den Ausbau aussprach. Ein darauffolgender Antrag, mit einer AbbauflĂ€che von 4,8 Hektar, sollte 2007 den Erhalt der Kammkuppe garantieren.

Die BĂŒrgerinitiative traute der Sache nicht und prĂŒfte den Antrag genauer. „VorsĂ€tzliche TĂ€uschung“, habe man da festgestellt, denn die Kammkuppe wĂ€re bei einer solchem FlĂ€chenabbau auf keinen Fall zu halten gewesen. Auch diesem Antrag wollte die BĂŒrgerinititative also so nicht durchgehen lassen.

„Geniale Arbeit vom Amt fĂŒr Stadtentwicklung“

Sie begannen die breite Öffentlichkeit zu informieren, traten an GemeinderĂ€te, Parteien und Abgeordnete heran. Sie aktivierten noch einmal die Bevölkerung, sammelten Unterschriften und Einwendungen. Über 3.000 Dokumente konnten im FrĂŒhsommer 2007 an die Stadtverwaltung ĂŒbergeben werden. Doch die Beschlusskraft hatte der Gemeinderat. Elisabeth Kramer erinnert sich:

Die Gemeinderatsstitzung im Mai 2007 war wohl die spannendenste in meiner Geschichte als StadtrĂ€tin. Der Beschlussvorschlag las sich zunĂ€chst sehr „Pro“ Porphyrwerke. Doch am Sitzungsabend prĂ€sentierte die Stadtverwaltung kurzfristig einen neuen Beschlussantrag. Einen, der unserem Anliegen vollkommen nachkam.

Das, in letzter Minute, ausgearbeitete Konzept der Stadtverwaltung sei „genial“ gewesen. Die Mitarbeiter vom Amt fĂŒr Stadtentwicklung konnten anhand eines Bebauungsplans einen Ausbau der AbbautĂ€tigkeiten verhindern. Der Beschlussantrag fiel zu Gunsten der BĂŒrgerinitiative aus und verhinderte die Zustimmung des gestellten Antrags der Porpyhrwerke.

Sven-Patrick Marx hat hervorragend reagiert. Mit Hilfe des Bebauungsplans konnte die Stadt festlegen, wo abgebaut werden darf und wo nicht.

Ab diesem Zeitpunkt „gemeinsam aktiv“

Bis dahin war es ein langer Prozess, immer wieder musste sich die BĂŒrgerinitiative Gehör verschaffen und ein Bewusstsein fĂŒr ihr Anliegen schaffen. Nur mit kontinuierlicher Bearbeitung habe man das erreicht. Da steckte viel Arbeit drin, es wurden viele Klinken geputzt. Manch einer dachte sich bestimmt:

Da kommen wieder die nervigen Weiber von der BĂŒrgerinititative,

beschreibt Gunda Krichbaum das langjÀhrige Engagement.

Aber es sollte sich am Ende auszahlen. Nach der Ablehung des Antrags im Gemeinderat wusste die BĂŒrgerinititative nun auch die Stadtverwaltung auf ihrer Seite. Die anschließende Zusammenarbeit mit der Stadt und ihrem Ämtern sei „hervorragend“ und „toll“ gewesen, so Krichbaum. Auch der Erste BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner habe sich nach seinem Amtsantritt stets sehr fĂŒr die Anliegen der Initiative eingesetzt.

Doch so ausgefuchst die Idee, mit einem Bebauungsplan den weiteren Abbau zu verhindern, auch war, die Porpyhrwerke wollten sich nicht so einfach geschlagen geben. Denn ein gewisses Risiko ging man mit dem Bebauungsplan, der eigentlich ein Verhinderungsplan war, schon ein. Denn ein solcher Verhinderungsplan ist laut dem Bundesemissionsschutzgesetz nicht zulÀssig. Eine Tatsache, die Willy Welti nicht verstehen kann:

Das Bundesemissionsschutzgesetz ist sehr industriefreundlich. Doch so machen wir unsere Natur kaputt.

Die Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim reichen gemeinsam mit der Gemeinde Hirschberg Klage gegen den Bebauungsplan der Stadt Weinheim ein. Es kommt zum Showdown vor Gericht. Der wohl nervenaufreibenste Höhepunkt in acht Jahren Engagement fĂŒr die BĂŒrgerinitiative.

Beim Prozess haben wir richtig gebibbert. Wir wussten bis zuletzt nicht wie es ausgeht,

schildert Gunda Krichbaum ihre Empfindungen. Das sei „richtig spannend“ gewesen. Man habe schon „gezittert“, wie das Gericht den Bebauungsplan der Stadt nun bewertet. HĂ€tten sie ihn als Verhinderungsplan anerkannt, wĂ€ren die BemĂŒhungen der BĂŒrgerinitiative sowie der Stadtverwaltung umsonst gewesen. Waren sie aber nicht. Das Gericht wies die Klage ab.

Das Landschaftsbild mit einem Bebauungsplan zu schĂŒtzen ist zulĂ€ssig.

Der Plan der Stadt, das Landschaftsbild mit einem Bebauungsplan zu schĂŒtzen, sei

zulÀssig, wirksam und verwirklichbar,

urteilte der 3. Senat des VGH in Mannheim. Das Amt fĂŒr Stadtentwicklung hat zudem ĂŒber ein Fachgutachten nachweisen können, dass die Erhaltung des Landschaftsbildes einer Sicherung des Steinbruchhanges nicht entgegen stehe. Die Planung sei daher den Anforderungen fĂŒr eine fehlerfreie AbwĂ€gung der öffentlichen und privaten Belangen gerecht geworden. Ohne jedoch die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens unangemessen zu kĂŒrzen.

Neben der BĂŒrgerinitiative zeigt sich auch die Stadtverwaltung erleichtert ĂŒber das Urteil. BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner begrĂŒĂŸte die Entscheidung:

Heute ist ein guter Tag fĂŒr Weinheim, denn unsere bekannte Berglinie mit den beiden Wahrzeichen, unseren Burgen, kann erhalten werden.

Momentan ist das Urteil des VGH nur bedingt rechtskrĂ€ftigt. Denn gegen die Nichtzulassung der Revision kann binnen vier Wochen nach Zustellung des Urteils Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht werden. Diese wĂŒrde jedoch nur erfolgreich sein, wenn beispielsweise Verfahrensfehler festgestellt werden oder unrichtige richterliche Entscheidungen nachgewiesen werden können. Erfolgt keine Beschwerde von den Porphyrwerken Weinheim-Schriesheim sowie der Gemeinde Hirschberg ist das Urteil nach Ablauf der vier Wochen engĂŒltig rechtskrĂ€ftig und in Stein gemeißelt.

Werden auch in Zukunft ein wachsames Auge auf die Arbeiten am Steinbruch haben: Gisela Schmitt, Willy Welti, Gunda Krichbaum und Elisabeth Kramer. (v.l.n.r.)

 

Die Arbeit der BĂŒrgerinitiative ist noch lĂ€ngst nicht zu Ende.

Das Urteil bedeutet nicht, dass der Abbau eingestellt wird, sondern lediglich, dass keine VerĂ€nderungen an der Kuppe vorgenommen werden dĂŒrfen. Weiter wird das Unternehmen ĂŒber Jahre hinweg Renaturierungsmaßnahmen betreiben mĂŒssen. Dass diese auch tatsĂ€chlich durchgefĂŒhrt werden, bleibt weiterhin zu beobachten. Denn die BĂŒrgerinitiative kennt die Arbeitsweise des Porpyhrwerks Weinheim-Schriesheim nach jahrelanger Beobachtung nur allzu gut.

Hier mĂŒssen wir weiter wachsam sein und die Einhaltung der Auflagen kontrollieren,

formuliert Gisela Schmitt die weitere Vorgehensweise der BĂŒrgerinitiative. Auch das bereits im GrĂŒndungsprotokoll vom 21. Februar 2005 formulierte Ziel, eine „Stillegung des Steinbruchs“ zu erreichen, sei nach wie vor aktuell. SteinbrĂŒche wĂŒrden ĂŒberall in Deutschland stillgelegt, warum nicht auch in Weinheim?

Wir feiern das Urteil, weil es eine ganz wichtige Station auf dem Weg zu unserem Ziel ist. Aber unsere Arbeit ist noch nicht beendet,

verspricht Elisabeth Kramer. Denn so lange der Wachenberg durch Gesteinsabbau gefÀhrdet ist, machen sie weiter. Zum Schutz der Natur, der Anwohner und des Landschaftsbildes.

Montag bis Freitag, 08:00 - 19:00 Uhr

Stadtwerke lĂ€nger fĂŒr Kunden erreichbar

Weinheim, 04. Februar 2013. (red/pm) Wie im vergangenen Jahr, erweitern die Stadtwerke Weinheim auch diesen Februar ihre telefonische Erreichbarkeit. Im Zustellungszeitraum der Jahresabrechnungen, möchte man so den Kunden den bestmöglichen Service bieten.

Stadtwerke-Chef Peter KrÀmer möchte den Kunden mit der erweiterten Erreichbarkeit mehr Service bieten.

Information der Stadtwerke Weinheim: 

„Den gesamten Februar sind die Stadtwerke Weinheim telefonisch lĂ€nger fĂŒr ihre Kunden erreichbar. Montags bis freitags können Kunden ihre Fragen zur Jahresabrechnung telefonisch von 8 bis 19 Uhr stellen – unter der Nummer 06201 106-303.

„Es ist uns wichtig, die Anliegen unserer Kunden persönlich, fundiert und schnell zu bearbeiten“, sagt Peter KrĂ€mer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Stadtwerke Weinheim. „Deshalb verlĂ€ngern wir die telefonische Erreichbarkeit in Spitzenzeiten der Jahresabrechnung.“

„Die Jahresabrechnung ist fĂŒr viele Kunden Anlass, sich mit ihrem Energieverbrauch und ihren Strom- oder Gasprodukten zu beschĂ€ftigen“, sagt Peter KrĂ€mer weiter. Eine ausfĂŒhrliche persönliche Beratung etwa zu Energiesparmöglichkeiten, Festpreisen oder Ökoprodukten bieten die Stadtwerke in ihrem Kundenzentrum immer montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr. Im Breitwieserweg kĂŒmmern sich 15 Mitarbeiter um die Fragen und WĂŒnsche
ihrer Kunden.

Mehrere tausend KundengesprĂ€che fĂŒhren sie jedes Jahr, den Großteil davon im FrĂŒhjahr. Wer keine Zeit fĂŒr eine Beratung im Kundenzentrum hat, findet im Internet auf www.sww.de unter Service die Kontaktdaten aller Ansprechpartner sowie erste Informationen.“

Nur wenigen Kommunen bleiben Erhöhungen erspart

RundfunkgebĂŒhren-Wucher fĂŒr StĂ€dte und Gemeinden in der Metropolregion

 

Rhein-Neckar, 25. Januar 2013. (red/aw) Auch Kommunen fordern jetzt Nachbesserungen beim neuen Rundfunkbeitrag. Seit dem 1. Januar 2013 werden die GebĂŒhren einer Gemeinde oder Stadt nicht lĂ€nger anhand der GerĂ€teanzahl berechnet, sondern nach der Anzahl ihrer Dienststellen und BetriebsstĂ€tten, unter BerĂŒcksichtigung der dort BeschĂ€ftigten und nach der Anzahl ihrer Kraftfahrzeuge. Eine Berechnungsgrundlage die fĂŒr viele Kommunen zu Kostensteigerungen fĂŒhrt. Die Stadt Mannheim rechnet mit einem zusĂ€tzlichen Mehraufwand von 3.000 Euro pro Monat. StĂ€dte- und Gemeinde-VerbĂ€nde haben sich eingeschaltet.

Von Alexandra Weichbrodt

Aufreger Rundfunkbeitrag: Neben der “normalen” Bevölkerung, kritisieren jetzt auch die Gemeinden und StĂ€dte des Landes die neue RundfunkgebĂŒhr der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Seit der Reform muss jeder zahlen, ob er die Sender nutzt oder nicht. WĂ€hrend aber in Privathaushalten pro Wohnung ein Beitrag anfĂ€llt, mĂŒssen die Kommunen ihre BeitrĂ€ge jetzt nach Anzahl ihrer Dienststellen und BetriebsstĂ€tten unter BerĂŒcksichtigung der dort BeschĂ€ftigten und nach der Anzahl ihrer Kraftfahrzeuge berechnen und bezahlen.

Eine Gemeinde oder Stadt, die viele BetriebstĂ€tten wie BĂŒrgerbĂŒros und StandesĂ€mter oder einen großen Fuhrpark unterhĂ€lt, muss also ab diesem Jahr mit Mehrausgaben rechnen. Das befĂŒrchten auch der Deutschen StĂ€dte- und Gemeindebund (DSTGB) sowie der Deutsche StĂ€dtetag: Die Reform der bisherigen RundfunkgebĂŒhr fĂŒhre zu einer „deutlichen Mehrbelastung“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. FĂŒr die Mehrausgaben muss der BĂŒrger als Steuerzahler erneut herhalten.

Gegenwehr garantiert

Da bleibt es nicht aus, dass die Kommunen sich wehren. DafĂŒr einsetzen werden sich auch der DSTGB und der Deutsche StĂ€dtetag. Angesichts eines möglichen Kostenanstiegs von bis zu 400 Prozent, fordern die VerbĂ€nde, das Thema erneut in der Rundfunkkommission und der MinisterprĂ€sidentenkonferenz zu behandeln, um eine gerechtere Lösung zu finden.

Ihrer Ansicht nach benachteiligen die Neuregelungen besonders die bĂŒrgernahen Kommunen: Je dezentraler eine Stadt- oder Gemeindeverwaltung organisiert ist, desto mehr BetriebsstĂ€tten und Dienststellen habe sie. Und daran bemesse sich ja nun die neue GebĂŒhr. Die Folgen: Drastische Kostensteigerungen.

Eine Bewertungsgrundlage, die auch viele Gemeinde- und Stadtkassen in der Metropolregion zukĂŒnftig mehr belasten wird. So bestĂ€tigt uns der Ladenburger BĂŒrgermeister Rainer Ziegler, dass die RundfunkgebĂŒhr fĂŒr die Gemeinde Ladenburg bisher bei etwa 2.000 Euro im Monat lag, in Zukunft aber deutlich teurer erwartet wird.

Man habe derzeit hinsichtlich der Höhe jedoch noch KlĂ€rungsbedarf mit der GebĂŒhreneinzugsbehörde und warte auf Antwort auf die gestellten Anfragen. Die Gemeinde stehe außerdem mit den kommunalen LandesverbĂ€nden DSTGB und dem Deutschen StĂ€dtetag in Verbindung.

Über Maßnahmen werden wir gegebenenfalls nach Beendigung der noch laufenden Verhandlungen und nach Abstimmung mit den VerbĂ€nden nachdenken,

so BĂŒrgermeister Ziegler.

Ähnlich die Erwartungen in der Gemeinde Hirschberg. Hier erwartet die Gemeindeverwaltung eine Erhöhung von 1.655 Euro auf 1.940 Euro monatlich. Eine Steigerung von 17 Prozent mehr fĂŒr den Rundfunkbeitrag.

Beitrag der Stadt Mannheim verdoppelt sich

Hart trifft es auch die Stadt Mannheim. Der bisherige Betrag von 2.700 Euro monatlicher GebĂŒhr, wird nach SchĂ€tzungen der Stadtverwaltung um 3.000 Euro zusĂ€tzlich ansteigen, also 5.700 Euro im Monat, was einer Steigerung von rund 210 Prozent entspricht. Sicher sei man noch nicht, der erste GebĂŒhrenbescheid noch auf sich warten lasse. Einsparungsmöglichkeiten sieht die Stadt allerdings keine:

Organisationseinheiten, welche dem gleichen Zweck dienen, können sofern diese sich in einen GebĂ€ude befinden, zu einer BetriebsstĂ€tte zusammengefasst werden. So könnten z.B. GebĂŒhren gespart werden. Diese und viele andere Einsparmöglichkeiten hat die Stadt Mannheim ausgeschöpft.

Auch die Stadt Mannheim steht in engem Kontakt mit dem StĂ€dtetag Baden-WĂŒrttemberg, der in der Angelegenheit bereits aktiv geworden ist.

Besser weg kommt da die Stadtkasse im hessischen Viernheim. Mit einer bisherigen vierteljĂ€hrlichen RundfunkgebĂŒhr von 315,24 Euro ist die Stadt relativ gĂŒnstig dabei. In Zukunft werden es aber wohl trotzdem ĂŒber 400 Euro Mehrkosten im Jahr, dank einer neu berechneten RundfunkgebĂŒhr von geschĂ€tzten 419,45 Euro pro Quartal.

Weniger GebĂŒhren bleiben die Ausnahme

In Heddesheim hat man schon Gewissheit. Die Gemeinde hat bereits die erste Rundfunkbeitragsrechnung erhalten und kommt gĂŒnstiger weg als vor der Reform:

In der Abrechnung wurde deutlich, dass der monatliche Beitrag fĂŒr die Gemeinde im Vergleich zum alten Modell leicht gesunken ist.

Da wird Heddesheim aber wohl eine Ausnahme sein. Obwohl die Gemeinde mit rund 11.5000 Einwohner so groß ist wie die benachbarte Stadt Ladenburg, unterscheiden sich die RundfunkgebĂŒhren erheblich. Grund dafĂŒr ist die Anzahl der BetriebsstĂ€tten. Dazu gehören auch Bildungseinrichtungen, wie Schulen oder KindergĂ€rten.

So muss Heddesheim mit insgesamt nur drei Schulen einen deutlich kleineren Beitrag leisten, als Ladenburg mit neun Schulen. AntrĂ€ge auf einer Befreiung solcher Bildungs- und Jugendeinrichtungen werden derzeit vielerorts noch geprĂŒft und lassen ein endgĂŒltiges Ergebniss offen.

Definition „BetriebsstĂ€tte“ gibt Anlass zur Diskussion

In Sachen BetriebsstĂ€tten-Definition gibt es ohnhin noch erheblichen KlĂ€rungsbedarf. Viele der Gemeinden, befinden sich auch deshalb noch in Verhandlungen mit der GebĂŒhreneinzugszentrale. Nach Auffassung dieser ist beispielsweise die Volkshochschule (VHS) eine eigene BetriebsstĂ€tte, viele Kommunen sehen das allerdings anders, insbesondere wenn diese im Rathaus untergebracht ist.

Der Vater des neuen Modells, Ex-Verfassungsrichter Paul Kirchhof, lobt seine Idee im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung trotzdem:

Ich habe gemeinsam mit den Rundfunkanstalten ein verfassungsrechtlich zulĂ€ssiges und praktisch gebotenes Finanzierungssystem entwickelt. Wir haben das Ziel erreicht, einen einfachen, plausiblen Beitrag fĂŒr alle BĂŒrger zu schaffen.

Wie sich dieses Finanzierungssystem aber fĂŒr Kommunen oder auch Unternehmen auswirkt, wurde wohl nicht ausreichend ausgewertet. Denn neben den StĂ€dten und Gemeinden nutzen auch die Unternehmer in Deutschland den Stimmungsschwung.

Grund dafĂŒr sind ebenfalls horrende Neuberechnungen des Rundfunkbeitrags. So soll die Drogeriekette dm etwa 270 Prozent mehr GebĂŒhren zahlen als noch 2012. Der EinzehlhĂ€ndler Rewe fĂŒrchtet gar eine Steigerung um 500 Prozent. Die Drogeriekette Rossmann droht aufgrund der Kostenexplosion sogar mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht.

Schwetzingen und Heidelberg haben noch keinen Überblick

Es wird sich zeigen, ob die Rundfunkkommission gemeinsam mit der MinisterprĂ€sidentenkonferenz noch einmal eine Nachjustierung der GebĂŒhrenberechnung fĂŒr StĂ€dte und Gemeinden vornehmen. Fest steht, es wird einige Kommunen geben, die mit einem deutlichen Loch in ihrer Haushaltskasse aus der GebĂŒhrenreform herausgehen.

Einige StĂ€dte in der Metropolregion lassen die womöglich „teure Überraschung“ der RundfunkgebĂŒhrenreform aber auch einfach auf sich zu kommen. Manche haben sich noch nicht ausreichend mit dem Thema auseinandergesetzt, so auch die Stadt Schwetzingen. Hier warte man mit Prognosen bis der erste GebĂŒhrenbescheid eintrifft. Die Berechnungsgrundlage sei derzeit einfach noch zu unklar, um Zahlen zu nennen. In Ludwigshafen weiß man nichts genaues, weil die frĂŒhere GEZ-GebĂŒhr dezentral aus den Budgets der Verwaltungsbereiche gezahlt worden ist.

Ähnlich ist es in Heidelberg. Das Problem hier: Es fehlt der Überblick. Die BetriebsstĂ€ttten hatten bisher eigenstĂ€ndig mit der GebĂŒhrenzentrale abgerechnet.

Derzeit hat aber noch niemand bei der Stadtverwaltung alle Einzelposten zusammengestellt, um zu errechnen wie hoch der neue Gesamtbetrag ausfallen könnte,

erklĂ€rte Dr. Bert-Olaf Rieck vom Amt fĂŒr Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Heidelberg.

 

4. Weinheimer Gesundheitstag ein Erfolg

Interessante VortrÀge, tolle Resonanz und alarmierende Ergebnisse

Nur eine Station des Gesundheitsparcours: Hier werden Blutzucker und Bluthochdruck gemessen.

 

Weinheim, 22. Januar 2013. (red/aw) Beim 4. Weinheimer Gesundheitstag im Rolf-Engelbrecht-Haus am vergangenen Samstag hatten Interessierte die Gelegenheit sich zu aktuellen Themen der Medizin, Physiotherapie, Zahnmedizin oder Arzneimittel zu informieren. Die Resonanz war Ă€ußerst positiv. Zahlreiche BĂŒrgerinnen und BĂŒrger kamen, um sich KurzvortrĂ€ge anzuhören oder aber sich von den Ausstellern in verschiedenen Belangen beraten zu lassen.

Von Alexandra Weichbrodt

JĂŒrgen Boldrin von „Ihre Therapeuten e.V.“: Ein Netzwerk zum Wohl des Patienten.

„Medizin zum Anfassen“, so lautete das Motto des bereits 4. Weinheimer Gesundheitstages, veranstaltet von Therapeuten, Ärzten, Zahnmedizinern und Apothekern aus der Region. Ein Angebot, dass vor allem das „VerhĂ€ltnis zwischen Patient und Behandler stĂ€rken soll“, verrĂ€t JĂŒrgen Boldrin von der Therapeutenvereinigung „Ihre Therapeuten e.V.“ Ähnlich wie die Ärztevereinigung „Regiomed e.V.“ oder die „ZahnĂ€rzte badische Bergstraße e.V.“ möchte man mit diesem Zusammenschluss den Patienten „eine möglichst optimale Betreuung garantieren“.

Normalerweise sind diese Berufszweige sehr separiert. Hier kommen wir alle zusammen und bilden so ein komplettes Netzwerk fĂŒr den Patienten,

erklĂ€rt JĂŒrgen Boldrin den Sinn des Weinheimer Gesundheitstages.

Gesundheitsparcours als Service fĂŒr Besucher

Das Angebot ist breit gefÀchert: KurzvortrÀge von insgesamt zwölf Experten und Fachleuten aus dem Medizin- und Therapiewesen, zahlreiche Aussteller, die Neuigkeiten oder Behandlungsformen prÀsentieren und sogar ein kostenloser Gesundheitscheck.

Die Inhalte sind dabei so differenziert, wie die BedĂŒrfnisse der Patienten. So referiert der Weinheimer OrthopĂ€de Dr. Frank Jörder ĂŒber die „Möglichkeiten und Grenzen der nicht-operativen Therapie am Bewegungsapparat“.

Bleiben Sie beweglich,

lautet seine Devise. Verschleiß an Körper und Knochen sei normal, wichtig sei dann allerdings eine „individuelle AnpassungsfĂ€higkeit des Körpers an die Beanspruchung“.

Problematisch sei allerdings immer öfter die Erwartungshaltung des Patienten, denn auch Mediziner können keine Wunder verbringen.

Es ist auch ein Tag, an dem es um AufklÀrung geht:

Arthrose ist nicht heilbar, wir können da nur das Drumherum optimieren.

Es sei jedoch immer schwieriger, dass den Patienten auch verstĂ€ndlich zu vermitteln. Die Ressourcen im Gesundheitssystem seien nicht unendlich, da mĂŒsse vor allem auf PrĂ€vention gesetzt werden. Der Weinheimer OrthopĂ€de bietet dafĂŒr bereits auf seiner Homepage EigenĂŒbungen zum Selbermachen an.

Versteckte Zuckerfallen: In einem Liter „gesunden“ Orangesaft steckt mehr von dem sĂŒĂŸen Gift als manch einer denkt.

„Mein Kind hat Karies, was tun?“

Auch Themen aus der Zahnmedizin werden auf dem Weinheimer Gesundheitstag behandelt. „Denn auch hier ist dringend AufklĂ€rung nötig“, sagt auch Dr. CĂ€cilia Amler, ZahnĂ€rztin aus Weinheim. Am Ausstellungsstand der Vereinigung von ZahnĂ€rzten von der Bergstraße hat sie ein kleines Ratespiel aufgebaut.

Raten Sie mit: Wie viel Zucker hat wohl ein Liter naturreiner Orangesaft?

Das Ergebnis ĂŒberrascht die Besucher: 45 StĂŒck WĂŒrfelzucker, 9 Gramm Zucker auf 100ml Saft. „Ein Fakt, der besonders von Eltern mit Kleinkindern oft unterschĂ€tzt wird.“ Beim „nuckeln“ von Fruchtsaft oder auch Schorlen aus TrinkflĂ€schchen, sei die Gefahr von Kariesbildung sehr hoch.

Denn ist diese erstmal da, lĂ€sst sich der Gang zum Zahnarzt nicht vermeiden. Doch was tun, wenn die Angst vor diesem groß ist?

„Lachgas gegen die Angst“

Mit Lachgas die Angst vor dem Zahnarztbesuch bekÀmpfen.

Dann könnte ein Besuch beim Weinheimer Zahnarzt Dr. Lars Albrecht empfehlenswert sein. Er ist nĂ€mlich einer der ersten in der Region, der mit Lachgas arbeitet. Diese Form von „BetĂ€ubung“ dient zur Entspannung des Patienten.

Am Stand der „BIEWER medical“ erklĂ€rt Christian WĂŒnsch Interessierten, wie die Behandlung mit Lachgas ablĂ€uft:

Es ist kein Ersatz fĂŒr eine LokalanĂ€sthesie, gegen die Schmerzen hilft nur die Spritze. Aber es vermittelt ein gewisses „High-GefĂŒhl“ und sorgt fĂŒr eine deutlichere Entspannung des Angst-Patienten.

Die Zufuhr von Lachgas sei vollkommen ungefÀhrlich und im angelsÀchsischen Raum schon seit Jahren etabliert. In den USA ist Lachgas in 80 Prozent der Zahnarztpraxen vorhanden. In Deutschland hingegen findet man sie derzeit aber nur etwa in vier von 100 Praxen.

Innerhalb von wenigen Minuten sei der Mix von Lachgas und Sauerstoff wieder „abgeatmet“ und der Patient nicht weiter beeintrĂ€chtigt.

Autofahren direkt nach der Behandlung ist also kein Problem,

versichert WĂŒnsch den Besuchern.

Hoher Blutdruck, hohes Cholesterin – auch Weinheimer Volkskrankheiten

Neben der Möglichkeit sich zu informieren, bietet der Gesundheitstag im Rolf-Engelbrecht-Haus auch einen kostenlosen Check-Up fĂŒr die Besucher an. Bei dem Gesundheitsparcours können die Anwesenden drei Parameter ĂŒberprĂŒfen lassen: Das Herz-Kreislauf-System, die Blasenfunktion sowie die Diabetes-Gefahr.

Dazu sind verschiedene Untersuchungen nötig, die direkt vor Ort vorgenommen und auch ausgewertet werden. Neben Angaben zu GrĂ¶ĂŸe, Gewicht und Erkrankungen brauchen die Mediziner lediglich den Blutdruck messen und den Blutzucker bzw. den Cholesterinwert bestimmen. Diese Daten werden anschließend von einem eigens dafĂŒr entwickelten „Risikokalkulationsberechnungssystem“ ausgewertet und zeigen schnell anhand der Ampelfarben, wie hoch das Risiko ist, etwa an Diabetes zu erkranken.

Mit diesem individuell erstellten Gesundheitsprofil hat man erste Anzeichen fĂŒr möglichen Behandlungsbedarf, den man am besten gleich vor Ort mit den Ärzten bespricht.

Dazu haben sich Dr. Tilman Steinhausen und Dr. Michael Melcher vom Ärzteverbund „Regiomed e.V.“ bereit erklĂ€rt.

Dr. Melcher und Dr. Steinhausen werten die Ergebnisse des Gesundheitsparcours direkt vor Ort aus und geben den Patienten weitere Behandlungsempfehlungen.

Es gibt Kerngesunde oder aber welche, bei denen die Ampel bereits dunkelrot ist.

Dr. Steinhausen freut sich ĂŒber die große Teilnahme am kostenlosen Gesundheitscheck:

Die Resonanz ist toll, die Ergebnisse aber zum Teil alarmierend.

Von zehn Auswertungen sind etwa drei, die sofortigen Handlungsbedarf signalisieren. Vor allem zu hoher Blutdruck und erhöhtes Cholesterin sorgen fĂŒr ĂŒberraschte und teilweise auch schockierte Besucher.

Das ist hĂ€ufig so, denn die Patienten spĂŒren diese Krankheiten oft nicht.

Dr. Steinhausen bestĂ€tigt das, was auch der OrthopĂ€de Dr. Jörder ansprach: Die Erwartungshaltung des Patienten. „Ich habe keine Schmerzen, also kann ich nicht krank sein.“ Erst die Messungen beim Arzt zeigen dann meist, wie es dem Körper tatsĂ€chlich geht. Doch nicht selten ist es dann bereits zu spĂ€t und Folgen, wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall drohen unmittelbar.

Daher ist es wichtig, die Leute darĂŒber zu informieren. Auch ohne Schmerzen, kann es meinem Körper schlecht gehen,

rĂ€t Dr. Steinhausen. Ein regelmĂ€ĂŸiger Arztbesuch sollte daher fĂŒr jeden Pflicht sein.

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